Amtswechsel im Staatsarchiv Nürnberg

Prof. Dr. Peter Fleischmann im Ruhestand - Dr. Christian Kruse neuer Leiter ab 1. Mai 2021.

Porträt von Dr. Christian Kruse, neuer Leiter des Staatsarchivs Nürnberg

Dr. Christian Kruse, neuer Leiter des Staatsarchivs Nürnberg (Fotografin: Agnes Zettel, Staatsarchiv Nürnberg)

Staatsarchiv Nürnberg (Fotograf: Peter Litvai, Atelier für Fotografie Landshut)

Staatsarchiv Nürnberg (Fotograf: Peter Litvai, Atelier für Fotografie Landshut)

Mit Wirkung zum 1. Mai 2021 wird Archivdirektor Dr. Christian Kruse unter gleichzeitiger Beförderung zum Ltd. Archivdirektor zum Leiter des Staatsarchivs Nürnberg bestellt. Er folgt damit Ltd. Archivdirektor Prof. Dr. Peter Fleischmann nach, der mit dem 31. Januar 2021 in den Ruhestand getreten ist.

Prof. Dr. Fleischmann leitete das Staatsarchiv Nürnberg seit 1. Dezember 2012 und kehrte damit nach Stationen im Staatsarchiv Augsburg und Staatsarchiv München – in beiden Staatsarchiven hatte er die Leitung inne – wieder an das Staatsarchiv zurück, in dem seine berufliche Tätigkeit nach seiner Ausbildung an der Bayerischen Archivschule begonnen hatte.

Anlässlich des Amtswechsels betonte Kunstminister Bernd Sibler: „Archive schlagen Brücken zwischen unserer Geschichte und der Gegenwart. Prof. Dr. Fleischmann hat mit seiner langjährigen, engagierten Arbeit zahlreiche solcher Brücken gebaut. Mit der Generalsanierung des Staatsarchivs hat er zudem ein Projekt angestoßen und begleitet, das nun eine der Aufgaben sein wird, die auf seinen Nachfolger warten. Ich freue mich sehr, dass wir mit Dr. Christian Kruse einen neuen Archivleiter begrüßen dürfen, der einen breiten Erfahrungsschatz mitbringt, um das Staatsarchiv in die Zukunft zu führen und damit das Gedächtnis unseres Landes zu bewahren.“

Dr. Christian Kruse, in Kiel geboren, studierte an den Universitäten Erlangen und Wien Geschichte und Deutsch für das Lehramt an Gymnasien. Er wurde mit einer Arbeit über „Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld 1750–1806“ in Erlangen promoviert. Nach der Ausbildung zum wissenschaftlichen Archivar an der Bayerischen Archivschule 1988 bis 1991 arbeitete er von 1991 bis 2002 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und von 2002 bis 2007 in den Staatsarchiven Augsburg und Nürnberg. 2007 bis 2008 war er als ständiger Vertreter des Leiters im Staatsarchiv München tätig, von 2008 bis 2018 war er in der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns als Abteilungsleiter für Archivbau, Bestandserhaltung, Veröffentlichungen und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Seit 1. Dezember 2018 leitet er das Staatsarchiv Bamberg.

Das Staatsarchiv Nürnberg hat – von den Auswirkungen der Coronapandemie abgesehen – große Herausforderungen zu bewältigen: Sein Stammquartier an der Nürnberger Archivstraße 17 wird generalsaniert, die Büroräume wurden 2020 in die Rollnerstraße 14 verlagert, die Archivalien in vier Standorten ausgelagert (Außenstelle Lichtenau bei Ansbach, Staatsarchiv Augsburg, Staatsarchiv Landshut, Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern). Die Generalsanierung des Staatsarchivs Nürnberg – des 1880 errichteten ersten Archivzweckbaus des Königreichs Bayern – soll bis voraussichtlich Herbst 2026 dauern.

Das Staatsarchiv Nürnberg hat rund 8,2 Millionen Archivalien im Umfang von 36,8 km in seiner Verwahrung. Es ist zuständig für die Überlieferung aller Behörden, Gerichte und Staatsanwaltschaften der mittleren und unteren Ebene im Regierungsbezirk Mittelfranken. Für die Zeit vor dem 19. Jahrhundert überliefert das Staatsarchiv die Urkunden, Amtsbücher, Akten und Pläne des Fürstentums Brandenburg-Ansbach, der Reichsstadt Nürnberg, des Hochstifts und Domkapitels Eichstätt sowie der eichstättischen Klöster, des Deutschen Ordens, kleinerer Reichsstädte, von Reichsritterschaften, des Adels und des Patriziats.

Eingestellt am 29.04.2021, ergänzt am 10.05.2021