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    Bild 1: Plakat zur Ausstellung (Karin Hagendorn, Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns)

    29.06-30.10.2020: "Die brennendste aller sozialen Fragen." Kommunale Wohnungspolitik zwischen 1918 und 1954 in München, Nürnberg, Erlangen

    Eine Ausstellung der Bayerischen Archivschule vom 29. Juni bis 30. Oktober 2020 (verlängert), bearbeitet von Thomas Gilgert, Johannes Hasselbeck, Andreas Schenker Am Montag, 29. Juni 2020, wurde im Bayerischen Hauptstaatsarchiv die kleine Ausstellung „Die brennendste aller sozialen Fragen“ Kommunale Wohnungspolitik zwischen 1918 und 1954 in München, Nürnberg, Erlangen eröffnet. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2018/2020 für den Einstieg in der 4. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Bayerischen Archivschule erarbeitet. Bearbeiter der Ausstellung sind Dr. Thomas Gilgert, Johannes Hasselbeck und Andreas Schenker. Mangelnder Wohnraum und steigende Mieten in vielen Städten führen dazu, dass die Wohnungsfrage von vielen heute als neue soziale Frage oder sogar als die soziale Frage des 21. Jahrhunderts gesehen wird. Beengte Wohnverhältnisse begünstigen zudem die Ausbreitung von Krankheiten, wie die Covid-19-Pandemie aktuell erschreckend vor Augen führt. Neu sind diese Phänomene nicht. Schon in der Vormoderne hatten längst nicht alle Menschen ein Dach über dem Kopf. Spätestens seit der mit Industrialisierung beginnenden und bis heute andauernden Bevölkerungsexplosion in den urbanen Zentren klaffen dort Angebot und Nachfrage meist eklatant auseinander. Die kleine Ausstellung wirft einen Blick zurück auf die kommunale Wohnungspolitik in drei entscheidenden politischen Phasen in Bayern: der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus und der frühen Nachkriegszeit. Für jede dieser Perioden wird je eine Stadt, die für Bayern damals wie heute von besonderer Bedeutung und deren Wohnungspolitik damit auch beispielgebend für andere war, herausgegriffen. Die Ausstellung beginnt mit München als bevölkerungsreichstem Ort und bayerischer Landeshauptstadt für die Zeit der Weimarer Republik. Es folgt Nürnberg, das alte industrielle Herz Bayerns und besondere Schaubühne nationalsozialistischer Propaganda (vgl. dazu auch Exponat 2.2 im Online-Findmittel MF 22: "Abtretung von Staatswaldgelände zur Errichtung einer Arbeitersiedlung am Stadtrand von Nürnberg"). In der Nachkriegszeit schließlich richtet die Ausstellung den Blick auf das fränkische Erlangen, bis dahin eine protestantisch-kleinbürgerlich geprägte Mittelstadt, die sich nach 1945 zu einem Bildungs-, Industrie- und Wohlstandszentrum entwickelte. Anhand dieser Beispiele werden zwar aufeinander folgende, aber denkbar unterschiedliche zeitliche Kontexte behandelt, zwei Demokratien und eine totalitäre Diktatur, deren Strukturmerkmale sich auch in der kommunalen Wohnungspolitik vor Ort wiederfinden: Im München der Weimarer Republik wird die gesteigerte Bedeutung der öffentlichen Daseinsvorsorge deutlich, die völkische Blut- und Boden-Ideologie des NS-Regimes manifestiert sich in seinen Nürnberger Heimstätten- und Kleinsiedlungen und ein wesentlicher Faktor der Erlanger Wohnungsnot in der Nachkriegszeit waren die vielen dort ankommenden Flüchtlinge und Vertriebenen.   Auf der anderen Seite zeigen sich spezifische lokale Eigenheiten der drei Orte: Die konservative Prägung der Münchner Stadtpolitik macht sich in einer traditionelleren Bauweise bemerkbar. Das Selbstverständnis Nürnbergs als „Stadt der Reichsparteitage“ findet seinen Niederschlag im offensiven Auftreten Oberbürgermeister Liebels. Die im Krieg weitgehend unzerstört gebliebene Stadtstruktur Erlangens hatte eine ungewöhnlich starke Ansiedelung unterschiedlichster Gruppen zur Folge, die nun ein neues Zuhause benötigten. Mit diesem Konzept möchte die Ausstellung den Blick für die Fragen der Gegenwart schärfen, indem sie unterschiedliche Reaktionen veranschaulicht, die das Phänomen Wohnungsnot in drei unterschiedlichen Zusammenhängen hervorrief. Die kleine Ausstellung vereint etwa 40 Exponate vor allem aus den Stadtarchiven Nürnberg, München, Erlangen und dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Sie ist vom 29. Juni 2020 bis 30. Oktober 2020 (verlängert) im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30–16.00 Uhr, Freitag 8.30–13.00 Uhr (Sa, So und an Feiertagen geschlossen) Eintritt frei. Bitte beachten Sie die geltenden Hygieneregeln im Gebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (u.a. Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz). Führungen können leider nicht angeboten werden. Weitere Informationen unter www.gda.bayern.de (Pressebilder in höherer Auflösung können angefordert werden). Zur Ausstellung erscheint ein kleiner Ausstellungskatalog (ISBN 978-3-938831-95-3, Schutzgebühr 3,00 Euro).   Eingestellt am: 07.07.2020 Zugehörige Dateien Pressemitteilung

    Abbildung des Ausstellungsplakats zum Jubiläum

    15.07-23.12.2021: 100 Jahre Bayerisches Hauptstaatsarchiv - 100 Jahre Gedächtnis des Freistaates Bayern

    Ausstellung und virtueller Rundgang zum Jubiläum. Das Bayerische Hauptarchiv lädt ein zu einem virtuellen Rundgang durch sein Gebäude und einen Blick in seine Magazine. Der Zugang ist bequem über jedes mobile Endgerät oder in 3-D mit einer VR-Brille möglich:  https://vr-easy.com/tour/staatlichearchivebayerns/210706-bayerischeshauptstaatsarchiv/ Das  Bayerische Hauptstaatsarchiv feiert am 16. Juli 2021 seinen 100. Geburtstag und kann eine stolze Bilanz vorweisen. 100 Jahre und noch immer im Wachstum. 100 Jahre und im Vergleich zum Alter der verwahrten Archivalien – die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 794 (↗ Digitalisat St. Emmeram Urk. 1) – gerade den Kinderschuhen entwachsen. 100 Jahre und mit der Archivierung digitaler Unterlagen vor der großen Herausforderung, auch diese Informationen für Generationen lesbar und nachvollziehbar zu halten. Zum Jahresbeginn 2021 war das Bayerische Hauptstaatsarchiv für 813.362.069 digitale Informationsobjekte im Digitalen Archiv des Freistaates Bayern verantwortlich, Tendenz stark steigend. Hinzu kommen 4 Millionen analoge Archivalieneinheiten, die aneinander gereiht die Distanz von München bis zum Tegernsee oder nach Rosenheim spielend überbrücken (55 lfd km) und jedes Jahr kommt die Strecke von der Feldherrnhalle zum Siegestor an papierener Überlieferung neu hinzu. Die Mitarbeiter*innen sind nicht nur für die Sicherung der digitalen und analogen Überlieferung des Freistaates Bayern verantwortlich: jährlich beantworten sie mehr als 5000 schriftliche und in etwa die gleiche Anzahl mündlicher Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Behörden. Anlässlich des 100. Jubiläums betonte Kunstminister Bernd Sibler: „Das Bayerische Hauptstaatsarchiv ist ein Aushängeschild unseres Kulturstaats: Es ist nicht nur das größte der staatlichen Archive in Bayern, sondern gehört zugleich zu den bedeutendsten Archiveinrichtungen im deutschen Sprachraum und darüber hinaus. Als Bürgerarchiv und Kind des demokratischen Bayern steht es Rechtssuchenden, Heimat- und Familienforschern offen und ist ein Garant von Rechtsstaatlichkeit und Transparenz. Aufgrund seiner weit zurückreichenden Bestände ist es insbesondere auch Anlaufstelle für wissenschaftliche Forscherinnen und Forscher aus Nah und Fern. Hier können wir unserer Vergangenheit begegnen, unsere Geschichte bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen und uns auch gemeinsamer Wurzeln mit unseren Nachbarstaaten bewusst werden. Das Hauptstaatsarchiv ist die zentrale Gedächtnisinstitution des Freistaats Bayern.“ Schon vor dem 16. Juli 1921 und der Verordnung, die das Bayerische Hauptstaatsarchiv begründete, gab es zentrale staatliche Archive in Bayern. Die Geschichte dieser Vorgängerinstitutionen reicht bis ins späte Mittelalter zurück. Das älteste bekannte Verzeichnis aus dem Archiv des Herzogtums Bayern-München stammt aus dem Jahr 1438. Mit der Gründung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs entstand in Bayern erstmals ein Zentralarchiv im modernen Sinne. Die vier in München damals bestehenden staatlichen Archiveinrichtungen wurden als Abteilungen zu einer Institution zusammengefasst: Allgemeines Reichsarchiv, Geheimes Staatsarchiv, Geheimes Hausarchiv und Kreisarchiv München. Schriftgut bayerischer Behörden und Gerichte, wichtige Unterlagen über die auswärtigen Angelegenheiten und sogar das Archiv des bis 1918 regierenden Königshauses der Wittelsbacher waren nun organisatorisch unter einem Dach vereint. Bis zur räumlichen Zusammenführung der einzelnen Abteilungen dauerte es jedoch nochmal rund 55 Jahre. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg bekam das Bayerische Hauptstaatsarchiv einen eigenen Gebäudekomplex an der Ludwig- bzw. Schönfeldstraße mit damals modernem Magazinbau. Die Errichtung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs markiert gleichzeitig einen fundamentalen Wandel im archivischen Selbstverständnis. Als neues Leitprinzip bei Bildung und Abgrenzung von Beständen setzte sich das Provenienzprinzip durch, also die Bewahrung des ursprünglichen Herkunftszusammenhangs im Gegensatz zur Umordnung nach inhaltlichen Gesichtspunkten (Pertinenzen). Gleichzeitig öffneten sich die Archive über die wissenschaftliche Forschung hinaus für die Heimat- und Familienforschung und damit für alle Bürger*innen. Aus der Schatzkammer des Königreichs Bayern wird im demokratischen Freistaat eine der Rechtsstaatlichkeit und der Transparenz verpflichtete Gedächtnis- und Forschungsinstitution von internationaler Bedeutung. Eine erhebliche Lücke im Beständeprofil des Bayerischen Hauptstaatsarchivs wurde 1946 mit der Eingliederung des bayerischen Kriegsarchivs geschlossen. Nach dem Untergang des Deutschen Reiches im Zweiten Weltkrieg kamen die Unterlagen des bayerischen Heeres zurück an den Freistaat Bayern und in logischer Konsequenz an das Bayerische Hauptstaatsarchiv. Im Jahr 1977 entstand eine eigene Abteilung für Sammlungsgut, wie Flugblätter und Plakate oder Fotos, für Nachlässe sowie Verbands- und Vereinsschriftgut. Seit 2007 gehört dazu auch das Sudetendeutsche Archiv, als „Archiv im Archiv“ und über die bayerischen Landesgrenzen hinaus für die Bewahrung des Erbes der Vertriebenen aus den sudetendeutschen Gebieten zuständig. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv ist auch ein bedeutendes Parlamentsarchiv. Zwar unterhält der Bayerische Landtag ein eigenes Archiv für sein archivwürdiges Schriftgut nach 1945. Die Unterlagen der bayerischen parlamentarischen Körperschaften der Monarchie und der Zwischenkriegszeit liegen hingegen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv (↗ Digitalisat Verfassung 1818). Hinzu kommen die Dokumente der zum 31. Dezember 1999 aufgelösten zweiten Parlamentskammer, des Bayerischen Senats. Die Ausstellung „100 Jahre Bayerisches Hauptstaatsarchiv“ ist im Hauptgebäude, Treppenhaus, Schönfeldstr. 5, 80539 München, vom 15. Juli bis zum 29. Oktober, verlängert bis zum 23. Dezember 2021, zu sehen.   Der Eintritt ist frei.   Öffnungszeiten: Mo–Do 8.30–16.00 Uhr, Fr 8.30–13.30 Uhr.   Es gelten das Schutz- und Hygienekonzept der Staatlichen Archive Bayerns, u.a. ist das Tragen einer FFP2-Maske im gesamten Gebäude für Besucher*innen verpflichtend. Aktuelle Hinweise unter https://gda.bayern.de oder 089/28638-2596.   Zur Ausstellung erscheint ein kleiner Katalog: 100 Jahre Bayerisches Hauptstaatsarchiv. Konzeption und Bearbeitung: Bernhard Grau u.a. (Staatliche Archive Bayerns - Kleine Ausstellungen 66), München 2021, ISBN 978-3-938831-75-5, 160 S., zahlr. sw-Abb., 6,00 Euro   SZ-Artikel zum Jubiläum: "Das Gedächtnis Bayerns".   Eingestellt am 6. Juli 2021, zuletzt ergänzt am 25.10.2021   Zugehörige Dateien Pressemitteilung zum Jubiläum (PDF-Datei) 1 Vortrags-Programm zur Jubiläumsveranstaltung (PDF-Datei)  Programm zum Festakt und zur Ausstellungseröffnung (PDF-Datei)  Bild 1: Die älteste Urkunde im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und die Ersterwähnung von Frankfurt am Main: Kaiser Karl der Große schenkt im Jahr 794 dem Kloster St. Emmeram bei Regensburg Land (BayHStA, Kloster Regensburg-St. Emmeram 1) [JPG-Datei].  Bild 2: Die Bayerische Verfassung von 1818 wurde von König Max I. Joseph erlassen. Sie galt bis zum Ende der bayerischen Monarchie 1918 (BayHStA, Bayerischer Landtag 10295) [JPG-Datei].  Bild 3: Das Urkatasterblatt aus dem Jahr 1826/1827 mit dem Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz in Passau diente der systematischen Erfassung des steuerpflichtigen Grundbesitzes (BayHStA, Landesvermessungsamt Uraufnahmearchiv, Stadtblätter P 2 ½) [JPG].  Bild 4: Georg Maria Ritter von Jochner, als Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns zugleich erster Leiter des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (BayHStA, Archivchronik 014-1/15) [JPG-Datei].  Bild 5: Mit der Verordnung vom 16. Juli 1921 wurden die drei Münchner Zentralarchive und das Kreisarchiv München zum Bayerischen Hauptstaatsarchiv vereinigt (BayHStA, Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns 1190) [JPG-Datei].  Bild 6: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das schwer beschädigte ehem. Kriegsministerium a. d. Ludwig- u. Schönfeldstraße für die Staatlichen Archive Bayerns wieder aufgebaut u. um einen Magazinkomplex erweitert (GDA, Fotosammlung) [JPG-Datei]. Bild 7: Die Abt. IV Kriegsarchiv des Bayer. Hauptstaatsarchivs in der Leonrodstraße in München verwahrt neben der Überlieferung der bayerischen Armee äußerst bedeutende Fotosammlungen (Foto: Peter Litvai, Atelier für Fotografie Landshut) Bild 8: Die Vortragenden bei der Jubiläumsveranstaltung.Foto: Elisabeth Miletic, Bayerisches Hauptstaatsarchiv  Bild 9: Staatsminister Bernd Sibler, MdL, bei der Eröffnungsrede. Foto: Elisabeth Miletic, Bayerisches Hauptstaatsarchiv

    Anastasia Anderson-Manahan, ca. 1952  in Unterlengenhardt (Signatur: BayHStA, NL Anastasia Anderson-Manahan 3, Bildnachweis: Bayerisches Hauptstaatsarchiv)

    22.02.2021: Wer war Anastasia Anderson Manahan wirklich?

    Das Bayerische Hauptstaatsarchiv sichert den Nachlass der angeblichen Zarentochter. Anastasia Anderson Manahan erlangte mit ihrer mehrfach verfilmten Lebensgeschichte weltweite Aufmerksamkeit. Die Geschichte der jungen Frau, die angeblich während der Russischen Revolution als einziges Mitglied der Zarenfamilie dem Erschießungskommando der Bolschewiken entging und danach vergeblich auf allgemeine Anerkennung hoffte, enthielt alle Elemente einer modernen Tragödie. Mit Hilfe einer DNA-Analyse an den sterblichen Überresten der russischen Zarenfamilie konnte jedoch 2007 eindeutig festgestellt werden, dass die jüngste Zarentochter gemeinsam mit ihrer Familie ermordet wurde. Damit war erwiesen, dass Anastasia Anderson Manahan nicht die Großfürstin Anastasia von Russland war. Über viele Jahre hinweg sammelten Freunde und Bevollmächtigte aus Anastasia Anderson Manahans engstem Umfeld schriftliche Dokumente aller Art, die belegen sollten, dass Anastasia tatsächlich die Tochter des letzten russischen Zarenpaares war. So entstand das sogenannte „Anastasia-Archiv“, das nunmehr dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv zur Archivierung übergeben wurde. Neben Briefen und Korrespondenzen mit ihren Unterstützern (viele davon aus hohen Adelskreisen) finden sich darin Geschäftsdokumente, die die publizistische und filmische Vermarktung ihrer Geschichte regeln. Hinzu kommen Prozessunterlagen und Rechtsanwaltskorrespondenzen, die den über mehrere Jahrzehnte geführten Kampf um Anerkennung und die damit verbundenen Rechtsansprüche dokumentieren. Einblick in die Persönlichkeitsstruktur Anastasias geben nicht zuletzt die von ihr verfassten Testamente. Darüber hinaus birgt das Archiv eine Vielzahl von Erinnerungen und Zeugenaussagen, die als Belege für die Identität Anastasias dienen sollten. Mit der Übernahme des Nachlasses von Anastasia Anderson-Manahan in das Bayerische Hauptstaatsarchiv finden diese Unterlagen ihren endgültigen Aufbewahrungsort in Bayern, nicht weit entfernt von Seeon im Landkreis Traunstein, wo sie nach ihrem Tod am 12. Februar 1984 auf dem orthodoxen Teil des Friedhofs beigesetzt wurde. Verstorben war sie in Charlottesville in den USA. Der Grabstein trägt die Lebensjahre „1901-1984“, den Namen „Anastasia Manahan“ in lateinischer und zusätzlich den Vornamen Anastasia in kyrillischer Schrift. Ebenfalls auf dem Seeoner Friedhof liegen die Grabstätten von Angehörigen aus dem Haus der Herzöge von Leuchtenberg. Diese waren dem Zarenhaus der Romanows nach ihrer Herkunft und Identität besonders eng verbunden und fungierten anfangs als Anastasias wichtigste Fürsprecher. Das Familienarchiv Leuchtenberg wird schon seit vielen Jahren im Bayerischen Hauptstaatsarchiv verwahrt.   BILD 1: ANASTASIA ANDERSON-MANAHAN, ca. 1952 in Unterlengenhardt (Signatur: BayHStA, NL Anastasia Anderson-Manahan 3, Bildnachweis: Bayerisches Hauptstaatsarchiv)  BILD 2: ERSTE SEITE DES TESTAMENTS (erste Fassung) von Anastasia, 1948 (Signatur: BayHStA, NL Anastasia Anderson-Manahan 1, Bildnachweis: BayHStA)  BILD 3: AUSZUG AUS DEM URTEIL DES BUNDESGERICTHSHOFS, 1970 (Signatur: BayHStA, NL Anastasia Anderson-Manahan 45, Bildnachweis: BayHStA)  BILD 4: AUSZUG AUS DEM PLÄDOYER FÜR ANASTASIA vor dem Bundesgerichtshof von Rechtsanwalt von Stackelberg, 1970 (Signatur: BayHStA, NL Anastasia Anderson-Manahan 49, Bildnachweis: BayHStA)  BILD 5: FOTO EINER HAARPROBE ANASTASIAS, 2002 (Signatur: BayHStA, NL Anastasia Anderson-Manahan 41, Bildnachweis: Bayerisches Hauptstaatsarchiv)  BILD 6: ENTWURF FÜR DEN GRABSTEIN ANASTASIAS in Seeon, 1984 (Signatur: BayHStA, NL Anastasia Anderson-Manahan 1, Bildnachweis: BayHStA)

    Theater am Gärtnerplatz

    Fotobestände in Bayerischen Archiven - ein Archivführer

    Jetzt online: ein Handbuch der Fotobestände der Bayerischen Archive. Der jetzt vorliegende Archivführer für Fotobestände in bayerischen Archiven hat eine lange Entstehungsgeschichte. Vor rund 15 Jahren war angesichts des nach wie vor anwachsenden Interesses an der fotografischen Überlieferung die Idee entstanden, analog zum "Handbuch der Bayerischen Archive", das 2001 erschienen war, ein eigenes Handbuch der Fotobestände in eben diesen Archiven zu erstellen. Nun steht der Bildarchivführer als pdf zum Download bereit. Wir wünschen Ihnen eine spannende und ertragreiche Recherche in den mannigfaltigen Fotobeständen der bayerischen Archive!

    Historisch bedeutende Schülerakten für die Forschung gesichert: Gedenken an Christoph Probst und Alexander Schmorell

    Historisch bedeutende Schülerakten für die Forschung gesichert: Gedenken an Christoph Probst und Alexander Schmorell

    Am Mittwoch, den 18. März 2026 erfolgt in der Aula des Münchner Albert-Einstein-Gymnasiums die feierliche Enthüllung der Büsten zur Erinnerung an die ehemaligen Schüler Christoph Probst (1919–1943) und Alexander Schmorell (1917–1943). Beide sind 1943 als Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose in München-Stadelheim hingerichtet worden. Ihre Schülerakten werden bis heute in der Schule in München-Harlaching aufbewahrt, zusammen mit unzähligen weiteren ab dem Jahrgang 1901. Im Rahmen der Festveranstaltung wird auch die Zukunft dieser historisch bedeutenden Unterlagen geregelt: Im Stadtarchiv München werden sie künftig fachgerecht gesichert und erhalten und stehen damit für Forschungen aller Art und für Erinnerungsarbeit zur Verfügung. Dass das staatliche Gymnasium seine Unterlagen nicht an das Staatsarchiv München, sondern an das Stadtarchiv München übergibt, wird durch eine Vereinbarung ermöglicht, die das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus mit der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns getroffen hat. Staatliche und kommunale Archive können so bei der Sicherung der Schularchive eng zusammenarbeiten, um die jeweils beste Archivierungslösung zu finden. Im Rahmen der Festveranstaltung wird daher der Archivierungsvertrag durch die Schulleiterin Marion Freytag und durch die beiden Archivleiter Dr. Daniel Baumann, Stadtarchiv München, und Dr. Julian Holzapfl, Staatsarchiv München, unterzeichnet.   Weitere Informationen: Albert-Einstein-Gymnasium, München Stadtarchiv München Bericht der tz vom 16.03.2026 Kontakt: albert-einstein-gymnasium@muenchen.de   Abb.: Logo Albert-Einstein-Gymnasium. Eingestellt am 18.03.2026.  

    Csm Bavarikon Screenshot 50c56c1d72

    Spitzenstücke der Staatlichen Archive Bayerns auf bavarikon

    Entdecken Sie Glanzlichter der bayerischen Geschichte aus unseren Archiven auf bavarikon. bavarikon ist das Internetportal des Freistaats Bayern zur Präsentation von Kunst-, Kultur- und Wissensschätzen aus Einrichtungen in Bayern. Beteiligt sind Archive, Bibliotheken und Museen sowie Institutionen der Landesverwaltung, der Denkmalpflege und aus der Wissenschaft. bavarikon ermöglicht einen weltweiten und kostenlosen Zugang zu einem breiten Spektrum von Kulturgütern wie Urkunden und Archivalien, Handschriften, archäologischen Funden, Gemälden, Grafiken und Fotografien, Stadtplänen und Landkarten, Skulpturen, Zahlungsmitteln, Burgen und Schlössern sowie Volkskultur und vielem mehr. Die Staatlichen Archive Bayerns sind einer der Kooperationspartner des Portals. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv und die Staatsarchive präsentieren dort ausgewählte Archivalien, die eine herausragende Bedeutung für das historische Gedächtnis Bayerns haben. Zu den Spitzenstücken aus den Staatlichen Archiven Bayerns

    Plakat zum Tag der Archive 2020 im Staatsarchiv Landshut

    10.03.2020: „Handgeschrieben!? Messages im vor-elektronischen Zeitalter“ - Tag der Archive im Staatsarchiv Landshut am 9. und 10. März 2020

    Das Staatsarchiv Landshut lädt zu Führungen und einer kleinen Ausstellung am 9. und 10. März 2020 ab jeweils 16 Uhr ein. Führung durch das Staatsarchiv Landshut mit Archivalienpräsentation Bundesweit wird am ersten Märzwochenende der 10. Tag der Archive veranstaltet. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Kommunikation: Von der Depesche zum Tweet“. Mehrere hundert Archive in Deutschland öffnen ihre Türen und gewähren Einblicke in ihre Arbeit mit historischen Dokumenten. Das Staatsarchiv Landshut beteiligt sich an den darauf folgenden Werktagen. In zwei „Feierabend-Führungen“ werden am Montag, den 9. und Dienstag, den 10. März jeweils um 16.00 Uhr im Staatsarchiv Landshut die vielfältigen Aufgaben des Staatsarchivs Landshut vorgestellt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, den erst 2016 bezogenen markanten Neubau des Staatsarchivs an der Schlachthofstraße zu besichtigen. Dazu können die Besucherinnen und Besucher zusätzlich in der kleinen Ausstellung „Handgeschrieben!? Messages im vor-elektronischen Zeitalter“ einige aus­gesuchte Originale zum Thema „Kommunikation“ bewundern. Ein Schwerpunkt liegt auf der Korrespondenz von und mit Edmund Jörg, der im 19. Jahrhundert als Archivar auf der Burg Trausnitz wirkte und dessen 200. Geburtstag vor wenigen Monaten begangen wurde. Hinzu kommen private Briefe von Personen aus allen Gesellschaftsschichten, von jungen Adeligen bis hin zu Ge­fängnisinsassen in Straubing, die in den Beständen des Staatsarchivs überliefert sind. Ort:                Staatsarchiv Landshut, Schlachthofstraße 10, 84034 Landshut Zeit:     Montag, 9. März 2020, 16.00 Uhr Dienstag, 10. März 2020. 16.00 Uhr Treffpunkt:   Haupteingang des Staatsarchivs Landshut, Eingangshalle   Sonderausstellung: „Handgeschrieben!? Messages im vor-elektro­nischen Zeitalter“ vom 2.-13. März 2020 jeweils zu den Öffnungszeiten des Staatsarchivs für Besucher geöffnet (Mo, Di, Do 8.00-16.00 Uhr, Mi 8.00-18.00 Uhr, Fr 8.00-13.30 Uhr). Eintritt frei. Führungen für Gruppen können telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.   Ansprechpartner:     Dr. Martin Rüth, Telefon:  0871/ 92328-0 oder  0871/92328-21, E-Mail: poststelle@stala.bayern.de   Eingestellt am: 06.02.2020   Zugehörige Dateien Pressemitteilung mit Programm  

    Ausstellungsplakat (Karin Hagendorn, Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns).

    14.3.-4.4.2023: Glocken zu Kanonen. Glockenbeschlagnahmung und -wiederherstellung in Bayern 1917–1922

    Eine kleine Ausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, bearbeitet von Thomas Froebrich, zu sehen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv vom 14. März – 4. April 2023. Am 14. März 2023 wurde die kleine Ausstellung „Glocken zu Kanonen. Glockenbeschlagnahmung und -wiederherstellung in Bayern 1917–1922“ im Bayerischen Hauptstaatsarchiv eröffnet. Die Ausstellung wurde im Rahmen der derzeit laufenden Archivarsausbildung für die 3. Qualifikationsebene an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern (HföD) erarbeitet. Glocken prägen seit Jahrhunderten unseren Alltag als Taktgeber. Sie zeugen in ihrer Zier- und Klangkunst nicht nur von der Verehrung Gottes und der Heiligen, sondern auch von den handwerklichen Fähigkeiten ihrer Gießer. Im Ersten Weltkrieg wurde ungefähr ein Drittel der bayerischen Glocken zertrümmert und eingeschmolzen, um den Metallbedarf der Rüstungsindustrie zu decken. Trotz dieser massiven Verluste gelang es dem „Glockenland Bayern“ besser als anderen Ländern des Deutschen Reichs, seinen Glockenbestand so weit als möglich zu schonen und insbesondere historische Glocken vor der Zerstörung zu bewahren. Die Ausstellung widmet sich den Abläufen und Akteuren der Glockenenteignungen während des Ersten Weltkriegs in Bayern. Abschließend wird auf die Frage der staatlichen Entschädigung bzw. Wiederherstellung der Glocken nach Kriegsende eingegangen. Die Exponate stammen vorwiegend aus den Beständen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, die Stadtarchive Augsburg und Rosenheim haben Digitalisate bereitgestellt.   Ausstellungsbegleitend ist ein Faltblatt erhältlich, das auf dieser Seite unter 'Zugehörige Dateien' und unter https://gda-hp-red-ent.cms.bybn.de/de/vermitteln/publikationen/Llhrausstellungen-der-bayerischen-archivschule/index.html zum Download bereitgestellt wird. Die Ausstellung kann vom 14. März bis 4. April 2023 im Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München besucht werden. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 – 18.00 Uhr, Freitag 8.30 – 13.30 Uhr. Führungen für Gruppen können unter oeffentlichkeitsarbeit@gda.bayern.de vereinbart werden.   Eingestellt am 13. März 2023   Zugehörige Dateien Begleitheft zur Ausstellung [PDF-Datei zum Download].  Pressemitteilung [PDF-Datei].  Ausstellungsplakat [JPG-Datei zum Download].

    Richtfest Staatsarchiv Würzburg, v.l.n.r.: Dr. Otto Hünnerkopf, Robert Finster, stellvertretender Landrat von Kitzingen, Stefan Güntner, Oberbürgermeister der Stadt Kitzingen, Dirk Heller, gmp, Dr. Bernhard Grau, Generaldirektor der Staatlichen Archive, Dr. Andrea Behr, MdL, Dr. Eugen Ehmann, Regierungspräsident von Unterfranken, Ingrid Simet, Ministerialdirektorin im Bayerischen Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr, Birgit Reichardt, Bayerisches Staatsministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr, Daniela Kircher, Bereichsleiterin Hochbau, Staatliches Bauamt Würzburg, Joachim Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamts Würzburg a.D., Dr.-Ing. Michael Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamts Würzburg, Bildrecht Staatliches Bauamt Würzburg -D.Bg.-K [JPG-Datei].

    15.4.2024: Richtfest Neubau für das Staatsarchiv Würzburg in Kitzingen

    Am Montag, den 15. April 2024, wurde auf der Baustelle für den Neubau des Staatsarchivs Würzburg in Kitzingen Richtfest gefeiert. Bayerns Bauminister Christian Bernreiter, vor Ort vertreten durch Ministerialdirektorin Ingrid Simet, richtete seine Glückwünsche aus: „Moderne Archivarbeit erfordert moderne Räume, denn trotz Digitalisierung ist die Aufbewahrung von Archivgut unverzichtbar. Ich freue mich deshalb, dass die Arbeiten im Kosten- und Zeitplan liegen.“ Generaldirektor der Staatlichen Archive, Dr. Bernhard Grau, gab in seinem Grußwort der großen Freude Ausdruck, dass das Staatsarchiv für Unterfranken in Kitzingen ein architektonisch eindrucksvolles Dienstgebäude erhält, das den hohen Anforderungen an einen modernen Archivbau voll gerecht werde. Er betonte die Bedeutung des Neubaus für die historische Überlieferung Unterfrankens und wies darauf hin, dass die älteste Urkunde im staatlichen Besitz künftig hier in Kitzingen verwahrt werde.  Spatenstich für die Baumaßnahme war im Mai 2023, die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2025 geplant, das Staatsarchiv wird seinen Betrieb am neuen Standort voraussichtlich Ende 2026 aufnehmen.   Pressemitteillung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr >>>   Erstellt am 17.4.2024     Zugehörige Dateien Pressemitteilung Bayerisches Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr [PDF-Datei].

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