Einleitung
Geschichte: Johannes Nikolaus Kindlinger (17.2.1749 - 16.9.1819) trat nach dem Schulbesuch 1766 dem Minoritenorden bei. Einen großen Teil seines Lebens widmete er Ordnungsarbeiten und der Anfertigung von Urkundenabschriften in Kloster-, Stifts- und Adelsarchiven. Von 1806 - Ende 1816 war er als Archivar in Fulda tätig. Er trug eine mehr als 200 Bände umfassende Sammlung von Urkundenabschriften und aus den Archiven entwendeten Urkunden zusammen. Nach seinem Tod wurde die Sammlung unter den interessierten Territorialherrschaften aufgeteilt. Auf diese Weise kam auch das Königreich Bayern in den Besitz von Dokumenten aus der Sammlung Kindlinger. Sie betreffen hauptsächlich -aber nicht ausschließlich- die im Zuge der Säkularisation an Bayern gefallenen Gebiete des Hochstifts Fulda.
Archivgeschichte: Das Königreich Bayern erhielt bei der Aufteilung der Sammlungen Kindlingers von Kurhessen 1841 Originale, die das bayerische Herrschaftsgebiet betrafen. Außerdem ließ die bayerische Regierung von Stücken, die nicht im Original übergeben wurden, Abschriften anfertigen. Originale und Abschriften kamen in das Würzburger Archiv, wo sie teilweise dem Urkundenbestand eingegliedert, teilweise den Akten zugeordnet wurden. Die Urkunden -Originale und Abschriften- wurden, allerdings nicht vollständig, im Repertorium der Würzburger Urkunden bei den Fuldaer Urkunden nachgetragen.
Bestandsformierung: Bei der Bearbeitung des Fonds "Hochstift Fulda Urkunden" wurden die aus der Sammlung Kindlinger stammenden Stücke zunächst bei dem Fonds belassen. Da sich viele dieser Stücke aber nur sehr bedingt der Provenienz "Hochstift Fulda" zuordnen lassen, wurden bei einer Überarbeitung des Fonds die aus der Sammlung Kindlinger stammenden Urkundenabschriften aus dem Fonds herausgezogen und zu einem eigenen Fonds "Sammlung Kindlinger" zusammengefasst. Die Originalausfertigungen verblieben dagegen beim Fonds "Hochstift Fulda Urkunden". Die aus der Sammlung stammenden Stücke lassen sich anhand einer meist am oberen rechten Rand vermerkten Zahlenkombination, die mit einem entsprechenden Eintrag in den erhaltenen Abgabelisten korrespondiert, relativ leicht bestimmen.
Bestellweise: Sammlung Kindlinger Nr. Die Signatur für die Bestellung ist zudem für jedes Stück am Beginn des Eintrags im Repertorium in Fettschrift angegeben
Dr. Ekhard Schöffler