Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Staatsarchiv Nürnberg
Kapitel-Bezeichnung: Lochner von Hüttenbach, Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-2d9ca1c6-6d1e-48ec-9c76-77cd229a45ff6
Bestellsignatur: StAN, Lochner von Hüttenbach, Urkunden 199

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Testament des Joseph Christian Frhr. Lochner von und zu Hüttenbach auf Theuern, kurbayer. Kämmerer, bambergischer und würzburgischer Geh. Rat und Oberamtmann zu Rothenfels: Sein Leib soll in der Pfarrkirche Rothenfels bestattet werden, ein Grabstein mit 4 väterlichen und 4 mütterlichen Agnaten zunächst seinem Grab an der Wandeingemauert werden; stirbt er in Theuern oder Hüttenbach, will er in der Kirche dieser Orte seine Ruhestätte finden. Er stiftet für 80 fl. ein Seelamt ins Gottes haus Theuern als Jahrtag, die der Gutsbesitzer als Patronus ecclesiae anlegen soll. Er schafft seiner Schwiegertochter, geb. von Bibra, seine 2 Brillantringe, ev. ihrem ältesten Sohn Franz Ludwig, den Domestiquen und Dienstboten den ganzen Jahrlohn; seiner jüngsten Schwester Susanna 80 statt 40 fl. jährl. Rente. Das mütterliche Erbteil ist durch seine verstorbene Gattin Maria Eleonora, geb. Freiin von Podewils (oder Pudewels) testamentarisch geteilt; er setzt seinen Sohn Friedrich Ferdinand, "dass meine bekannt uralte Famille noch ferner standmässig conserviret werden möchte", und seine 3 Töchter Maria Theresia, Maria Carolina und Maria Maximiliana zu Erben ein, so zwar, dass die Töchter das im Erbvertrag vom 20. Jan. 1788 zu Theuern ausgeworfene Erbteil, der Sohn und seine Kinder das ganze übrige Erbebekommen soll. Die Töchter haben durch den Erbvertrag "eine so beträchtliche Erbsportion zugewendet, wovon wenige Beispiele bei fränkischen Familien aufgebracht werden können", weshalb sie bei kinderlosem Ableben das Geld wieder ihrer Familie zuwenden sollen, da "solche gar leicht in Verfäll gerät, wenn nicht sämtliche Abkömmlinge zu deren Erhaltung das Jhrige beitragen, zu welchem Familien-Verfall eben die pfälzischen, dem Adelstand so nachteiligen Rechte die nächste Hand dadurch bieten, dass in väterlichen Erbschaften die Töchter der männlichen Abstammung gleichgehalten zu werden pflegen, wie dann der Armutsstand des pfälzischen Adels keinen anderen Ursprung und Quelle als nur in diesem unglückseligen Verhältnis suchen und finden kann. Jn gleicher Art will ich auch meinem Sohn und seine Nachkommenschaft zum Wohlbedacht auf seinen Stamm und Namen, Schild und Helm erinnern und anmahnen" für die Sicherung der Allodialgüter in der Familie Lochner Vorkehrung zu treffen. Verheiratet sich eine Tochter gegen und wider die Gleichheit ihres Geburtsstandes "und folglich ihre Famille mit derley misshandlung zu verunchren, dieselbe sodann zu bestraffung ihrer lachebe" bloss ihren Pflichtteil mit 5075 fl. bekommen, während das übrige an den Sohn zurückfallen soll. Die älteste Tochter Theres, die nicht die Gabe besitzt, das Jhrige wirtschaftlich zu Rat zu halten, auch 500 fl. Legat der seligen Fürstin von Freudenberg in Obermünster zu Regensburg "depensieret, sondern auch in mittels mehrere Schulden contrahieret", soll von ihrem Erbteil nur die Zinsen ausgefolgt erhalten und unter der Kuratel ihres Bruders stehen. - Siegler: Der Aussteller.

Äußere Beschreibung:

Äußere Beschreibung: Orig. Pap. mit Petschaft.

Laufzeit: 1788 April 25
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Ausstellungsort: Rothenfels

Überlieferungsgeschichte

Provenienz:

Lochner von Hüttenbach, Urkunden