Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Staatsarchiv Landshut
Kapitel-Bezeichnung: 1. Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-80486d9b-e5c0-4170-b2c7-82fe0617a3e10
Bestellsignatur: StALa, Schlossarchiv Kapfing U 105

Beschreibung des Archivales

Betreff:

1643 Januar 10 Kapfing

Georg Friedrich Egker von und zu Kapfing, fürstbischöflich-freisingischer Rat, setzt seinen letzten Willen fest:

I. Er will nach seinem Tod in der Kirche Unserer Lieben Frau in Gundihausen bestattet werden. Über die nach seinem Tod zu lesenden Messen hat er bereits anderweitig seine Bestimmungen getroffen.

II. Legate:

1) der Kirche Maria Loretto in Landshut 80 fl für ein Meßgewand oder einen Kelch,

2) den dortigen Klosterfrauen 100 fl für Gebete,

3) der Pfarrkirche St. Kastulus in Vilsheim 40 fl für ein Meßgewand,

4) der Kirche Unserer Lieben Frauen zu Gundihausen 100 fl für die Fabrica und die "Restauration" der Kirche,

5) der Filialkirche St. Leonhard bei Vilsheim für die Fabrica und die Ausbesserung 50 fl,

6) den Kapuzinern in Landshut aus seinem bayerischen Weingewächs zu Vorst jedes Jahr 5 Eimer, solange dieses Weingewächs zum Gut Kapfing gehört,

7) seinen Untertanen zu Kapfing und anderwärts einen Fonds von 500 fl, wovon die jährlichen Zinsen - im Falle großer Not auch das Kapital - an die Untertanen verteilt werden sollen,

8) an seinen Onkel mütterlicherseits, Hans Anton Khädinger von Schönering zu Irlbach und Thurn in Moosburg eine vergoldete Birne von 1 Pfund 8 Lot Gewicht,

9) der Ehefrau des genannten Khädinger ein Legat von 200 fl, zahlbar drei Jahre nach dem Erbfall,

10) dem Onkel mütterlicherseits Hans Sigmund Khädinger von Schänhering und Haslpach, Hof- und Kammerrat des Bischofs von Passau, Straßburg und Halberstadt, Erzherzog Leopold Wilhelm, einen silbernen und vergoldeten Becher mit dem erzherzoglichen Wappen von 1 Pfund und 1/2 Lot Gewicht,

11) der Ehefrau des Hans Sigmund Khädinger 200 fl, zahlbar 2 Jahre nach Eintritt des Erbfalles,

12) der Ursula Grimingin geborener Eckerin von Kapfing 200 fl in zwei Jahresraten von je 100 fl,

13) der Witwe Euphrosina von Kareth geborener Eckherin von Kapfing 100 fl, zahlbar zwei Jahre nach dem Erbfall,

14) dem Carl Griming zu Niderarheim, Ritter des Hl. Grabes und hochfürstlich passauischer Pfleger zu Viechtenstein, einen silbernen und vergoldeten Becher von 1 Pfund und 1 1/2 Lot Gewicht, ferner 100 fl, zahlbar 2 Jahre nach dem Erbfall,

15) den beiden Söhnen des Georg Lorenz Pföttners zum Weeg und Nidern Straubing, Franz Ignaz und Georg Friedrich, Patenkindern des Erblassers, je 50 fl, auszuzahlen 2 Jahre nach dem Erbfall,

III. Universalerbin: die Ehefrau des Erblassers, Maria Regina Eckherin von Kapfing, geborene von Neuching zu Riedershaimb und Hörgerstorf, mit welcher der Erblasser derzeit 10 Jahre verheiratet ist.

Unterschrift des Geörg Friedrich Eckher nebst einer wegen Schwachheit des Erblassers von seinem Richter geschriebenen, aber eigenhändig unterzeichneten Erklärung, daß dieses verschlossen, von ihm an erster Stelle gesiegelte Libell seinen letzten Willen enthalte, daß die folgenden Zeugen auf seine Bitte hin das Testament mit ihren Siegeln und Unterschriften beglaubigen würden und das schließlich ein kaiserlicher Notar darüber ein Instrumentum publicum errichten würde.

Mitsiegler und Zeugen (die selbst unterschreiben):

1) Christoph Bernhardt Goder zu Khalling,

2) Johann Joseph Goder zu Khalling,

3) Georg Christoph Cloßenperger von und zu Vilsheim,

4) Johann Heinrich Planckh zu Münichdorf,

5) Christophorus Perckmayr, Pfarrer zu Vilsheim (ohne S.),

6) Elias Pistor, Pfarrer zu Altenfraunhoven (ohne Siegel),

7) Paulus Püringer, Gräflich Fuggerischer Pfleger zu Taufkirchen (siegelt für sich und Pfarrer Perckmayr),

8) Mathias Pruckher, Freiherrlich Fraunhoverischer Gerichtsschreibeer der Herrschaft Altenfraunhoven, auch Richter der Eckher zu Käpfing und Lampfrizhaimerischer Richter zu Pürckha (siegelt für sich und Pfarrer Elias Pistor).

Notarielle Beglaubigung durch Bernhard Vogl, gebürtig aus München, der Rechten Doktor, kurfürstlicher Rat und Fiskal, kaiserlicher, bei der Regierung Landshut immatrikulierter Notar, aufgenommen am gleichen Tag abends zwischen 7 und 8 Uhr in Gegenwart des Erblassers und aller vorgenannten Zeugen im Schloß Käpfing "in der mittern wohnstuben gegen der prukhen werths", mit Siegel, Signet und Unterschrift des Notars.

Or. Perg.. Libell, 8 Blätter

die 10 S. des Erblassers, der 8 Zeugen (siehe oben) und des Notars an weißblauer Schnur hintereinander in Holzkapseln befestigt, sehr gut erhalten

Laufzeit: 1643
Sprache: ger
Gattung: Urkunden

Überlieferungsgeschichte

Provenienz:

Schlossarchiv Kapfing