In einem „Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung vom 4. Oktober 1977 charakterisierte der Journalist Ernst Müller-Meiningen jr. den bekannten Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller Luis Trenker (1892–1990) zu dessen 85. Geburtstag. Luis Trenker bedankte sich beim Autor mit einem Brief vom 26. Oktober 1977, ausgestellt in Bozen (Signatur: NL Müller-Meiningen 449), mit folgenden Worten: „Lieber Ernst Müller Meinigen junior – Tausend Dank für Ihre treffende Charakterisierung meines zarten und unzarten Innen und Umadumlebens! Dafür habe ich Ihnen in aller Stille schnell noch den Langkofel auf dieses Blatt gemalt! Herzlichst, ihr L. T.“ Und tatsächlich findet sich im linken oberen Eck des Briefes das nur 5 x 6 cm große Aquarell des von Luis Trenker so geliebten Langkofels. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Familie Trenker.


Ernst Müller-Meiningen jr. (1908–2006), ein wichtiger Vertreter des deutschen Nachkriegs-Journalismus, trat 1946 als Redakteur in die neu gegründete Süddeutsche Zeitung ein. Von 1951 bis 1971 stand er an der Spitze des Deutschen und Bayerischen Journalistenverbands. Er war Gründungsmitglied des Deutschen Presserats und gehörte diesem Selbstkontrollkollegium von 1956 bis 1970 an. Von 1966 bis 1979 vertrat er als Mitglied des Bayerischen Senats die Gruppe der „Freien Berufe“. Sein Nachlass mit einem Umfang von 8,5 laufenden Metern wird von der Abteilung V Nachlässe und Sammlungen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs verwahrt.

Joachim Glasner

 

Abb. 1: Brief mit Aquarell des Langkofel von Luis Trenker an Ernst Müller-Meiningen jr., 1977 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, NL Ernst Müller-Meiningen jr. 449).

Dieses Fundstück ist in den Nachrichten aus den Staatlichen Archiven Bayerns erschienen, Heft 76/2019.