Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Kapitel-Bezeichnung: Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-8ef6d5e8-761f-430c-8cbb-30a9c6811fff0
Bestellsignatur: BayHStA, Domkapitel Salzburg Urkunden 173
Archivische Altsignatur:

HU Salzburg 402; GU Reichenhall 912

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Andre Strasser, Bürger zu Reichenhall (1), bestätigt für sich und seine Ehefrau, dass ihm Dompropst Sigmund von Salzburg auch im Namen seines Mitsieders, des Abtes zu Salmansweylen (2), seine Siede Holtzappffel zu Reichenhall mit dem zugehörigen Brunnen auf Lebenszeit verliehen hat. Er leistet dafür jährlich 29 Pfund Pfennige in der üblichen Landeswährung, die innerhalb von 14 Tagen vor oder nach dem 11. November [St. Martin] - unabhängig davon, ob gesotten wird oder nicht - fällig sind. Bleibt er diesen Dienst schuldig, kann er in der Siede und ihren Zugehörungen gepfändet werden. Er ist verpflichtet, alle Steuern, die von Seiten der Stadt und von Seiten der Herrschaft auf der Sieden liegen, zu übernehmen, hat das Recht, in den domkapitelschen Wäldern, die zu der Siede gehören, für zwölf Schilling jährlich manstuedl Holz zu hacken, soll aber das obrist zu dem niedirst würchen und hacken und nicht in den unmittelbar bei der Siede gelegenen Wäldern roden. Dabei kann er zwar in einem Jahr auch mehr Holz hacken, darf den Durchschnitt innerhalb von vier Jahren allerdings nicht überschreiten und unterliegt für diesem Fall der Strafe des Dompropstes. Klafterholz, Gesuchholzer und Stecken darf er zukaufen, wobei er bei den Leuten des Dompropstes ein Vorkaufsrecht hat. Er verspricht, die Siede laufend in gutem Zustand zu halten und sie mit allem notwendigen Gerät ausgestattet zu lassen. Im Schadensfall haftet er mit seinem gesamten Besitz auch über den Tod hinaus.

Zudem ist er verpflichtet, die Gülten, Dienste und das Burgrecht des Dompropstes in und vor der Stadt Reichenhall nach Inhalt des Urbarbuchs jährlich einzubringen und abzurechnen und die Abgaben gemeinsam mit seinen Zinsverpflichtungen aus der Siede zur Stiftzeit abzuliefern. Bei Auseinandersetzungen um die Gülten soll ihm der Dompropst Unterstützung leisten. Um nicht geleistete Gülten kann er nicht gepfändet werden. Nach seinem Tod fällt die Siede an den Dompropst zurück, ohne dass seine Ehefrau und Erben einen Anspruch daran haben.

Zeugen: Hanns Mynner, Peter Glaser, beide Bürger zu Salzburg



Siegler: S: Plab, Vinzenz, Bgr. u. Goldschmied Salzburg

Laufzeit: 1441 April 24
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Perg.

Registerbegriffe

Ortsnamen: Bad Reichenhall (Lkr. Berchtesgadener Land): Salzsieden\ Holzapfel ; Salem (Bodenseekreis, Bad.-Württ.), Kloster: Siederechte in Reichenhall ; Salzburg (krfr.St., Salzburg, A), Domkapitel: Pröpste\Sigmund ; Bad Reichenhall (Lkr. Berchtesgadener Land): Salzsieden\ Holzrechte ; Bad Reichenhall (Lkr. Berchtesgadener Land): Salzsieden\ Wasser ; Bad Reichenhall (Lkr. Berchtesgadener Land): Salzsieden\ Brunnen
Personennamen: Strasser: Andre, Bürger, Reichenhall ; Minner: Hans, Bürger, Salzburg ; Glaser: Peter, Bürger, Salzburg ; Plab: Vinzenz\ Bürger u. Goldschmied, Salzburg

Überlieferungsgeschichte

Überlieferung:

Or.

Provenienz:

Domkapitel Salzburg Urkunden