Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Staatsarchiv Landshut
Kapitel-Bezeichnung: 1. Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-0256fdc6-e258-4ecd-982a-8bcdadb340621
Bestellsignatur: StALa, Schlossarchiv Kapfing U 67

Beschreibung des Archivales

Betreff:

1601 September 1 Landshut

Anna Püschin geborene Ayrnschmaltzin, Witwe des edlen und vesten Wolf Friedrich Pusch zu Vilsheim, fürstlichen Regimentsrates zu Landshut, stiftet für ihr und ihrer Verstorbenen Seelenheil ein ewiges Beneficium in Gestalt einer Wochenmesse, die jeden Dienstag früh in der von ihr neu erbauten und ausgestatteten St. Anna-Kapelle auf dem Friedhof ihrer Hofmark Vilsheim neben der Pfarrkirche St. Kastulus gelesen werden soll. Nähere Einzelbestimmungen über Ausgestaltung und Gebetsmeinung dieser Messen mit Zustimmung der geistlichen Obrigkeit. -

Genannt: Geörg Ayrnschmaltz, beider Rechten Doktor, ehemaliger Regierungsrat zu Landshut, Vater der Stifterin, und seine Hausfrau Anna Isingerin;

Georg Ayrnschmaltz, der Rechten Doktor, ehemaliger Regimentsrat zu Burghausen, Bruder der Stifterin;

Hans Pusch zu Vilsheim und dessen Hausfrau Helena, geborene Marschalkin von der Schneid, Schwager und Schwägerin der Stifterin;

ferner deren beide, jung verstorbene Kinder Hans Werner Pusch und Ursula Püschin.

Die Kapelle ist in ihrem derzeitigen Zustand durch den Weihbischof von Freising, Bartholomäus Scholl, geweiht worden.

Aus der Stiftung sollen gezahlt werden: die Kosten für Unterhaltung und Ausschmückung der Kapelle: ferner an den Pfarrer an Kirchweih und St. Anna seine 2 "Präsenzen", 3 ß 15 d, dem Gesellprieser 2 ß d, dem Mesner das ganze Jahr 1 fl 5 ß d, den Kirchenpröbsten (Kirchenpflegern) jährlich 3 ß 15 d, dem Kaplan des Beneficiums, welcher zugleich Pfarrer von Vilsheim sein kann, jedoch auf das Beneficium präsentiert werden muß, jährlich außer den genannten 2 Präsenzen noch 25 fl.

Wenn die Stiftung nicht ausreicht, sollen die Nachkommen der Stifterin aus eigenen Mitteln das Fehlende ersetzen. Jährlich sollen am St. Annatag 60 "hausarme Menschen" je 12 kr. ausgezahlt bekommen; wenn aber nicht so viele Hausarme vorhanden sind, soll der Rest sonstigen Bedürftigen gegeben werden gegen die Verpflichtung, für die Seele der Stifterin zu beten.

Die Beneficiaten sollen für alle Zeiten durch den jeweiligen Inhaber des Patronatsrechts (Lehen) dem Bischof von Freising präsentiert werden.

Siegler: 1. die Ausstellerin (mit eigenhändiger Unterschrift) ferner die edlen und vesten 2. Stephan Schleich zu Achdorf und Harbach, fürstlicher Rat und Rentmeister zu Landshut, 3. Christoph Closenberger, des inneren Rats daselbst, beide Schwäger der Ausstellerin

Or. Perg.

3 S. fehlen

Laufzeit: 1601
Sprache: ger
Gattung: Urkunden

Überlieferungsgeschichte

Provenienz:

Schlossarchiv Kapfing