Die Staatlichen Archive Bayerns

Eröffnung des Geschützten Virtuellen Lesesaals der Staatlichen Archive Bayerns

Am Mittwoch, 22. Juli 2026, wird der Geschützte Virtuelle Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns feierlich freigeschaltet.


In nur 25 Monaten realisierten die Staatlichen Archive Bayerns dieses äußerst anspruchsvolle Entwicklungsprojekt. Mit zahlreichen richtungsweisenden Lösungen für die Archivgutnutzung in digitaler Form positionieren sich die Staatlichen Archive Bayerns als innovativer und moderner Informationsdienstleister unter den Gedächtnisinstitutionen. Künftig werden alle Fachdienstleistungen von der Bestellung des Archivguts und dessen Einsichtnahme bis hin zur Schutzfristverkürzung und der Anforderung von Reproduktionen digital angeboten.


Der Geschützte Virtuelle Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns (GVL) ist virtuell, da er nicht nur in den Lesesälen der staatlichen Archive, sondern auch orts- und zeitunabhängig über das Internet aufgerufen und genutzt werden kann. Er ist zudem geschützt, weil durch ihn auch Archivgut, das noch gesetzlichen Schutzfristen unterliegt, berechtigten Bürgerinnen und Bürger verlässlich online zugänglich gemacht werden kann.


Zum Funktionsumfang des GVL gehören u.a. ein elektronischer Benutzungsantrag und eine digitale Benutzerverwaltung. Eine neu gestaltete Findmitteldatenbank erlaubt die digitale Archivalienbestellung sowie die automatisierte Bereitstellung und unmittelbare Einsichtnahme in digitale und retrodigitalisierte Archivbestände. Anträge auf Schutzfristverkürzung und Aufträge für die Recherche nach Baugenehmigungsakten können ebenso digital gestellt werden wie die Bestellung von Reproduktionen und die Begleichung der dafür berechneten Gebühren. Hinzu kommen ergänzende Funktionen wie die Benutzerberatung per Videokonferenz oder eLearning-Kurse zu quellenkundlichen und grundwissenschaftlichen Themen. Eine virtuelle Zusammenarbeit in einem Co-Working-Space ist nun ebenso möglich wie die digitale Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer an Citizen-Science-Projekten insbesondere bei der archivischen Erschließung. In Fällen, in denen auf eine rechtssichere Authentifizierung der Archivbenutzerinnen und -benutzer nicht verzichtet werden kann, wird die Authentifizierung per BundID oder über das Unternehmenskonto auf der Basis von ELSTER ermöglicht. Ersatzweise erfolgt die Registrierung durch Video-Ident-Verfahren. Standardisierte Archivbescheide werden automatisiert erstellt und zugestellt oder – bei Kundinnen und Kunden ohne elektronische Kontaktmöglichkeit – über das zentrale Druck- und Versandzentrum der Finanzverwaltung analog verschickt.

 

Abb.: Freischaltung des Geschützten virtuellen Lesesaals der Staatlichen Archive Bayerns am 22. Juli 2026 (v.l.n.r.): Dr. Bernhard Grau (Generaldirektor der Staatlichen Archive) --- Christian Fabian Näser (startext GmbH) --- Dr. Michael Puchta (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns) --- Martin Stegmeier (Direktor des IT-Dienstleistungszentrums des Freistaats Bayern) --- Andreas Koch (Präsident des Landesamts für Finanzen) --- Dr. Dirk Wintzer (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst).

Fotografin: Elisabeth Miletic, Bayerisches Hauptstaatsarchiv
© Bayerisches Hauptstaatsarchiv

Pressemitteilung

Faltblatt zum GVL

 

eingestellt am 22.7.2026

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17.07.2024: Staatliches Archivgut als Ressource für die Provenienzforschung

17.07.2024: Staatliches Archivgut als Ressource für die Provenienzforschung

Veranstaltung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und im Staatsarchiv München heute Mittwoch, den 17. Juli 2024, von 09:30 bis 16:00 Uhr. Im Rahmen des Praxisseminars werden die wichtigsten Überlieferungen auf zentralbehördlicher Ebene (im Bayerischen Hauptstaatsarchiv) und im regionalen Bereich (exemplarisch im Staatsarchiv München) vorgestellt. Provenienzforschung dient dazu, Objekt- und Sammlungsbiografien zu erarbeiten und kontextualisiert damit die Herkunft eines Objekts. Dabei wird zwar zunächst der Gegenstand selbst untersucht, aber meistens reicht das nicht aus, um zweifelsfrei festzustellen, wem das (Kunst-)Werk im zeitlichen Ablauf gehört hat. Neben museumseigenen Unterlagen wie etwa An- und Verkaufsbüchern sind oftmals Akten und Amtsbücher in staatlichen Archiven unverzichtbar, um die Provenienz rekonstruieren zu können. Viele dieser Unterlagen setzen nicht am Objekt, sondern bei Personen an, denen Vermögenswerte geraubt wurden. Im Rahmen des Praxisseminars werden die wichtigsten Überlieferungen auf zentralbehördlicher Ebene (im Bayerischen Hauptstaatsarchiv) und im regionalen Bereich (exemplarisch im Staatsarchiv München) vorgestellt – von den Steuer- und Entziehungsakten der NS-Behörden über die Wiedergutmachungsakten aus der Nachkriegszeit bis hin zu einschlägigem Schriftgut der Ministerien und großer Museen wie etwa der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. In praktischen Übungen sollen anschließend Recherchestrategien vermittelt werden. Bemerkungen zum rechtlichen Rahmen und den Benützungsbedingungen in den Staatlichen Archiven Bayerns runden die Veranstaltung ab. Referierende Maria Stehr M. A. ist Expertin für Anfragen von Provenienzforscherinnen und -forschern in der Abteilung II Neuere Bestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Robert Bierschneider erfüllt dieselbe Funktion im Staatsarchiv München. Gerhard Fürmetz M. A. leitet die Abteilung II des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und ist Experte sowohl in Bezug auf die Überlieferungsbildung als auch auf die Zugänglichmachung und Auswertung einschlägiger Archivbestände.   Veranstaltung im Bayerisches Hauptstaatsarchiv und dem Staatsarchiv München, Schönfeldstr. 5 bzw. 3 in 80539 München, am Mittwoch, den 17. Juli 2024, von 09:30 bis 16:00 Uhr. Mehr Informationen sowie die Anmeldung finden Sie auf der Seite der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern.   Erstellt am 27.3.2024   Zugehörige Dateien Programflyer [PDF-Datei].

König Sigismund verbietet den Städten Augsburg und Ulm, mit der Stadt Venedig Handel zu treiben, Urkunde vom 2. Juli 1418, Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, 7-farbiges Alphabet, Urkunden 596 (Foto: Staatliche Archive Bayerns).

15.01.2020: Rückführung zweier mittelalterlicher Urkunden aus den USA - Pressegespräch am 15. Januar 2019 im Staatsarchiv Nürnberg

Am Mittwoch, 15. Januar 2020 (15.00 Uhr) wurden zwei seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs vermisste Urkunden durch das Auswärtige Amt an das Staatsarchiv Nürnberg zurückgegeben. Die beiden Urkunden aus dem Jahr 1418 waren 2019 in den USA im Nachlass eines ehemaligen US-Soldaten aufgetaucht und konnten durch Vermittlung des Auswärtigen Amtes nach Nürnberg zurückgeholt werden. Das Staatsarchiv Nürnberg lagerte im Zweiten Weltkrieg seine wertvollsten Bestände wegen drohender Luftangriffe an zahlreiche Bergeorte aus. Insgesamt wurden fast 17 laufende Kilometer Archivgut an 32 verschiedenen Orten im Umkreis von ca. 80 km rund um Nürnberg in Sicherheit gebracht. Eines der Depots war im Schloss Sandsee (heute Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen). Dort lagerten 137 Kisten mit spätmittelalterlichen Urkunden. Unmittelbar nach Kriegsende wurde dieses Depot geplündert, mehr als 70 Pergamenturkunden verschwanden. Bereits 1987 und 1991 kamen insgesamt 20 vermisste Urkunden aus den USA zurück nach Nürnberg. Mit der neuerlichen Rückgabe zweier Urkunden ist die Hoffnung verbunden, dass weitere vermisste Stücke ihren Weg zurück in das Staatsarchiv Nürnberg finden. Eingestellt am: 15.01.2020   Zugehörige Dateien Pressemitteilung  

Bild 1: Theaterzettel zum Gastspiel von Max Bayrhammer mit „Gespenster“ von Henrik Ibsen im Stadt-Theater Ulm, 4. Juli 1920 (Foto: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Familienarchiv Bayrhammer)

12.02.2022: Bayerisches Hauptstaatsarchiv übernimmt das Familienarchiv Bayrhammer

Gustl Bayrhammer wäre am 12. Februar 100 Jahre alt geworden. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv übernimmt mit dem Familienarchiv Bayrhammer die Nachlässe Gustl Bayrhammers und seines Vaters Max Bayrhammer. Das Familienarchiv enthält persönliche Dokumente, Auszeichnungen und Erinnerungsstücke der Schauspielerdynastie Bayrhammer ab 1870. Damit werden die schriftlichen Zeugnisse dieser „künstlerisch ambitionierten Familie“ (Gustl Bayrhammer) für die Zukunft gesichert und der Forschung zugänglich gemacht. Besonders Gustl Bayrhammer (1922–1993), der am 12. Februar 2022 100 Jahre alt geworden wäre, gilt bis heute vielen als Inbegriff des bayerischen Volksschauspielers. Wie sein Vater Max (1867–1942) war er auf vielen Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum tätig. Zur Ergänzung der amtlichen Überlieferung sichert das Bayerische Hauptstaatsarchiv Nachlässe politisch und gesellschaftlich bedeutender Persönlichkeiten. Die Übernahme des Familienarchivs Bayrhammer erfolgt aufgrund des öffentlichen Interesses und der überregionalen Bedeutung der überlieferten Personen auf der Grundlage eines Schenkungsvertrages. Max Emanuel Bayrhammer wurde am 26. Mai 1867 in Niederbayern als Sohn eines Schlossverwalters geboren. Er nahm Schauspielunterricht und fand schnell Zugang zu großen Bühnen, häufig mit klassischen Hauptrollen. Er trat u.a. am Gärtnerplatztheater München, am Stadttheater Breslau, am Weimarer Hoftheater, am Wiener Volkstheater oder am Schauspielhaus Frankfurt auf. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden die Rollenangebote weniger, bereits ab den frühen 1920er Jahren trat er bei NSDAP-Feiern als Unterhalter und nach 1933 bei Veranstaltungen der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ auf. Zuletzt hielt er sich in prekären wirtschaftlichen Umständen nur noch mit einem gering dotierten Bühnenvertrag beim Bayerischen Nationaltheater über Wasser. Seine Leistungen als Autor von Bühnenstücken sind heute vergessen. Sein 1922 geborener Sohn Gustl (eigentlich Adolph Gustav Rupprecht Maximilian) Bayrhammer erhielt zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Nach seiner Einberufung in die Wehrmacht nutzte Gustl Bayrhammer die Stationierung in Berlin für eine Theaterausbildung am Schiller-Theater unter Heinrich George und Gustav Gründgens. Nach Kriegsende nahm er zusammen mit Toni Berger (1921–2005) ein erstes Engagement am Hohenzollerischen Landestheater Sigmaringen an. Dort lernte er auch seine spätere Frau, die Schauspielerin Irmgard Henning (1919–2003), kennen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten an unterschiedlichen Bühnen (u.a. Augsburg, Karlsruhe, bei den Luisenburg-Festspielen Wunsiedel und am Landestheater Salzburg) ging er 1967 nach München. Seither war er sowohl an den Münchner Kammerspielen, dem Münchner Volkstheater und dem Bayerischen Staatsschauspiel engagiert. Überregional bekannt wurde Gustl Bayrhammer durch seine Fernsehkarriere. Als erster bayerischer Ermittler in der Fernsehreihe „Tatort“ trat er zwischen 1972 und 1981 in 15 Folgen bundesweit in Erscheinung. Die Fernsehrolle, mit der er generationenübergreifend am häufigsten assoziiert wird, ist die des „Meister Eder“ in der Kinderserie „Pumuckl“. Bei dieser internationalen Großproduktion mit damals äußerst aufwendigen Trickzeichnungen brillierte er als sympathisch-grantlerischer Münchner Schreiner. Max und Gustl Bayrhammer bezogen ihr Selbstverständnis stark aus ihren Leistungen als Theaterschauspieler. Das Familienarchiv belegt dies jeweils mit besonderen biografischen Dokumenten: Gustl Bayrhammer führte über jede seiner Rollen Buch. Die Aufzeichnungen reichen dabei vom ersten Auftritt am Theater Sigmaringen am 27. November 1945 bis zu seinem letzten Auftritt am 21. Januar 1993 in München. Diese schriftlichen Informationen werden begleitet von ebenso sorgfältig angelegten Fotoalben. Sein Vater sammelte dagegen die Theaterzettel und Bühnenprogramme seiner Auftritte, so dass auch sein beruflicher Weg sehr gut nachgezeichnet werden kann. Als Kuriosa enthält das Familienarchiv eine ganze Reihe von Auszeichnungen und Ehrungen wie den bayerischen Filmpreis, den Bambi, den Bayerischen Verdienstorden und sogar eine Goldene Schallplatte für die Pumuckl-Hörspiele.   Fernsehbeitrag zum Erwerb des Familienarchivs Bayrhammer in der BR-Sendung "Rundschau" vom 12.02.2022 [Video-Film, ca. 2 Minuten] https://www.br.de/mediathek/video/bayerische-schauspiel-legende-100-geburtstag-von-gustl-bayrhammer-av:6207e19ed0f61f00084eeacc Radiobeitrag zum Erwerb des Familienarchivs Bayrhammer in der BR2-Radiosendung "Die kulturWelt" vom 11. Februar 2022 [Audio-Beitrag, bei ca. Minute 10.00-16:50]: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kulturwelt/die-kulturwelt-vom-11-februar-2022_x-100.html     Eingestellt am 11.02.2022, ergänzt am 14.02.2022

Bayerischer Archivtag, Verleihung des Bayerischen Janus 2021

23.07.2021: Verleihung des Bayerischen Janus 2021 in Passau

Der Preis geht an Magister Petr Hubka, Direktor des Staatlichen Gebietsarchivs Pilsen/Plzeň a. D. Am Freitag, 23. Juli 2021 überreicht in Vertretung von Herrn Staatsminister Bernd Sibler, MdL, Herr Dr. Rolf-Dieter Jungk, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, im Passauer Rathaus den „Bayerischen Janus 2021“. Die Verleihung des „Bayerischen Janus“ für besondere Verdienste um das Archivwesen erfolgt normalerweise im Rahmen des Bayerischen Archivtages, der allerdings pandemiebedingt auf 2023 verschoben wurde. Der römische Gott Janus mit seinem Doppelgesicht steht als Wächter der Türen und Tore für die Vergangenheit und Zukunft. Er symbolisiert die Archive, die historische Quellen der Vergangenheit für die Zukunft aufbewahren. Dieses Jahr geht der Preis an Herrn Magister Petr Hubka, Direktor des Staatlichen Gebietsarchivs Pilsen/Plzeň  a. D. Herr Mag. Hubka ist maßgebliche Kraft der mittlerweile über zehnjährigen Zusammenarbeit bayerischer und tschechischer Archive. In mehreren Projekten haben die staatlichen Archive aus Bayern und Böhmen die Quellenplattform „Porta fontium“ (www.portafontium.eu) geschaffen. Historische Dokumente aus den Archiven beider Länder werden in digitaler Form zusammengeführt und so für die grenzüberschreitende historische Forschung neue Impulse gesetzt. Die gemeinsame Plattform wird von Bürgerinnen und Bürgern beider Länder gleichermaßen sehr gut angenommen. Dank des Einsatzes von Herrn Mag. Hubka bestehen mittlerweile zwischen bayerischen und tschechischen Archivarinnen und Archivaren kollegiale und freundschaftliche Beziehungen. Der Preisträger hat so nicht nur die Zusammenarbeit von Archiven aus beiden Ländern befördert, sondern die beiden Länder auf diesem Gebiet näher zusammengeführt. Den Preis, ein Bronzeguss in Form eines Doppelgesichts, hat die in Passau lebende Künstlerin Monika Jokiel geschaffen. Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Stadt Passau und die Bayerische Einigung e.V./Bayerische Volksstiftung.   Eingestellt am 22.07.2021     Zugehörige Dateien Pressemitteilung [PDF-Datei]

Csm Plakat Revolution-raeterepublik 623947379b

Revolution und Räterepubliken in Bayern 1918/19

Eine virtuelle Ausstellung auf bavarikon unter Beteiligung der Staatlichen Archive Bayerns. Zum 100. Geburtstag des Freistaats präsentiert bavarikon die spannende und dramatische Geschichte seiner Anfänge in einer virtuellen Ausstellung. Fünf chronologische Abschnitte und eine Vertiefungsebene bringen Ihnen die Revolutionsjahre 1918/19 näher. Im Mittelpunkt stehen dabei die Geschehnisse in der Hauptstadt München, die für ganz Bayern entscheidend waren. Zusätzlich werden die verschiedenartigen Entwicklungen in zehn weiteren Orten Altbayerns, Frankens und Schwabens einbezogen. 90 hochkarätige Exponate aus Archiven, Bibliotheken und Museen führen Ihnen die entscheidenden Veränderungen und Umwälzungen dieser Zeit vor Augen – mit all ihren bahnbrechenden Errungenschaften, aber auch den problematischen Begleiterscheinungen und Folgen. Hier können Sie die virtuelle Ausstellung besuchen!

Vorstellung des bayerischen Abrollbehälters Kulturgutschutz

Vorstellung des bayerischen Abrollbehälters Kulturgutschutz

Der bayerische Abrollbehälter Kulturgutschutz macht den Ernstfall anschaulich: Am Donnerstag, 30. Juli 2026, informierten Wissenschaftsminister Markus Blume und Generaldirektor Dr. Bernhard Grau gemeinsam mit dem Notfallverbund Bayern über die mobile Rettungsstation für Kulturgut. Der Notfallverbund stellte die Funktionen sowie die Einsatz- und Abrufmöglichkeiten vor. In einer Praxisvorführung zeigten Restauratorinnen, wie schriftliches Kulturgut gereinigt und für den Weitertransport gesichert wird. Minister Blume: „Unsere Kulturschätze sind unersetzlich, Vorsorge deshalb unverzichtbar! Kulturgutschutz beginnt lange vor der Katastrophe: mit klugen Konzepten, starken Partnerschaften und moderner Einsatztechnik. Der Notfallverbund Bayern vernetzt die maßgeblichen Kulturinstitutionen mit den Einsatzkräften. Die Abrollbehälter sorgen dafür, dass diese Kompetenz im Ernstfall schnell am Einsatzort verfügbar ist. Das ist gelebte Resilienz: Archive, Bibliotheken, Museen und Feuerwehr arbeiten Hand in Hand, um unser kulturelles Erbe zu bewahren.“ Naturkatastrophen, Extremwetterlagen und deren Folgen treffen immer häufiger auch Kultureinrichtungen. Eine Bewältigung derartiger Schadensereignisse allein auf lokaler Ebene ist oft nicht mehr möglich. Immer bedeutsamer wird daher eine überregional vernetzte Infrastruktur für den Kulturgutschutz mit entsprechender personeller und technischer Ausstattung.  Über die „Aufbauhilfe 2021“ unterstützt der Bund die 2021 von Hochwasser und Starkregen betroffenen Regionen beim Wiederaufbau und die dort beheimateten Kultureinrichtungen bei der Bewältigung entstandener Schäden. Aus den dafür bereitgestellten Mitteln sollen insgesamt zehn Notfallcontainer mit Ausrüstung und Materialien für den Kulturgutschutz in Deutschland beschafft und für den bundesweiten Einsatz bereitgehalten werden. Übergeordnetes Ziel der über das Bundesgebiet zu verteilenden Container ist die Schaffung einer vernetzten Notfallinfrastruktur Kulturgutschutz, die auch zusammengezogen werden kann.  Für Bayern wurden ein Abrollbehälter Kulturgutschutz nach dem Vorbild des bereits im Einsatz bewährten Abrollbehälters des Notfallverbundes Köln und ein Abrollbehälter Kühlung beschafft. Im Abrollbehälter Kulturgutschutz wird havariertes Kulturgut dokumentiert, gereinigt und für den Weitertransport oder die Einlagerung verpackt. Der Abrollbehälter Kühlung dient dem Transport und der kurzfristigen Einlagerung von geschädigtem Kulturgut und dem Transport weiterer Materialien für die Erstversorgung. Beide Abrollbehälter stehen an einem logistisch gut erreichbaren Standort im Raum München für den überregionalen Abruf über den Notfallverbund Bayern bereit. Die finale Entscheidung, ob ein Anlass für eine Anforderung des Containers vorliegt, trifft der Notfallverbund Bayern. Über den Notfallverbund wird auch die Mannschaft des Containers – abgestimmt auf das jeweils betroffene Kulturgut – alarmiert. Die Feuerwehr Unterschleißheim oder der Landesfeuerwehrverband Bayern e.V. übernehmen den Transport der Abrollbehälter zum Einsatzort.    Zur landesweiten Notfallvorbereitung auf Großschadensereignisse schlossen sich im Juni 2024 führende bayerische Kultureinrichtungen zum Notfallverbund Bayern zusammen. Unterstützt wird der Notfallverbund vom Landesfeuerwehrverband Bayern e.V., den bayerischen Feuerwehren sowie dem Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration und dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.  Im Falle eines Großschadensereignisses bündeln die im Notfallverbund Bayern zusammengeschlossenen Institutionen ihre personellen, fachlichen und technischen Ressourcen, um unersetzliches Kulturgut vor Verlust und Zerstörung zu bewahren. Auf dem Gelände der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg absolvierte der Notfallverbund Bayern vom 6. bis zum 8. Juli 2026 erfolgreich seine erste Übung mit den beiden neuen Abrollbehältern. Bei der Übungskonzeption unterstützt wird der Notfallverbund Bayern vom Lehrstuhl für forensische Restaurierungswissenschaft organischer Polymere der Universität Bamberg. Dort entsteht derzeit eine Masterarbeit zum Übungs- und Einsatzkonzept.  Weitere Informationen: Kulturgutschutz in Bayern Notfallverbund Bayern Notfallverbünde in Deutschland Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK) berücksichtigt die Notfallvorsorge in ihren Förderlinien und unterstützt etwa den Ankauf von Notfallboxen und anderen Ausrüstungsgegenständen oder die Ausarbeitung von Notfallplänen. Eine Übersicht bisher geförderter Projekte im Bereich Notfallvorsorge ist über die Homepage der KEK abrufbar. Ebenfalls auf der Homepage der KEK bereitgestellt wird eine interaktive Übersichtskarte aller Notfallverbünde in Deutschland. Der SicherheitsLeitfaden Kulturgut (SiLK) bietet Archiven, Bibliotheken und Museen mit einem kostenfreien Online-Tool die Möglichkeit, in einer Selbstevaluation das Sicherheitsniveau der eigenen Einrichtung zu erheben und Schwachstellen aufzudecken. Die gemeinsamen Empfehlungen zum Notfallmanagement in Archiven und Bibliotheken der Bund-Länder-Gremien wurden 2024 neu gefasst und sind hier abrufbar.    Pressemeldung Abendzeitung vom 3. August 2026 Abb. 1 und 2: Staatsminister Markus Blume bei den Vorführungen im Abrollbehälter Kulturgutschutz; Foto: Elisabeth Miletic, Bayerisches Hauptstaatsarchiv. Abb. 3: Gruppenfoto vor dem Abrollbehälter Kulturgutschutz, von links nach rechts:  Jürgen Weiß (Landesfeuerwehrverband Bayern e.V.), Stefan Deschermeier (Kreisbrandinspektion Landkreis München), Johann Eitzenberger (Vorsitzender Landesfeuerwehrverband Bayern e.V.), Staatsminister Markus Blume, Leiterin der Restaurierungswerkstatt des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Dr. Bernhard Grau (Generaldirektor der Staatlichen Archive), Dr. Laura Scherr (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns), Mitwirkende des Notfallverbunds Bayern; Foto: Elisabeth Miletic, Bayerisches Hauptstaatsarchiv.   eingestellt am 31.7.2026, geändert am 05.08.2026  

Der sechsfache Mord in Hinterkaifeck

Der sechsfache Mord in Hinterkaifeck

Am 4. April 1922 wurden auf dem einsam gelegenen Hof Hinterkaifeck sechs Leichen gefunden. Die Familie Gruber/Gabriel, darunter zwei Kinder, und ihre Magd starben an schweren Kopfverletzungen. Der Todeszeitpunkt wurde auf die Nacht vom 31. März 1922 zwischen 19 und 22 Uhr festgelegt. Die Mordwaffe, eine Reuthaue, fand man erst beim Abriss des Anwesens 1923 in einem Fehlboden. Bis 1930 wurden von der Münchener Polizei über 100 Ermittlungsverfahren durchgeführt, alle ohne Erfolg.  Die Frage nach der Täterschaft beschäftigt bis heute die Menschen. Stammte der Mörder aus der Nachbarschaft oder war er ein ortsfremder Durchreisender? Ein ausgebrochener Gefangener? Welche Person war in der Lage, eine ganze Familie auszulöschen? Die Ausstellung bietet Einblicke in die Umstände der Tat und die aufwendigen Ermittlungen. Die Exponate stammen aus Akten der Polizeidirektion München, die heute im Staatsarchiv München verwahrt werden, sowie dem Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Die Ausstellung wurde von Elena Hiemer im Rahmen des derzeit laufenden Vorbereitungsdienstes 2024/2027 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet.   Zu sehen vom 17. März bis 10. April 2026 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, 1. OG, Schönfeldstraße 5, 80539 München.   Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 – 18.00 Uhr Freitag 8.30 – 13.30 Uhr geschlossen am am 03. und 06. April Eintritt frei. Allgemeine öffentliche Führungen: Donnerstag, 19.03., 26.03. und 09.04. jeweils um 13 Uhr. Hier geht es zum Ausstellungskatalog und zum Ausstellungsplakat. Bericht Merkur vom 18.03.2026   Abb.: Ausstellungsplakat; Benjamin Gerum, GDA. Eingestellt am 16.03., geändert am 18.03.2026.

Neubau Staatsarchiv Kitzingen

Neubau Staatsarchiv Kitzingen

Der Umzug des Staatsarchivs von Würzburg nach Kitzingen ist abgeschlossen. Seit Februar 2026 wurde der Neubau in Kitzingen bezogen und technisch einreguliert. Die alten Standorte in der Residenz Würzburg und auf der Festung Marienberg sind vollständig geräumt. Bis zur feierlichen Eröffnung im Herbst 2026 läuft ein Testbetrieb, bei dem Benutzerinnen und Benutzer in begrenzter Zahl das Archiv aufsuchen können, um Unterlagen vor Ort einzusehen. Der Freistaat Bayern investiert rund 75 Millionen Euro in das Neubauprojekt. Das Staatsarchiv Kitzingen verwahrt einzigartige Originaldokumente zur Geschichte des heutigen Regierungsbezirks Unterfranken, darunter die älteste Urkunde des Freistaats, eine Schenkungsurkunde Karls des Großen aus dem Jahr 777. Moderne Archivarbeit braucht aber auch moderne Räumlichkeiten und eine zeitgemäße Nutzungsinfrastruktur. Mit zahlreichen richtungsweisenden Lösungen für die Archivgutnutzung in digitaler Form positionieren sich die Staatlichen Archive Bayerns als innovativer und moderner Informationsdienstleister unter den Gedächtnisinstitutionen. Mit der Eröffnung des Geschützten virtuellen Lesesaals Ende Juli 2026 werden künftig alle Fachdienstleistungen von der Bestellung des Archivguts und dessen Einsichtnahme bis hin zur Schutzfristverkürzung und der Anforderung von Reproduktionen digital angeboten. Der neue Archivbau verfügt über alle technischen Voraussetzungen für die bestmögliche Umsetzung dieser Angebote. Nach einer Bauzeit von rund drei Jahren sind in Kitzingen auf diese Weise attraktive, nutzerfreundliche Räume für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Benutzerinnen und Benutzer entstanden. Geschichte trifft auf Zukunft, ein Gewinn für das Staatsarchiv, für die Stadt Kitzingen und für die Region. Pressefotos Abb. 1: Einblick in ein vollklimatisiertes Magazin – das Gebäude kann Archivgut im Umfang von 36.000 lfm aufnehmen, verteilt auf mehrere Geschosse, je Geschoss haben die Rollregale eine eigene Farbe. © Gerhard Hagen Abb. 2: Auf dem Deuster-Areal steht das neue Staatsarchiv Kitzingen in unmittelbarer Nachbarschaft zur historischen Altstadt mit Blickbeziehung zum Main. © Staatliches Bauamt Würzburg, Thomas Güra Abb. 3: Das Haus öffnet sich im Eingangsbereich bis hin zur Terrasse für seine Besucher, während die Fassaden der Magazinbereiche geschlossen gestaltet sind. © Gerhard Hagen Abb. 4: Blick in den Lesesaal © Gerhard Hagen Abb. 5: Durch sein zeitloses Erscheinungsbild besticht das Gebäude. Die filigrane Skulptur „Signature“ der Künstlerin Sabine Straub ist prominent positioniert in den hügelig geformten Außenanlagen. © Staatliches Bauamt Würzburg, Daniela Baumgärtner-Kerlin   Pressemeldung Berichterstattung auf Radio Gong Berichterstattung des BR Artikel und Fotostrecke der Main-Post   eingestellt am 22.7.2026, zuletzt geändert am 30.7.2026.

Logo der EDV Tage Theuern

EDV-Tage Theuern 2026

Museen und Archive in Krisenzeiten. Kulturgut bewahren – Daten sichern 16. – 18.9.2026 Haus der Bayerischen Geschichte | Bavariathek, Regensburg Ob Klimawandel, Cyberangriffe oder bewaffnete Konflikte – globale Krisenerscheinungen setzen Museen und Archive zunehmend unter Handlungsdruck. Im Zeitalter der digitalen Transformation geht es dabei nicht mehr nur allein um den Schutz des materiellen Kulturguts. Gefährdet sind ebenso digitale Repräsentationen sowie genuin digitale Unterlagen (born digitals) und digitale Metainformationen. Insofern müssen Daten-Souveränität, Notfallplanung, Risikoabschätzung und präventives Krisenmanagement als zentrale Aufgaben Kulturgut bewahrender Einrichtungen neu gedacht werden. Die EDV-Tage greifen diese Herausforderungen mit einem fachlichen Fokus auf Dokumentation, Datenmanagement, IT-Betrieb, digitale Zugänglichmachung und institutionelle Resilienz auf. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Krisen- und Notfallplanung vor dem Hintergrund neuer und teils diffuser Gefährdungslagen konkret umsetzen lässt – insbesondere unter der Prämisse, dass im Ernstfall vielleicht nicht alles bewahrt werden kann. Beiträge, unter anderem aus den Bereichen Risikoanalyse und Versicherungswesen, erweitern die Perspektive.  Ziel der Tagung ist es, praxisnahe Wege aufzuzeigen, wie Museen und Archive auch unter unsicheren Bedingungen handlungsfähig bleiben und ihr (digitales) Kulturerbe nachhaltig sichern können. Die Veranstaltung ist kostenlos. Die EDV-Tage finden im Haus der Bayerischen Geschichte | Bavariathek statt.  Vom 16. bis zum 18. September bieten Workshops, Vorträge und Museumsführungen viel fachlichen Input sowie zahlreiche Möglichkeiten des Austauschs und der Vernetzung. Die Veranstaltung wird, ausgenommen Workshops und Rahmenprogramm, parallel von Donnerstag bis Freitag per Livestreaming übertragen. Der Livestream sowie die späteren Aufzeichnungen sind über die Webseite der EDV-Tage Theuern frei zugänglich. Wer vor der Veranstaltung eine Erinnerung per E-Mail zusammen mit dem Direktlink zum Livestreaming erhalten möchte, kann sich hierfür auf dem Anmeldeformular eintragen. Fragen an die Referentinnen und Referenten sind per E-Mail am Veranstaltungstag möglich. Weitere Informationen zu Tagungsprogramm und Veranstaltungsort sowie das Anmeldeformular finden Sie auf der Tagungswebseite.   eingestellt am 28.7.2026