Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Kapitel-Bezeichnung: 1401-1450
URN: urn:nbn:de:stab-0cfef085-6192-4e4d-95dc-dff5332640fd2
Bestellsignatur: BayHStA, Grafschaft Ortenburg Urkunden 691/a

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Jo{e}rg und Hanns die Fraw{e}nberger zum Hag d. Ä., Gebrüder, Pau{e}ls von A{e}resingen, Kammermeister, und Erasem Haw{e}sner zu Freyhaw{e}sen entscheiden im Streit zwischen Hr. Wilhalm und Lucas den Fraw{e}nberger, Gebrüder, einerseits und Jo{e}rg von Gundolfing anstatt seiner Frau Kyburg andererseits um das Erbe des verstorbenen Hr. Seiczen des Fraw{e}nberger, nachdem der Spruch von Hr. Heinrich Nothaft und Erasem Seyberstorffer keine Bereinigung des Streitfalles gebracht hatte, wie folgt:

1) Ungeachtet des Schrift- und Wortwechsels zwischen Hr. Wilhalm Fraw{e}nberger und Go{e}rg von Gundolfing soll nun endlich Friede und Eintracht sein.

2) Die vom verstorbenen Parcziual Fraw{e}nberger gestiftete Messe zu Fraw{e}nberg soll der von Guuldolfing entsprechend dessen U. verwirklichen.

3) Wegen der 2 Güter zu Syndolting, die die beiden Fraw{e}nberger für die Hofmark nach Fraw{e}nberg beanspruchen, soll dies durch Befragung der Alten geklärt werden, ansonst bleiben sie nach dem Spruchbrief bei dem von Gundolfing.

4) Bezüglich des Gurren Annger und der Wiesmahd der Pernaw{e} haben die Fraw{e}nberger zu beweisen, ob eines oder beide Stücke in die Hofmark nach Fraw{e}nberg gehören, sonst bleiben sie gemäß Spruchbrief bei dem von Guldolfing.

5) Bezüglich der 65 Pfund Landshuter Pfennig Gülten, die zu Fraw{e}nberg den Fraw{e}nbergern zustehen laut Spruchbrief, soll der von Gundolfing anstatt seiner Frau deren Anrecht darauf beweisen, notfalls hat ein gemeinsam eingesetztes Schiedsgericht darüber zu befinden.

6) Die U., die der von Gundolfing und seine Frau innehaben und die den Fraw{e}nbergern gehören, sind diesen zu übergeben, desgleichen die Lehenbücher und -briefe.

7) U., die sie nicht mehr haben, sollen den Fraw{e}nbergern angezeigt werden, und der von Gundolfing ist verpflichtet, danach zu suchen.

8) Alle anderen von dem verstorbenen Hr. Seicz dem Fraw{e}nberger hinterlassenen U., die sich bei dem von Guldolfing befinden, bleiben bei ihm, doch sollen die Fraw{e}nberger davon Kenntnis haben.

9) Hinsichtlich jener 3 U., die für die Fraw{e}nbergerin als Frau des Thoman Preysinger zu Regenspurg gegeben wurden, sollen der von Guldolfing und seine Frau gemäß Spruchbrief die Fraw{e}nberger davon enthaben und diese U. sodann ihnen übergeben, wofür sie eine Quittung zu geben haben.

10) Wegen der Gülte für den Kaplan der Messstiftung soll dieser Rechnung legen und der noch fehlende Teil durch den von Gundolfing ersetzt werden.

11) Über die 65 Pfund Pfennig Gülte soll abgerechnet werden, und was von Datum des Spruchbriefs an fehlt, hat der von Gundolfing zu erlegen.

12) Die 10 1/2 Pfund Pfennig, die die Fraw{e}nberger für den verstorbenen Hr. Seiczen Fraw{e}nberger ausgelegt haben, hat ihnen der von Gundolfing anstatt seiner Frau zu zahlen.

13) Die 100 fl, die Lucas der Fraw{e}nberger dem verstorbenen Hr. Seiczen Fraw{e}nberger schuldet, hat er dem von Gundolfing zu zahlen.

14) Diesem soll geholfen werden, dass die obgenannte Frau des Thoman Preysinger 12 Hafteln zurückgibt oder eine entsprechende Entschädigung dafür leistet.

15) Die Heuhölzer, die zu Fraw{e}nberg und zu Taufkirchen und zu anderen Gütern gehören, haben dort zu bleiben.

16) Die 1200 fl Widerlegung, die die Frau des Thomas Preysinger innehat, sind auf Kyburg von Gundollfing und deren Erben zu verschreiben und gemäß Spruchbrief im Lande des H. Heinrich anzulegen.

17) Alle diese Bestimmungen sind bis kommenden Michaelis zu erfüllen.

S 1-4: die Spruchleute, S 5: Wilhalm der Fraw{e}nberger, S 6: Lucas der Fraw{e}nberger, S 7: Jo{e}rg von Gundolfing, S 8: dessen Frau Kyburg.

Laufzeit: 1431 Juni 13
Sprache: ger
Gattung: Urkunden

Überlieferungsgeschichte

Überlieferung:

Insert in Urk. 704

Provenienz:

Grafschaft Ortenburg Urkunden