Archiv, Bestand, Signatur

Archiv: Bayerisches Hauptstaatsarchiv
Kapitel-Bezeichnung: 1451-1500
URN: urn:nbn:de:stab-ecfc09ee-b5c3-4127-b133-4919b2d77aa94
Bestellsignatur: BayHStA, Grafschaft Ortenburg Urkunden 1128
Archivische Altsignatur:

Ortenburg Archiv Urkunden 503 (1467 VIII 3)

Beschreibung des Archivales

Betreff:

Hanns vom Degenberg, Hainrich Hertenberger und Hanns Lißkircher, Bürger zu Regenspurg, einerseits und Peter Hübner, Vikar in der Dompfarre und Prokurator des geistlichen Gerichts zu Regenspurg, Cristoff von Parsperg, derzeit Landrichter und Pfleger zu Lengfelt, und Wolfgang Zenger zum Lichtenballd andererseits entscheiden, nachdem aufgrund eines kaiserlichen Urteils am vergangenen 21. April zu Regenspurg eine Heiratsabrede getroffen und nun Hr. Hannsen von Fraunberg vom Hag zu Brun, Ritter, als Bevollmächtigter seines Sohnes, Hr. Simgund von Fraunberg, Ritter, bzw. Hr. Parcziual und Hr. Linhart von Aichperg, Gebrüder, hier zur Bereinigung etlicher noch unklarer Bestimmungen dieser Abrede erschienen sind, wie folgt:

1) Die von Aichperg sollten Hr. Sigmund von Fraunbergals Heiratsgut für dessen Braut Margret von Aichperg 1500 fl rh. und dazu weitere 450 fl ung. sowie 400 fl rh. bar auszahlen oder auf Erbgütern verschreiben. Hanns von Fraunberg steht nun davon ab und die von Aichperg haben dafür seinem Sohn, Hr. Sigmund, anstatt baren 1500 fl, für je 20 fl ein fl Gülte gerechnet, insgesamt 75 fl rh. jährliche Gülte zu verschreiben. Desgleichen sollen die von Aichperg ihrer Muhme Margreten für ihre 450 fl ung. großelternliches Erbe 22 1/2 fl ung. jährliche Gülte und für ihre 400 fl rh. mütterliches Erbe 20 fl rh. jährliche Gülte verschreiben. Für die 1500 fl Heiratsgut sind 4 Bürgen, für die beiden anderen Summen je 2 Bürgen zu stellen; dazu haben die von Aichperg Hr. Hannsen von Fraunberg einen besiegelten Vorschlag zu machen und Hr. Sigmund und seine Braut Margreten können sich aus den genannten Familien selbst die Bürgen auswählen.

2) Bezüglich der 800 fl ung., die Hr. Sigmund von den von Aichperg fordert und die zur Hälfte von Achaczen Camerawer herstammen, über die einst auch ein Urteil von H. Ludwig (von Bayern) gefällt wurde, soll diese Angelegenheit nochmals vor den Herzog gebracht werden; dazu soll bis kommenden Michaelis ein Rechtstag vor dem herzoglichen Rat erreicht werden, dessen Entscheidung dann verbindlich ist. Sind dazu U. vorhanden, die von der verstorbenen Frau des Hr. Jörgen von Aichperg hinterlassen wurden und die sich in Verwahrung des von Ahaim zu Passau befinden, so sollen beide Parteien zu Egidi (1. September) nach Passau kommen oder einen Anwalt senden, damit diese U. von dort zum Rechtstag vor H. Ludwig gebracht und sodann wieder zurückgestellt werden können.

3) Hinsichtlich der 300 fl rh., die Gebhard von Aichperg seiner Frau, der verstorbenen Mutter der Margreten, als Morgengabe zuerkannte und wegen denen nach der Heiratsabrede nach dem Landrecht verfahren werden sollte, wird, um Feindschaft auszuschalten, entschieden, dass die von Aichperg die auf Margreten entfallenden 150 fl nicht zu zahlen brauchen.

4) Wegen der nach dem Tode von Gebhard von Aichperg ausständigen Gülten und dessen fahrender Habe, die die von Aichperg an sich genommen und ihrer Muhme deren Anteil vorenthalten haben, sollen die von Aichperg ihr nach eigenem Ermessen etwas zukommen lassen.

5) Hr. Sigmund und sein Vater, Hr. Hanns von Fraunberg, die Margreten das Heiratsgut, Widerlegung und Morgengabe, auf Besitz in dem Landgericht, in dem das Schloss Brun liegt, verschrieben haben, sollen die entsprechende U. nach dem Beilager beim nächsten Landgericht und zu Rietnburg übergeben.

6) Sämtliche mit der Heirat erforderlichen U. sind zu Handen von Heinrichen von Hertenberg am kommenden Tag der Kreuzerhöhung (14. September) in der Stadt Regenspurg zum Austausch unter den Partnern zu übergeben.; S 1: Hanns vom Degenberg, S 2: Heinrich von Hertenberg, S 3: Hanns Lißkircher, S 4: Wolfgang Zenger, S 5: Hanns von Fraunberg vom Hag zu Brun, Ritter, S 6: und 7: Partziual und Linhard von Aichperg zum Mos und Seldenau, Gebrüder.

Laufzeit: 1467 August 3
Sprache: ger
Gattung: Urkunden
Beschreibstoff:

Pap.

Ausstellungsort: Regensburg

Überlieferungsgeschichte

Überlieferung:

Or.

Provenienz:

Grafschaft Ortenburg Urkunden