Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Staatsarchiv Würzburg
Kapitel-Bezeichnung: Einzelregestierung von Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-a2fee8e7-4934-4c67-94cd-95853c5822008
Bestellsignatur: StAWü, Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 170
Archivische Altsignatur:

Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 1335 März 13

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Der Offizial der Würzburger Kurie beurkundet: Die Äbtissin des Klosters Himmelspforten möchte die Rechte und Freiheiten, die das Kloster Himmelspforten in Dorf und Gemarkung Himmelstadt über die Einwohner, die Gehölze und Felder besitzt, in Erfahrung bringen. Sie hat daher den Offizial gebeten, eine geeignete Person dorthin zu schicken, um darüber Erkundigungen einzuziehen und diese dann zu beurkunden. Nachdem der Offizial dem stattgegeben hat, hat das Kloster vor dem versammelten Gericht ("mahela") in Himmelstadt im Beisein des Schultheißen, der Schöffen oder Heimbürgen ("centuriones siue heimburgi") und aller, die es angeht, fragen lassen, auf welche Weise und von welchen Personen in dem Dorf Vorschriften ("plebiscita, statuta siue einunge") betreffend die Hegung ("pro custodia fovenda, quod wlgariter hegunge nuncupatur") von Dorf, Gehölz und Feldern sowie die Bewahrung der Bäume und Feldfrüchte erlassen werden. Außerdem möchte das Kloster wissen, welche Personen aus dem Kreis der Einwohner das Recht haben, Holz für den Eigenbedarf im Wald von Himmelstadt zu schlagen. Auf diese Fragen haben die Beteiligten unter Eid folgendes geantwortet:
1. Die Vorschriften über die Bewachung, Bewahrung und Hegung der Feldfrüchte in Dorf und Gemarkung Himmelstadt und den dort gelegenen Wäldern sowie über die bei Verstößen zu verhängenden Strafen werden nach altem Gewohnheitsrecht vom Kloster zusammen mit den Bauern, die in Dorf und Gemarkung Hubrecht, Lehenrecht oder Vorwerkrecht genießen, erlassen, wobei Mehrheitsbeschlüsse bindend sind und der Minderheit keinerlei Einspruchsrecht zusteht. Auch die Seldner im Dorf müssen solche Beschlüsse anerkennen. Allerdings darf die Bauernschaft in dieser Angelegenheit ohne Zustimmung des Klosters nichts bestimmen, da diesem das Obereigentum ("directum dominium") an allen Gütern im Dorf zusteht.
2. In dem zum Dorf gehörenden Wald dürfen nur das Kloster, die Konversen seines Hofes in Himmelstadt sowie die Bauern, denen im Dorf Hubrecht, Lehenrecht oder Vorwerkrecht zusteht, Holz zum Eigenbedarf schlagen. Seldnern, Fremden oder Personen, die außerhalb des Dorfes wohnen, steht dieses Recht nicht zu, selbst wenn sie Güter im Dorf besitzen. Ausgenommen sind fremde Personen, die als Gäste im Dorf wohnen. Allerdings gewährt man den Seldnern die Gnade, nach dem Holzeinschlag der Berechtigten die Reste aufzusammeln, was im Volksmund "nach der slage" genannt wird. Dieses Sonderrecht steht ihnen aber nur an zwei Tagen in der Woche zu. Sollte ein Seldner es versäumen, Abfälle zu sammeln, dann kann er die beiden Heimbürgen und die Konversen des Klosterhofs bitten, dass ihm dafür zwei andere Tage eingeräumt werden.
Diese Aussagen wurden in Gegenwart des Heinrich von Öhringen ("Orengauwe"), Schüler ("scolaris") des Notars ("tabellio") der bischöflichen Kurie Eberhard von Zimmern, gemacht, den der Offizial zu diesem Zweck nach Himmelstadt entsandt hatte.
Zeugen: Die Konversen des Klosters Himmelspforten Bruder Heinrich von Nürnberg, Verwalter ("magister"), Bruder Heinrich von Feuerthal ("Furtal") und Bruder Hermann, Müller, Markward genannt Simon, Schultheiß, die Heimbürgen Konrad genannt Ziboppe und Remling ("Remeling") sowie Apel Engelhart, Wolfelin Beheim, Konrad Schupfleib, der Bäcker ("pistor") Philipp und die anderen Vorsteher der Dorfgemeinde ("universitas") von Himmelstadt.


Aussteller: Offizial der Würzburger Kurie
Empfänger: Äbtissin und Konvent des Klosters Himmelspforten

Laufzeit: 1335 März 13
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Pergament

Literaturhinweise:

Regest: Hoffmann, Himmelspforten, Nr. 180 S. 200f.
Repertorium: Rep. 1, Bd. 6, S. 390
Druck: Monumenta Boica, Bd. 39, Nr. 258 S. 549-552

Registerbegriffe

Ortsnamen: Würzburg, Offizial ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Äbtissin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Verwalter ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Konverse ; Würzburg, Bischof, Kurie, Notar ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Dorf ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Gemarkung ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Einwohner ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Gericht ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Schultheiß ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Heimbürge ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Wald ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Seldner ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Gemeinde ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Hof, Kloster Himmelspforten, Konverse
Personennamen: Öhringen, Heinrich von, Würzburg, Schüler, des Eberhard von Zimmern ; Zimmern, Eberhard von, Würzburg, Bischof, Kurie, Notar ; Nürnberg, Heinrich von, Kloster Himmelspforten, Verwalter ; Feuerthal, Heinrich von, Kloster Himmelspforten, Konverse ; Hermann, Kloster Himmelspforten, Müller und Konverse ; Simon, Markward, Himmelstadt, Schultheiß ; Ziboppe, Konrad, Himmelstadt, Heimbürge ; Remling, N., Himmelstadt, Heimbürge ; Engelhart, Apel, Himmelstadt ; Beheim, Wolfelin, Himmelstadt ; Schupfleib, Konrad, Himmelstadt ; Philipp, Himmelstadt, Bäcker
Sachbegriffe: Offizial, Würzburg ; Äbtissin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Dorf, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Gemarkung, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Einwohner, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Gericht, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Schultheiß, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Heimbürge, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Wald, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart), ; Seldner, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Gemeinde, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Konverse, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart), Hof, Kloster Himmelspforten ; Konverse, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Notar, Würzburg, Bischof, Kurie ; Verwalter, Würzburg, Kloster, Himmelspforten

Überlieferungsgeschichte

Registratursignatur/ Aktenzeichen: originale sub Himelpforten lit H. (18. Jh.)<BR/>registrata in 2 omissorum 102 (18. Jh.)<BR/>N. 169 (18. Jh.)