Einleitung
Der Bestand "Kloster Kastl Urkunden" enthält die Urkunden des Klosters Kastl 1102/03 - 1556, der oberpfälzischen Klosterverwaltung Kastl 1556 - 1636 und des Jesuitenkollegs Amberg 1636 - 1781/82.
Bearbeitet von Archivreferendar Dr. Puchner 1934/1935.
Das vorliegende Findmittel wurde 2011 im Rahmen des DFG-Projekts "Retrokoversion von Findmitteln" von einer Fremdfirma im EAD-XML-Format erfasst. Eine notwendige weitergehende redaktionelle Überarbeitung sowie die Auflösung der angegebenen Personen- und Ortsnamen stehen noch aus.
Inhalt:
Einleitung S. V/VI
Ueberblick über die Archivkennzeichen S. VII
Uebersicht über Bestandsveränderungen S. VIII/IX
Bisherige Lagerung der Faszikel. S. XI/XII
Regesten S. 1 - 482
817 Vollnummern
285 Unternummern
3 Nummern Nachtrag
= 1105 Regesten
Einleitung:
Die besonderen Geschicke des Klosters Kastl rechtfertigen gerade vom Herkunftsgrundsatz aus eine gesonderte Behandlung des Archives dieses Klosters: im Jahre 1102/3 gegründet, wird es 1556 aufgehoben, nachdem schon geraume Zeit vorher die oberpfälzische Regierung stärkstens in die Klosterverwaltung eingegriffen hatte. Kastl kam unter oberpfälzische Richter und Verwalter, die in Kastl selbst ihren Sitz nahmen. Der gesamte Vermögenskomplex des ehemaligen Klosters Kastl blieb beisammen und wurde sogar noch vermehrt, so z.B. durch die Kirche Hennenberg. 1625 wurde das Kloster wiederhergestellt und 1636 dem neugegründeten Jesuitenkolleg in Amberg übergeben. 1781/82 ging dann das Kloster nach der Aufhebung des Jesuitenordens an den Malteserorden über, bei dem es bis zu dessen Säkularisierung 1808 verblieb. Die Jahre 1556, 1625 und 1636 bezeichnen für die Verwaltung und damit auch für den Archivkörper des Klosters Kastl keinen Bruch, sondern nur einen Wechsel des Rechtssubjektes. Deshalb musste auch für die Regestierung der Urkunden die Zeit von 1102/3 bis 1781/82 als eine Einheit betrachtet werden, die also das Kloster Kastl, die oberpfälzische Klosterverwaltung Kastl und das Jesuitenkolleg Amberg umfasst. Es wurde vermieden, den ganzen Bestand in diese drei Abteilungen zu teilen, da sonst wegen der Vorurkunden zu Erwerbungen während der oberpfälzischen Klosterverwaltung und durch das Jesuitenkolleg die rein zeitliche Reihe nicht hätte eingehalten werden können. Dass der ganze Bestand Kloster Kastl und nicht etwa Jesuitenkolleg Amberg heisst, lässt sich mit der weitaus grösseren Bedeutung des Klosters rechtfertigen.
Bei der Bearbeitung wurde darauf geachtet, möglichste Bestandsreinheit zu erzielen. Deshalb mussten eine Reihe von Urkunden, die meist erst unter Sammeth in den Bestand kamen, wieder herausgenommen werden, andrerseits eine Reihe von Urkunden Kastler Herkunft anderen Beständen entnommen werden. Ueber diese Veränderungen gibt die Uebersicht auf S. VIII genaue Auskunft. Um möglichste Vollständigkeit zu erzielen, wurden auch die nur abschriftlich (in den Klosterliteralien) vorhandenen Urkunden als Unternummern mitaufgenommen. Ebenso die Regesten von heute nicht mehr vorhandenen Urkunden aus dem Findbuch von 1567.
Als Nachtrag (Nr. 818, 819 und 820) wurden einige Urkunden aufgenommen, welche schon bisher bei Kastl lagen, zweifellos aber in einen anderen Bestand gehören. Das gemeinsame Kennzeichen der drei Urkunden, welche sich auf Reformen des Benediktinerordens bezw. des Klosters Kastl beziehen, ist: I. Rub. 8 Nr. 29.
Einige Urkunden aus dem Bestand des Klosters Kastl lagern aus verschiedenen Gründen (Selektbildung, bei 3) Urkundenfolge bei Rechtsgeschäft) in anderen Beständen:
1) Nr. 1; 7; 14, liegen im Kaiserselekt.
2) Nr. 50; 57; 61; 62 liegen im Kaiser-Ludwig-Selekt.
3) Nr. 406; 424; 468; 478; 484; 485; 489; 585; 587; 670; 676; 723; 781 liegen im Staatsarchiv Würzburg, wohin sie mit dem Archiv des Domkapitels Würzburg kamen (das Domkapitel hatte 1775 die Besitzungen Kastls in Iphofen erworben).
Ueberblick über die Archivkennzeichen des Bestandes:
1) Ältestes Kennzeichen aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. (zugehöriges Findbuch nicht erhalten);
2) Kennzeichen der oberpfälzischen Klosterverwaltung, aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts;
3) Kennzeichen des Jesuitenkollegs Amberg, aus dem 18. Jahrhundert, mit Trennung in Gross-Archiv und Klein-Archiv; die zugehörigen Findbücher befinden sich teils im Staatsarchiv Amberg, teils im Hauptstaatsarchiv München.
Uebersicht über Bestandsveränderungen.
a) bisher bei Kloster Kastl, jetzt in anderen Beständen:
Urk. v. 24.05.1308; jetzt: Pfalz-Neuburg Klöster und Pfarreien Nr. 315
Urk. v. 25.01.1311; jetzt: Gerichtsurk. Pfaffenhofen Opf. Nr. 2c (Fasc. 1)
Urk. v. 17.06.1381; jetzt: Gerichtsurk. Pfaffenhofen Opf. Nr. 2a (Fasc. 1)
Urk. v. 10.01.1396; jetzt: Gerichtsurk. Rieden Nr. 1a (Fasc. 1)
Urk. v. 16.03.1414; jetzt: Oberpfalz Nr. 553a.
Urk. v. 03.09.1431; jetzt: Gerichtsurk. Pfaffenhofen Opf. Nr. 9b (Fasc. 2)
Urk. v. 14.02.1444; jetzt: Abt. Geh. Hausarchiv.
Urk. v. 20.01.1449; jetzt: Gerichtsurk. Sulzbach-Land Nr. 76c (Fasc. 3a).
Urk. v. 22.11.1451, jetzt: Hochstifts-Urk.Eichstätt (Fasc. 58).
Urk. V. 14.10.1454; jetzt: Hochstift-Urk.Eichstätt (Fasc. 60)
Urk. V. 05.04.1456; jetzt: Hochstift Eichstätt Fasc. 60
Urk. v. 21.05.1459; jetzt: Gerichtsurk. Neumarkt Opf. Nr. 90a (Fasc. 5)
Urk. v. 13.08.1461; jetzt: Staatsarchiv Bamberg
Urk. v. 06.05.1470; jetzt: Staatsarchiv Bamberg
Urk. v. 27.09.1475; jetzt: Gerichtsurk. Pfaffenhofen Nr. 15a (Fasc. 2).
Urk. v. 17.05.1476, jetzt: Staatsarchiv Würzburg
Urk. v. 11.02.1488, jetzt: Pfalz. Neuburg
Urk. v. 18.03.1488, jetzt: Staatsarchiv Bamberg
Urk. v. 18.10.1505, jetzt: Staatsarchiv Bamberg
Urk. v. 28.08.1515, jetzt: 1) Pfalz-Neuburg Klöster u. Pfarreien Nr. 317
2) Gerichtsurk. Pfaffenhofen Opf. Nr. 24a (Fasc. 3)
Urk. v. 20.02.1516, jetzt: Pfalz-Neuburg Klöster und Pfarreien Nr. 318
Urk. v. 20.03.1517, jetzt: Pfalz Neuburg Klöster u. Pfarreien Nr. 319
Schreiben v. 27.11.1531, jetzt: Pfalz-Neuburg Klöster u. Pfarreien Nr; 320
Urk. v. 14.02.1532, jetzt: Gerichtsurk., Neumarkt Opf. Nr. 135 a (Fasc. 7)
Urk. v. 14.12.1532, jetzt: Pfalz-Neuburg Klöster u. Pfarreien Nr. 321
Urk. v. 01.01.1538, jetzt: -----
Urk. v. 03.05.1550, jetzt: Kurbayern Nr. 31064
Urk. v. 12.06.1559, jetzt: Oberpfalz Nr. 564
Urk. v. 28.01.1597, jetzt: Oberpfalz Nr. 565
Urk. v. 19.10.1780, jetzt: Gerichtsurk. Neumarkt Opf. Nr. 170a (Fasc. 9).
b) bisher in anderen Beständen und Archiven lagernde Urkunden Kastler Herkunft:
1) aus dem Fürstenselekt: Nr. 27; 45; 110;
2) aus Klosterurk. Amberg Jesuiten: Nr. 792; 793; 795.
3) aus Gerichtsurk. Graisbach: Nr. 245.
4) aus Gerichtsurk. Velburg: Nr. 11; 12; 13; 46; 47; 185; 630.
5) aus Gerichtsurk. Sulzbach Land: Nr. 752; 758; 759; 766; 767; 782; 788.
6) aus Gerichtsurk. Pfaffenhofen Opf.: Nr. 32; 49; 71; 112; 120; 128; 138; 141; 149; 150; 153; 158; 162; 222; 250; 255; 261; 267; 300; 303; 306; 308; 315; 362; 437; 467; 527; 537; 552; 554; 557; 577; 650; 701; 718; 747; 756; 765; 776; 777; 784.
7) aus dem Staatsarchiv Nürnberg: Nr. 432; 433; 481.
c) einige bisher bei den Urkunden liegenden Literalien Kastler Herkunft wurden zu den Klosterliteralien Kastl gelegt.
Einige weitere Literalien nicht-Kastler Herkunft an das Staatsarchiv Amberg abgegeben, nämlich Schriftstücke v. 27.08.1515, 10.12.1515, 18.11.1531, 09.01.1537, 31.07.1539, 01.08.1539
Bisherige Faszikellagerung:
1. Fasc. von 1043 - 1099
2. Fasc. von 1100 - 1199
3. Fasc. von 1200 - 1235
4. Fasc. von 1252 - 1278
5. Fasc. von 1295 - 1299
6. Fasc. von 1300 - 1302
7. Fasc. von 1303 - 1305
8. Fasc. von 1306 - 1309
9. Fasc. von 1310 - 1319
10. Fasc. von 1320 - 1329
11. Fasc. von 1330 - 1334
12. Fasc. von 1335 - 1339
13. Fasc. von 1340 - 1344
14. Fasc. von 1345 - 1349
15. Fasc. von 1350 - 1354
16. Fasc. von 1355 - 1359
17. Fasc. von 1360 - 1364
18. Fasc. von 1365 - 1369
19. Fasc. von 1370 - 1374
20. Fasc. von 1375 - 1379
21. Fasc. von 1380 - 1382
22. Fasc. von 1383 - 1385
23. Fasc. von 1386 - 1389
24. Fasc. von 1390 - 1392
25. Fasc. von 1393 - 1395
26. Fasc. von 1396 - 1399
27. Fasc. von 1400 - 1409
28. Fasc. von 1410 - 1414
29. Fasc. von 1415 - 1419
30. Fasc. von 1420 - 1429
31. Fasc. von 1430 - 1439
32. Fasc. von 1440 - 1449
33. Fasc. von 1450 - 1459
34. Fasc. von 1460 - 1469
35. Fasc. von 1470 - 1479
36. Fasc. von 1480 - 1489
37. Fasc. von 1490 - 1499
38. Fasc. von 1500 - 1519
39. Fasc. von 1520 - 1539
40. Fasc. von 1540 - 1549
41. Fasc. von 1550 - 1559
42. Fasc. von 1560 - 1579
43. Fasc. von 1580 - 1599
44. Fasc. von 1600 - 1639
45. Fasc. von 1640 - 1699
46. Fasc. von 1700 - 1799.
Übersicht über die wichtigsten Kastler Archivalien im Diözesanarchiv Eichstätt:
B 263: Castlische Cronica
Reimchronik
"Abschrifft ainer alten, also genannten Castlischen Kronickh, vermuetlich von einen Castlischen Religioso vnnd München, anno. 1527 angefangen vnnd vollendet, Zwar mit einfeltigen aber doch wahrhafften Historiis, Wort vndt Versen beschriben, so doch vnderweillen metrice corrigirt worden" (fol. 2r - 13v);
"In dieer Kronickh fündt mann zue lesenn, Wer Casstell Stüffter sündt gewesen. Die Vorrede: In Gottes namen heben wür an, der Endt vnnd anfang geben kann ....." (mit lateinischen und deutschen Randbemerkungen, und Bleistifteintragungen)
"Kurtzer Vndericht die Herzogen zue Amerthall betreffendt betreffendt" (fol. 17r-22r, 24r-33v);
"Daß erste Buech von der Graffschafft Castell, oder Castellberg oder Chastelin" (fünf Kapitel) (fol. (34v), 35r-67v;
"Verzaichnuß der Abbten des Closters Castl" (einschließlich Urkunden) (fol. (70v-72v), 76r-151v;
(Hanauer:) 166r-169v
"Verzaichnuß wievil sich bey dem Stifft vnd Closter Castl, alß im Markht .. vnd auf dem Landt Mannachafften, item an ganzen vnd halben Höfen... befinden..." (fol. 154r-165r);
"Castll. Der Marckht" (fol. 170r-261r);
"Daß Dritte Capitl. Von den orthen so zu Pfaffenhouen gehörig" (fol. 293r-301v);
Verträge u.ä. (A - V) fol. 302r-482;
(Reichenbach...: fol. 357r-404r: Castel: 407r-412v).
B 263a: Kloster Castlische Chronik;
Reimchronik (1527) (ab: Vorrede) S. 1-34,
Wappen (farbig) S. 35-49,
"Erzehlung deß Ursprungs und Annfangs der Stifftung in vnd zue Castel, auch der Fundatorn Herkommen vnnd Succession. Welche aus nachgehenden Schrifften auch becräfftiget wirdt." S. 51-99,
Darin: Aebbte des Closters Castel (einschließlich Verwalter und Richter) S. 73-86,
Päpstliche Bullen: (Paschalis II. [1103]; Innozenz II. [1139]; Gregor IX. [1235]) S. 87-99,
Nachtrag einiger Castlischen Denkwürdigkeiten aus M. Johann Brauns Sulzbachischen Chronick S. 101-110,
Schweppermanns Tafel und Sarkophaginschrift S. 111,
Nachtrag S. 113-116;
Zu B 263: Manuskripte Dr. Clemens Wagner, Kastl
Heft: K. Allg. Reichsarchiv, Kloster Kastel, Fasc. Nr. 21,
Miscellaria des Stiftsmesners Joh. Poerger v. Kastl (28 Bll.), Inhalt:Bemerkungen zu Poerger (rechte Blattseite),
Aus der deutschen Handschrift der Münchner Staatsbibliothek: Hoeckeriana (1697-1704), fol. 151ff. (Bl. 3-9, linke Seiten),
Sulzbachisches Cronicum v. Joh. Braun, ca. 1648 (Bl. 10-12, li.),
Heft: Castlische Reimchronik (ca. 1650) ("Abschrift einer alten also genannten .....") mit den Notizen von Moritz sowie Stammtafeln (kritisch)
Heft: Register über die Schubladen und darin liegende Original documenta im kleinen Archiv des Stifts Kastl u. Collegii Soc. Jesu in Amberg (9 Bll.),
Bulle Alexanders VI., 16.03.1492 (1 Bl.),
Schutzbrief Kurfürst Ludwig, 18.04.1640 (1 Bl.),
Zinsbrief des Abtes Herman, (1323ff) [Liber testamentorum über die Güter der Kirche von Kastl] (26 Seiten)
Heft: Abt-Reihe von Kastl (mit ausführlichen Notizen; Seite 2-7)
Heft: "Kloster Kastel" Geschichte des Klosters (94 lose Bll.)
3 Briefe,
Inhaltsangaben (12 Bll.),
Reichsarchiv, Kloster Kastl, Fasc. 20, 22, 19, 18 Jesuitica, Amberg, Fasc. 43 Nr. 782 (= Renovatio Castelli 1715"),
Auszug aus der lateinischen Chronik (v. Moritz; 10 Seiten)
Deutsche u. lateinische Randnoten - als Erklärung des deutschen Reimtextes - zu der im Jahre 1527 angefangenen.. Umarbeitung der alten deutschen Reimchronik <Abschrift in Eichstätt> (11 Seiten; darin Bulle Paschalis' II. 09.05.1103),
Aus dem Sulzbachischen Chronikum (= 14. Kapitel) (4 Seiten),
Lose: Urkunde (Abschr.) 26.03.1299 (3 Seiten)
B 264: Kloster Kastl Urkunden-Abschriften & Auszüge
p 177: Urkunden(mit Index; 1406/1555)
Nachtrag (Nr. 818 - 820)