Naturschutz in Bayern vor 1979 - Aktionen und Akteure

Eine kleine Lehrausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern vom 19. November 2019 bis zum 10. Januar 2020, bearbeitet von Andrea Kurzböck

Plakat zur Ausstellung Naturschutz in Bayern

Plakat zur Ausstellung (Karin Hagendorn)

Tafel in einem Waldstück bei Petershausen, Lkr. Dachau (Foto Andrea Kurzböck)

Tafel in einem Waldstück bei Petershausen, Lkr. Dachau (Foto Andrea Kurzböck)

Plakat der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Ebersberger Forstes, 1965 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Schutzgemeinschaft deutscher Wald Landesverband Bayern, 321)

Plakat der Interessengemeinschaft zur Erhaltung des Ebersberger Forstes, 1965 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Bayern, 321)

Am Dienstag, 19. November 2019, wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv die kleine Ausstellung „Naturschutz in Bayern vor 1979. Aktionen und Akteure“ eröffnet. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2017/2020 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, von Andrea Kurzböck erarbeitet.

Klimaschutz und Umweltschutz dominieren aktuell die öffentliche Diskussion, vom Naturschutz wird nur noch selten gesprochen. Eine Ausnahme bildet der Artenschutz, ein Kernbereich des Naturschutzes. Seit dem 19. Jahrhundert beschäftigen sich Naturschützer neben dem Artenschutz mit dem Schutz der Landschaft und einzelner Naturdenkmale.

Vorgehensweisen, Personalstruktur und Beweggründe des Naturschutzes unterlagen im Laufe der Zeit Veränderungen, waren aber immer schon vielfältig. Staatliche wie nichtstaatliche Institutionen stellten Forderungen, appellierten an Vernunft und Emotionen, mobilisierten, drohten mit Strafen, belohnten aber auch vorbildliches Handeln. Vereine, Verbände, Presse und Staatsbehörden sammelten und verbreiteten Informationen.

Im Zentrum der Argumentation standen anfangs ästhetische und patriotisch-konservative Aspekte. Weitere Beweggründe waren der Schutz der Natur für wissenschaftliche Zwecke und die Erkenntnis, dass die Zerstörung der Natur langfristig die Wirtschaft belastet. Schon früh kamen mit dem Nachhaltigkeitsgedanken auch ökologische und soziale Argumentationslinien hinzu.

Die kleine Ausstellung zeigt mit 31 Exponaten in 6 Abschnitten einige zentrale Handlungsweisen des Naturschutzes bis 1979. Sie stellt als Handelnde große Institutionen wie den Bund Naturschutz und Staatsministerien sowie kleinere Vereine und kommunale Einrichtungen vor. Darüber hinaus gibt sie Einblicke in die verschiedenen Motivationen für Naturschutzbestrebungen. Der zeitliche Rahmen ergibt sich aus der Neugründung einer Umweltschutzpartei in Bayern, die sich in ihrem Programm auch dem Naturschutz verpflichtete und damit der Diskussion eine neue Komponente auf politischer Ebene verlieh.

Die Ausstellung ist vom 19. November 2019 bis 10. Januar 2020 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München zu sehen.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30–18.00 Uhr, Freitag 8.30–13.30 Uhr (Sa, So und vom 23.12.2019 bis 6.1.2020 geschlossen)

Eintritt frei. Führungen für Gruppen können unter (089) 28638-2575 vereinbart werden.

Weitere Informationen unter www.gda.bayern.de (Pressebilder können in höherer Auflösung angefordert werden).

Online-Bestände zum Naturschutz (Auswahl):

° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Landesstelle für Naturschutz

° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: MELF 4 (Forstwesen)

° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Finanzministerium: MF 22 Forstwesen

° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kultusministerium: MK 3/1 (mit Digitalisat zum Exponat 1a: MK 14649)

° Staatsarchiv München, Bezirksamt/Landratsamt Laufen