Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Staatsarchiv Würzburg
Kapitel-Bezeichnung: Einzelregestierung von Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-c674a219-b508-497e-a2e0-ce80abaebdf57
Bestellsignatur: StAWü, Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 175
Archivische Altsignatur:

Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 1336 Januar 12

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Äbtissin und Konvent des Klosters Himmelspforten bekennen: Die derzeitige Äbtissin Elisabeth von Grumbach hat mit den Zuwendungen ihrer Verwandten, insbesondere ihrer Brüder ("germani"), des verstorbenen Würzburger Bischofs Wolfram [von Grumbach] und des Würzburger Dompropstes Berthold von Grumbach, unter Zurückstellung ihrer persönlichen Bedürfnisse Güter und Einkünfte erworben. Sie hat diese dem Kloster übergeben, um damit dieses und insbesondere ihre beiden Verwandten unter den Klosterschwestern zu unterstützen. Der Konvent des Klosters verspricht nun seiner Äbtissin für deren dem Kloster erwiesene Zuneigung feierlich, die im folgenden aufgeführten Einkünfte zu verwalten, gemäß dem Wunsch der Äbtissin zu verteilen und für deren Seelenheil ein ewiges Licht zu unterhalten.
Von der Äbtissin erworbene und dem Kloster übergebene Güter und Einkünfte:
- Die Güter des Herold Hake in der Gemarkung des Dorfes Himmelstadt, welche die Äbtissin um 41 Pfund Heller gekauft hatte. Davon reicht das Kloster seiner Äbtissin sowie den Nonnen Lukardis von Prosselsheim ("Brohsoltsheim") und Gisela von Heidingsfeld ("Heitinsgesfelt") lebenlänglich jedes Jahr am 11. November ("in festo beati Martini episcopi") 3 Malter Roggen ("siligo"), 2 Pfund Heller und 9 Hühner.
- Die Fischweide ("piscaria") bzw. das Recht zum Fischen ("usus piscandi") unterhalb des Berges genannt Rabenspurg [bei Thüngersheim], die Elisabeth von Grumbach von Konrad genannt Hartlieb um 20 Pfund Heller erworben hat. Davon erhalten die Äbtissin und ihre beiden Mitschwestern lebenslänglich jährlich 2 Pfund Heller.
- Hofstatt ("area") und Haus in Opferbaum ("Opferbein") hinter der Scheune ("horreum") des Saueracker ("Suraker") von Klingenberg, wovon jährlich 5 Schilling Pfennige und 4 Hühner als Zins gefallen. Haus und Hofstatt hinter dem Grundstück ("fundus") des Konrad Saueracker, die jährlich 5 Schilling Pfennige und 4 Hühner zinsen. Die benachbarte Hofstatt mit dem Haus hinter der Scheune, von der jährlich 4 Schilling Pfennige und 4 Hühner gefallen. Ein Haus in Himmelstadt bei der Brücke, das Konrad Ubelhirn gehört hat und jährlich 6 Schilling Pfennige zinst. Diese Häuser hat die Äbtissin um 20 Pfund Heller erworben und mit den übrigen bisher erwähnten Gütern dem Kloster übergeben. Davon sollen ihr und ihren beiden Mitschwestern lebenlänglich jedes Jahr am 11. November noch zusätzlich 2 Pfund Heller gegeben werden.
- Die Äbtissin hat dem Kloster 70 Pfund Heller übergeben. Dafür soll das Kloster aus seinen Getreideeinkünften jedes Jahr zwischen dem 15. August und dem 8. September ("infra illa duo festa Assumpcionis et Nativitatis Marie virginis gloriose") 13 Malter Roggen ("siligo") Würzburger Maß reichen, und zwar der Äbtissin 3 Malter, ihren Mitschwestern Lukardis und Gisela ebenfalls 3 Malter und der Margarete von Ansbach ("Onelspach") 4 Malter. Stirbt eine der bedachten Nonnen, muss das Kloster ihren Anteil an dem Zins nicht mehr reichen.
- Elisabeth von Grumbach hat von Konrad Zentgraf ("Centgrefe") 3 Joch Weinberge und von dem Romehilter 2,5 Joch Weinberge sowie einen Gaden ("cubile") im Friedhof von Opferbaum bei Klaus Saueracker um 51 Pfund Heller gekauft und dem Kloster übergeben. Dafür soll man zu ihrem Seelenheil im unteren Chor des Klosters, der allen Heiligen geweiht ist, ein ewiges Licht unterhalten. Falls der Konvent dieser Verpflichtung vier Tage und Nächte nacheinander oder innerhalb eines Jahres nicht nachkommt, sollen die Kapläne des Klosters sofort die Gottesdienste dort einstellen. Auch sollen Äbtissin, Priorin, Cellerarin, Kustodin, Infirmarin und der Verwalter ("magister claustri sive provisor") solange bei Wasser und Brot fasten und sich kasteien, bis alle Mängel an dem ewigen Licht beseitigt sind.
Alle diese von der Äbtissin erworbenen und dem Kloster übergebenen Güter und Einkünfte fallen nach ihrem Tod und dem ihrer beiden Mitschwestern ohne weitere Zinsverpflichtungen an das Kloster zur Unterhaltung des ewigen Lichtes. Auf Bitte von Äbtissin und Konvent siegelt Albert von Anfelden, Abt des Klosters Ebrach, diese Urkunde mit.
Zeugen: Die erwähnten Amtsträgerinnen und -träger des Klosters und andere.


Aussteller: Äbtissin und Konvent des Klosters Himmelspforten
Empfänger: Elisabeth von Grumbach, Äbtissin des Klosters Himmelspforten

Äußere Beschreibung:

S 2: Kloster Himmelspforten, Äbtissin; an Pergamentstreifen anhängend, dunkelbraunes Wachs, leicht besch.

Laufzeit: 1336 Januar 12
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Pergament

Literaturhinweise:

Regest: Hoffmann, Himmelspforten, Nr. 185 S. 205f.
Repertorium: Rep. 1, Bd. 6, S. 391

Registerbegriffe

Ortsnamen: Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Äbtissin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Konvent ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Nonne ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Chor, unterer ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Kaplan ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Priorin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Cellerarin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Kustodin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Infirmarin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Verwalter ; Würzburg, Bischof ; Würzburg, Domstift, Propst ; Würzburg, Maß ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Güter ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Gemarkung ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Dorf ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Haus ; Himmelstadt (Lkr. Main-Spessart), Brücke ; Thüngersheim (Lkr. Würzburg), Fischweide ; Thüngersheim (Lkr. Würzburg), Flurnamen ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Hofstatt ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Haus ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Scheune ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Einwohner ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Grundstück ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Weinberg ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Gaden ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Friedhof ; Ebrach (Lkr. Bamberg), Kloster, Abt
Personennamen: Grumbach, Elisabeth von, Kloster Himmelspforten, Äbtissin ; Grumbach, Wolfram von, Würzburg, Bischof ; Grumbach, Berthold von, Würzburg, Dompropst ; Hake, Herbord ; Prosselsheim, Lukardis von, Kloster Himmelspforten, Nonne ; Heidingsfeld, Gisela von, Kloster Himmelspforten, Nonne ; Hartlieb, Konrad ; Saueracker von Klingenberg, N., Opferbaum ; Saueracker, Konrad, Opferbaum ; Saueracker, Klaus, Opferbaum ; Ubelhirn, Konrad ; Ansbach, Margarete von, Kloster Himmelspforten, Nonne ; Zentgraf, Konrad, Opferbaum ; Romehilter, N., Opferbaum ; Anfelden, Albert von, Kloster Ebrach, Abt
Sachbegriffe: Äbtissin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Konvent, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Bischof, Würzburg ; Propst, Würzburg, Domstift ; Güter, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Gemarkung, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Dorf, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Nonne, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Fischweide, Thüngersheim (Kr. Würzburg) ; Flurnamen, Thüngersheim (Kr. Würzburg) ; Hofstatt, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Haus, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Haus, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Scheune, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Einwohner, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Grundstück, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Brücke, Himmelstadt (Kr. Main-Spessart) ; Maß, Würzburg ; Weinberg, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Gaden, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Friedhof, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Chor, Würzburg, Kloster, Himmelspforten, unterer ; Kaplan, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Priorin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Cellerarin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Kustodin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Infirmarin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Verwalter, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Abt, Ebrach (Kr. Bamberg), Kloster

Überlieferungsgeschichte

Registratursignatur/ Aktenzeichen: sub Himelpforten (18. Jh.)<BR/>registrata in libro Himelpforten fol. 76 (18. Jh.)<BR/>Nro. 181 (18. Jh.)