Eine kleine Ausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern
bearbeitet von Erik Hihler
Eröffnung der Ausstellung am Dienstag, 14. Juli 2026, 10.00 Uhr
Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Schönfeldstraße 5, 80539 München
Am Dienstag, 14. Juli 2026, wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv die kleine Ausstellung Feste, Freizeit und Geselligkeit im Augsburg des 18. Jahrhunderts: „Das Augspurgische Jahr einmahl“ eröffnet. Auf der Basis des mehrseitigen Gedichts „Das Augspurgische Jahr einmahl, oder Kurze Beschreibung alles dessen, was durch das gantze Jahr einmahl in Augspurg zu sehen oder zu begehen“ ist, schildert ein anonymer Autor des 18. Jahrhunderts den Jahresablauf in der Reichsstadt Augsburg und präsentiert Monat für Monat einen Überblick der Bräuche, Traditionen und Gewohnheiten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.
Die Ausstellung bietet Einblicke in die Begebenheiten, die hinter den im „Jahreinmahl“ idealtypisch dargestellten Ereignissen stehen. Vorgestellt werden Reibungspunkte, Konflikte, vor allem aber auch die schönen Momente im Alltagsleben des 18. Jahrhunderts in Augsburg.
Über das Jahr hinweg werden im „Jahreinmahl“ vier Themenbereiche behandelt:
Den Auftakt macht die Geselligkeit mit Besuchen in Gastwirtschaften oder Zusammenkünften im privaten Kreis. Beliebte Ziele waren die knapp außerhalb der Stadtmauern gelegene Wirtschaft auf dem Bach oder das Jägerhäußl im heutigen Siebentischwald, letzteres bereits auf kurbayerischem Boden. Obrigkeitlicher Regelungsbedarf ergab sich dabei nicht nur bei Speis und Trank, sondern vor allem auch beim Glückspiel.
Ein zweiter Themenbereich waren die Freizeitbeschäftigungen, die schon damals der Erholung und körperlichen Betätigung dienten. Die Wintermonate prägten Fahrten auf Pferdeschlitten oder Schlittschuhlaufen. In der warmen Jahreszeit unternahm man Ausflüge und Spaziergänge ins Umland, an den Hirschgraben oder zu Schießplätzen. Auch das Baden in Flüssen und Kanälen war ein beliebter Zeitvertreib.
Schließlich gliederten kirchliche und weltliche Feste und Feiern den Jahreslauf. Religiöse Feste wurden häufig durch Jahrmärkte, Festessen und gesellige Veranstaltungen ergänzt. Umgekehrt wurden auch Feiern aus weltlichen Anlässen meist von Gottesdiensten begleitet.
Für das städtische Selbstverständnis war der Wahltag Anfang August der wichtigste jährliche Festtag. An diesem Tag wurden die Stadtpfleger, die Mitglieder des Stadtrats und die Inhaber vieler weiterer Ämter vom Rat gewählt und anschließend vereidigt. Repräsentative Bauten wie das Rathaus und der Perlachturm waren an diesem Tag öffentlich zugänglich. Am folgenden Sonntag fand der Schwörtag statt, an dem sich Stadtregierung, -wache und -bevölkerung wechselseitig auf die Stadtordnung verpflichteten.
Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2024/2027 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet.
Die Ausstellung kann vom 14. Juli bis 30. August 2026 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München besucht werden.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 - 18.00 Uhr, Freitag 8.30 - 13.30 Uhr.
Eintritt frei.
Allgemeine öffentliche Führungen: Montag, 20. Juli und Montag, 27. Juli jeweils um 15 Uhr
eingestellt am 14.7.2026