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Das Staatsarchiv Nürnberg ist am Donnerstag, dem 31. Mai 2012, für den Benützerverkehr geschlossen.

Das Staatsarchiv Nürnberg ist am Donnerstag, dem 14. Juni 2012, für den Benützerverkehr geschlossen.


Reichsritterschaft, Adel und Patriziat


Der Ritterort Franken und seine Untergliederungen, die Kantone, verfügten im 18. Jahrhundert über Behörden mit regulärer Aktenführung. Von diesen ist das Schriftgut des Kantons Altmühl in das Staatsarchiv gelangt (Reichsritterschaft, Abgabe der Regierung von Mittelfranken 1908; 2339 AE, davon 11 Urk., 36,4 lfm, Ende 15. Jh .–1801).

Schriftgut des Adels selbst kam dadurch in das Staatsarchiv>, dass Adelsbesitz (Rittergüter) zeitweilig oder dauerhaft unter landesherrliche Verwaltung geriet. Hinzu kommen diejenigen Bestände, die bei Heimfall von Lehenkomplexen oder bei Ankauf von Rittergütern in das Archiv bzw. in die Registraturen der Territorialherren eingegliedert wurden und sich dort als eigene Verwaltungseinheiten erhalten haben.

Der Zustrom von Schriftgut des Adels nach Aufhebung der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit war bei den Landgerichten (älterer Ordnung) im Bereich des Appellationsgerichts Ansbach gering (v. a. Grundakten und Briefprotokollserien). Dieses Schriftgut liegt noch in Abgabegemeinschaft bei der Überlieferung der Amtsgerichte (s. Ziff. II 2). Während die Urkundenüberlieferung in der Regel bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückreicht und urbarielle Quellen seit dem ausgehenden 15. bzw. in dichterer Folge seit Mitte des 16. Jahrhunderts verfügbar werden, reicht die Akten- und Rechnungsüberlieferung selten in die Zeit vor dem 30jährigen Krieg. Aufgrund von Funktionen der Gutsinhaber oder von Familienbeziehungen kommt diesen Archiven neben landesgeschichtlicher in der Regel auch überregionale bzw. reichsgeschichtliche Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere für die Herrschaft Pappenheim (6479 Urk., ca. 8500 Akten und Bde., 465,6 lfm; dabei auch: Reichserbmarschallamt, 1960 AE, 30,5 lfm, Nachlass Haupt Graf zu Pappenheim, 117 AE, 1 lfm), für die Archive der Familienstiftung der Grafen und Freiherren v. Crailsheim (Depot; „Zentralarchiv“ mit Herrschaft Rügland sowie Herrschaften Altenschönbach, Fröhstockheim, Hornberg, Morstein, Neuhaus und Sommersdorf; Umfang: ca. 1660 Urk., ca. 18.800 Akten, Bde. und Rechnungen, 439,6 lfm) sowie die Herrschaften Neuendettelsau (v. Eyb, Depot; 1433 AE, 21 lfm), Obersteinbach (v. Künßberg; 415 AE, 8,4 lfm), Sugenheim (v. Seckendorff; vgl. Ziff. III 9; 3863 AE, davon 550 Urk., 130,4 lfm), Syburg (Schenk v. Geyern; 568 Urk., 3952 Akten und Bde., 117,7 lfm) und das über die Regierung von Mittelfranken an das Staatsarchiv gelangte Wilhermsdorf (170 Urk., 1378 Akten und Bde., 32,3 lfm). – Eine Sonderstellung nimmt das auf Grund der Verlagerung von 1944 nach Böhmen zur Zeit noch in den Zweigstellen Ceský Krumlov (Krumau) und Orlik (Worlik) des Staatsarchivs Trebon (Wittingau) in Tschechien verwahrte Schriftgut der Herrschaft Schwarzenberg ein, dessen Verbringung in das Staatsarchiv vorgesehen ist. Die Familie (1670 Reichsfürstenstand) errang mit Schwarzenberg (über Scheinfeld) und Hohenlandsberg im Steigerwaldgebiet eine wichtige Herrschaftsposition in Franken, die sie durch Erbanfälle und Zukäufe weiter verdichten konnte. Durch Heirat gelangte Murau in der Steiermark (dort heute das Fürstlich-Schwarzenbergische Zentralarchiv) im 17. Jahrhundert in Familienbesitz; in der Folgezeit verlagerte sich der Familien- und Besitzschwerpunkt nach Wien, in die Steiermark und nach Böhmen. Im Schlossarchiv Schwarzenberg findet sich die Überlieferung der lokalen Verwaltungen in Franken. Hinzuweisen ist besonders auf die Serie der Kopialbücher, darunter das der Kartause Astheim (LK Kitzingen, UFr.), auf die seit 1434 erhaltenen Urbare der Herrschaft Schwarzenberg und ihrer Ämter sowie auf die in das 16. Jh. zurückreichenden Ämterrechnungen. Gesamtumfang: ca. 700 lfm, darunter über 2000 Urk. ab 1315.

Zur Überlieferung patrizischer Nürnberger Familien gehören: v. Furtenbach zu Reichenschwand (31 Urk., 841 Akten, 16,5 lfm), v. Geuder/Rabensteiner Linie, Heroldsberg (468 Urk.), Lochner v. Hüttenbach (219 Urk.), v. Muffel zu Eckenhaid und Eschenau (484 AE, 6,6 lfm), v. Murr-von Schlumbach (48 AE, 1 lfm) und v. Stromer zu Reichenbach (Depot; 734 Urk., 4063 Akten und Bde., 64 lfm). Weitere Überlieferung im Stadtarchiv Nürnberg und im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg.