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Ausstellungen

Die Staatlichen Archive in Bayern

Bayerisches Staatswappen

Von der gemalten Landschaft zum vermessenen Land

6. Oktober bis 22. Dezember 2006

Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Ausstellungsräume Ludwigstr. 14 (U-Bahn-Haltestellen Odeonsplatz oder Universität)

Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr
Montag 9.10.2006 ebenfalls geöffnet, sonst montags geschlossen.

Zusätzliche Öffnungszeiten für die Besucher der INTERGEO:
Freitag 6.10. 2006 bis Freitag 13.10.2006
10.00 - 20.00 Uhr

Eintritt frei

Öffentliche Führungen werden in der Tagespresse angekündigt.
Für Gruppen können weitere Termine vereinbart werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch, das viele der gezeigten Karten in Farbe wiedergibt.

From the painted landscape to surveyed land

October 6th to December 22nd

Bavarian Central State Archives
exhibition space Ludwigstraße 14 (underground stations Odeonsplatz or Universität).

Opening hours:
Tuesday to Sunday 10 a.m. to 6 p.m.
also on Monday, October 9th (closed on other Mondays).

Additional opening hours for visitors of INTERGEO:
Friday October 6th to Friday October 13nd from 10 a.m to 8 p.m including Monday October 9th

Admission free

Public guided tours will be announced in the daily press.
Additional dates for groups can be arranged.

An official catalogue has been published. It contains many of the displayed maps in colour.

Lange Nacht der Münchner Museen
am 21.10.2006
Kurzführungen: 19.30 Uhr und 23.30 Uhr
Im Foyer: ab 20.00 Uhr "Talk mit dem Archivdirektor"
21.30 Uhr Geopoetische Lesung von Gerd Holzheimer
Champagnerbar der Vinothèque Aquitaine
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Das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München besitzt einen der größten und bedeutendsten Bestände an handgezeichneten Karten in Deutschland. Diese Sammlung ist jedoch selbst unter Experten noch weitgehend unbekannt. Auf dieser Materialgrundlage stellt die jetzt gezeigte Ausstellung die Entwicklung der Kartographie in Bayern dar, wie sie im Auftrag der Behörden und Gerichte vom Spätmittelalter bis zum Ende des Alten Reichs 1806 betrieben wurde, um für die notwendigen Entscheidungen der Landesverwaltung und Rechtsprechung die geographischen Kenntnisse zu verschaffen.

Dabei beschreibt die Kartographie einen großen Bogen von schlichten Umrissskizzen (Ende 15. Jahrhundert) über künstlerisch anspruchsvolle Landschaftsgemälde (16. und 17. Jahrhundert) zu weiterhin künstlerisch gestalteten Grundrisskarten, die bereits auf der Grundlage von Vermessungen entstanden (17. und 18. Jahrhundert). Am Ende steht die Katastervermessung des frühen 19. Jahrhunderts. In der Zusammenschau ergeben die Karten, die zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen sind, einen völlig unerwarteten Blick auf das Bayern früherer Jahrhunderte.

Bilder und Karten sind Zeugnisse der sich entfaltenden Fähigkeit des Menschen, sein geographisches Umfeld abzubilden. Diese Entfaltung spiegelt sich beispielhaft in den seit dem Mittelalter entstandenen Produkten der zentralen Verwaltung des Herzogtums bzw. Kurfürstentums Bayern.

Für die Verwaltung war es von Anfang an notwendig, geographische Situationen oder ganze Gebiete zu erfassen, um diese Kenntnisse zur Rechtssicherung zu bewahren oder für Entscheidungen in Streitigkeiten andernorts vorzulegen. Bis zur modernen amtlichen Landesvermessung war es jedoch noch ein weiter Weg.

Die mittelalterliche Vorgeschichte der neuzeitlichen Raumdarstellung wird im ersten Abschnitt der Ausstellung dokumentiert:

Das Mittelalter war noch geprägt von der Herrschaft des Worts. Grenzlinien wurden von erfahrenen Männern mündlich bezeugt oder in Urkunden verbal beschrieben, Grundbesitz in Urbarbüchern erfasst. Ganz beiläufig traten in Grundbeschreibungen und auf Urkundensiegeln realistische Bilder von einzelnen topographischen Elementen in Erscheinung. Erst im ausgehenden 15. Jahrhundert entstanden einige wenige skizzenartige Karten größerer Gebiete. Sie sind zeitlich die direkten Vorläufer der großen bildlichen Kartenwerke der Frühen Neuzeit (16. - 18. Jahrhundert).

Dieser Epoche ist nun der Hauptteil der Ausstellung gewidmet. Zentrale Kapitel sind dabei:

- "Augenscheine": Landschaftsgemälde in prächtiger Kolorierung versuchen seit Anfang des 16. Jahrhunderts, den Beamten in den Residenzstädten strittige Grenzen, Jagdgebiete etc. draußen im Lande zu veranschaulichen.

-Beginn der metrischen Kartographie: Die Aufnahme der Landschaft durch erste Strecken- und Winkelmessungen

-Die systematische kartographische Aufnahme des Herzogtums Pfalz-Neuburg um 1600 durch Christoph Vogel und Matthäus Stang

-Die Darstellung der bayerisch-böhmischen Grenze durch die Jahrhunderte als spezielles Beispiel für die Entwicklung von malerischer und metrischer Kartographie

-Hauptamtliche Geometer im Kurfürstentum Bayern - Personen und Themen:

Daniel Beich, die Familien Paur und Riedl mit jeweils für sie typischen Darstellungen von Verkehrswegen, Herrschaftsgebieten und deren Grenzen

-Vermessungstechnik des 18. Jahrhunderts in Büchern, Bildern und Instrumenten

-Erste Projekte zur Erfassung des gesamten Kurfürstentums im 18. Jahrhundert:

Die Mautkarte von 1764, Adrian Riedls Universalkarte, Reiseatlas und Stromatlas

-Die großen amtlichen Kartenwerke ab 1808:

Das Flurkartenwerk und der Topographische Atlas von Bayern

The Bavarian Central State Archives in Munich hosts one of the largest and most significant collections of hand-drawn maps in Germany. Yet this resource is not well-known, even among experts. Based on this material, the exhibition shows the evolution of cartography in Bavaria as practiced by order of the authorities and courts from the late middle ages to the end of the “Old Reich” (Altes Reich) in 1806. The aim was to provide geographic knowledge to help make decisions in administration and judicature.

The cartography displays a wide range from simple contour drafts (end of 15th century) to ambitious landscape paintings (16th and 17th century) and artistically composed ground plan maps that originated from surveying (17th and 18th century). Finally, there is the cadastral surveying of the early 19th century. In this complete picture, the maps provide an unprecedented view of Bavaria in former centuries. They are presented to the public for the first time.

Paintings and maps bear testimony to man’s developing ability to depict his geographic environment. This development is reflected exemplarily in the products of the central administration of the dukedom of Bavaria from the middle ages onwards.

For administrative purposes it was necessary from the beginning to survey geographic locations or indeed entire areas. The acquired knowledge was used to create legal certainty and to decide litigations. Yet it was still a long way from modern official surveying.

The medieval roots of modern mapping are presented in the first part of the exhibition:

the middle ages were still characterized by the dominance of the spoken word. Boundaries were testified verbally by sophisticated men or described in written documents. Properties were recorded in rent-rolls. Rather incidental, more realistic pictures of topographic elements appeared occasionally in documents. Only at the end of the 15th century were there some draft maps of larger areas.

In terms of time these are the direct precursors of the large illustrated map series of the early modern times (16th to 18th century).

The main part of the exhibition is dedicated to this era. The central chapters are:

-“Augenscheine”: from the early 16th century, landscape paintings in magnificent colour try to illustrate controversial boundaries, hunting districts etc. for the officials in residency towns.

-Beginning of metric cartography: the first survey of the landscape by distance and angle measurements.

-The systematic cartographic survey of the dukedom Pfalz-Neuburg around 1600 by Christoph Vogel and Matthäus Stang.

-The depiction of the bavarian-bohemian boundary through the centuries as a special example for the development of illustrative and metric cartography.

-Full-time surveyors in the dukedom of Bavaria – persons and topics:

Daniel Beich, the families Paur and Riedl, each with their typical depiction of traffic routes, territorial dominions and their frontiers.

-Surveying techniques of the 18th century in books, pictures and instruments.

-First projects for the surveying of the entire dukedom in the 18th century:

the toll map of 1764, Adrian Riedl´s universal map, travel atlas and stream atlas.

-The large official map series as of 1808:

the cadastral map series and the topographic atlas of Bavaria.