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StA München, Personalakten 10804
Kommentar
StA München, Personalakten 10804
Auszug aus dem Geschäftsprotokoll der Kammer der Finanzen, 1845 Juli 11–August 2 (München)

Archivaliengattung: Akt
Schwierigkeitsgrad: schwer
Schreiberhände:
  • Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen (S1)
  • gedruckte Formularteile (S2)
  • Schreiber der Kammer der Finanzen (S3)
  • Schreiber der Kammer des Innern (Vorherr) (S4)
Das gezeigte Stück entstammt aus einem Akt der Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern, der überschrieben ist: „Bitte der Salome Strasser um Belassung ihrer bisherigen Löhnung für Reinigung der Localitäten im Altenhofgebäude“.
Die Heizerswitwe Salome Strasser war ursprünglich zur Reinigung der von der General-Bergwerks- und Salinenadministration benutzten Räume im Alten Hof in München angestellt gewesen und hatte einen jährlichen Lohn von 200 Gulden bezogen. Nachdem die General-Bergwerks- und Salinenadministration ausgezogen war, wurden dort verschiedene andere Behörden untergebracht: die Generalzolladministration, das Malzaufschlagsamt, die Steuerkatasterkommission sowie die Bauinspektion München II. Letztere ließ seine im dritten Stock liegenden Räume nun aber nicht mehr durch Salome Strasser, sondern durch den Hausmeister reinigen, weshalb sich die Putzfrau an das Innenministerium um Belassung ihres bisherigen Lohnes wandte. Dies wurde schließlich genehmigt und die betroffenen Behörden wurden angewiesen, jeweils einen bestimmten Anteil des Lohnes zu zahlen.
Der Akt enthält jedoch nicht nur Stücke, die direkt mit der Bitte Salome Strassers zu tun haben, sondern auch solche, welche die Aufteilung anderer Kosten auf die im Alten Hof untergebrachten Behörden betreffen. So geht es auch im hier gezeigten Stück nicht um die Putzfrau, sondern um die Aufteilung der ständigen Bauausgaben („Brandassecuranzbeiträge, Kaminfegerlöhne, Wasserzinse, Kosten für Reinigung der Dächer, Dachrinnen etc., Straßenreinigung, Reinigung der Schwind- und Versitzgruben“). Die Anteile waren entsprechend der von den Behörden jeweils genutzten Raumfläche berechnet und vom Finanzministerium bestätigt worden, woraufhin dieser Auszug aus dem Geschäftsprotokoll der Kammer der Finanzen an die Kammer des Innern erging. Letztere sollte die Bauinspektion München II von den Entscheidungen unterrichten und brachte das Konzept hierfür links unter dem Betreff an.
Das Stück zeigt zahlreiche Bearbeitungsvermerke von unterschiedlichen Händen, meistenteils sind die Namenskürzel nur mit Hilfsmitteln oder durch Vergleich mit anderen Produkten des Akts zu entschlüsseln.

Einige Formularteile sind vorgedruckt, größtenteils wird dabei humanistische Kursive verwendet, aber auch Kanzlei (Z. 4: Auszug(Textzitat)) und Kurrent (z.B. Z. 7: München den(Textzitat)). Der Haupttext ist von zwei verschiedenen Händen in Kurrent und humanistischer Kursive für lateinische Begriffe geschrieben. Der Schreiber der Kammer der Finanzen bedient sich dabei einer sorgfältigen, stark rechtsgeneigten Aktenreinschrift, während die Zeilen der Kammer des Innern in einer sehr kleinen Konzeptschrift verfasst sind, bei der die Buchstaben des Mittelbandes nicht immer deutlich zu erkennen sind.
Die Bearbeitungsvermerke und Namen der Unterzeichnenden stehen größtenteils in humanistischer Kursive.
Entzifferung

(Absatz Beginn)
(Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) N(umerus) E(xhibiti) 674. Pr(aesentatum) 15. Juli 1845.
(gedruckte Formularteile:) N(umer)o (Schreiber der Kammer der Finanzen :) 11681 (gedruckte Formularteile:) K(ammer) d(er) F(inanzen)        ad N(umer)um (Schreiber der Kammer der Finanzen :) ––– (gedruckte Formularteile:) K(ammer) d(es) I(nnern)
              (Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) N(umerus) 32002.
(gedruckte Formularteile:) Auszug
des Geschäfts-Protocolls
der könig(lichen) Regierung von Oberbaÿern, Kammer der Finanzen.
d(e)d(a)to München den (Schreiber der Kammer der Finanzen :) 11. Juli (gedruckte Formularteile:) 18(Schreiber der Kammer der Finanzen :) 45 [linke Seite:] 
(gedruckte Formularteile:) Betreff.
(Schreiber der Kammer der Finanzen :) Die ständigen Bauausgaben
10 für die Ministerial und
11 Central,,Administrations
12 Gebäude, hier für die ehe-
13 maligen Lokalitäten
14 der k(öniglichen) General,,Bergwerks-
15 und Salinen Administra-
16 tion im Alten Hofge-
17 bäude b(e)tr(effend)
18 (Schreiber der Kammer des Innern (Vorherr):) ad N(umerum) 32,002. K(ammer) d(es) J(nnern) München, den 30 Julÿ 1845.
19 An die K(önigliche) BauJnspektion München II.
20 Betreff, wie oben.
21 Jm Namen (et cetera) (et cetera)
22 der [ins(eratur)] wird eröffnet, daß die unterm 6t(en) Januar d(ieses) J(ahres) berichtlich
23 beantragte Repartition, in rubriziertem Betreffe, durch höchstes
24 Finanz Ministerialrescript vom 2t(en) d(ieses) M(onats) die Genehmigung
25 erhalten haben, weshalb nun die [ins(eratur)] bezüglich ihres Antheils
26 zu 1/12tel das Geeignete an das K(önigliche) Stadtrentamt München
27 zu besorgen hat. K(öni)g(liche) Reg(ierung) K(ammer) d(es) J(nnern) [rechte Seite:] 
28 [Bleistiftvermerk:] (Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) 12a) a 16/7
29 (gedruckte Formularteile:) Beschluss.
30 Es seÿ der Kammer des Innern (Schreiber der Kammer der Finanzen :) zu
31 eröffnen, daß die durch
32 Beschluß vom 11. Jäner
33 h(eurigen) J(ahre)s mitgetheilte Reparti-
34 tion im rubr(izierten) Betreffe durch
35 h(öchstes) Finanz,,Ministerial,,Re-
36 skript vom 2. dieß ad N(umerum) 9958
37 die Genehmigung erhalten
38 habe, und hiemit das Ansin(n)en
39 zu verbinden, die Bauin-
40 spektion München II bezüg-
41 lich ihres Antheils zu 1/12t(e)l 
42 hievon geeignet zu ver-
43 ständigen.
44 In fidem extractus
45 (Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) Heÿdolphb) p(ropria)m(anu)(subscripsit) [Bearbeitungsvermerke unten:] 
46 exp(ediatur) Sch(ilche)rc)        B(eyschlag)d)
47 Bachauer 30/7 S(eite) 144        Vorherr
48 M(un)d(a)t(um) B(ac)h(aue)r 30/7
49 coll(ationatum) 31/7 S(...)e) mit Neus
50 exp(editum) 31/7 N(umerus) 473 S(...)f)        del(etum) 2/8
51 III
52 S(eite) 4126
53 XII
54 308 (Absatz Ende)

          
    a) über einem nicht mehr auflösbaren Kürzel ist mit Bleistift die Zahl 12(Textzitat) geschrieben
    b) der Anfangsbuchstabe sieht zwar aus wie ein M(Textzitat), beim Unterzeichnenden handelt es sich jedoch um Christian Heydolph, der als Sekretär der beiden Kammern bei der Regierung von Oberbayern nachweisbar ist
    c) dass diese Paraphe von Alois August Schilcher, Direktor der Kammer des Innern, stammt, erschließt sich aus anderen Teilen des Akts
    d) aus anderen Teilen des Akts erschließt sich, dass dieses Namenszeichen für Christian Friedrich Beyschlag, Regierungs- und Kreisbaurat, steht
    e) Namenskürzel nicht auflösbar
    f) Namenskürzel nicht auflösbar
Transkription

(Absatz Beginn)
(Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) Numerus Exhibiti 674. Praesentatum 15. Juli 1845.
(gedruckte Formularteile:) Numero (Schreiber der Kammer der Finanzen :) 11681 (gedruckte Formularteile:) Kammer der Finanzen        ad Numerum (Schreiber der Kammer der Finanzen :) ––– (gedruckte Formularteile:) Kammer des Innern
              (Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) Numerus 32002.
(gedruckte Formularteile:) Auszug
des Geschäftsprotocolls
der königlichen Regierung von Oberbaÿern, Kammer der Finanzen
de dato München, den (Schreiber der Kammer der Finanzen :) 11. Juli (gedruckte Formularteile:) 18(Schreiber der Kammer der Finanzen :) 45 [linke Seite:] 
(gedruckte Formularteile:) Betreff.
(Schreiber der Kammer der Finanzen :) Die ständigen Bauausgaben
10 für die Ministerial- und
11 Centraladministrations-
12 gebäude, hier für die ehe-
13 maligen Lokalitäten
14 der königlichen General-Bergwerks-
15 und Salinenadministra-
16 tion im Alten Hofge-
17 bäude betreffend.
18 (Schreiber der Kammer des Innern (Vorherr):) ad Numerum 32002 Kammer der Finanzen, München, den 30. Julÿ 1845.
19 An die Königliche Bauinspektion München II.
20 Betreff wie oben.
21 Im Namen et cetera et cetera
22 der [inseratur] wird eröffnet, daß die unterm 6ten Januar dieses Jahres berichtlich
23 beantragte Repartition in rubriziertem Betreffe durch höchstes
24 Finanzministerialrescript vom 2ten dieses Monats die Genehmigung
25 erhalten haben, weshalb nun die [inseratur] bezüglich ihres Antheils
26 zu 1/12tel das Geeignete an das königliche Stadtrentamt München
27 zu besorgen hat. Königliche Regierung, Kammer der Finanzen [rechte Seite:] 
28 [Bleistiftvermerk:] (Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) 12a) a 16/7
29 (gedruckte Formularteile:) Beschluss.
30 Es seÿ der Kammer des Innern (Schreiber der Kammer der Finanzen :) zu
31 eröffnen, daß die durch
32 Beschluß vom 11. Jäner
33 heurigen Jahres mitgetheilte Reparti-
34 tion im rubrizierten Betreffe durch
35 höchstes Finanzministerialre-
36 skript vom 2. dieß ad Numerum 9958
37 die Genehmigung erhalten
38 habe, und hiemit das Ansinnen
39 zu verbinden, die Bauin-
40 spektion München II bezüg-
41 lich ihres Antheils zu 1/12tel 
42 hievon geeignet zu ver-
43 ständigen.
44 In fidem extractus
45 (Bearbeitungsvermerke und Unterschriften von verschiedenen Händen:) Heÿdolphb) propria manu subscripsit [Bearbeitungsvermerke unten:] 
46 expediatur Schilcherc)        Beyschlagd)
47 Bachauer 30/7 Seite 144        Vorherr
48 mundatum Bachauer 30/7
49 collationatum 31/7 S(...)e) mit Neus
50 expeditum 31/7 Numerus 473 S(...)f)        deletum 2/8
51 III 
52 Seite 4126 
53 XII
54 308 (Absatz Ende)

          
    a) über einem nicht mehr auflösbaren Kürzel ist mit Bleistift die Zahl 12(Textzitat) geschrieben
    b) der Anfangsbuchstabe sieht zwar aus wie ein M(Textzitat), beim Unterzeichnenden handelt es sich jedoch um Christian Heydolph, der als Sekretär der beiden Kammern bei der Regierung von Oberbayern nachweisbar ist
    c) dass diese Paraphe von Alois August Schilcher, Direktor der Kammer des Innern, stammt, erschließt sich aus anderen Teilen des Akts
    d) aus anderen Teilen des Akts erschließt sich, dass dieses Namenszeichen für Christian Friedrich Beyschlag, Regierungs- und Kreisbaurat, steht
    e) Namenskürzel nicht auflösbar
    f) Namenskürzel nicht auflösbar