Einleitung
Rentamt Königshofen (1804 - 1919)
1.) Behördengeschichte
2.) Hinweise zum Bestand und zur Benutzung
1.) Behördengeschichte
Mit Wirkung zum 8. November 1804 wurde das Rentamt Königshofen errichtet. Neben zahlreichen Ortschaften des ehemals hochstiftisch würzburgischen Amtes Königshofen (Königshofen, Alsleben, Althausen, Aub, Eyershausen, Gabolshausen, Herbstadt, Ipthausen, Merkershausen, Obereßfeld, Untereßfeld, Ottelmannshausen, Trappstadt, Aubstadt, Schwanhausen und Sulzdorf) umfasste es auch unterschiedlich große Teile der ehemaligen Würzburger Ämter Sulzfeld (Sulzfeld, Saal, Großeibstadt, Großbardorf, Johanneshof, Lindleshof, Rothhof, Sandhof, Unterhof und Rügshausen), Neustadt (Wülfershausen), Hofheim (Bun-dorf) und Stadtlauringen (Leinach). Dazu kamen noch unterschiedliche fiskalische Aufgaben in zahlreichen inklavierten ritterschaftlichen Besitzungen (u.a. in Waltershausen, Aubstadt, Irmelshausen, Höchheim, Gleicherwiesen, Brennhausen, Sternberg, Zimmerau, Kleinbardorf, Kleineibstadt und Oberlauringen). Erster Rentamtmann wurde der bisherige hochstiftische Amtskeller in Schlüsselfeld, Peter Joseph Bittheuser.
Hauptaufgabe des Rentamts war die Verwaltung des gesamten Staatsvermögens in seinem Amtsbezirk. Dazu erhob es alle Einkünfte ("Gefälle"), die aus Steuern, herrschaftlichen Rechten und Staatsgütern entsprangen, verrechnete diese und lieferte sie an die vorgesetzte Provinzial- oder Kreiskasse in Würzburg ab. Weiterhin war es zuständig für die Erhebung der Forstgefälle und die Erstellung der sog. "Pecunial-Forstrechnung" sowie die Verrechnung der von den Landgerichten (ä.O.) eingenommenen Gebühren ("Taxen"). Schließlich hatte es auch gewisse Exekutivbefugnisse gegen saumselige Abgabepflichtige.
In den folgenden Jahrzehnten fanden immer wieder kleinere Veränderungen am Zuständigkeitssprengel des Rentamts statt (u. a. 1812 bzw. 1813: Abgabe von Bundorf und Oberlauringen an das Rentamt Hofheim).
Mit Wirkung zum 1. Oktober 1919 wurde das Rentamt Königshofen aufgelöst und durch das gleichnamige Finanzamt ersetzt.
2.) Hinweise zum Bestand
Der neuformierte provenienzreine Bestand "Rentamt Königshofen" umfasst die heute noch vorhandenen geringen Überlieferungsreste dieser Behörde; sie waren bisher Teil der Mischbestände "Rentamt Königshofen (Bände)" und "Rechnungen". Der gesamte Rest, insbesondere die Akten, ging vermutlich bei der Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 verloren. Erwähnt werden muss auch, dass es sich bei dem Großteil der hier verzeichneten Rechnungen des Rentamts eigentlich um die Revisionsexemplare der vorgesetzten Rechenkammer bei der kurbayerischen, dann großherzoglichen Landesdirektion und schließlich bei der Regierung des Untermainkreises handelt (erkennbar am Registraturvermerk "Pro Registratura"). Dies hat seine Ursache darin, dass insbesondere im Jahr 1908 im damaligen Kreisarchiv Würzburg eine umfangreiche Nachkassation bei den bis dahin häufig doppelt vorhandenen Rechnungen durchgeführt wurde - und zwar quer durch alle Provenienzen. Eine den seriellen Charakter des Archivalientyps "Rechnungen" beachtende und gleichzeitig provenienzgemäße Bestandsrekonstruktion ist damit heute in der Regel nicht mehr möglich. Deshalb wurde vom Unterzeichnenden im Sinne der Benutzerfreundlichkeit und unter teilweiser Missachtung des Provenienzprinzips grundsätzlich festgelegt, bei der Bestandsrekonstruktion eine möglichst geschlossene Rechnungsserie jeweils bei der rechnungslegenden Behörde aufzubauen. Die abweichende Provenienz des Rechnungsbandes soll dennoch im Feld "Interne Bemerkungen" kenntlich gemacht werden. In den wenigen bisher nachweisbaren Fällen, wo sowohl das Amtsexemplar als auch das Revisionsexemplar der Rechnung (mit Beilagen) heute noch vorhanden sind, findet diese Sonderregelung natürlich keine Anwendung.
Auf die Erstellung eines Registers wurde wegen des geringen Umfangs des Bestands verzichtet.
Würzburg, 12.06.2018
Jens Martin M.A.