Das Staatsarchiv ist seit Herbst 1989 in einem Archivzweckbau untergebracht, der bereits in einem städtebaulichen Ideenwettbewerb vom Jahre 1974 auf dem Gelände des ehemaligen Augsburger Flugplatzes – im Übergangsbereich zwischen (neuer) Universität und verdichteter städtischer Wohnbebauung – an einem zentralen achteckigen Platz geplant war. Den Architektenwettbewerb (1979/80) gewann der Augsburger Architekt Hans Schrammel, nach dessen Plänen und unter Leitung des Land- und Universitätsbauamtes Augsburg der Neubau 1985/89 errichtet wurde.

Durch die Lage am zentralen Platz ist dieser Neubau architektonisch bestimmt. Er gliedert sich in zwei parallel zueinander gesetzte Baukörper: in das zweistöckige Verwaltungsgebäude (mit dem Benützerbereich im Erdgeschoss) auf den Platz zu und dahinter, abgesetzt durch Innenhöfe und zugleich verbunden durch zwei Treppentürme (mit Aufzügen), das vierstöckige Magazingebäude (EG mit Anlieferungsbereich und drei OG). Das Magazin als Kernstück des neuen Staatsarchivs wurde nach dem sogenannten Kölner Modell gestaltet: Den nur innen verputzten, 50 cm starken Ziegelwänden (mit wenigen schmalen Fensteröffnungen) ist außen eine hinterlüftete Verkleidung aus Muschelkalkplatten vorgehängt. Dadurch entsteht in den insgesamt zwölf Magazinabschnitten, die fast durchgehend mit Rollregalen ausgestattet sind, ein konstantes Raumklima, das nur durch Querbelüftung bzw. durch leichtes Zuheizen in der kalten Jahreszeit, gestützt durch automatische Temperatur- und Feuchtemesser, manuell gesteuert wird.

Der Eingangsbereich am zentralen Platz mit einer geschwungenen Glas-Metall-Fassade und einer großzügig angelegten Eingangshalle wird betont durch eine surrealistisch-manieristische Plastik ARCHIVA 87 von Jürgen Goertz, Eichtersheim: Auf einem leicht angesägten und damit einen Aktenstoß andeutenden Steinsockel sitzt ein stempelartiger, halb als Mann und halb als Frau gestalteter Bronzekopf mit aufgelegtem Buch auf der Stirn, der aus dem Aktenstoß das Wissen aufnimmt und dieses Wissen in einer durch einen Bogen mit dem Kopf verbundenen Kugel speichert. Die an der Stütze, durch die diese Verbindung geführt ist, angebrachte Skala weist auf die Zeit hin, deren Kostbarkeit durch ein obenauf gesetztes Ei aus Stein zusätzlich betont wird.

Den Archivbenützern stehen ein geräumiger, lichter, in die Arkadenreihe des Verwaltungsgebäudes eingerückter Lesesaal mit 30 Arbeitsplätzen sowie sieben Arbeitskabinen mit natürlicher Belichtung und Belüftung zur Verfügung. Zum Öffentlichkeitsbereich zählt ein kombinierter Vortrags- und Ausstellungsraum, der auch für Lehrveranstaltungen genutzt wird.