Einleitung
Frau Dipl.-Ing Rotraud Lebender aus Witten hat dem Staatsarchiv Nürnberg den 31 Nummern umfassenden Bestand mit dem ursprünglichen Titel "Nachlass Lebender" am 24. 03.2006 und am 05.04.2006 geschenkt. Im Jahre 2019 wurden die Bestellnummern 32 - 55 freundlicherweise nachgereicht, es handelte sich vorwiegend um Bilder und Scherenschnitte, aber auch um weitere Unterlagen zur Familiengeschichte.
Es handelt sich um schriftliche Unterlagen, Fotografien und Siegelstempel der Familien Lebender, von Zapf, von Johler, von Golch und von Berg sowie familienkundliche Unterlagen über diese Familien.
Die Brüder Hans, Paul und Mathes Zapf aus Baden bei Wien erhielten 1625 ein adeliges Wappen (Nr. 6, Abschrift von 1768). Bald darauf ist die Familie in Stadtsteinach (LK Kulmbach), Marktbreit und Geiselwind (beide LK Kitzingen) greifbar.
Im 18. Jahrhundert wurde Johann Michael Anton von Zapf (geb. um 1720) österreichischer Offizier und ließ zu diesem Zweck einen Stammbaum anfertigen (Nr. 7). Sein Bruder Johann Wilhelm Ignatius von Zapf (1725-1803), schwarzenbergischer Zentamtsverweser und Verwalter der Stadtvogtei in Scheinfeld (LK Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim), war seit 1764 mit Franziska Kern verheiratet (Nr. 11 und 26).
Weitere Unterlagen des Bestandes stammen von drei Töchtern des Johann Wilhelm Ignatius von Zapf und seiner Frau Franziska, von deren Ehemännern und Familien:
Lioba von Zapf (1770-1856) heiratet 1800 Dr. med. Franz Xaver von Johler (1770-1843), Zentamtsphysikus und Landgerichtsarzt in Scheinfeld (Nr. 13, 16-18,22 sowie 27-31). Ihr Sohn Joseph von Johler (1805-1835) starb früh als Rechtspraktikant in Würzburg (Nr. 19-20 und 22). Ihre Tochter Franziska Lioba von Johler (geb. 1811) war seit 1835 mit Stabsauditor Valentin Adalbert Golch aus Würzburg verheiratet (Nr. 21 und 23). Deren Sohn Xaver von Golch (geb. 1837) wurde als bayerischer Hauptmann für die Teilnahme am Krieg gegen Frankreich 1870 und 1871 ausgezeichnet (Nr. 23-25).
Anna Margaretha Barbara von Zapf (1774-1847) heiratete 1810 Franz Maximilian Lebender (1774-1847), einen schwarzenbergischen Amtsschreiber in Seehaus (Markt Nordheim, LK. Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim), später Richter in Scheinfeld (Nr. 14). Ihr Sohn Joachim Lebender (1817-1897), Jurist und zuletzt Oberamtsrichter in Erlangen, erhielt 1882 das Ritterkreuz I. Klasse des königlich bayerischen Verdienstordens vom heiligen Michael (Nr. 2-3). Joachim Albert Lebender ist der Urgroßvater der Nachlassgeberin Dipl.-Ing. Rotraud Lebender (geb. 1927).
Friedericke von Zapf (geb. um 1783) heiratet Georg Wilhelm von Berg genannt Schrimpf, Kammerherr und Rittmeister in bayerischen Diensten (Nr. 9).
Hinzuweisen ist auf einen Siegelring und fünf Siegelstempel aus dem 18. Jahrhundert und der Zeit um 1800, durch die ein kleiner Bereich adeliger Lebenskultur - das Führen von Wappen, die Freude an Motti und Monogrammen - anschaulich sichtbar wird.
Der Nachlass ist frei zugänglich.
Siehe Staatsarchiv Nürnberg, Repertorienzweitschriften und Archivabgabeverzeichnisse 206