Einleitung
Das vorliegende Findbuch beinhaltet Archivalien aus dem ehemaligen Bestand Oberpostdirektion Würzburg, bearbeitet Hubert Breunig von 1989, und Akten aus der Abgabe des Staatsarchivs Nürnberg 20/2006 vom 27.03.2006.
Behördengeschichte
Die 1851 gegründete Generaldirektion der Verkehrsanstalten, welches die Post- und die Eisenbahnverwaltung zusammengefasst hatte, wurde am 1. August 1886 aufgelöst. Danach gingen die Eisenbahnverwaltung mit der "Generaldirektion der Staatseisenbahnen" und die Postverwaltung mit der "Direktion der Posten und Telegraphen", ab 1898 "Generaldirektion der Posten und Telegraphen", wieder getrennte Wege. 1904 wurde das Staatsministerium für Verkehrsangelegenheiten gegründet, welches mit der Zeit die Kompetenzen der Generaldirektion übernahm, sodass diese 1907 aufgelöst werden konnte. Dieses Ministerium bestand bis zum Jahr 1920 fort. Am 1.4.1920 geht die Postverwaltung aufgrund eines Staatsvertrags von der bayerischen Verwaltung in die Verwaltung des Deutschen Reichs über.
Bereits 1876 erfolgte die Trennung der Eisenbahn und der Post auf mittlerer Ebene. Die Oberpost- und Bahnämter wurden aufgelöst und durch Oberbahnämter und Oberpostämter ersetzt. Anders als bei der Eisenbahnverwaltung blieb der Sprengelzuschnitt für den Bereich der Post identisch mit der bayerischen Kreiseinteilung. 1907 erfolgte die Umbenennung in Oberpostdirektionen. Im Jahr 1920 gingen die Postdirektionen, wie die gesamte Postverwaltung auf das Reich.
Die Oberpostdirektionen führten die gesamte Verwaltung des Post- und Telegraphenwesens in ihren Bezirken. Zugleich vertraten sie die Postverwaltung in ihren Sprengeln rechtlich und waren Beschwerdeinstanz.
Ihnen untergeordnet waren die Post- und Telegraphenämter, die Postagenturen, die Posthilfsstellen und die Postställe.
Bestandsgeschichte
Im Jahr 1985 wurde auf Beschluss des Bundespostministers das Postarchiv in München aufgelöst. Dieses verwahrte seit den 1920er Jahren die Überlieferung der bayerischen Postverwaltung und der Postverwaltung des Reichs, soweit sei Bayern betrafen. Es war bei der Oberpostdirektion in München angegliedert.
Die Unterlagen wurden daraufhin an das für Oberbayern zuständige Staatsarchiv in München abgegeben und von dort auf die bayerischen Staatsarchive und das Bayerische Hauptstaatsarchiv verteilt.
Daneben existierte beim Postmuseum in Nürnberg noch ein kleinerer Teil an Postakten, welche an das Staatsarchiv Nürnberg abgegeben und gemäß ihrer Provenienz ebenfalls auf die Staatsarchive aufgeteilt wurden. Das Staatsarchiv Würzburg erhielt den unterfränkischen Teil der Akten im Jahr 2006.
Die nach Würzburg abgegebenen Akten des Postarchivs in München wurden erstmals im Jahr 1989 von Archivhauptsekretär Hubert Breunig verzeichnet.
Bestandsgliederung und Bestandsbildung
Der ehemalige Bestand "Oberpostdirektion Würzburg" wurde provenienzrein in zwei Bestände aufgeteilt. Zentralbehördliche Überlieferung ging an das Bayerische Hauptstaatsarchiv. Für die bayerische Zeit wurde der gleichnamige Bestand "Oberpostdirektion Würzburg" formiert. Für die Zeit, als die Postverwaltung verreichlicht worden war, wurde der Bestand "Reichspostdirektion Würzburg" gebildet.
Für die Zeit vor 1920 sind zwei Aktenpläne überliefert.
Der Aktenplan des Oberpostamts bzw. der Oberpostdirektion war seit dem 19. Jahrhundert bis 1913, der Aktenplan der Oberpost-/Reichspostdirektion war von 1913-1934 in Gebrauch.
Der vorliegende Bestand wurde gemäß dem jüngeren Aktenplan formiert. Sollten manchmal keine Aktenzeichen angegeben worden sein, wurde versucht, diese in einen logischen Zusammenhang zu bringen und richtig in die Systematik einzuordnen.
Die Aktenpläne wurde in der DMS-Ablage des Staatsarchivs Würzburg unter dem Aktenzeichen 2001-1 hinterlegt.
Das Aktenzeichen P VII, welches den überwiegenden Teil des Bestands ausmacht, wurde nach alphabetischen Gesichtspunkten gegliedert. Eine Aufteilung nach nachgeordneten Postämtern fand nicht statt.
Für ein umfassendes Bild der Postüberlieferung muss auch das Repertorium "Reichspostdirektion Würzburg" eingesehen werden.
Johannes Stoiber