Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Staatsarchiv Würzburg
Kapitel-Bezeichnung: Einzelregestierung von Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-1fad3e66-62f1-4f5e-b6d1-e6b0dbb6fb996
Bestellsignatur: StAWü, Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 267
Archivische Altsignatur:

Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 1349 März 2

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Der Edelknecht Volker ("Wolker") von Höchheim und seine Ehefrau Kunigunde beurkunden: Von Äbtissin und Konvent ("samenunge") des Klosters Himmelspforten bei der Stadt Würzburg haben sie ein Vorwerk in dem Dorf Opferbaum ("Opferbein"), das diese von dem Ritter Konrad von Seinsheim und seiner Ehefrau Sofia gekauft haben, mit allen Zugehörungen in Dorf, Gemarkung und auf dem Kirchhof zu Opferbaum zu Erbrecht inne. Zu diesem Vorwerk gehören auch die folgenden jährlichen Einkünfte:
- Stahel gibt 60 Pfennige und 4 Hühner von einem Haus und einem Garten.
- Die Kolbin gibt 9 Schilling Heller und 4 Hühner von einem Haus und einem Garten.
- Von demselben Haus gibt Mechthild ("Metze") Magermagd 26 Pfennige.
- Johannes Schmied ("Smit") gibt 60 Pfennige und 4 Hühner von einem Haus und einem Garten.
- Heinrich Schmied ("Smit") gibt 2 Schilling Pfennige und 7 Hühner von Feldäckern.
- Heinrich Sure gibt 8 Pfund Unschlitt von Feldäckern.
- Hermann Snelhart gibt 10 Pfund Unschlitt von einem Weinberg.
- Peter Remolter gibt 2 Schilling Heller von einem Feldacker.
- Konrad Flurschütz gibt 2 Lammsbäuche ("lamsbuche") von einem Garten.
- Die Lengin gibt 30 Eier von einem Feldacker.
- Hermann Butener gibt 1 Pfund Wachs von einem Feldacker.
Das Kloster erhält dafür jedes Jahr 32 Malter guten Roggen ("korns") und 4 Malter guten Weizen, gemessen mit der in Würzburg gebräuchlichen Metze, sowie 7 Malter guten Hafer, gemessen mit dem in Würzburg üblichen Baum. Dieses Getreide müssen die Beliehenen jedes Jahr auf ihre Kosten in das Kloster, in die Stadt Würzburg oder in einen anderen Ort in derselben Entfernung von Opferbaum in einen Getreidespeicher, den man ihnen dann anweist, liefern. Außerdem geben sie noch jährlich 20 Würzburger Pfennige am 11. November ("uf sant Merteins tag") und 1 Martinshuhn, alles in der Weise, wie sie es früher dem Konrad von Seinsheim und seiner Ehefrau gezinst haben. Die 20 Pfennige und das Huhn sollen die Nonnen von Kloster Himmelspforten an das Kloster St. Burkard in Würzburg weiterreichen, und zwar für den Teil einer Hofstatt, die an den Hof des Vorwerks grenzt. Dieser Teil einer Hofstadt war als Unterpfand ("vrsaz") zu dem Vorwerk gegeben worden. Den Nonnen stehen auf dem Vorwerk Herberge und die sonst auf ihren Eigengütern üblichen Dienstleistungen zu. Volker von Höchheim und seine Ehefrau sollen das Vorwerk bessern und nicht verschlechtern. Sie dürfen ihr Erbrecht ohne Wissen und Zustimmung der Nonnen weder versetzen noch verkaufen. Zu dem Vorwerk haben sie eine Hube in Dorf und Gemarkung Hergolshausen ("Hergolczhusen") als Unterpfand gegeben. Diese Hube haben sie von Äbtissin und Konvent wieder zurückerhalten. Dafür haben sie die folgenden Eigengüter als neues Unterpfand zu dem Vorwerk gegeben:
- 4,5 Morgen Wiesen zu Oberpleichfeld ("Obern Bleichuelt") gegen die Rodern.
- Einen Gaden im Kirchhhof von Opferbaum, der vormals dem Saueracker ("Suracker") gehört hat.
- 3 Morgen Weinberg am Eichelberge [zu Opferbaum] zwischen Weinbergen des Klosters Himmelspforten und des Otto Tockler.
Außerdem sollen sie noch weitere Unterpfänder im Wert von 20 Pfund Heller innerhalb von drei Jahren, gerechnet ab dem verflossenen 22. Februar ("sant Peters tag vmb Vasenacht"), zu dem Vorwerk erwerben. Die Beliehenen erklären, dass sie in Dorf und Gemarkung Opferbaum über keinerlei Eigengüter mit Ausnahme der als Unterpfand eingesetzten Stücke mehr verfügen. Sie versprechen, dem Kloster für die Wiese, den Gaden und den Weinberg Währschaft zu leisten, wie dies für Eigengüter im Lande Franken üblich ist. Dafür und dass sie weitere Unterpfänder im Wert von 20 Pfund Heller erwerben werden, haben sie den Nonnen die Würzburger Bürger Hanmann Ziechlin, Otto Tockler und Johannes Zentgraf ("Centgreuen") als Bürgen eingesetzt. Sollten die zum Unterpfand eingesetzten Güter gerichtlich angesprochen und weitere Unterpfänder nicht fristgerecht erworben werden, dann sollen die Bürgen auf Mahnung durch die Nonnen bei einem öffentlichen Wirt in Würzburg entweder persönlich oder jeder mit einem Pferd zum Schaden der Beliehenen Einlager halten, bis die Währschaft erfüllt wird und weitere Unterpfänder erworben sind. Bei Rückzug oder Tod eines Bürgen ist innerhalb eines Monats ein gleichwertiger Ersatzmann, den auch die Nonnen akzeptieren, zu stellen. Stirbt ein Pferd in der Leistung oder ist nicht mehr leistungsfähig, hat es der betroffene Bürge zu ersetzen. Sie verpflichten sich, ihre Bürgen für etwaige durch die Bürgschaft erlittene Schäden und Kosten schadlos zu halten. Reichen die Beliehenen die 20 Pfennige und das Martinshuhn nicht zum festgelegten Termin, dann verlieren sie ihr Erbrecht an dem Vorwerk sowie die als Unterpfand eingesetzten Güter. Sollten sie bei der Lieferung des Getreides einmal mit 7 Malter oder weniger in Rückstand geraten, dann verlieren sie ihr Erbrecht und die als Pfand eingesetzten Güter nicht. Die Beliehenen verpflichten sich zur Einhaltung des Vertrages, gegen den sie mit keinerlei gerichtlichen Mittel vorgehen werden. Es siegeln Volker von Höchheim, die Bürgen und der Offizial, Richter zu der Roten Tür in Würzburg. Die Bürgen bekennen sich zur Übernahme der Bürgschaft und der damit verbundenen Pflichten.


Aussteller: Volker von Höchheim und seine Ehefrau Kunigunde
Empfänger: Äbtissin und Konvent des Klosters Himmelspforten

Äußere Beschreibung:

S 4: Otto Tockler; an Pergamentstreife

Laufzeit: 1349 März 2
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Pergament

Literaturhinweise:

Regest: Hoffmann, Himmelspforten, Nr. 285 S. 285f.
Repertorium: Rep. 1, Bd. 6, S. 399

Registerbegriffe

Ortsnamen: Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Äbtissin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Konvent ; Würzburg, Kloster, St. Burkard ; Würzburg, Maß ; Würzburg, Währung ; Würzburg, Bürger ; Würzburg, Einlager ; Würzburg, Offizial ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Vorwerk ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Gemarkung ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Dorf ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Kirchhof ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Beständner ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Haus ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Garten ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Acker, Feldacker ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Hofstatt ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Gaden ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Weinberg ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Flurnamen ; Hergolshausen (Gde. Waigolshausen/Lkr. Schweinfurt), Hufe ; Hergolshausen (Gde. Waigolshausen/Lkr. Schweinfurt), Dorf ; Hergolshausen (Gde. Waigolshausen/Lkr. Schweinfurt), Gemarkung ; Oberpleichfeld (Lkr. Würzburg), Wiese ; Oberpleichfeld (Lkr. Würzburg), Flurnamen
Personennamen: Höchheim, Volker von ; Höchheim, Kunigunde von ; Seinsheim, Konrad von ; Seinsheim, Sofia von ; Stahel, N., Opferbaum ; Kolbin, N., Opferbaum ; Magermagt, Mechthild, Opferbaum ; Schmied, Johannes, Opferbaum ; Schmied, Heinrich, Opferbaum ; Sure, Heinrich, Opferbaum ; Snelhart, Hermann, Opferbaum ; Remolter, Peter, Opferbaum ; Flurschütz, Konrad, Opferbaum ; Lengin, N., Opferbaum ; Butener, Hermann, Opferbaum ; Saueracker, N., Opferbaum ; Tockler, Otto, Würzburg, Bürger ; Ziechlin, Hanmann, Würzburg, Bürger ; Zentgraf, Johannes, Würzburg, Bürger
Sachbegriffe: Äbtissin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Konvent, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Vorwerk, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Gemarkung, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Gemarkung, Hergolshausen (Gde. Waigolshausen/Kr. Schweinfurt) ; Dorf, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Dorf, Hergolshausen (Gde. Waigolshausen/Kr. Schweinfurt) ; Kirchhof, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Beständner, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Haus, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Garten, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Acker, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg), Feldacker ; Maß, Würzburg ; Währung, Würzburg ; Kloster, Würzburg, St. Burkard ; Hofstatt, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Hube, Hergolshausen (Gde. Waigolshausen/Kr. Schweinfurt) ; Wiese, Oberpleichfeld (Kr. Würzburg) ; Flurnamen, Oberpleichfeld (Kr. Würzburg) ; Flurnamen, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Gaden, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Weinberg, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Bürger, Würzburg ; Einlager, Würzburg ; Offizial, Würzburg

Überlieferungsgeschichte

Registratursignatur/ Aktenzeichen: sub Himelpforten lit. O (18. Jh.)<BR/>registrata in libro Himelpforten fol. 156 (18. Jh.)<BR/>N. 273 (18. Jh.)