
Verlagerung des StA Würzburgs nach Kitzingen
Das Staatsarchiv Kitzingen ist wegen Umzugsarbeiten bis voraussichtlich 31.8.2026 geschlossen. Für dringende rechtliche Anfragen ist ein Notdienst eingerichtet, den Sie am einfachsten postalisch oder per e-mail erreichen:
Postanschrift: Staatsarchiv Kitzingen Deuster-Park 1 97318 Kitzingen E-Mail: poststelle@stakt.bayern.de
ACHTUNG: Eine Benutzung von Archivgut ist während der laufenden Umzugsarbeiten nicht möglich!Leitung: Archivdirektor Dr. Alexander Wolz M.A.
Adresse: Deuster-Park 1, 97318 Kitzingen
Kontakt: Tel. 09321-14091-100, E-Mail: poststelle@stakt.bayern.de
Verkehrsanbindung:
Sprengel: Regierungsbezirk Unterfranken
Zuständigkeit:
- Territorien des Alten Reiches im heutigen Regierungsbezirk Unterfranken, vor allem: Hochstift und Domkapitel Würzburg nebst dazugehörigen Stiften und Klöstern, Erzstift und Domkapitel Mainz (soweit an Bayern gefallen) nebst dazugehörigen Stiften und Klöstern
- Reichsstadt Schweinfurt (Teile)
- Reichsritterschaftskantonen Rhön-Werra, Baunach, Odenwald (kleine Teile) und Mittelrhein (kleine Teile)
- Johanniterkommende Würzburg-Biebelried
- Deutschordenskommenden Würzburg und Münnerstadt, Hochstift Fulda (Teile)
- Herrschafts- und Adelsarchive (z.B. Schönborn, Fechenbach)
- Staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Unterfranken ab Anfang des 19. Jahrhunderts.
Umfang: 27.796 lfm. mit ca. 8,9 Millionen Archivalieneinheiten (Stand: 31. Dezember 2024).
Hier geht es zum virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns mit Online-Findmitteln und Digitalisaten.
Das Staatsarchiv Kitzingen ist die staatliche Fachbehörde für alle Fragen des Archivwesens im Regierungsbezirk Unterfranken. Seine Zuständigkeit für historisches Schriftgut aus vorbayerischer Zeit erstreckt sich auf das Hochstift Würzburg mit zugehörigen Institutionen, die weiteren Einrichtungen des Fränkischen Reichskreises, deren Sitz im heutigen Unterfranken liegt, auf Kurmainz, soweit sich dessen Schriftgutüberlieferung im Besitz des Freistaates Bayern befindet, und auf Landesteile des ehemaligen Hochstifts Fulda, die 1816 an Bayern fielen. Für die Notariatsurkunden seit 1862 umfasst der Sprengel des Staatsarchivs den Oberlandesgerichtsbezirk Bamberg (Regierungsbezirke Ober- und Unterfranken).
Das Staatsarchiv verwahrt derzeit rund 8,9 Millionen Archivalieneinheiten zuzüglich 5,7 Millionen Notariatsurkunden in einem Gesamtumfang von 27.796 laufenden Metern (Stand: 31.12.2024) . Die modernen Bestände werden durch Abgaben der Behörden, Gerichte und sonstigen öffentlichen Stellen des Freistaates Bayern - in besonderen Fällen auch von Behörden des Bundes - im Regierungsbezirk Unterfranken, die Notariatsbestände durch Abgaben der Notare des Oberlandesgerichtsbezirks Bamberg laufend fortgeführt. Der jährliche Archivalienzugang beträgt im Durchschnitt 300 bis 500 lfm. Die Benützung (einschließlich Benützungsgebühren) richtet sich nach der Benützungsordnung für die staatlichen Archive Bayerns vom 16. Januar 1990 (GVBl S. 6) in der jeweils gültigen Fassung.
Das Staatsarchiv Kitzingen ist aus dem Archiv der Würzburger Bischöfe bzw. ihres 1802/03 säkularisierten geistlichen Staates (Hochstifts) Würzburg hervorgegangen. Aus dem Dombereich, wo es ursprünglich angesiedelt war, wanderte das fürstbischöfliche Archiv im 13. Jahrhundert auf den Marienberg. Das im Schoder- oder Randersackerer Turm der Festung Marienberg untergebrachte Archiv wird in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, während der Amtszeit des Archivars und Chronisten Lorenz Fries, in seinen Bestandteilen genauer fassbar. 1764 wurde es in das Archivgewölbe der zwei Jahrzehnte zuvor vollendeten Würzburger Residenz verlegt. Säkularisation und anschließende politische Veränderungen machten es 1802/03 zum kurbayerischen, 1806 zum großherzoglich würzburgischen und 1814 erneut zum bayerischen - jetzt königlich bayerischen - Archiv.
Mit der Säkularisation des Hochstifts Würzburg fiel nicht nur das in der Residenz befindliche Archiv, sondern darüber hinaus das gesamte noch bei Behörden, Ämtern und Gerichten des aufgehobenen Hochstifts überlieferte Schriftgut, ebenso das Schriftgut des Domkapitels und der Stifte, Klöster und sonstigen Institutionen in und außerhalb der Stadt Würzburg in bayerische Hand. Bedeutenden Archivalienzuwachs erhielt das Königreich Bayern 1814 am Untermain durch Erbschaft aus dem Dalbergstaat (1803 für den letzten Mainzer Erzbischof Karl Theodor von Dalberg als "Erzkanzlerischer Kurstaat" gebildet, bestehend aus dem Fürstentum Aschaffenburg [Teile des vormaligen Oberen Mainzer Erzstifts, nämlich Vizedomamt Aschaffenburg, verschiedene mainzische Ämter sowie das Würzburger Amt Aura], dem Fürstentum Regensburg [Reichsstadt und Hochstift, Mainzer erzbischöflicher Stuhl hierher verlegt] und Wetzlar; 1810 nach der Abtretung Regensburgs an Bayern und nach dem bereits 1806 angefallenen Frankfurt in das "Großherzogtum Frankfurt" unter Einschluss der Fürstentümer Hanau und Fulda umgewandelt, 1814 aufgelöst).
Da Aschaffenburg dem Mainzer Kurstaat in der Franzosenzeit als Fluchtstätte für seine Archive gedient hatte, gewann das Königreich 1814 nicht nur das auf bayerisch gewordene Landesteile bezügliche Schriftgut, sondern darüber hinaus die Masse der archivalischen Überlieferung zentraler Ebene des alten Kurstaates überhaupt, abgesehen freilich von dem Mainzer Reichs- oder Erzkanzlerarchiv, das in die Treuhandschaft Österreichs als der Präsidialmacht des Deutschen Bundes gelangte (heute: Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien). Weiteres Schriftgut ehedem kurmainzischer Gebiete fiel 1816 durch Angliederung der Ämter Miltenberg und Alzenau an Bayern.
Wertvolles Archivgut wurde von der mediatisierten Reichsstadt Schweinfurt und dem säkularisierten Hochstift Fulda übernommen. Das Schweinfurter Schriftgut wählte sich das Königreich Bayern nach dem Anfall der Stadt 1814 aus deren Archiven aus ("dasjenige, was sich in Bezug auf die älteren Verhältnisse gegen Kaiser und Reich, auf die Landes- und Territorialhoheit, auf die Gränz- und andere Differenzen mit den Nachbarstaaten, auf Kirchenverfassung und Lehenwesen ... vorfand"). Schriftgut der ehemaligen Abtei Fulda (1752 zum Fürstbistum erhoben) erwuchs dem Würzburger Archiv 1816 durch den Anfall der Ämter Hammelburg und Brückenau sowie von Teilen der Ämter Weyhers und Bieberstein (letztere 1866 an Preußen abgetreten) an Bayern.
Das sich bald über weite Teile des Nordflügels der Residenz ausbreitende Archiv erhielt 1852 die Bezeichnung "Archivkonservatorium" und wurde wie alle regionalen bayerischen staatlichen Archive 1875 in "Kreisarchiv" und 1921 in "Staatsarchiv Würzburg" umbenannt. Der Zweite Weltkrieg schlug dem Archiv schmerzliche Wunden. Von dem auf 29 Ausweichlager verteilten Archivgut gingen die im Schloss Wässerndorf bei Seinsheim ausgelagerten Bestände beim Einmarsch der Amerikaner am 5. April 1945 in Flammen auf. Das in der Residenz zurückgebliebene Archivgut war kurz zuvor dem verheerenden Luftangriff der British Airforce auf Würzburg am 16. März 1945 nahezu vollständig zum Opfer gefallen.
Der Wiederaufbau des Archivs in der Nachkriegszeit zog sich bis gegen Ende der 1960er Jahre hin. Seit 1976 besaß das Staatsarchiv ein zusätzliches Magazingebäude auf der Festung Marienberg. 1993 konnte das Staatsarchiv seine im 19. Jahrhundert an das damalige Allgemeine Reichsarchiv in München abgegebenen Urkunden vor 1401 vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv wieder in Empfang nehmen.
Im Februar 2026 zog das Staatsarchiv in einen modernen Archivneubau in Kitzingen um.
Das aus dem Archiv der Würzburger Bischöfe hervorgegangene Staatsarchiv Kitzingen wanderte aus dem Dombereich, wo es ursprünglich angesiedelt war, im 13. Jahrhundert auf den Marienberg. Während der Amtszeit des Archivars und Chronisten Lorenz Fries wird das im Schoder- oder Randersackerer Turm der Festung Marienberg untergebrachte Archiv in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in seinen Bestandteilen genauer fassbar. 1764 wurde es in das Archivgewölbe der zwei Jahrzehnte zuvor vollendeten Würzburger Residenz verlegt.
Das sich bald über weite Teile des Nordflügels der Residenz ausbreitende Archiv erhielt 1852 die Bezeichnung "Archivkonservatorium" und wurde, wie alle regionalen bayerischen staatlichen Archive, 1875 in "Kreisarchiv" und 1921 in "Staatsarchiv Würzburg" umbenannt. Der Zweite Weltkrieg schlug dem Archiv schmerzliche Wunden: Der Wiederaufbau zog sich bis Ende der 1960er Jahre hin. Seit 1976 besaß das Staatsarchiv ein zusätzliches Magazingebäude auf der Festung Marienberg.
Im Februar 2026 zog das Staatsarchiv in einen modernen Archivneubau in Kitzingen um.
Die Bestände des Staatsarchivs Kitzingen finden Sie im virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns.
Den Benützern des Staatsarchivs steht eine Präsenzbibliothek von ca. 47.650 Bänden zur Verfügung. Sie enthält neben historisch-hilfswissenschaftlichen Werken und allgemeinen Nachschlagewerken hauptsächlich Fachliteratur und Quellenwerke zur Geschichte der beiden geistlichen Staaten Würzburg und Mainz und ihrer Territorien, zur neueren und neuesten Geschichte Unterfrankens sowie die für den Regierungsbezirk einschlägigen Gesetz- und Verordnungsblätter. Tages- und Wochenzeitungen setzen nach kriegsbedingtem Verlust der älteren Serien erst in der Nachkriegszeit ein. Wichtige Quellenwerke, Wörterbücher, Lexika und Nachschlagewerke sind im Lesesaal als Freihandbibliothek aufgestellt.
Veröffentlichungen über das Staatsarchiv Kitzingen finden Sie hier.
Anschrift
Deuster-Park 1 97318 Kitzingen
Kontakt
Tel. 09321-14091-100 E-Mail: poststelle@stakt.bayern.de
Leitung
Archivdirektor Dr. Alexander Wolz M.A.