Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Kapitel-Bezeichnung: 1451-1500
URN: urn:nbn:de:stab-b66fda19-76d1-4492-afff-93fa0aab4dd79
Bestellsignatur: BayHStA, Grafschaft Ortenburg Urkunden 1123
Archivische Altsignatur:

Ortenburg Archiv Urkunden 499 (1467 IV 21)

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Hanns zum Degenberg d. Ä., Hainrich von Hertenberg und Hanns Lyßkircher, Bürger zu Regenspurg, auf Seiten des Hr. Sigmundt von Fraunberg vom Hag zu Brun, Ritter, und Albrecht von Stauff zu Ernfels, Görg Walldawer zu Walldaw und Wolfgang Zenger zum Lichtenballd auf Seiten des Hr. Linhard von Aichperge zum Mos, Ritter, und seines Bruders, Hr. Parcziual von Aichperg, Ritter, anstatt ihrer Muhme Margrethen, Tochter des verstorbenen Gebharten von Aichperge, vereinbaren folgende Heiratsabrede: Gemäß des kaiserlichen Entscheids betreffend die Heirat des Hr. Sigmunden von Fraunberg, der sich für Margrethen als einer der Töchter des verstorbenen Gebharten von Aichperge entschieden hat, haben die von Aichperg der Braut als Heiratsgut 1500 fl rh. zu geben, die Hr. Sigmund mit 1500 fl rh. zu widerlegen hat. Die Morgengabe wird erst nach der Heirat von Hr. Sigmund bestimmt und mit U. auf besonderen Gütern verschrieben. Beide Teile bezeichnen mit U. die Güter, auf denen Heiratsgut und Widerlegung verschrieben werden, bis zu kommenden Jakobi (25. Juli), wobei für je 20 fl ein fl. Gülte zu rechnen ist. Über die Erbfälle mit und ohne Kinder aus dieser Ehe soll es hinsichtlich Heiratsgut, Widerlegung, fahrender Habe und Morgengabe nach dem Landrecht von Niederbayern gehalten werden. Von den 900 fl ung., die von H. Ludwig (von Bayern) im Entscheid von Landshut der verstorbenen Aldheit von Aichperg zugesprochen wurden und die der verstorbenen Gebhartten von Aichperg seiner Mutter zu zahlen hatte, wobei für je 10 fl ein fl Gülte zu rechnen war, und von den 800 fl rh., die von Vlrichen von Walldau als Heiratsgut für seine Tochter und von dieser wieder als mütterliches Erbe an die beiden Schwestern kamen, erhält Margrethen von Aichperg jeweils 450 fl ung. bzw. 400 fl rh., die, wenn sie nicht bar ausgezahlt werden, auf Besitz im "Niderland" verschrieben werden müssen, wobei für je 20 fl ein fl Gülte zu rechnen ist. Die 800 fl ung., die von Achacz Cameraer stammen und von der verstorbenen Alhait von Aichperg nach einem Urteil, gegen das die von Aichperg Einspruch erhoben hatten, das Hr. Sigmunden von Fraunberg anstatt seiner Braut von H. Ludwig (von Bayern) erlangt hat, ebenfalls den beiden Schwestern zustehen, sollen beide Teile je die Hälfte erhalten, sobald das zu Passau verwahrte Testament der verstorbenen Adelheid von Aichperg eröffnet ist. Hr. Sigmund von Fraunberg soll sich dann, anstatt seiner Frau an den Teil wenden, auf den die Schulden fallen. Bezüglich der 300 fl rh. Morgengabe, die die verstorbenen Mutter seiner Braut nicht vermacht hat und die nach Meinung des Hr. Sigmund ihr dennoch als Erbe zustehen, machen die von Aichperg geltend, dass dies nicht dem Landrecht entspreche, außer es wäre so letztwillig verfügt worden. Wegen dieser 150 fl ist keine Übereinstimmung zu erzielen gewesen und es soll daher nach dem Landrecht von Niederbayern verfahren werden. Ebenso soll es wegen der ausstehenden Gülten, die den Schwestern nach dem Spruch von Regensburg zustehen, gehalten werden, damit die von Aichperg Einspruch erheben können, wenn sie meinen, mit dem Spruch von Regensburg sei diese Frage schon erledigt worden. Margrethe habe auch gemäß des Spruchs von Regensburg vor ihrem Beilager und des kaiserlichen Entscheids den entsprechenden Verzicht zu leisten. Alle Verschreibungen sollen zu Regensburg am Sonntag vor kommenden Jakobi (19. Juli) in der Herberge sein und am Montag (20. Juli) übergeben werden. Das Beilager soll am Montag nach dem Quatember vor Michaelis (21. September) gehalten werden.; S 1-6: die Spruchleute, S 7: Sigmund von Frawnberg, S 8: Hanns von Fraunberg, S 9: Hr. Heinrich von Parsperg, Domherr zu Regens(purg), S 10: Hr. Hawg von Parsperg, Ritter, als Vettern anstatt des Linhard von Aichperg.

Laufzeit: 1467 April 21
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Perg.

Ausstellungsort: Regensburg

Überlieferungsgeschichte

Überlieferung:

Or.

Provenienz:

Grafschaft Ortenburg Urkunden