Die Staatlichen Archive Bayerns

Aktuelles

Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen, Neues aus den Staatlichen Archiven Bayerns

Historisch bedeutende Schülerakten für die Forschung gesichert: Gedenken an Christoph Probst und Alexander Schmorell

Am Mittwoch, den 18. März 2026 erfolgt in der Aula des Münchner Albert-Einstein-Gymnasiums die feierliche Enthüllung der Büsten zur Erinnerung an die ehemaligen Schüler Christoph Probst (1919–1943) und Alexander Schmorell (1917–1943). Beide sind 1943 als Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose in München-Stadelheim hingerichtet worden. Ihre Schülerakten werden bis heute in der Schule in München-Harlaching aufbewahrt, zusammen mit unzähligen weiteren ab dem Jahrgang 1901. Im Rahmen der Festveranstaltung wird auch die Zukunft dieser historisch bedeutenden Unterlagen geregelt: Im Stadtarchiv München werden sie künftig fachgerecht gesichert und erhalten und stehen damit für Forschungen aller Art und für Erinnerungsarbeit zur Verfügung. Dass das staatliche Gymnasium seine Unterlagen nicht an das Staatsarchiv München, sondern an das Stadtarchiv München übergibt, wird durch eine Vereinbarung ermöglicht, die das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus mit der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns getroffen hat. Staatliche und kommunale Archive können so bei der Sicherung der Schularchive eng zusammenarbeiten, um die jeweils beste Archivierungslösung zu finden. Im Rahmen der Festveranstaltung wird daher der Archivierungsvertrag durch die Schulleiterin Marion Freytag und durch die beiden Archivleiter Dr. Daniel Baumann, Stadtarchiv M&u

Der sechsfache Mord in Hinterkaifeck

Am 4. April 1922 wurden auf dem einsam gelegenen Hof Hinterkaifeck sechs Leichen gefunden. Die Familie Gruber/Gabriel, darunter zwei Kinder, und ihre Magd starben an schweren Kopfverletzungen. Der Todeszeitpunkt wurde auf die Nacht vom 31. März 1922 zwischen 19 und 22 Uhr festgelegt. Die Mordwaffe, eine Reuthaue, fand man erst beim Abriss des Anwesens 1923 in einem Fehlboden. Bis 1930 wurden von der Münchener Polizei über 100 Ermittlungsverfahren durchgeführt, alle ohne Erfolg.  Die Frage nach der Täterschaft beschäftigt bis heute die Menschen. Stammte der Mörder aus der Nachbarschaft oder war er ein ortsfremder Durchreisender? Ein ausgebrochener Gefangener? Welche Person war in der Lage, eine ganze Familie auszulöschen? Die Ausstellung bietet Einblicke in die Umstände der Tat und die aufwendigen Ermittlungen. Die Exponate stammen aus Akten der Polizeidirektion München, die heute im Staatsarchiv München verwahrt werden, sowie dem Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Die Ausstellung wurde von Elena Hiemer im Rahmen des derzeit laufenden Vorbereitungsdienstes 2024/2027 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet.   Zu sehen vom 17. März bis 10. April 2026 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, 1. OG, Schönfeldstraß

Zweites Leben im Buch- oder Aktendeckel – Zeitreise durch Pergament- und Papiermakulaturen

Eine Ausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, bearbeitet von Amelie Knittel Zu sehen vom 10. Februar bis 7. März 2026 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Die Wiederverwendung gebrauchter Gegenstände ist kein Phänomen der Gegenwart: Schon früher setzten Menschen auf „Up‑ oder Recycling“. Pergament wurde im 17. Jahrhundert für Umschläge wiederverwendet, frühe Druckerzeugnisse dienten als Buchrücken, und nach dem Zweiten Weltkrieg notierte man oft auf der Rückseite bereits bedruckten Papiers. Die Ausstellung zeigt eine kleine Reise durch Varianten der Wiederverwendung von Pergament und Papier im Kontext der Verwaltung und die dabei entstehenden Kuriositäten. Rund 20 Exponate aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und dem Staatsarchiv München veranschaulichen insbesondere Art der Weiterverarbeitung, die Umstände dieses Vorgangs und die Inhalte der Stücke, die ein zweites Leben erhielten. Zu sehen vom 10. Februar bis 7. März 2026 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, 1. OG, Schönfeldstraße 5, 80539 München. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 – 18.00 Uhr Freitag 8.30 – 13.30 Uhr geschlossen am Faschingsdienstag, 17.2.2026. Extraöffnung zum Tag der Archive am Samstag, 7. März 2026. Eintritt frei. Hier geht es zum Ausstellungskatalog. Führungen fü