Regensburg und seine jüdische Gemeinde im Mittelalter

Neue Virtuelle Ausstellung auf der Plattform bavarikon - Kultur und Wissensschätze Bayern ab 26. Oktober 2021, bearbeitet von Dr. Astrid Riedler-Pohlers.

Ausstellungsplakat [JPG-Datei]

Ausstellungsplakat [JPG-Datei].

Abbildung eines Siegels der jüdischen Gemeinde Regensburg von 1356 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Reichsstadt Regensburg Urkunden 1078), Foto: Doris Wörner, Bayerisches Hauptstaatsarchiv [JPG-Datei]

BU 1: Siegel der jüdischen Gemeinde Regensburg von 1356 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Reichsstadt Regensburg Urkunden 1078), Foto: Doris Wörner, Bayerisches Hauptstaatsarchiv [JPG-Datei].

BU 2: Abbildung der Seite aus dem mittelalterlichen „Roten Privilegienbuch“ der Stadt Regensburg (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Reichsstadt Regensburg Amtsbücher und Akten 6, fol. 27), Foto: Doris Wörner, Bayerisches Hauptstaatsarchiv [JPG-Datei].

BU 3: Seite aus dem mittelalterlichen „Roten Privilegienbuch“ der Stadt Regensburg (Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Reichsstadt Regensburg Amtsbücher und Akten 6, fol. 27), Foto: Doris Wörner, Bayerisches Hauptstaatsarchiv [JPG-Datei].

Abbildung zu: Der weise Hakham. Mittelalterliche Buchmalerei aus einer Pessach-Haggadah (Bayerische Staatsbibliothek, Cod. Hebr. 200),Foto: Doris Wörner, Bayerisches Hauptstaatsarchiv [JPG-Datei].

Der weise Hakham. Mittelalterliche Buchmalerei aus einer Pessach-Haggadah (Bayerische Staatsbibliothek, Cod. Hebr. 200),Foto: Doris Wörner, Bayerisches Hauptstaatsarchiv [JPG-Datei].


Am Dienstag, 26. Oktober 2021, wurde in der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns die neue virtuelle Ausstellung „Regensburg und seine jüdische Gemeinde im Mittelalter“ im Kulturportal bavarikon eröffnet. Beim Festakt sprachen Herr Staatsminister Bernd Sibler, MdL, Herr Dr. Ludwig Spaenle, Staatsminister a.D., MdL, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe sowie Frau Ilse Danziger, Jüdische Gemeinde Regensburg und Vizepräsidentin des Landesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Frau Dr. Astrid Riedler-Pohlers, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, die die Ausstellung erarbeitet hat, führte in die virtuelle Schau ein und stellte ausgewählte Exponate vor. Über den Link www.bavarikon.de/judentum-regensburg ist die Ausstellung ab dem 26. Oktober 2021 einsehbar. Die Veranstaltung wurde per Live-Stream übertragen. Das Projekt ist ein Beitrag der Staatlichen Archive Bayerns zum Jubiläumsjahr 2021 Jüdisches Leben in Deutschland: https://2021jlid.de.

In der virtuellen Ausstellung wird die Geschichte der Juden im mittelalterlichen Regensburg erzählt. Welche Rahmenbedingungen prägten das jüdische Leben in dieser bedeutenden Stadt? Welche Beziehungen bestanden zwischen Juden und Christen? Welche Berufe übten sie aus und welche soziale Stellung hatten sie inne? So groß die Zahl an Quellen ist, so unterschiedlich sind die Themen, von denen sie erzählen. Urkunden, Siegel, hebräische Handschriften, Bilder, Karten, archäologische Funde und weitere besondere Stücke berichten von den jüdischen Regensburgern. Digitalisate aus den Beständen von elf Kultureinrichtungen erlauben es, diese einzigartigen Quellen virtuell in die Hand zu nehmen und Details zu erkunden.

Sechs Kapitel zeigen, wie sich die jüdische Gemeinde Regensburgs entwickelt hat und wieso sie noch heute von so großer Bedeutung ist. Das jüdische Viertel und seine Bewohner werden dabei genauso vorgestellt wie deren Versorgungsmöglichkeiten mit Dingen des täglichen Bedarfs. Religi-on war das prägende Element im Mittelalter und das galt auch für die jüdische Gemeinde. Welche vielfältigen Tätigkeiten Juden ausübten, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienten und zu wem die jüdische Gemeinde in Kontakt stand, sind ebenso spannende Themen wie die Rechte und Pflichten, die Juden im mittelalterlichen Regensburg hatten.

Von den Verfolgungswellen, denen die Juden Europas im Mittelalter ausgesetzt waren, blieb die jüdische Gemeinde Regensburgs weitgehend verschont. Zum Zeitpunkt ihrer Vertreibung im Jahr 1519 konnte sie daher – anders als die meisten anderen jüdischen Gemeinden – auf eine über 500-jährige Ansässigkeit in der Stadt zurückblicken.

Die virtuelle Ausstellung lässt mit über 60 Exponaten in sechs Abschnitten die mittelalterliche Geschichte der jüdischen Gemeinde Regensburg lebendig werden. Alle Ausstellungsstücke, darunter auch hier erstmals zugängliche 3D-Digitalisate, werden in herausragender digitaler Qualität gezeigt.

Die Ausstellung ist zu sehen unter www.bavarikon.de/judentum-regensburg.

bavarikon ist das Internetportal zu Kunst, Kultur und Landeskunde des Freistaats Bayern (www.bavarikon.de). Es macht das vielfältige kulturelle Erbe Bayerns weltweit kostenlos zugänglich und richtet sich sowohl an die breite kulturinteressierte Öffentlichkeit als auch an wissenschaftliche Nutzer*innen. Mittlerweile sind über 370 000 Inhalte von mehr als 110 Kultureinrichtungen online. bavarikon ist ein Gemeinschaftsprojekt des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Staatsministeriums für Digitales. Die Bayerische Staatsbibliothek trägt den laufenden redaktionellen, technischen und organisatorischen Betrieb.

 

Eingestellt am 25.10.2021, zuletzt ergänzt am 29.10.2021