BKM Förderlinien zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts: Praktische Fragen der KEK-Antragstellung

Am 23. Juni 2021 fand ein Online-Workshop der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) statt.

Seit zehn Jahren unterstützt das Bundesministerium für Kultur (BKM) über die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) den Originalerhalt in Deutschland (https://www.kek-spk.de/start).

Im Sonderprogramm der KEK gefördert werden Bestandserhaltungsmaßnahmen wie Massenentsäuerung, Trockenreinigung, Verpackung, Restaurierung sowie Konzept- und  Methodenentwicklung (z.B. Schadenserfassung). Der Haushaltsansatz der KEK für Förderungen im Jahr 2021 (Ende der Antragsphase: 31.1.2021) beträgt 3,5 Millionen Euro.

Für bayerische Archive ist die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns zentrale fachliche Stelle für die Antragskoordination. Alle bayerischen Archive – unabhängig vom Träger –  werden bei der Antragstellung beraten, die Anträge inhaltlich und fachlich koordiniert sowie gesammelt an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst zur Gegenzeichnung weitergegeben. Die Weiterleitung der Anträge an die KEK erfolgt durch das Ministerium. Auch für das kommende Jahr 2022 können bis Ende Januar 2022 wieder Anträge gestellt werden. Um nicht in zeitliche Schwierigkeiten zu geraten, sollte mit der Vorbereitung der Antragstellung spätestens im Herbst 2021 begonnen werden. Zur Wahrung der Fristen benötigt die Generaldirektion die Anträge bis 10.12.2021.

Um den Archiven die Antragsvorbereitung zu erleichtern, fand am 23.6.2021 ein Online-Workshop der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns in Kooperation mit der KEK statt. Mit insgesamt 62 Teilnehmer*innen war der Workshop sehr gut besucht. Nach einem einführenden Vortrag von Dr. Ursula Hartwieg zu den Aufgaben der KEK und den beiden möglichen Förderlinien, erläuterte Dr. Laura Scherr den Ablauf der Antragstellung in Bayern. In drei Praxisberichten wurden anschließend verschiedene laufende bzw. bereits abgeschlossene Projekte aus kommunalen und kirchlichen Archiven vorgestellt. Matthias Haupt, Stadtarchivar von Wasserburg, ließ die im Stadtarchiv durchgeführten Modell- und Sonderprojekte seit 2011 Revue passieren. Die sehr strukturierte und planmäßige Vorgangsweise im Stadtarchiv Wasserburg – Anlage eines Schadenskatasters, Reinigung und Wiederherstellung der Benutzbarkeit von Archivalien des Alten Archivs der Stadt Wasserburg auf Basis des Katasters, Verpackung und konservatorische Sicherung der Fotosammlung – ermöglichte den Teilnehmer*innen neben wichtigen Einblicken ins Projektmanagement einen komprimierten Streifzug durch Methoden der archivischen Bestandserhaltung. Johannes Untermarzoner, als Bestandserhaltungsreferent zuständig für Archiv- und Bibliothek des Erzbistums München und Freising berichtete über die in Archiv und Bibliothek durchgeführten Projekte. Neben Trockenreinigung und Verpackung setzt auch die Erzdiözese auf die planmäßige Anlage eines Schadenskatasters zur zielgerichteten Abarbeitung und Planung notwendiger Bestandserhaltungsmaßnahmen. Stephanie Goethals vom Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg gewährte abschließend einen Blick auf eine unmittelbar objektbezogene Verfahrensweise, die für kleinere Archive, die ohne die Anlage eines Schadenskatasters Bestandserhaltungsprojekte zielgerichtet planen möchten.

Unter den 35 KEK-Modellprojekten 2021 ist auch ein Projekt der Staatlichen Archive Bayerns:
"Schadensprävention am Schreibtisch –Bestandserhaltungsboxen für den Alltag mit Archivgut"
KEK-Pressemitteilung 2021 - Projekte im Überblick

Mehr zum Thema KEK, Notfallvorsorge und Bestandserhaltung finden Sie auf unserer Seite Bestandserhaltung.

 

Eingestellt am 23.06.2021, egänzt am 29.07.2021