Am Dienstag, 21. April 2026, wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv die kleine Ausstellung „Fritz Gerlich. Erbitterter Gegner der Nationalsozialisten“ eröffnet.
Fritz Gerlich (1883–1934) war Archivar, Journalist und Herausgeber der Wochenzeitung Der Gerade Weg. Nach anfänglicher Sympathie für nationalistische Strömungen wandte er sich nach dem Hitler-Putsch entschieden gegen den Nationalsozialismus. Mit seiner Zeitung warnte er öffentlich vor den Gefahren des Nationalsozialismus und des Kommunismus — dafür wurde er bedroht, misshandelt und 1933 in „Schutzhaft“ genommen.
Am 30. Juni/1. Juli 1934 wurde Gerlich während der sogenannten Röhm‑Putsch‑Repressionen ins KZ Dachau gebracht und dort ermordet; seine Asche wurde später auf dem Münchner Ostfriedhof bestattet. 2017 leitete das Erzbistum München und Freising ein Seligsprechungsverfahren ein.
Die hier gezeigte Ausstellung zum Leben und Wirken Fritz Gerlichs wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2024–2027 (3. Qualifikationsebene, Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, Schwerpunkt Archivwesen) an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet. Exponate und Reproduktionen stammen u. a. aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Staatsarchiv München, Stadtarchiv Rosenheim und vom St. Michaelsbund, Diözesanverband München und Freising e. V.
Nachgezeichnet wird der Lebensweg des Archivars und Journalisten Fritz Gerlich (1883-1934), der wegen seiner politischen Auffassungen durch die Nationalsozialisten ermordet wurde. Er beendete seine Studien mit der Promotion und trat als Archivar in den bayerischen Staatsdienst ein.

Mit der Übernahme des Chefredakteurspostens der „Münchner Neuesten Nachrichten“ machte Gerlich 1920 einen Karrieresprung. In dieser Zeit sympathisierte er mit dem aufkommenden Nationalsozialismus, von dem er sich allerdings nach dem Hitler-Putsch abwandte. 1930 kaufte und politisierte Fritz Gerlich die Wochenzeitung „Illustrierter Sonntag“. Mit Hilfe der Zeitung wollte er die Bevölkerung über die Gefahren des Kommunismus und des Nationalsozialismus aufklären - ein verzweifelter Versuch, die Bevölkerung und die Politiker wachzurütteln. 1932 änderte er den Namen der Zeitung in „Der Gerade Weg. Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht“. Ein harter Kampf begann. Die Nationalsozialisten reagierten auf seine polemischen Artikel mit Drohungen, hinzu kamen finanzielle Schwierigkeiten. Trotz allem fand die Zeitung eine breite Leserschaft.

Am 9. März 1933 wurde die Redaktion des „Geraden Wegs“ von SA-Truppen gestürmt. Fritz Gerlich wurde schwer misshandelt, verletzt und in „Schutzhaft“ genommen. In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1934 wurde Gerlich ins KZ Dachau gebracht. Der sogenannte Röhm-Putsch bot eine gute Gelegenheit, unliebsame Gegner zu beseitigen. In Dachau wurde Gerlich erschossen und seine Leiche später auf dem Münchner Ostfriedhof eingeäschert. 2017 wurde durch das Erzbistum München und Freising ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet.

Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2024/2027 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet.

Die Exponate und Reproduktionen stammen aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, dem Staatsarchiv München, dem Stadtarchiv Rosenheim und vom St. Michaelsbund, Diözesanverband München und Freising e.V.

Die Ausstellung wird gezeigt vom 21. April bis 21. Mai 2026 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Schönfeldstraße 5, 80539 München, 1. OG.

Montag bis Donnerstag 8.30–18.00 Uhr, Freitag 8.30–13.30 Uhr
geschlossen am 1. und 14. Mai

Eintritt frei.

Allgemeine öffentliche Führungen:
Donnerstag, 23.4., 30.4. und 7.5. jeweils um 13 Uhr

 

Eingestellt am: 20.04.2026

zuletzt geändert am: 13.05.2026