Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Kapitel-Bezeichnung: 1401-1450
URN: urn:nbn:de:stab-90afb31b-7222-46b5-bf4e-24502e9290bc4
Bestellsignatur: BayHStA, Grafschaft Ortenburg Urkunden 753
Archivische Altsignatur:

GU Bärnstein 80

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Niclas Bischof von "Tyberburk" [Tivoli], Exekutor des Konzils zu Basel in nachstehender Angelegenheit, vidimiert die vollständig eingerückte Urkunde des Konzils zu Basel (dd. 1437 Januar 15), die von Hr. Johans Furter als Prokurator des Hr. Johans LG. zum Leuchtemberg vorgelegt wurde, und verkündet sie dem Kaiser Siegmund, den Erzbischöfen von Köln, Mainz und Salzburg, den Bischöfen von Passau, Regensburg, Freising, Olmütz, Augsburg, Eichstätt und Bamberg, aller Geistlichkeit, den namentlich genannten H. von Bayern und Österreich, MG. Friedrich von Brandenburg und seinen Söhnen, Leupold LG. zum Leuchtemberg, den Grafen Johans zu Schawnberg, Alram und Heinrich zu Ortenberg, allen anderen H., LG., BG., MG., G., Herren und Rittern, Edlen, Amtleuten, Bürgern usw. mit dem Gebot, das darin enthaltene Urteil binnen 6 Tagen verkünden zu lassen; insbesondere wird dem Hr. Eczel G. zu Ortenberg das Urteil bekannt gemacht mit der Aufforderung, dem LG. binnen 15 Tagen für Unkosten des Verfahrens, die Hr. Aymerik Balhoti, official Appomiarum (Pomiers), Richter des Konzils in dieser Angelegenheit anstatt des Raymundus, Lehrer der geistlichen Rechte, Propst Forcalquori (Forcalquier), mit 40 fl rh. veranschlagt hat, und für das darüber mit dem Siegel des genanntten Raymundus ausgefertigte Instrument 10 fl rh. zu zahlen. Jegliche Beeinträchtigung des Urteils ist zu unterlassen und führt notfalls nach 6 Tagen zum Verbot des Kirchgangs bzw. nach 12 Tagen auch zum Verbot der Messe, bei G. Eczel zieht dies sogar den Kirchenbann und das Interdikt herbei.

Inserierte Urkunde: 1437 Januar 15 Basel

Das Konzil von Basel beauftragt die Bischöfe von Regensburg und "Tyberburk" [Tivoli] sowie den Dompropst zu Salzburg über Bitte des Johanns LG zum Lewchtenperg, nachdem bereits Papst Eugen IV. ein Mandat an den Abt zu Osterhouen im Passawer Bistum erlassen, hatte, ebenfalls die endgültige Entscheidung gegen Eczel G. zu Ortenperg verkünden zu lassen. Der Streit war dadurch entstanden, dass Prior und Provinzial sowie das Kapitel der Brüder sannt Pauls des ersten ainsidels sannt Augusteins orden in tewtschen landen das ihnen gehörende Gotteshaus sant Oswalt, gelegen bei dem Wald des kunnigkreichs zu Behem, das von des LG. Anherrn gestiftet und ausgestattet worden war, und die dazu gehörende Pfarrkirche zu Grauenaw im Passawer Bistum abgetreten haben, wo nun mit Zustimmung des Papstes Chorherren des nämlichen Ordens eingesetzt werden sollen, wogegen sich G. Eczel, der sich zu Unrecht Stifter und Patron des Klosters nennt, stellte. In diesem Streit zwischen LG und G. war zuerst der Bischof Johannes Gadizensis [Cadiz] beauftragt, beide Teile zu verhören und ein Urteil zu fällen. Mit Rat der Gelehrten fällte er auch das Urteil, dass die Übertragung des Klosters mit der Pfarrkirche sowie die Stiftung durch den LG. zu Recht bestehen und der G. die Unkosten des Verfahrens zu tragen habe. Dagegen legte der G. Berufung ein, und der verstorbene Cuntzo [Conradus de Zwda], Bischof zu Almutz, hatte als Richter der Audientia den Fall abermals zu untersuchen, schließlich auch Ludouicus de Darsiis, korherr zu Bonoy [Bologna] und Lehrer der geistlichen Rechte, und zuletzt auch noch Raymondus Tulloni, Propst Fulquorii [Forcalquier], des Bistums Cystaricensis [Sisteron], und Matheus, korherr der Freysinger Kirche, Lehrer des geistlichen Rechtes und Richter der Audientia. Das ganze Verfahren endete schließlich mit der Bestätigung des Urteils des Bischof von Olmütz und der Hinfälligkeit der Berufing des G. Eczel. Americus official Appamearum [Pamiers] anstatt des vorgenannten Raymundus bezifferte die Unkosten des Verfahrens auf 40 fl rh. Das Urteil ist nun zu verkünden und notfalls unter Androhung des Kirchenbanns durchzusetzen.

Laufzeit: [1437 Januar 15]
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Pap.-Heft

Ausstellungsort: Basel

Registerbegriffe

Ortsnamen: St. Oswald (Gde. St. Oswald-Riedlhütte, Lkr. Freyung-Grafenau)

Überlieferungsgeschichte

Überlieferung:

Abschr.

Provenienz:

Grafschaft Ortenburg Urkunden