Einleitung
BESTANDSGESCHICHTE
Laut Dr. Oskar Bezzel (siehe unten bei "Bestandsgehalt") stammen die ältesten Akten des Kriegsarchivs mit geringen Ausnahmen aus dem Königlich Bayerischen Allgemeinen Reichsarchiv, dem heutigen Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Dort befanden sich anscheinend bis zur vorübergehenden Errichtung eines geheimen Kriegsarchivs im Jahr 1815 die meisten der beim Hofkriegsrat und seinen Nachfolgern Oberkriegskollegium bzw. Kriegsministerium erwachsenen Akten. Ursprüngliche Verwahrstelle der oben genannten geringen Ausnahmen – 126 Verzeichnungseinheiten – war das Kreisarchiv, ab 1921 Staatsarchiv Landshut. Die jüngeren Akten wurden der Registratur des Kriegsministeriums entnommen.
Der Bestand "A VII Besondere Militärstellen" ist nach dem Pertinenzprinzip gebildet und liegt in Form von Aktenbunden (unterschiedlich dick verschnürte Faszikel) im Magazin. Der Bestand wurde im Dezember 1981/Januar 1982 von Dr. Rainer Braun anhand der Karteikartenrepertorien auf Vollständigkeit überprüft und zugleich durchnummeriert. Von A VII 1 a (Kadettenkorps) bis 1 i (Wallmeisterschule) fanden sich keine Findbehelfe; die vorhandenen Aktenbünde wurden daher nach der Betreffsbildung des Aktendeckels verzeichnet; desgl. bei A VII 4 (Militärkassen) und A VII 6 (Veterinärschule). Einzelne verlorene Bünde wurden mitgezählt, auf den Repertorienkarten als "fehlend" vermerkt; zusammenhängende Gruppen fehlender Akten wurden bei der Nummerierung ausgelassen. Die Karten dieser Gruppen finden sich im Schrank "Alter Bestand" unter der Bezeichnung "fehlende Akten". Die Akten A VII 1 g (Oberfeuerwerkerschule) sind im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Das Karteirepertorium enthielt bei der Neu-Durchnummerierung und Überprüfung des Bestandes X VII keine betreffenden Karten. Ebenfalls durch Kriegsverlust im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen sind:
A VII 1 k (Militär-Telegrafenschule),
A VII 1 l (Truppenübungsplätze),
A VII 1 m (Strafanstalten, Arbeiterabteilung) sowie die
Aktenbunde der ursprünglichen Signaturen A VII 2 15-156 (General-Auditoriat) und die Aktenbunde der ursprünglichen Signaturen A VI 3 4 g 1-18, 20-25 (Militär-Fonds).
Auf zwei Repertorien-Karteikarten, die nicht mehr aufgefunden werden konnten, waren die folgenden Hinweise notiert:
- Die Ordrebände 1805-1868 und die Kassenbücher 1835-1866 (Zugangsbuch Nr. 38/ 1937 und Nr. 48/1937) befinden sich am Schluss dieser Kartei unter den lfd.Nrn. 71-87
- Mehrere Vorgänge über Besetzung von Freistellen, Besoldung von Bediensteten, Beschaffung von Monturen (mit Tuchmuster) siehe in: OP 78305 (Sebastian Heinrich von Handel, geb. 3.5.1751)
Als Findmittel dient unverändert ein Zettelrepertorium (handgeschriebene Karteikarten), das im Jahr 2021 von Frau Valentinetti retrokonvertiert wurde.
BESTANDSGEHALT
"A VII Besondere Militärstellen" umfasst die Laufzeit 1648-1912 bzw. insgesamt 523 Verzeichnungseinheiten bzw. die Bund-Nummern 1 bis 518, wobei jedoch 19 Archivalieneinheiten am Fach fehlen. Im Rahmen einer allgemeinen Übersicht der Bestände des Heeresarchivs München, der heutigen Abteilung IV Kriegsarchiv des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, hatte Oberst Dr. Oskar Bezzel im Jahr 1940 eine inhaltliche Übersicht über den Bestand "A VII Besondere Militärstellen" verfasst. Im Folgenden wird diese Übersicht wiedergegeben. Die meistens summarisch verwendeten Begriffe "Bund" bzw. "Bunde" bezeichnen die verschnürte Einheit einer unbestimmten Anzahl einzelner Aktenstücke.
"Besondere Militärstellen
1. Militärbildungs-Anstalten und Schulen
Hinweis:
Die Masse der Akten: Inspektion der Militärbildungs-Anstalten, Administration der Militärbildungs-Anstalten, Kriegsakademie, Artillerie- und Ingenieur-Schule, Kriegsschule, Schießschule, Inspektion der Unteroffiziers-Schule, Unteroffiziers-Schule und Lehrschmiede, befinden sich bei der Gruppe II. Sie werden später hier repertorisiert werden. – Errichtung von Schulen. Zivillehrer 1867-1905. Ausmusterungs-Prüfung für das Kadetten-Korps und die Kriegsschule 1867-1874. Ökonomisches.
1 a. Kadetten-Korps, Marianische Landesakademie, Militärakademie
Vorbemerkung:
Errichtet 1. Juli 1756 als Kadetten-Korps
Benennung und Umgestaltung:
1778 Marianische Landesakademie
1789 Militärakademie
19. Januar 1805 Kadetten-Korps
Übersicht:
1. Altes Kadetten-Korps und Landesakademie 1752-1778, hervorzuheben besonders Ankauf des Kadettenhauses; dann die Erziehungsanstalt im Allgemeinen 1757-1841, 1757-1861.
2. Militärakademie. Errichtung, Einrichtungen, Professoren u.a., Personal-Angelegenheiten 1790-1800, die Eleven (Allgemeines), deren Aufnahme und Entlassung (alphabetisch) 1790-1800; Stipendien.
3. Kadetten-Korps ab 1805. Auflösung der Akademie und Organisation des Korps; Dienstes-Vorschriften, Lehrpläne, Neue Organisation ab 1848, Dienst- und Schulordnung, Unterrichts-Gegenstände, Übungslager, Aufnahme, Prüfungen, Entlassung usw., Anstellung der Kadetten im Heer, hervorzuheben besonders Griechische Zöglinge 1829-1896; Leben und Fürsorge in der Anstalt, Jahresberichte, Stipendien, Justizangelegenheiten.
4. Die ganze Zeit von 1756-1919 umfassend:
a.) Musterlisten 1772-1773, 1775-1776, 1778; Grundlisten 1829; Grundbücher 1809-1889.
b.) Tagebücher 1756-1856, 1874-1914; Hofkriegsrats-Reskripte 1789-1804, Ordres 1803-1828, Ordrebände 1805-1845 (1830 fehlt), 1862-1868, 1870-1919; Akten der sehr guten Registratur des Korps: Reorganisation des Korps ab 1848 (Referate, Entwürfe, Einwände), gedruckte Aufnahme-Bestimmungen, Standestabelle 1790-1799, Personalien jeder Art von Kadetten, hervorzuheben besonders Taufscheine von 1790-1804, Personalakten von Kommandeuren, Adjutanten, Inspektions- und Aufsichts-Offizieren, Kompanie-Chefs, Professoren, Lehrern, Beamten jeder Art, Papiere aus dem Nachlass Generalleutnant Freiherr von Werneck, Lebensbeschreibung des Oberst von Ancillon, Briefe und Korrespondenzen des Freiherrn von Werneck und von Schuh, Vorlesungen des Premierleutnants Keller über die Moral des Soldatenstandes.
c.) Ökonomisches aller Art der Landesakademie, des Korps 1805-1820, Zahlungslisten des alten Korps 1759-1762, 1768-1778, solche und Hauptrechnungen der Militärakademie 1790-1799, ebensolche des neuen Korps 1805-1840.
d.) Geschichte des Kadetten-Korps, u.a. Manuskript der Geschichte Schönhuebs; Hundertjähriges Jubiläum 1856, 150-jähriges Jubiläum 1906, Abschiedsfeier aus dem alten Kadetten-Korps 1890. (bei den Akten).
Akten:
119 Aktenbunde der Kriegsministerial-Registratur; die übrigen bilden die eingelieferte Registratur des Korps.
Schrifttum:
Schönhueb, Anton Freiherr von, Geschichte des K.B. Kadetten-Korps. München 1856. – Teicher, Friedrich, Das K.B. Kadetten-Korps. München 1909. – Festschrift zur Feier des 150-jährigen Bestehens des K.B. Kadetten-Korps. München 1906. – von Hellingrath und Koerber, Das B. Kadettenkorps 1906-1920. München 1920.
1 b. Kriegsschule
Vorbemerkung:
Errichtet 1. November 1858
Übersicht:
Errichtung, Organisation, Lehrplan, Aufnahme, Unterricht, Prüfungen, Austritt, Entlassungen 1855-1884, dann wieder 1864-1890.
Akten:
4 Aktenbunde.
Schrifttum:
von Schelhorn, Die K.B. Kriegsschule. München 1883. – Dauer, Die K.B. Kriegsschule 1883-1908. München 1908.
1 c. Artillerie- und Ingenieur-Schule
Vorbemerkung:
Errichtet 24. August 1851 bzw. 1. Januar 1857 als Artillerie- und Genie-Schule.
Benennung:
1. April 1872 Artillerie- und Ingenieur-Schule
Übersicht:
Artillerielehrer in Bayern, Prüfungen 1782-1798, Regimentsschulen 1793-1822, Offiziers- und Regiments-Schulen bei den Artillerie-Regimentern, der Pontonier- und Ouvriers-Kompanie 1801-1876, hervorzuheben besonders die Zeichnungslehre des Majors Heerdegen 1810-1822. Artillerie- und Ingenieur-Schule 1866-1883.
Akten:
5 Aktenbunde.
Schrifttum:
von Oelhafen, Geschichte der k.b. Artillerie- und Ingenieur-Schule. München 1882.
1 d. Kriegsakademie
Vorbemerkung:
Errichtet 19. Juni 1867.
Übersicht:
Dienst- und Lehrordnung.
Akten:
1 Aktenbund
1 e. Regiments- und Unteroffiziers-Schulen
Vorbemerkung:
Errichtet 1. April 1894 eine Unteroffiziers-Schule.
Übersicht:
Regimentsschulen: Prüfung, Lehrgegenstände, Lehrbücher und -mittel 1804-1869; Unteroffiziers-Aspirantenschule 1869-1876; Höhere Militärverwaltungs-Schule 1857-1874; Institut der Artillerie-Zöglinge 1820-1833. Unteroffiziers-Schulen: Heranbildung von Infanterie-Unteroffizieren.
Akten:
5 Aktenbunde.
1 f. Schwimmschule
Übersicht:
Schwimmschule 1827/1828
1 g. Oberfeuerwerkerschule
Hinweis:
fällt aus. Befindet sich bei Gruppe III. [Hinweis: durch Kriegseinwirkung verloren gegangen]
1 h. Reitschule
Vorbemerkung:
Errichtet 1. August 1868 als Equitations-Anstalt.
Benennung:
21. März 1910 Militär-Reitschule.
Übersicht:
Errichtung einer Equitations-Anstalt und einer Lehr-Eskadron 1819-1873; Formation der Equitation 1805-1882; Stallmeister 1876-1903;
a.) Stammlisten 1866-1873; Grundbücher 1863-1872.
b.) Ranglisten 1890-1914.
c.) Tagebücher 1868-1914; Ordres und Reskripte 1868-1897; Befehlbücher 1868-1913; Rapporte; Schriftwechselbücher; alphabetisch geordnete Akten der Registratur, u.a.; Dauer- und Übungsritte sowie Preisreiten und Schleppjagden, Qualifikationen des Stammes und der kommandierten Offiziere, Organisation der Anstalt ab 1869, Verehelichungsakten von Unteroffizieren und Mannschaften.
Akten:
2 Aktenbunde der ehemaligen Kriegsministerial-Registratur; die übrigen stammen aus der geordneten Registratur der aufgelösten Reitschule.
Schrifttum:
Redwitz, Max Freiherr von, Rückblick auf die ersten 25 Jahre der k.b. Equitations-Anstalt. München 1893.
1 i. Festungsbau- und Wallmeisterschule
Übersicht:
Festungsbau- und Wallmeisterschule. 1886-1904.
Akten:
1 Aktenbund.
2. General-Auditoriat, Fiskalat, Appellations-Gerichte
Vorbemerkung:
Errichtet 9. März 1804. Vorläufer 1801 der Militär-Justiz-Rat.
Aufgelöst: 30. September 1900 durch die Umgestaltung des Militär-Justiz-Wesens.
Übersicht:
General-Auditoriat 1804-1820 (Instruktionen, Verordnungen u.a.), Personalien (höhere Beamte) 1830-1900, Personale 1804-1900, Ernennungen, Beförderungen usw. Gehälter 1804-1877, Wirkungskreis, Befugnisse, Geschäftsgang; Kriminalakten: Untersuchungen 1860-1900 (alphabetisch mit Registern), Rehabilitierungs-Gesuche 1835-1900 – General-Auditoriat als Revisions-Gericht der Armee (Verordnungen, Entschließungen) 1805-1856, Ratsprotokolle 1810-1872; Justizpflege bei den Truppenteilen und Kommandantschaften (Personalien 1829-1848 bzw. 1827-1866) – Appellationsgerichte, Bildung und Auflösung, Personalien; Fiskalat; Grundbuch des General-Auditoriats 1848-1900.
Akten:
111 Aktenbunde.
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres Bände 6-8
3. Militär-Fonds-Verwaltung und Fonds
Vorbemerkung:
1789 Militär-Waisenfonds errichtet,
1803 Militär-Witwenfonds errichtet,
1818 Vereinigung beider Fonds,
1790 Militär-Milden-Stiftungs-Fonds gegründet,
1813 Invalidenfonds gegründet,
1822 Militär-Fonds-Kommission errichtet zur Verwaltung aller Militär-Fonds und Stiftungen
1826 Offiziers- und Unteroffiziers-Unterstützungs-Fonds gegründet,
1869 Unterstützungs-Fonds für Offiziere usw. des Beurlaubtenstandes gegründet,
1872 Militär-Fonds-Verwaltung gegründet,
1883 Militär-Fonds-Kommission genannt.
Übersicht:
Militär-Fonds-Verwaltung 1772-1831, Personalien 1776-1822, Grundlisten 1829.
a. Witwen- und Waisen- sowie Militär-Stiftungs-Fonds: Verordnungen 1785-1821, Gründung, Kapitalien, Stiftungen 1789-1896, Zugang aller Militär-Witwen, Beiträge der Offiziere und Beamten, Unterstützungen, Hauptrechnungen über die Stiftungsgelder des Mildenfonds, Entlassungstaxen und Redemtionsgelder in den verschiedenen Kreisen Bayerns als Beiträge zum Witwen- und Waisenfonds 1806-1812, Konskriptionsgelder desgleichen 1812-1822, Hauptrechnungen dieser Fonds 1781-1840;
b. Invalidenfonds: Freiwillige und Errichtungs-Beiträge, sonstige Einkommen, Einstandskautionen der Deserteure, aufgelöste fränkische Invaliden-Fonds, hervorzuheben besonders Offiziers-Witwen- und Waisen- und Invaliden-Kassen; Übernahme der Militär-Pensionisten beiderlei Geschlechts von Amberg, Ansbach, Aschaffenburg, Bayreuth, Bamberg, Frankfurt, Oettingen-Wallerstein, Würzburg (sehr viele Personalien); Hauptrechnungen des Invalidenfonds 1813-1840 (1835/1836 fehlt);
c. Militär-Fonds: Verordnungen, Einnahmen aller Art, Anlegung der Gelder, Hypotheken, Dispositions-Fonds des Kriegsministeriums, Kassen- und Rechnungswesen 1810-1871;
d. Unterstützungs-Fonds: Gründung, Beitritt, Beiträge, Vermögens-Ausweise, Unterstützungs-Fonds für Offiziers-Aspiranten 1878-1894, Unterstützungen aus der Kabinettskasse, Hauptrechnungen und Ordres 1825-1840;
e. Fonds-Kommission: Organisation, Wirkungskreis, Geschäftsgang 1803-1885, Personale, Kanzlei, Taxen, General-Verordnungen 1803-1908, alphabetisch geordnet Vormerkungsbücher für Deserteure 1780-1825 (Jahrgänge 1817 und 1818 fehlen), für Einsteher 1823-1828;
f. Etats-Unterstützungsfonds 1892-1901.
Akten:
144 Aktenbunde.
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres Bände 6-8
4. Militär-Kassen
Vorbemerkung:
Die Haupt-Kriegs-Kasse, später 1872 General-Militär-Kasse, unterstand zuerst dem Kurfürstlichen Geheimrat, dann der Hofkammer, und wurde 1788 der obersten Militärbehörde unterstellt. Unter Karl Theodor bestanden neben dem Hof-Kriegszahlamt in München eine Hof-Kriegs-Kasse zu Mannheim und eine solche für Jülich und Berg.
Übersicht:
Militär-Hauptkassen 1739-1822, 1801-1822; Grundlisten 1828/1829; Depositen- und andere Gelder, Vorschusswesen 1749-1822, Hof-Kriegszahlamt: Abrechnung mit dem Rentzahlamt Burghausen 1698, Feldkriegskassen 1793-1800, Auszahlung der monatlichen Militärischen Verpflegungsgelder durch die Kurfürstliche Hauptkasse an das Hof-Kriegs-Zahlamt 1763-1794 – Kriegs-Kasse in Mannheim, in Jülich-Berg – Kriegs-Kassen in Franken und Schwaben 1803-1814 mit Hauptrechnungen – verzinsliche Anlehen französischer Kriegsgelder 1816-1822.
Akten:
12 Aktenbunde der Kriegsministerial-Registratur, 5 Aktenbunde vom Staatsarchiv Landshut.
5. Operationskurs für Militärärzte
Hinweis:
fällt aus.
6. Veterinärschule
Vorbemerkung:
Errichtet 10. März 1790
Übersicht:
Errichtung, Personale, Eleven, Unterricht.
Akten:
3 Aktenbunde.
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres Bände 5-6 I. Teilband
7. Proviantämter
Vorbemerkung:
Proviantämter wurden erst 1872 errichtet; bis dahin oblag die Versorgung der Truppen mit Brot, Fourage usw. den Lokal- (später Garnison-) Verwaltungen.
Übersicht:
Proviant- und Fouragewesen 1746-1821, Instruktionen 1751-1804, Personalien (alphabetisch) von 1784 (auch späteren Jahren)-1822, Proviantämter, auch Kasern- und Lazarett-Verwaltungen der einzelnen Garnisonen (alphabetisch) meist von Beginn des 19. Jahrhunderts an bis 1822, hervorzuheben besonders Ankauf einer Mahlmühle in München 1817, Proviant-, Armatur- und Munitions-Rechnungen der Festung Rothenberg 1648-1743; Prozess- und Justizakten (alphabetisch nach Garnisonen geordnet), alle vom 1. Viertel des 18. Jahrhunderts – Proviantämter: Dienstordnung, personal, Personalien, Obere Beamte usw. 1875-1904.
Akten:
36 Aktenbunde.
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres.
8. Lazarettwesen, Garnisons-Lazarette, General-Lazarett-Inspektion
Vorbemerkung:
General-Lazarett-Inspektion errichtet 18. März 1804, aufgelöst 1. Oktober 1822 – Ober-Sanitäts-Kommissionen und Sanitäts-Kommissionen von 1804-1873.
Übersicht:
1. Garnisons-Lazarette ab 1691; Lazarett- und Krankenwesen 1704-1755, 1765-1822, hervorzuheben besonders die gedruckten Verordnungen über die Lazarett-Einrichtung 1793 und die Verpflegungs-Anstalten in den Militär-Spitälern 1801; Lazarette in den verschiedenen Standorten, meist Personalien und Sachliches aus der zeit 1716-1720, sowie Hauptrechnungen, hervorzuheben besonders in München das Schäffer'sche Krankenhaus 1685/1686, Obergiesing 1689/1690, Lazarett vor dem Sendlinger Tor, Lazarett-Kapelle St. Thekla, Personalien 1778-1822; Prozess- und Justizakten von Lazaretten in verschiedenen Standorten ungefähr 1798-1820; Spitäler im Administrationsbezirk links des Rheins 1815/1816; Lazarettwesen in Tirol 1806-1815; Aufnahme von Militär-Personen in Zivil; Spitäler und "Irrenhäuser" 1785-1822.
2. General-Lazarett-Inspektion: Errichtung, Wirkungskreis, Geschäftsgang, Verordnungen, Personale, Untersuchungen, Schutzpockenimpfung, Krätze, Prüfungsergebnisse des Sanitäts-Personals, Sanitäts-Berichte usw., Instrumente, Arzneimittel u.a.
3. Militär-Ober-Sanitäts- und Sanitäts-Kommissionen: Ordres und Erlasse 1812-1870 Landshut, 1816-1874 Bayreuth, Protokollbücher der Ober-Sanitäts- und Sanitäts-Kommissionen, des Generalkommandos München, des Artillerie-Korps-Kommandos mit Gendarmerie- und Genie-Korps sowie 1. Armee-Divisions-Kommandos im Allgemeinen von (1859) 1865-1873.
Akten:
89 Aktenbunde der nach 1919 eingelieferten Kriegsministerial-Registratur; 23 Protokollbücher.
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres – Roßbach, Karl Dr., Geschichte der Entwicklung des bayerischen Militär-Sanitätswesens. Ingolstadt 1904. – Eckart, August Dr., Vollständige alphabetisch-chronologische Sammlung der über das k.b. Militär-Sanitäts-Wesen erlassenen und noch gültigen Verordnungen. München 1855.
9. Kasernen-Verwaltungen, Lokal-Verpflegs-Kommission, Garnison-Verwaltungen
Vorbemerkung:
Errichtet 1. April 1872 Garnisons-Verwaltungen an Stelle der früheren Lokal-Verwaltungen.
Übersicht:
Allgemeines 1715-1822, hervorzuheben besonders Instruktion für das Kasernen-Direktions-Amt München 1781; Befeuerung und Beleuchtung aller Art, Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände aller Art, Einführung einmänniger Bettstellen 1829, Personalien u.a. der Kasern-Verwaltungen in den einzelnen Standorten, hervorzuheben besonders auch in Tirol von 1807-1814, Kasern-Rechnungen der Festung Rothenberg 1722-1766; Hauptrechnungen der Lokal-Verpflegs-Kommissionen Augsburg, Nürnberg, Rosenberg, Rothenberg, Bamberg, Germersheim, Forchheim, München, Wülzburg und Würzburg, meist von 1825-1840.
Akten:
30 Aktenbunde.
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres.
10. Fabrika, Militär-Arbeitshaus, Montierungs-Depots, Korps-Bekleidungs-Ämter
Vorbemerkung:
Errichtet 1. Juli 1790 Militär-Arbeitshäuser und Montur-Magazinämter in München und Mannheim, Letzteres infolge der Kriegsereignisse 1799 aufgelöst.
8. Mai 1807 Armee-Monturdepot München, später Augsburg, dann 1828 wieder München
1. Juni 1859 Haupt-Montur- und Rüstungs-Depot Nürnberg
1. Oktober 1898 Auflösung der beiden Montierungs- und Rüstungs-Depots München und Nürnberg und Errichtung der Korps-Bekleidungs-Ämter
Übersicht:
1. Fabrika. 1688 (Tuch- und Zeugfabrik in der Au),
2. Arbeitshaus und Montur-Magazinsamt: Errichtung, Allgemeines, Neubau am Anger, Personalien, Militär-Armee-Institut, Betrieb, Auflösung;
3. Montierungs-Depots: Grundlisten 1782-1829, Errichtung, Betrieb, Personale, Lokalitäten, Besichtigungen, Bestände, Rechnungswesen, Depots Amberg, Augsburg, München, Schweinfurt, Würzburg, Nürnberg, Filialdepots Ingolstadt, Landau, Germersheim;
4. Korps-Bekleidungsämter: Errichtung, Organisation, Formation der Handwerker-Abteilungen, Schuhmacherwerkstätten, Friedens- und Kriegsbetrieb.
Akten:
38 Aktenbunde.
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres Bände 5-8
11. Militärbevollmächtigter in Berlin und IV. Armee-Inspektion
Übersicht:
Vertrauliche Korrespondenzen zwischen Kriegsministerium und dem Militär-Bevollmächtigten 1871-1873; Mobilmachungsangelegenheiten aus den Jahren 1868/1869 und 1870/1871, Demobilmachung und Okkupation. – Kommandierung bayerischer Offiziere zu der IV. Armee-Inspektion 1872
Akten:
1 Aktenbund.
12. Bezirkskommandos
Vorbemerkung:
30. Januar 1868 mit Einführung des Wehrverfassungs-Gesetzes Einteilung Bayerns in 32 nach Verwaltungs-Bezirken abgegrenzte und nach ihren Kommandositzen benannte Landwehr-Bezirke.
1. Oktober 1912 Errichtung der Landwehr-Inspektionen München und Nürnberg
1. Oktober 1913 eine solche in Landau.
Übersicht:
Personalien (Kommandeure, Adjutanten, Stabs-Offiziere, Referenten in Landwehr-Angelegenheiten) 1877-1899.
Akten:
1 Aktenbund."
Bestellweise bzw. Archivsignatur:
BayHStA, A VII Bestellnummer bzw. A VII Bestellnummer / Unternummer
(z.B. "BayHStA, A VII 1")
München, 8.2.2023
Heinz-Jürgen Weber