Einleitung
Zur Landespolizei siehe allgemein das Vorwort zur Landespolizei Ansbach!
Die Landespolizei Nürnberg-Fürth wurde Ende 1919 als Staatliche Polizeiwehr Gruppe Nürnberg-Fürth (mit der IV. Abteilung in Nürnberg und der V. Abteilung in Fürth) gegründet. Die Gruppen unterstanden hinsichtlich Ausbildung, Organisation, Ergänzung, Ausrüstung und innerem Dienst der dem Innenministerium unmittelbar nachgeordneten Inspektion in München. In Ausübung des Sicherheitsdienstes war die Gruppe Nürnberg-Fürth jedoch dem Regierungspräsidenten von Mittelfranken als "Staatskommissar für den Regierungsbezirk Mittelfranken" unterstellt. 1920 erfolgte die Umbenennung in "staatliche Ordnungspolizei" und schließlich in "Bayerische Landespolizei" (Quellen: Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern, Abgabe 1968, Titel II Nr. 219 und 220).
Das Kommando der Landespolizei Nürnberg-Fürth war für den Großraum Nürnberg zuständig. Die wichtigsten Sitze waren in Nürnberg in der Bärenschanzstr. 34, der Fürtherstr. 111 und in der Deutschhauskaserne. 1935 gab es die Landespolizei Abteilung Nürnberg und die Landespolizei Abteilung Fürth. In Fürth war außerdem die Flugüberwachung Bayern-Nord als Teil der Landespolizei ansässig, sie war u.a. auch zuständig für den Flugplatz Kitzingen.
Die Überlieferung der Landespolizei Nürnberg-Fürth ist sehr eingeschränkt, vom Kommando selbst sind kaum Akten vorhanden. Der weitaus größte Teil der Akten umfasst Besoldungslisten und -stammblätter, Gebührnisnachweisungen, sog. Beweishefte (Quittungen, Abrechnungen, häufig für Personalausgaben) sowie Versorgungsgebühren. Akten zur Arbeit der Landespolizei fehlen fast vollständig. Neben Unterlagen der einzelnen Verwaltungsstellen bzw. Verwaltungsämter sind v.a. Unterlagen der Kraftwagenwerkstätte Nord und der Flugüberwachung Bayern-Nord sowie des Wirtschaftsamts 2 bzw. des Polizeiwirtschaftsamts Bayern-Nord erhalten.
Die Akten zu den Geheimjournalen der Kraftfahr-Abteilung (Bestellnummer 261) wurden am 3.10.1935 vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch die Mehrzahl der weiteren Akten um 1935 vernichtet wurde. Die hier verzeichneten Akten haben leider nur einen geringen Aussagewert, sie werden aber aufbewahrt, weil weitere Akten fehlen. Dies ist kein Ausnahmefall. In einer von Erwin Schröder nach dem 2. Weltkrieg erstellten Materialsammlung zur Landespolizei heißt es im Vorwort, "dass sich der Referent der Inspektion der Bayerischen Landespolizei im Jahre 1933 gezwungen sah, mit Genehmigung des Chefs der Inspektion die wichtigsten Akten, vor allem die Einsatzakten, zu vernichten, "um dadurch Polizeiführer, die vor dem Umbruch nur einen Rechtsstaat schützen halfen, vor 'Vergeltungs'-Maßnahmen der neuen Machthaber zu bewahren."" Ein großer Teil der Überlieferung zur Bayerischen Landespolizei befindet sich heute in der Abt. IV des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Kriegsarchiv), v.a. Unterlagen zum Personal, aber es handelt sich um einen "Rumpfbestand" (Schmalzl, S. 125).
Herbert Schott
Literatur:
Schmalzl, Markus: "Die Überlieferung der Bayerischen Landespolizei im Bayerischen Hauptstaatsarchiv". In: Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V. (hrsg.): Forum Heimatforschung. Ziele - Wege - Ergebnisse. Heft 14. München, 2010, S. 121 - 129
Schwarze, Johannes: Die bayerische Polizei und ihre historische Funktion bei der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit in Bayern von 1919 - 1933 (Miscellanea Bavaica Monacensia 72). München, 1977