Revolution – Der Übergang von der Monarchie zur Republik im Raum Würzburg 1918/19

Gemeinsame Ausstellung (Teil 2) des Stadtarchivs Würzburg und des Staatsarchivs Würzburg mit Originaldokumenten zur Räterepublik in Würzburg

Revolution 1918/1919 in Würzburg

Vor hundert Jahren beendete eine Revolution in Bayern die Monarchie. Einige Revolutionäre
versuchten, eine sozialistische Räterepublik zu etablieren. In Würzburg trat die Räteherrschaft
besonders spürbar auf den Plan. Die Würzburger Residenz, damals wie heute Sitz
des Staatsarchivs, war Anfang April 1919 Tagungsort des zwölfköpfigen Revolutionären
Aktionsausschusses (RAA) und somit Zentrum des revolutionären Geschehens. Diese dreitägige
Räteherrschaft in der Residenz vom 7. bis zum 9. April 1919 bildet den zeitlichen
Schwerpunkt der Ausstellung.

In der Ausstellung sind unter anderem das in einem Akt der Staatsanwaltschaft Würzburg
überlieferte Protokollbuch des Aktionsausschusses sowie eine Vielzahl an Plakaten und
Flugblättern zu sehen. Mit Plakaten und Flugblättern versuchten die Revolutionäre, die
Stimmung in der Stadt zu steuern und die Bevölkerung über die Geschehnisse zu informieren.
Angesichts widersprüchlicher Anweisungen der Münchner Räte und der Bamberger
Exilregierung herrschte außerhalb der größeren Städte häufig Ratlosigkeit, was Akten der
unterfränkischen Landratsämter belegen.

Bereits nach drei Tagen wurde die Würzburger Räterepublik durch einen Zusammenschluss
aus Soldaten, Studenten und Bürgern militärisch beendet. Die Hauptakteure der Würzburger
Räterepublik wurden vor dem Landgericht Würzburg (Standgericht) verurteilt. Kommunisten
und Spartakisten galten von nun an als Hauptgefahren für die junge Demokratie. Noch
in der NS-Zeit wurden viele Anhänger der unterfränkischen Räterepubliken sowie deren
Familienmitglieder überwacht und verfolgt, wie die Akten der Gestapostelle Würzburg über
Angehörige des RAA-Vorsitzenden Georg Friedrich Hornung dokumentieren.

Die Ausstellung wurde vom Staatsarchiv Würzburg gemeinsam mit dem Stadtarchiv Würzburg
erarbeitet und war bereits im November 2018 im Stadtarchiv zu sehen. Sie wird nun –
erweitert um Originaldokumente aus den Beständen des Staatsarchivs Würzburg – im
Staatsarchiv in der Würzburger Residenz gezeigt.

Die Ausstellung ist vom 9. April bis 7. Juni 2019 im Foyer des Staatsarchivs Würzburg, Residenzplatz
2 (Residenz, Nordflügel)
, 97070 Würzburg zu sehen (an allen Feiertagen geschlossen).

Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten: Mo–Mi 8.00–16.00 Uhr, Do 8.00–20.00 Uhr, Fr 8.00–13.30 Uhr.
Führungen für Gruppen können kostenfrei gebucht werden unter Tel. 0931/355 29-0 oder
Email: poststelle@stawu.bayern.de