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Lucia, G. zu Orttenburg, Witwe, geborene Semperfreie von Limpurg, bestimmt als Nachtrag zu ihrem am 28. Juli 1615 errichteten Testament: Ihr Epitaph hat sie selbst mittels eines Spaltzettels in Auftrag gegeben und in der Frauenkirche im Markt Orttenburg neben dem Epitaph ihrer Mutter und neben dem Predigtstuhl setzen lassen. Für das Spital war der Ankauf von Grundstücken vorgesehen, doch es fand sich niemand für deren Bewirtschaftung, weshalb es beim Legat von 200 fl bleibt. Beim Legat für die Linien Heildorf des Geschlechts Limpurg wird wegen des gestiegenen Silberpreises die Anfertigung von Schlüsseln und Tellern durch ihre Erben Abstand genommen, ebenso die Zahlung von 4000 fl; es bleibt mithin nur bei den Schalen und Bechern. Das das Limburgische Legat nach ihrem Ableben ganz auf Schenk Carll von Limpurg fallen wird, geht das Legat von 1000 fl auf seine Gemahlin Maria, geborene G. von Castel, über. Johann Gottfridt Hr. von Limpurg erhält den hohen großen Becher mit den 2 Limburgischen Wappen auf dem Deckel und für eine Kette 500 fl. Anstatt der 3000 fl für Georg Achatzcien (v. Polhaimb) erhält seine hinterlassene Tochter 1000 fl. Ihrem Taufkind Erasm von Stahrenberg 3000 fl, der aber behindert ist und daher eines Dieners samt Weib bedarf, wofür sein Stiefvater zu sorgen hat; nach dessen Ableben fallen diese 3000 fl auf ihre Erben zurück. Da die Base von Traun verstorben ist, soll deren Tochter Polixenn Frl. von Traun diese 1000 fl erben. Frl. Eua Elisabeth von Traun erhält ebenfalls 1000 fl. Ihrem Vetter und Taufkind Johan Zieriackhus Hr. von Polhaimb und Wartenburg 1000 fl. Dessen Schwester Frl. Maria Salome, die sie ebenfalls aus der Taufe gehoben, 1000 fl. Ihr Hofmeister und Rat Johan Ludtwig von Hierschaidt, der ihrem Gemahl und ihr 36 Jahre treu gedient hat, aber keine Entlohnung erhielt, erhält nun 3000 fl. Wegen der Verdienste ihres verstorbenen Schwagers Weigkhardt Frhr. von Polhaimb und Warttenburg soll dessen ältester Sohn Weigkhardt Frhr. von Polhaimb und Warttenburg aus Schwanß 8000 fl erhalten und ihren täglich benützten Becher, seine Gemahlin das vergoldete Kändlein, das ihrer verstorbenen Mutter gehörte. Der Jungfer Lucia Catharina von Ruestorff außer den 200 fl, die ihr schon vor vielen Jahre verschrieben wurden, dazu noch 300 fl. Zu diesen 500 fl sollen ihre Erben noch geben ihren Gürtel, Beutel, Nadelbehälter, silbernen Fingerhut, Büchsel, und was sonst täglich am Gürtel getragen wird. Dem Kellner Wolf Schall 60 fl. Der Kammermagdt Sibilla Praitauerin 70 fl sowie Kleider und diverse Gegenstände Dem Ziehkind Elena 20 fl. und einen Rock. Der Dienerin Vrsula Vorholczerin 40 fl. Der Catharina Loherin 20 fl.; S: Ausst.; US: Lucia Gräuin zu Orttenburg Witwe.
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