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[ 40.1 kB ]Innere Verwaltung
Bis 1858, d.h. bis zur Trennung von Justiz und Verwaltung, oblag die innere Verwaltung den 1801 bzw. 1807 eingerichteten Justizämtern Coburg, Neustadt und Rodach, ab 1826 vermehrt um die zuvor hildburghäusischen Ämter Königsberg und Sonnefeld (s. unter Justizverwaltung Ziff. II 1d). Das Landratsamt, gegründet 1858 für die Ämter Coburg, Neustadt, Rodach und Sonnefeld, erhielt erst mit der Justizreform 1879 auch das Justizamt Königsberg unterstellt; seine Zuständigkeit beschränkte sich für die Städte Coburg, Neustadt, Rodach und Königsberg auf wenige Aufgaben. Als eigener Fonds ist es als Herzogliches Landratsamt Coburg (1858-1918) erst im Aufbau begriffen, da das Schriftgut sich noch in Abgabegemeinschaft mit dem des Freistaates Coburg (1918-1920), des bayerischen Bezirksamts Coburg (1920-1939) sowie des bayerischen Landratsamts (ab 1939) (s. unten Ziff. II 2a) befindet.
Unter die Dienstaufsicht des Landratsamtes fiel auch das Gewerbegericht Oeslau (25 AE, 0,4 lfm, 1891-1923), Vorläufer der späteren Arbeits- und Sozialgerichte. Mit der Aufgabe, über Klagen gegen Armenverbände zu entscheiden, war 1871 die Deputation für das Heimatwesen im Herzogtum Coburg (20 AE, 0,2 lfm, 1873-1909) als eigene Behörde eingerichtet worden. Von 1873 bis 1922 erfüllte das Landarmenhaus Lützelbuch (622 AE, 3,4 lfm, 1872-1922) für die sozialen Unterschichten im Herzogtum die Funktionen eines Alten- und Pflegeheimes, einer Anstalt für geistig und körperlich Behinderte sowie unter gewissen Einschränkungen die eines Arbeitshauses.
Sozialen Aufgaben widmeten sich auch verschiedene Stiftungen und Einrichtungen: Leopoldstiftung für Krankenpflege (164 AE, 1,8 lfm, 1860-1929), Deutsche Wilhelms-Stiftung zur Unterstützung von Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen (5 AE, 0,2 lfm, 1870-1916), Wohltätigkeitsbazar-Stiftung zu Coburg zur Unterstützung armer und würdiger Personen (8 AE, 0,2 lfm, 1891-1913) und das Krankenhaus. Der Bestand Krankenhaus umfaßt 221 AE (13 lfd. m) und enthält vor allem Aufnahme-, Haupt- und Operationsbücher der im Landeskrankenhaus behandelten Patienten vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre.


