Schuld und Sühne? Der Nationalsozialismus vor Gericht

Eine Ausstellung im Staatsarchiv Coburg vom 26. Juni bis 2. August 2019 zeigt anhand von Akten der Staatsarchive München und Coburg die Ermittlungen und Strafverfahren wegen Nationalsozialistischer Gewaltverbrechen (NSG)

Ausstellungsplakat "Schuld und Sühne"

Ausstellungsplakat, Bildausschnitt: KZ-Häftlinge beim Appell (Staatsarchiv München, Staatsanwaltschaften 34862/1)

Auch dem ehemaligen Oberbürgermeister von Coburg und Gauleiter von Pommern Franz Schwede-Coburg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Landgericht Coburg der Prozess gemacht (Staatsarchiv Coburg, Bildsammlung 1214).

Nach dem Zweiten Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten stellte sich die Frage nach der Verantwortung, nach Schuld und Sühne der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes. Neben den alliierten Hauptkriegsverbrecherprozessen in Nürnberg wurden von den Amerikanern die zwölf Nürnberger Folgeprozesse sowie die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse zur Abstrafung verbrecherischer Organisationen sowie von Tätergruppen und Einzeltätern geführt. Seit Ende 1945 durften die deutschen Gerichte wieder Recht sprechen und seit dem Jahr 1950 hatten sie so weitreichende Kompetenzen, um auch Kriegsverbrechen aburteilen zu können. Darüber hinaus konnten jetzt Ermittlungsbehörden und Gerichte in Eigenregie Straftaten mit nationalsozialistischem Hintergrund aufklären und aburteilen.

Die im Staatsarchiv München erarbeitete Ausstellung gibt einen Einblick in die Verfahrensabläufe und stellt einige Prozesse vor, die aus der Masse der Strafverfahren herausragen. Ein großer Abschnitt der Ausstellung widmet sich den Verbrechen in den Konzentrationslagern. Die juristische Aufarbeitung von Dachau fiel ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft München II, zu den Passauer Außenlagern des Konzentrationslagers Mauthausen ermittelte die Staatsanwaltschaft Passau.

Ein weiterer Abschnitt untersucht an Hand von Spruchkammerakten und Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Coburg, wie im Coburger Raum die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewalttaten durchgeführt wurde.

Die Ausstellung im Staatsarchiv Coburg  (Herrngasse 11) ist vom 26. Juni bis zum 2. August 2019 zu sehen.

Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Mo–Do: 8.00–16.00 Uhr, Fr: 8.00–13.30 Uhr

Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich:

  • Kleine Ausstellungen Nr. 40: Schuld und Sühne? Zur Verfolgung der NS-Verbrechen durch oberbayerische Justizbehörden anhand der Überlieferung im Staatsarchiv München. Eine Ausstellung des Staatsarchivs München. 6.5.-20.6.2014. Konzeption und Bearbeitung: Christoph Bachmann und Robert Bierschneider, München 2014, ISBN 978-3-938831-43-4 - € 5.00,140 Seiten, sw-Abb. im Text