Archiv, Bestand, Signatur
| Archiv: | Staatsarchiv Würzburg |
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| Kapitel-Bezeichnung: | Einzelregestierung von Urkunden |
| URN: | urn:nbn:de:stab-bfc30efd-5434-4d14-aa0b-2115b8a13e4c9 |
| Bestellsignatur: | StAWü, Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 121 |
| Archivische Altsignatur: |
Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 1312 April 19 / I |
Beschreibung des Archivales
| Betreff: |
Äbtissin und Konvent des Klosters Himmelspforten außerhalb der Stadtmauern Würzburgs verkaufen wegen drückender Schulden an den Arzt ("cyruricus") Siegfried genannt Pfaffenarzt ("Phaffenarzet") auf Lebenszeit einen jährlichen Zins von 2 Fuder ("carrata") Wein. Dieser Wein soll ihm von 20 Joch Weinberg an einem Stück in der Gemarkung des Dorfes Thüngersheim ("Tvngersheim") am Vischerberg neben dem Wald ("silva") jedes Jahr im Herbst auf Kosten des Klosters geliefert werden. Erträgt der Weinberg aufgrund von Hagel ("grando"), Schlechtwetter ("distemperies aeris") oder Dürre ("sterilitas") die zwei Fuder nicht, dann soll ihm der fehlende Rest von den Weinbergen des Klosters am Roteberg in der Gemarkung Thüngersheim oder von anderen Weinbergen des Klosters geliefert werden. Den Kaufpreis von 50 Pfund Würzburger Pfennigen haben die Verkäuferinnen bereits erhalten und zum Nutzen ihres Klosters verwendet. Die Verkäuferinnen verfügen bis zur Besitzeinweisung des Käufers über den Zins. Sie verpflichten sich, den Käufer vor Entzug ("evictio") des Zinses zu schützen und die gewöhnliche Währschaft ("warandia wertschaft vulgariter nuncupata") zu leisten. Sollten die Verkäuferinnen den Wein im Herbst nicht liefern, fällt ihr Eigentumsrecht an den 20 Joch Weinberg ohne Widerspruchsmöglichkeit an den Käufer. Nach dem Tod des Käufers fallen die 2 Fuder Wein an das Kloster Himmelspforten und sollen dort im Refektorium im Advent ("in adventu Domini") sowie zu Mitfasten ("'Quadragesima") an die Konventsangehörigen als besondere Gabe ("consolacio") zum Seelenheil des Käufers verteilt werden, doch ohne Verringerung ihrer üblichen Pfründe. Diese Verteilung erfolgt durch Gertrud, die Ehefrau des Käufers, solange sie lebt. Versäumen die Verkäuferinnen diese Verteilung, dann fällt der Weinberg zur Strafe an Äbtissin und Konvent des Klosters Maidbronn ("Medebrunnen"). Die Verkäuferinnen verzichten ausdrückliche auf alle gerichtlichen und außergerichtlichen Einspruchsmöglichkeiten gegen diesen Vertrag. Auf Bitte der Verkäuferinnen siegelt der Abt von Ebrach ("Eberacen.") [bei der zweiten Ausfertigung der Offizial der Würzburger Kurie] mit. |
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| Äußere Beschreibung: |
S 2: Kloster Himmelspforten, Äbtissin; an Pergamentstreifen anhängend, besch. |
| Laufzeit: | 1312 April 19 |
| Sprache: | ger |
| Gattung: | Urkunden |
| Beschreibstoff: |
Pergament |
| Literaturhinweise: |
Regest: Hoffmann, Himmelspforten, Nr. 124 S. 152f. |
Registerbegriffe
| Ortsnamen: | Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Äbtissin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Konverse ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Refektorium ; Würzburg, Währung ; Thüngersheim (Lkr. Würzburg), Weinberg ; Thüngersheim (Lkr. Würzburg), Gemarkung ; Thüngersheim (Lkr. Würzburg), Dorf ; Thüngersheim (Lkr. Würzburg), Flurnamen ; Thüngersheim (Lkr. Würzburg), Wald ; Maidbronn (Gde. Rimpar/Lkr. Würzburg), Kloster, Äbtissin ; Maidbronn (Gde. Rimpar/Lkr. Würzburg), Kloster, Konvent ; Ebrach (Lkr. Bamberg), Kloster |
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| Personennamen: | Pfaffenarzt, Siegfried, Arzt ; Pfaffenarzt, Gertrud |
| Sachbegriffe: | Äbtissin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Äbtissin, Maidbronn (Gde. Rimpar/Kr. Würzburg), Kloster ; Konvent, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Konvent, Maidbronn (Gde. Rimpar/Kr. Würzburg), Kloster ; Weinberg, Thüngersheim (Kr. Würzburg) ; Gemarkung, Thüngersheim (Kr. Würzburg) ; Dorf, Thüngersheim (Kr. Würzburg) ; Flurnamen, Thüngersheim (Kr. Würzburg) ; Wald, Thüngersheim (Kr. Würzburg) ; Währung, Würzburg ; Refektorium, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Abt, Ebrach (Kr. Bamberg), Kloster |
Überlieferungsgeschichte
| Registratursignatur/ Aktenzeichen: | Sub Himelpforten (18. Jh.), registrata in libro Himelpforten fol. 30 (18. Jh.); N. 117 (18. Jh.) |
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