Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Staatsarchiv Würzburg
Kapitel-Bezeichnung: Einzelregestierung von Urkunden
URN: urn:nbn:de:stab-cdad7f73-524b-4bcd-ba1c-83bff97d66904
Bestellsignatur: StAWü, Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 293
Archivische Altsignatur:

Kloster Himmelspforten Würzburg Urkunden 1355 Mai 1

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Schwester Elisabeth, Tochter des verstorbenen Konrad ("Kune") Silberlin und Äbtissin des Klosters Himmelspforten, überträgt im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte mit Zustimmung des Abtes von Ebrach Otto dem Kloster Himmelspforten alle die Güter und Einkünfte, die sie mit dem von ihrem Vater ererbten Geld erworben hat. Diese Einkünfte sollen sechs Klosterangehörige, die nachfolgend benannt werden, jedes Jahr einziehen und darüber vor dem Abt von Ebrach Rechnung ablegen. Im einzelnen handelt es sich dabei um:
- Den Hof zu Schernau ("Schernaw"), der jährlich 54 Malter Roggen ("korns") und 5 Malter Hafer zinst. Er wurde um 424 Pfund Heller gekauft.
- Die Gült, die man von dem Herren von Westerburg gekauft hat, nämlich 34 Malter Roggen, 5 Pfund Heller und 0,5 Fuder Wein. Der Preis dafür betrug 363,5 Pfund Heller.
- Das Gut zu Niederwerrn ("Wern"), das jährlich 9 Malter Roggen, 4 Malter Hafer und andere Weisungen ("wisung") reicht und das um 84 Pfund Heller erworben wurde.
- Der Hof zu Holzkirchhausen ("Hausen"), der jährlich 8 Malter Roggen zinst und 48 Pfund Heller kostete.
- Das Gut zu Zeuzleben ("Zuzzeluben"), das jährlich 9 Malter Roggen weniger 1 Sumer und 1 Malter Hafer zinst und 74 Pfund Heller kostete.
Die Güter und die davon gefallenden Einkünfte werden von [den Nonnen] Elisabeth ("Else") Eisenhart, Kunigunde ("Kunne") von dem Methof, Margarete von Rieneck ("Rynek") und Klementia sowie von Bruder Heinrich von Nürnberg ("Nurenberger"), Verwalter ("meister") [des Klosters], und dem Konversen Bruder Berthold verwaltet. Stirbt jemand aus diesem Kreis, dann sollen die anderen eine neue Person dazuwählen, so dass diese Güter und Einkünfte immer von vier Klosterschwestern und zwei Klosterbrüdern verwaltet werden. Sie sollen die Gefälle von den Gütern einziehen. Ausgenommen ist davon nur das Gut, das die Äbtissin für die Eier[stiftung] vorgesehen hat, nämlich das Gut in Opferbaum ("Opherbain"), das sie von Konrad von Seinsheim ("Saunsheim") um 306 Pfund Heller gekauft hat und das jährlich 43 Malter Roggen zinst. Die Erträge aus den Gütern sollen die Verwalter für den Bau des Friedhofs ("leichhof"), des Siechengartens und des Kreuzgangs des Klosters verwenden. Sind diese Baumaßnahmen beendet, dann sollen sie die Einkünfte so verwenden, wie es dem Konvent am notwendigsten erscheint. Was nach dem Tod der Äbtissin bei ihr noch an Einkünften oder beweglicher Habe gefunden wird, soll ebenfalls für diese Baumaßnahmen verwendet werden. Ausgenommen sind davon 19 Malter Roggen aus Kirchheim, über welche die Äbtissin gesondert verfügen wird. Werden die jährlichen Erträge aus den erwähnten Gütern nicht vollständig verbaut, dann fällt der verbleibende Rest an das Kloster Ebrach, welches dafür im Bedarfsfall das Kloster Himmelspforten auch pfänden kann. Äbtissin und Konvent des Klosters Himmelspforten versprechen feierlich, diese Bestimmungen getreulich einzuhalten. Abt Otto von Ebrach bekennt, dass diese Stiftung der Äbtissin Elisabeth mit seinem Wissen und seiner Zustimmung erfolgt ist. Er befiehlt allen gegenwärtigen und künftigen Klosterangehörigen in Himmelspforten, diese Stiftung in allen Punkten einzuhalten und auf keinerlei Weise dagegen vorzugehen. Zum Zeichen seiner Zustimmung siegelt er mit.


Aussteller: Elisabeth Silberlin, Äbtissin des Klosters Himmelspforten
Empfänger: Kloster Himmelspforten

Äußere Beschreibung:

S 3: Kloster Himmelspforten, Konvent; an Pergamentstreifen anhängend, besch.

Laufzeit: 1355 Mai 1
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Pergament

Literaturhinweise:

Regest: Hoffmann, Himmelspforten, Nr. 311 S. 307f.
Repertorium: Rep. 1, Bd. 6, S. 402

Registerbegriffe

Ortsnamen: Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Äbtissin ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Friedhof ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Siechengarten ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Kreuzgang ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Nonne ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Verwalter ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Konverse ; Würzburg, Kloster, Himmelspforten, Konvent ; Ebrach (Lkr. Bamberg), Kloster, Abt ; Ebrach (Lkr. Bamberg), Kloster ; Schernau (Stadt Dettelbach/Lkr. Kitzingen), Hof ; Niederwerrn (Lkr. Schweinfurt), Gut ; Holzkirchhausen (Gde. Helmstadt/Lkr. Würzburg), Hof ; Zeuzleben (Gde. Werneck/Lkr. Schweinfurt), Gut ; Opferbaum (Gde. Bergtheim/Lkr. Würzburg), Gut ; Kirchheim (Lkr. Würzburg), Einkünfte
Personennamen: Silberlin, Elisabeth, Kloster Himmelspforten, Äbtissin ; Silberlin, Konrad ; Otto, Kloster Ebrach, Abt ; Westerburg, Reinhard Herr zu ; Eisenhart, Elisabeth, Kloster Himmelspforten, Nonne ; Methof, Kunigunde von dem, Kloster Himmelspforten, Nonne ; Rieneck, Margarete von, Kloster Himmelspforten, Nonne ; Klementia, Kloster Himmelspforten, Nonne ; Nürnberg, Heinrich von, Kloster Himmelspforten, Verwalter ; Berthold, Kloster Himmelspforten, Konverse ; Seinsheim, Konrad von
Sachbegriffe: Äbtissin, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Kloster, Würzburg, Himmelspforten ; Kloster, Ebrach (Kr. Bamberg) ; Abt, Ebrach (Kr. Bamberg), Kloster ; Hof, Schernau (Stadt Dettelbach/Kr. Kitzingen) ; Hof, Holzkirchhausen (Gde. Helmstadt/Kr. Würzburg) ; Gut, Niederwerrn (Kr. Schweinfurt) ; Gut, Zeuzleben (Gde. Werneck/Kr. Schweinfurt) ; Gut, Opferbaum (Gde. Bergtheim/Kr. Würzburg) ; Friedhof, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Siechengarten, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Kreuzgang, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Nonne, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Verwalter, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Konverse, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Konvent, Würzburg, Kloster, Himmelspforten ; Einkünfte, Kirchheim (Kr. Würzburg)

Überlieferungsgeschichte

Registratursignatur/ Aktenzeichen: sub Himelpforten lit. S Schernaw (18. Jh.)<BR/>registrata in libro Himelpforten fol. (18. Jh.)<BR/>N. 297 (18. Jh.)