Einleitung
BESTANDSGESCHICHTE
Laut Dr. Oskar Bezzel (siehe unten bei "Bestandsgehalt") stammen die ältesten Akten des Kriegsarchivs mit geringen Ausnahmen aus dem Königlich Bayerischen Allgemeinen Reichsarchiv, dem heutigen Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Dort befanden sich anscheinend bis zur vorübergehenden Errichtung eines geheimen Kriegsarchivs im Jahr 1815 die meisten der beim Hofkriegsrat und seinen Nachfolgern Oberkriegskollegium bzw. Kriegsministerium erwachsenen Akten. Ursprüngliche Verwahrstelle der oben genannten geringen Ausnahmen – 126 Verzeichnungseinheiten – war das Kreisarchiv, ab 1921 Staatsarchiv Landshut. Die jüngeren Akten wurden der Registratur des Kriegsministeriums entnommen.
Der Bestand "3. Pionierbataillon (F) " ist vermutlich Ende der 1930er- / Anfang der 1940er-Jahre nach dem Pertinenzprinzip gebildet worden und lag sehr wahrscheinlich in Form eines Aktenbundes (verschnürter Faszikel) im Magazin. Wahrscheinlich in den Jahren 1940 bis 1943 wurden Erschließungsarbeiten ausgeführt. Anschließend diente lange Zeit das Zettelrepertorium in Karteikartenform als Findmittel. In den 1990er-Jahren erfolgte eine intensive Neuverzeichnung durch Bärbel Köhler in FAUST. Vor der Erstellung eines Ausdrucks des Findmittels im Jahr 2003 fand eine Überarbeitung durch Georg Rumpler statt. Im Jahr 2023 wurden die von FAUST nach ACTApro Desk migrierten Verzeichnungseinheiten von Heinz-Jürgen Weber redaktionell und formal überarbeitet.
BESTANDSGEHALT
"3. Pionierbataillon (F)" umfasst die Laufzeit 1847-1919 bzw. insgesamt 1.204 Verzeichnungseinheiten bzw. die Bestellnummern 1 bis 1.204. Im Rahmen einer allgemeinen Übersicht der Bestände des Heeresarchivs München, der heutigen Abteilung IV (Kriegsarchiv) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, hatte Oberst Dr. Oskar Bezzel im Jahr 1940 eine inhaltliche Übersicht über den Bestand "3. Pionierbataillon" verfasst. Im Folgenden wird diese Übersicht wiedergegeben. Die meistens summarisch verwendeten Begriffe "Bund" bzw. "Bunde" bezeichnen die verschnürte Einheit einer unbestimmten Anzahl einzelner Aktenstücke.
Darüber hinaus liegt das Vorwort von Bärbel Köhler vor. Dessen Gehalt wird – ergänzt um Anmerkungen zu den redaktionellen und formalen Veränderungen – direkt im Anschluss an die Bezzel'sche Gesamtschau auf das 3. Pionierbataillon (F) wiedergeben.
Bestandsbeschreibung nach Dr. Oskar Bezzel:
"7. a-b Pioniere u.a
Vorbemerkung:
1704 Errichtung eines militärischen Ponton-Trains
1809 Errichtung eines Pontonier-Korps für den Feldzug
1813 Wiedererrichtung eines Pontonier-Korps
1822 Errichtung je einer Mineur-, Sappeur- und Pionier-Kompanie
1825 Umgestaltung der Pionier-Kompanie in eine 2. Sappeur-Kompanie
1844 Bildung eines Genie-Bataillons aus der Mineur- und den 2 Sappeur-Kompanien, einer neuen Kompanie und der Pontonier-Kompanie
1848 Bildung eines Genie-Regiments
1856 Wegfall der Gliederung der Genie-Kompanien in Mineure, Sappeure, Pontoniere und Pioniere
1872 1. April Auflösung des Genie-Regiments, dafür Bildung eines 1. und 2. Pionier-Bataillons
1900 1. April Errichtung des 3. Pionier-Bataillons
1912 1. Oktober Errichtung des 4. Pionier-Bataillons und eines Scheinwerfer-Zugs beim 1. Pionier-Bataillon
1913 1. Oktober Errichtung eines solchen [Scheinwerfer-Zug?] beim 2. Pionier-Bataillon.
3. Pionier-Bataillon
Vorbemerkung:
Errichtet 1872 1. April aus der 1. Feld-Genie-Division und der 1. und 4. Festungs-Kompanie des Genie-Regiments als
Benennung:
1872: 1. Pionier-Bataillon
1912 1. Oktober: 3. Pionier-Bataillon
Übersicht: [kein Text].
Akten: [kein Text]
Schrifttum:
Geschichte des Bayerischen Heeres – Gedenkschrift zur Jahrhundertfeier der K.B. Ingenieurtruppen 1913. München 1913. – Klarmann, J., Offiziers-Stammliste des Bayerischen Ingenieur-Korps 1744-1894. München 1896 – Kuchler, Geschichte der K.B. Pionier-Bataillone. München 1898".
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Vorwort des gedruckten Findbuchs, daran anschließend Angaben zu redaktionellen und formalen Abänderungen:
"Der Aktenbestand '3. Pionier-Bataillon (Frieden)' umfasst die Akten des in Ingolstadt stationierten Pionier-Bataillons, das bis zu seiner Umbenennung am 1.10.1912 '1. Pionier-Bataillon' geheißen hat. Die Akten stammen aus der Zeit von 1872 bis 1914.
Aus dem aufgelösten Genie-Regiment wurden am 1.4.1872 das 1. Pionier-Bataillon und das 2. Pionier-Bataillon gebildet. Die Garnison des 1. Pionier-Bataillons war Ingolstadt.
Das 1. Pionier-Bataillon bestand zunächst aus drei Feld-Pionier-Kompanien und zwei Festungs-Pionier-Kompanien, die 4. Festungs-Pionier-Kompanie des 1. Pionier-Bataillons war bis 1882 in Neu-Ulm stationiert. Am 1.4.1889 wurde eine einheitliche Ausbildung für alle Pionier-Kompanien eingeführt, die Bezeichnungen 'Feld-' und 'Festungs-Pionier-Kompanie' fielen weg.
Am 1.10.1895 wurde in München aus den fünften Kompanien des 1. und 2. Pionier-Bataillons ein Pionier-Detachement gebildet, aus dem am 1.4.1900 das 3. Pionier-Bataillon entstand.
Am 1.10.1912 wurde das bisherige 1. Pionier-Bataillon in Ingolstadt in '3. Pionier-Bataillon' umbenannt, das bisherige 3. Pionier-Bataillon in München wurde zum '1. Pionier-Bataillon'."
Bei der ursprünglichen Gliederung des Findbuchs orientierten sich Bärbel Köhler und Georg Rumpler im großen Stil an den alphabetischen Schlagworten, nach denen das Karteikartenrepertorium geordnet war. Dies führte neben inhaltsreichen Unterkapiteln wie z.B. "Truppenübungen" oder "Übungen" zu Dutzenden Unterkapiteln mit sehr wenigen Archivalien, teilweise mit nur einem einzigen. Im Zuge der Nachbearbeitung durch Heinz-Jürgen Weber wurde grober gegliedert: Die Unterkapitel des Kapitels "Pionierbataillon nach Alphabet" nennen nun nur noch summarisch die Anfangsbuchstaben der im Karteikartenrepertorium verwendeten Schlagworte. Zu Beginn der einzelnen Betreffe steht der entsprechende Buchstabe am Anfang, dann folgt der Betreff. Die ursprünglich mit wenigen Ausnahmen konsequente nummerisch aufsteigende Reihenfolge der Bestellnummern ist jedoch erhalten geblieben. Das Kapitel "Vorausgestellte Akten" enthält Serien gleichartiger Akten oder Amtsbücher (Tagebücher, Stammlisten/Grundbücher, Ordres, Befehlsbücher, Journale/Geschäftsbücher). Am Ende der Gliederung stehen Kapitel, die sich auf Untergliederungen des 3. Pionierbataillons beziehen (1. - 4. Kompanie, Kassenverwaltung und Bekleidungskommission). Diese Kapitel enthalten verhältnismäßig wenig Archivalien. Archivalien mit Bezug auf diese Bataillons-Untergliederungen sind auch innerhalb des Kapitels "Sonstige Sachakten" aufzufinden sind.
Bestellweise bzw. Archivsignatur:
BayHStA, 3. Pi.btl. (F) Bestellnummer
(z.B. "BayHStA, 3. Pi.btl. (F) 1")
München, 30.8.2023
Heinz-Jürgen Weber