
Ein Tölzer Zauberbuch?
Alte magische und okkulte Schriften faszinieren nicht nur Archivarinnen und Archivare, sondern auch viele interessierte Betrachter außerhalb der engeren Community. Dass derartige Schriften ebenfalls in Archiven mit rein staatlicher Überlieferung vorhanden sind, ist selten und stachelt den Forscherdrang zur Klärung der Herkunft und des möglichen Inhalts wie von selbst an. So auch bei dem im einschlägigen Repertorium als „Zauberbuch“ bezeichneten Archivale aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, das im Bestand „Hexenakten“ als völlig solitär stehendes Archivale ohne weiteren Aktenzusammenhang überliefert ist. Formal besteht die Handschrift aus 13 Blättern, die ursprünglich zweimal gefaltet waren und somit in einem wesentlich kleineren Format als heute vorlagen. Sie ist mit unterschiedlichen Zeichen und Zeichnungen versehen, die an Sprachsplitter aus der lateinischen Liturgie erinnern sowie deutliche Anklänge an die 10 Gebote oder das Symbol des Heiligen Geistes aufweisen. Es ist davon auszugehen, dass der Verfasser des Buches kein Latein verstand und das Gehörte aus dem Gedächtnis wiedergab, weshalb eindeutige Zuordnungen heute nicht mehr einwandfrei möglich sind. Eine Zeichnung mit einer linken Hand und einer Umschrift, die sich möglicherweise als Beschwörungszauber interpretieren lässt, könnte in Verbindung mit den Kindshändeln auf einen Lähmungszauber h
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