Nahaufnahmen - verlängert bis 17. April 2026
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Der sechsfache Mord in Hinterkaifeck
Am 4. April 1922 wurden auf dem einsam gelegenen Hof Hinterkaifeck sechs Leichen gefunden. Die Familie Gruber/Gabriel, darunter zwei Kinder, und ihre Magd starben an schweren Kopfverletzungen. Der Todeszeitpunkt wurde auf die Nacht vom 31. März 1922 zwischen 19 und 22 Uhr festgelegt. Die Mordwaffe, eine Reuthaue, fand man erst beim Abriss des Anwesens 1923 in einem Fehlboden. Bis 1930 wurden von der Münchener Polizei über 100 Ermittlungsverfahren durchgeführt, alle ohne Erfolg. Die Frage nach der Täterschaft beschäftigt bis heute die Menschen. Stammte der Mörder aus der Nachbarschaft oder war er ein ortsfremder Durchreisender? Ein ausgebrochener Gefangener? Welche Person war in der Lage, eine ganze Familie auszulöschen? Die Ausstellung bietet Einblicke in die Umstände der Tat und die aufwendigen Ermittlungen. Die Exponate stammen aus Akten der Polizeidirektion München, die heute im Staatsarchiv München verwahrt werden, sowie dem Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Die Ausstellung wurde von Elena Hiemer im Rahmen des derzeit laufenden Vorbereitungsdienstes 2024/2027 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet. Zu sehen vom 17. März bis 10. April 2026 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, 1. OG, Schönfeldstraße 5, 80539 München. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 – 18.00 Uhr Freitag 8.30 – 13.30 Uhr geschlossen am am 03. und 06. April Eintritt frei. Allgemeine öffentliche Führungen: Donnerstag, 19.03., 26.03. und 09.04. jeweils um 13 Uhr. Hier geht es zum Ausstellungskatalog. Bericht Merkur vom 18.03.2026 Abb.: Ausstellungsplakat; Benjamin Gerum, GDA. Eingestellt am 16.03., geändert am 18.03.2026.
22.01.2020: "Grund und Boden – hoch geschätzt. Die Bodenschätzung in der Oberpfalz – von analog bis digital" - Ausstellung im Staatsarchiv Amberg
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Amberg und dem Finanzamt Weiden i.d.OPf. vom 22. Januar bis zum 28. Februar 2020 Am Mittwoch, 22. Januar 2020, wurde im Staatsarchiv Amberg die kleine Ausstellung „Grund und Boden – hoch geschätzt. Die Bodenschätzung in der Oberpfalz – von analog bis digital“ eröffnet. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Staatsarchivs Amberg mit dem Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Amberg und dem Finanzamt Weiden i.d.OPf. Was ist ein Acker oder eine Wiese wert? Wie ist der Boden beschaffen? Wie gestalten sich Klima und Wasserverhältnisse? Antworten auf diese Fragen ergeben sich aus der Bodenschätzung. Die Bodenschätzung ist eine Bestandsaufnahme der landwirtschaftlichen Böden nach der Art ihrer Nutzung und nach ihrer natürlichen Ertragsfähigkeit. Sie erfolgt zur Besteuerung von landwirtschaftlichem Vermögen, hat aber auch Bedeutung als Grundlage für die Wertermittlung im Grundstücksverkehr und bei Verfahren der ländlichen Entwicklung, für den Bodenschutz und für Bodeninformationssysteme. Die Ausstellung mit etwa 60 Exponaten zeichnet die Geschichte der Bodenschätzung von ihren Anfängen in den 1930er Jahren bis in die Gegenwart nach und stellt ihre Organisation und Durchführung gestern und heute vor. Gezeigt werden Schätzungskarten und Schätzungsbücher, die erst in jüngster Zeit an das Staatsarchiv Amberg abgegeben wurden, Aktenstücke, praktische Anleitungen, Fotos, technisches Gerät und Bodenproben. Eine gerechte Verteilung der Lasten nach Besitzgröße und Wirtschaftskraft ist seit jeher ein Grundanliegen der Besteuerung von Grund und Boden. Ergänzend veranschaulicht die Ausstellung daher die Vorgeschichte: Besitzverzeichnisse und Steuerbücher aus Mittelalter und früher Neuzeit sowie Katasterunterlagen aus dem 19. Jahrhundert geben einen Einblick in die Steuerbemessung vor der Bodenschätzung. Handgezeichnete Karten aus dem 17. und 18. Jahrhundert vermitteln einen optischen Eindruck von Landschaften in vorindustrieller Zeit. Neben der Dokumentation der Schätzungsergebnisse auf Papier wird die moderne digitale Arbeitsweise der Bodenschätzung erklärt und die Verarbeitung der Geodaten in ALKIS sowie ihre Auswertungsmöglichkeiten über das Geoportal Bayern demonstriert. Damit soll die Bodenschätzung nicht nur in den größeren Rahmen der Geschichte des Steuerwesens gestellt, sondern auch ein Bogen geschlagen werden von der analogen zur digitalen Geodatenverwaltung. Die Durchführung der Bodenschätzung ist Aufgabe der Finanzämter, die die Ergebnisse in Schätzungskarten und Schätzungsbüchern erfassen und an die Vermessungsverwaltung weitergeben. Diese ist zuständig für die Fortführung des digitalen Datenbestands in ALKIS (Automatisiertes Liegenschaftskataster-Informationssystem) sowie für den Vertrieb der Daten. Die Ausstellung ist vom 22. Januar 2020 bis 28. Februar 2020 im Staatsarchiv Amberg, Archivstraße 3, 92224 Amberg (Eingang Weißenburger Straße) zu sehen. Öffnungszeiten: Montag und Donnerstag 8:00 bis 16:00 Uhr, Dienstag und Mittwoch 8:00 bis 18:00 Uhr, Freitag 8:00 bis 13:30 Uhr (Sa, So geschlossen, Faschingsdienstag 25.2. nur bis 12:00 geöffnet) Eintritt frei. Führungen für Gruppen können unter 09621/307-911 oder poststelle@staam.bayern.de vereinbart werden. Eingestellt am: 22.01.2020 Zugehörige Dateien: Pressemitteilung
06.-10.03.2020: 10. bundesweiter Tag der Archive vom 6. bis 10. März 2020 unter dem Motto "Kommunikation. Von der Depesche bis zum Tweet"
Veranstaltungen und Aktionen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Staatsarchiv München, Staatsarchiv Amberg, Staatsarchiv Bamberg, Staatsarchiv Coburg, Staatsarchiv Landshut und Staatsarchiv Würzburg Alle zwei Jahre ruft der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) zum "Tag der Archive" auf. Bundesweit beteiligen sich zahlreiche öffentliche und private Archive, öffnen ihre Magazine und stellen ihre Arbeit und ihre Bestände vor. Dieses Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto "Kommunikation. Von der Depesche bis zum Tweet". Er findet Anfang März statt, überwiegend am Wochenende 7./8. März 2020. Auch die Staatlichen Archive Bayerns wirken am Aktionstag mit. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv (Samstag 7. März) und die Staatsarchive Amberg (Samstag 7. März), Bamberg (Freitag 6. März), Coburg (Montag 9. März), Landshut (Montag 9. März und Dienstag 10. März) und München (Samstag 7. März) öffnen ihre Pforten. Das Staatsarchiv Würzburg ist am gemeinschaftlichen Aktionstag der Würzburger Archive in Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg (Domerschulstr. 7) beteiligt (Freitag 6. März). Angeboten werden Vorträge, Ausstellungen und Führungen. Bayerisches Hauptstaatsarchiv - Samstag, 7. März 2020, 10.00-17.00 Uhr zu Gast: Archiv der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu Gast: Stenographen-Zentralverein Gabelsberger e. V. in München Staatsarchiv Amberg - Samstag, 7. März 2020, 10.00-14.00 Uhr Staatsarchiv Bamberg - Freitag, 6. März 2020, 16.00-17.30 Uhr Staatsarchiv Coburg - Montag, 9. März 2020, 18.30 - 20.00 Uhr Staatsarchiv Landshut - Montag, 9. März 2020 und Dienstag, 10. März 2020 - jeweils 16.00 Uhr Staatsarchiv München - Samstag, 7. März 2020, 12.00-19.00 Uhr Staatsarchiv Würzburg - Freitag, 6. März 2020, , 14.00 -19.00 Uhr Das Staatsarchiv Augsburg nimmt zusammen mit anderen Augsburger Einrichtungen Ende März an "Augsburg Open" teil (https://www.augsburg-city.de/veranstaltungen/augsburg-open). Über alle Veranstaltungen zum Tag der Archive, auch in anderen Städten und in kommunalen, kirchlichen, Wirtschafts-, Partei- und Universitätsarchiven sowie Archiven weiterer wissenschaftlichen Einrichtungen, können Sie sich auf der Seite https://www.tagderarchive.de/ informieren. Das Bayerische Staatministerium für Wissenschaft und Kunst weist in einer Pressemitteilung auf die geplanten Veranstaltungen in den Staatlichen Archiven hin. Eingestellt am: 06.02.2020, ergänzt am: 02.03.2020 Zugehörige Dateien Pressemitteilung zum Tag der Archive 2020
21.10.2019: #Ostarrichi-Urkunde: Die Reise nach Wien beginnt …
Ab 26. Oktober präsentiert das Haus der Geschichte Österreich in Wien eine Woche lang die „Ostarrichi-Urkunde“, in der zum ersten Mal der Name „Österreich“ erwähnt wird. Vor der Abreise aus München gehen Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektorin der Staatlichen Archive, sowie Bernhard Grau, Direktor des Hauptstaatsarchivs, auf Herkunft und Geschichte des rund 1000 Jahre alten Dokuments ein und schildern seinen Weg ins Bayerische Hauptstaatsarchiv. Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich, gibt eine Vorschau auf die Präsentation der Urkunde in Wien. Diese wird erstmals seit über zwei Jahrzehnten wieder in Österreich und erstmals in Wien zu sehen sein. Sie wird im Rahmen einer einwöchigen Spezialpräsentation unter dem Titel #Ostarrichi. Die Karriere einer Urkunde vom 26.10.–3.11.2019 gezeigt. Am 26. Oktober lädt das hdgö alle Interessierten bei freiem Eintritt in die Neue Burg am Wiener Heldenplatz ein. Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, zeigt sich erfreut darüber, dass es möglich ist, die Urkunde für eine Woche nach Wien auszuleihen: „Mit der Ausleihe der häufig nachgefragten ‚Ostarrichi-Urkunde‛ trägt der Freistaat Bayern der großen Bedeutung Rechnung, die dieses Dokument für die Republik Österreich und ihre Bürger besitzt. Wir verstehen dies auch als Zeichen der guten nachbarschaftlichen Beziehungen, die ihre Wurzeln in einer langen gemeinsamen Geschichte und Tradition haben.“ „Originale Quellen bieten einen faszinierenden Einblick in unsere Geschichte und machen diese für die Menschen erlebbar. Es freut mich, dass eines der bedeutendsten Dokumente unserer Geschichtsschreibung – das vielen aus den Schulbüchern bekannt ist – nun für kurze Zeit in Wien zu sehen ist. Mein Dank gilt dem Haus der Geschichte Österreich für die Initiative und dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv für die Zusammenarbeit“, so der Österreichische Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien, Alexander Schallenberg. Dr. Margit Ksoll-Marcon, die Generaldirektorin der Staatlichen Archive in Bayern, unterstreicht das besondere Entgegenkommen gegenüber dem Haus der Geschichte Österreich: „Die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ ist eines der hochkarätigsten Stücke aus den umfangreichen, vielfältigen und überregional bedeutsamen Archivbeständen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. Die Ausstellung einer solchen über 1000 Jahre alten Pergamenturkunde stellt höchste Anforderungen an den Transport und die Präsentation. Dass die Urkunde erstmals in der österreichischen Hauptstadt gezeigt werden kann, erfüllt mich mit Stolz und Freude.“ Dr. Bernhard Grau erklärt, wie eine Urkunde, die für die Geschichte Österreichs eine so fundamentale Bedeutung besitzt, in die Bestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs gelangt ist: „Dass die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv verwahrt wird, ist kein Zufall, sondern hat mit dem darin festgehaltenen Rechtsgeschäft zu tun. Kaiser Otto III. übertrug mit dieser Urkunde dem Bischof von Freising Grundbesitz im Raum von Neuhofen an der Ybbs im heutigen Niederösterreich. Das Hochstift Freising war deshalb der Empfänger der Urkunde und hatte diese über die Jahrhunderte hinweg in seinem Archiv verwahrt. Noch am Beginn des 19. Jahrhunderts diente sie als Nachweis für die darin verbrieften Rechtsansprüche. Erst durch die Säkularisation ging dieser Grundbesitz verloren. Zur gleichen Zeit übernahm das Kurfürstentum Bayern große Teile des Freisinger Archivs, insbesondere alle diejenigen Unterlagen, die Herrschafts- und Gerichtsrechte sowie die Beziehungen zu auswärtigen Staaten betrafen. Damit kam auch die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ in die Verfügungsgewalt der kurfürstlich-, dann königlich-bayerischen Zentralarchive.“ Zur Präsentation der Urkunde im Haus der Geschichte Österreich in Wien sagt Dr. Monika Sommer, Direktorin des Haus der Geschichte Österreich: „Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ eine wichtige Rolle auf der Suche nach einer neuen österreichischen Identität ein. Wir zeigen das kostbare Dokument erstmals unter diesem Aspekt und erstmals in Wien. Ein idealer Zeitpunkt für Klein und Groß, um dieses einzigartige historische Dokument und seine Bedeutung für die Zeitgeschichte unseres Landes zu entdecken. Am Österreichischen Nationalfeiertag am 26. Oktober ist der Eintritt frei.“ Herkunft, Inhalt und Bedeutung der „Ostarrichi-Urkunde“ Mit der „Ostarrichi-Urkunde“ übertrug Kaiser Otto III. am 1. November 996 Grundbesitz an den Freisinger Bischof. Als Nachweis dieser Besitztitel wurde die Urkunde über Jahrhunderte hinweg im Archiv des Hochstifts Freising verwahrt. Im Zuge der Säkularisation kam sie in staatlichen Besitz. Heute wird sie unter der Signatur Hochstift Freising Urkunden 14 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt. Die Urkunde ist das älteste bekannte Dokument, in dem die geographische Bezeichnung „ostarrîchi“ – die althochdeutsche Vorform des späteren Staatsnamens Österreich – als Bezeichnung von heute österreichischem Gebiet Verwendung findet. Österreich feiert sich selbst Thematisiert wird im Haus der Geschichte Österreich die Nutzung des Dokuments für identitätspolitische Zwecke in der Zweiten Republik. Um nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 auf dem Weg zur Wiedererlangung der Souveränität eine neue „Österreich-Identität“ zu formen, suchte die junge Zweite Republik nach Bezugspunkten in der Geschichte. So wurde die „Ostarrichi“-Urkunde zu einem Argument für die lange Vorgeschichte der österreichischen Nation. Erstmals gefeiert wurde ein „Ostarrichi“-Jubiläum zum 950. Jahrestag der Ausstellung der Urkunde im Jahr 1946. Forciert wurden die Feierlichkeiten, die „Ausgangspunkt einer neuen Kraftwelle“ im Wiederaufbau sein sollten, vom damaligen Unterrichtsminister Felix Hurdes. Auf seine Initiative hin wurde für den Herbst 1946 die „Aktion ‚950 Jahre Österreich‘„ ausgerufen, um „die Jugend zu österreichischem Bewusstsein und zur Achtung vor der ruhmvollen Vergangenheit des Vaterlandes zu erziehen“. Am Sonntag, den 29. September 1946 brachte eine „Ostarrichi-Staffel“ eine Abschrift der „Ostarrichi-Urkunde“ von Neuhofen an der Ybbs nach Wien. 1976 war die „Ostarrichi-Urkunde“ bei der Ausstellung „1000 Jahre Babenberger in Österreich“ in Lilienfeld erstmals im Original zu sehen. Noch ein zweites Mal, 20 Jahre später, stand die Urkunde 1996 im Mittelpunkt großer Feiern zu „1000 Jahre Österreich“. Die „Österreichische Länderausstellung“ nahm das Jahr 996 zum Ausgangspunkt für eine intensive Auseinandersetzung mit Österreich, seinem Namen und seiner Geschichte. Die wechselvolle Geschichte der „Ostarrichi-Urkunde“ im Überblick 1. November 996 Auf seiner Rückreise von Rom macht der frisch gekrönte Kaiser Otto III. (983–1002) in Bruchsal am Oberrhein halt. Mit der dort auf Bitten Herzog Heinrichs IV. von Bayern ausgestellten Urkunde überträgt er dem Freisinger Bischof Gottschalk das Eigentum an einem Fronhof und dreißig Königshufen in der Gegend von Neuhofen an der Ybbs. Diese Region gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zum Herzogtum Bayern. Erwähnt wird in der Urkunde aber auch die Lage dieser Güter im Herrschaftsbereich des Babenberger Markgrafen, Heinrichs I. Ein Rechtsgeschäft wie dieses ist für das Mittelalter alles andere als ungewöhnlich. Bemerkenswert ist allenfalls der Umfang der Schenkung, der für das Hochstift Freising einen bedeutenden Besitzzuwachs bedeutete. Heute ist man überzeugt, dass die Urkunde nicht in einem Schritt erstellt und ausgefertigt wurde. Vielmehr wird angenommen, dass die Kanzlei des Kaisers zunächst nur den Schlussteil der Urkunde (Eschatokoll) verfasst hat, das heißt die Signum- oder Unterschriftszeile mit dem Monogramm, die Rekognitionszeile, in der der Name des für die Ausfertigung verantwortlichen Kanzlers, des Bischofs Hildibald, genannt wird, und die Datierung. Dagegen stammen das Eingangsprotokoll, vor allem aber der Kontext, das heißt der Rechtsinhalt im engeren Sinne, von der Hand eines Freisinger Schreibers. Ein solches Vorgehen war – gerade im Falle der Freisinger Kirche – nicht ungewöhnlich und gilt daher sogar als ein Indiz für die Echtheit der Urkunde. 1893 Der Historiker Theodor Sickel, der die Urkunde in den Monumenta Germaniae Historica (MGH) ediert, bezeichnet die Urkunde als ein „Diplom zweifelhafter Geltung“. „Diplomatische Ungereimtheiten“ erkennt er vor allem in Bezug auf das Siegel. Das Siegel, das der Urkunde zur Zeit Sickels noch lose beilag, stammte nämlich nicht vom Aussteller Kaiser Otto III., sondern von seinem Nachfolger, dem König und späteren Kaiser Heinrich II. Dieses Siegel ist heute verloren. Schon 1911 wurde sein Fehlen festgestellt. Die einzige Abbildung findet sich bei dem Freisinger Geschichtsschreiber Carolus Meichelbeck, der 1724 eine Zeichnung des Siegelbilds veröffentlicht hat. Die Verwendung des Königssiegels Heinrichs II. gibt der Forschung viele Fragen auf. Dennoch steht die Echtheit der Urkunde für die Forscher von heute außer Zweifel. Diskutiert wird lediglich, ob die Urkunde erst unter Heinrich II. besiegelt und damit vollzogen wurde oder ob das Siegel Kaiser Ottos III. im Laufe der Zeit verloren gegangen und deshalb unsachgemäß durch ein anderes Siegel ersetzt wurde. 1946 „Aktion 950 Jahre Österreich“ Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Zeit sucht Österreich zum Aufbau seiner nationalen Identität und zur Wiedererlangung seiner Souveränität Bilder aus der ferneren Vergangenheit. Vor allem Vertreter aus den Reihen der ÖVP mit Unterrichtsminister Felix Hurdes an der Spitze engagieren sich für die Idee, die Urkunde Kaiser Ottos zum offiziellen Anlass für ein „Österreich-Jubiläum“ zu nehmen. Namhafte Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Urkunde, auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene. In den Wochen vor dem 1. November organisieren unterschiedliche Einrichtungen, Traditionsvereine und Sportverbände Festveranstaltungen und Gedenktage. Vertreter der Parteien bekennen sich zur „Nation Österreich“ in Abgrenzung zu Deutschland und versuchen, historische Argumente für die charakterliche „Eigenart“ der ÖsterreicherInnen zu finden. Besonders Kindern und Jugendlichen sollte ein Österreichbewusstsein vermittelt werden. Sie waren deshalb besondere AdressatInnen der 950-Jahr-Feiern. 1976 „Ostarrichi-Urkunde“ erstmals in Österreich Im Stift Lilienfeld wird ein anderes großes Jubiläum gefeiert: „1000 Jahre Babenberger“. Die Landesausstellung erzählt von der Babenbergerherrschaft, die ihren Ausgang im Jahr 976 in der „Mark an der Donau“ genommen hat. Im Rahmen dieser Ausstellung wird die „Ostarrichi-Urkunde“ zum ersten Mal in Österreich gezeigt. 1980 Wieder ein Jubiläum Im Jahr 1946 hatte der Ort Neuhofen an der Ybbs bereits staatspolitische Bedeutung erfahren: Das Fest an der „historischen Stätte“ wurde zum zentralen Ereignis der offiziellen Feierlichkeiten. Unter anderem hatte Bundeskanzler Leopold Figl den „Ostarrîchi-Gedenkstein“ enthüllt. Im Jahr 1980 wird Neuhofen erneut zum nationalen Erinnerungsort: Anlässlich der 975. Wiederkehr der Ausstellung der Urkunde wird die „Ostarrîchi-Gedenkstätte“ eröffnet, unter Beteiligung von Bund, Ländern und der Gemeinde. Am 10. Mai wird das „Österreich-Fest“ gefeiert, unter Berücksichtigung „25 Jahre österreichischer Staatsvertrag“. Es spricht der Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, die originale Urkunde bleibt im Archiv in München. 1996 Das Millennium Bei der Konzeption der Feierlichkeiten anlässlich „1000 Jahre Ostarrichi“ kann auf die 50 Jahre früher hergestellten kollektiven Bilder und Erinnerungsorte zurückgegriffen werden. Die Österreichische Länderausstellung findet in Neuhofen an der Ybbs statt, ihr Ziel ist „eine kritisch-liebevolle Auseinandersetzung der Besucher mit ‚Österreich‘ (…)“. Die „Ostarrichi-Urkunde“ wird ausgestellt und erneut Gegenstand historischer Forschungen. 2019 „Ostarrichi-Urkunde“ erstmals in Wien Das Haus der Geschichte Österreich stellt die originale Urkunde ins Zentrum zeitgeschichtlicher Identitätsbildungsprozesse und -diskussionen. Indem das Museum die „Ostarrichi-Urkunde“ kurz vor dem ersten Geburtstag des Hauses der Geschichte Österreich in der Hofburg präsentiert, bewegt es sich selbst im Spannungsfeld von Wissenschaft, Geschichtspolitik und Öffentlichkeit. Alle Informationen zum Programm des Hauses der Geschichte Österreich und Pressefotos finden Sie über den folgenden Link: https://www.hdgoe.at/category/presse Weiterführende Informationen zur Urkunde und den von der wissenschaftlichen Forschung daraus gewonnenen Erkenntnissen können Sie unter anderem über die folgenden Internetseiten finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostarrichi https://www.noe.gv.at/noe/Geschichte-Landeskunde/Ostarrichi-Urkunde.html https://members.chello.at/heinz.pohl/Ostarrichi_996.htm https://www.hdgoe.at/ostarrichi Eingestellt am: 21.10.2019 Zugehörige Dateien: Gemeinsame Pressemitteilung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und des Hauses der Geschichte Österreich
30.04.2019: NEUERSCHEINUNG: „Verzeichnis der Nachlässe im Bayerischen Hauptstaatsarchiv“
Schriftliche Nachlässe von Privatpersonen sind für das kulturelle Gedächtnis des Staates oder der Gesellschaft von erheblicher Bedeutung. Sie ergänzen die behördliche Überlieferung und gewähren einen Blick in die Geschichte aus persönlicher Perspektive. Deshalb kümmern sich Archive und andere Gedächtnisinstitutionen intensiv um die Sicherung, Erschließung und Benützbarkeit dieser privaten Quellen. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv verwahrt in einer eigenen Abteilung Nachlässe von bedeutenden Persönlichkeiten und Sammlungsgut, wie Flugblätter, Plakate, Fotos, und Verbandsschriftgut. Am 30. April 2019 wurde das neue „Verzeichnis der Nachlässe im Bayerischen Hauptstaatsarchiv“ im Beisein von Herrn Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler, MdL, der Öffentlichkeit präsentiert. Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler, selbst studierter Historiker, betonte im Vorfeld der Veranstaltung: „Schriftliche Nachlässe sind wertvolle kulturelle Zeugnisse unseres Landes. Sie helfen, Werk und Wirken bedeutender Persönlichkeiten besser zu verstehen und sind dadurch eine einzigartige Quelle für die historische Forschung. Ich bin stolz darauf, dass das Archivinventar zu Nachlässen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv allen Interessierten den Zugang zu diesem hohen Kulturgut erleichtert und uns ein weiteres Mal bewusstmacht: Archive sind das Gedächtnis unseres Landes!“ Das Inventar ermöglicht durch seine klare Gliederung einen raschen Überblick über diese für die Geschichtsforschung so wichtigen Quellenbestände. Welche Lebensstationen der Nachlassgeber lassen sich nachzeichnen? Wer korrespondierte mit wem? Wo finde ich weitere Teile des Nachlasses? Biographische Basisdaten, Angaben zu Laufzeit und Umfang sowie kurze Angaben zum Inhalt der den Nachlass bildenden meist schriftlichen Unterlagen eröffnen ein spannendes Netzwerk, das auch zum Querlesen einlädt. Die Nachlässe stammen von bedeutenden Familien und Persönlichkeiten aus Politik und Geschichte Bayerns. Maximilian von Montgelas, Prinzessin Therese von Bayern, Willi Graf, Christoph Probst, Hans Ehard, Mathilde Berghofer-Weichner und Max Streibl sind einige Beispiele für Nachlassgeber aus Bayern. Einen nicht unerheblichen Teil machen die Nachlässe aus dem Sudetendeutschen Archiv aus, das im Bayerischen Hauptstaatsarchiv hinterlegt ist. Die Drucklegung des Bandes wurde großzügig vom Verein Freunde und Förderer des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und vom Sudetendeutschen Institut e.V. unterstützt. Bestellungen über den Buchhandel; Direktverkauf: Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Schönfeldstraße 5, 80539 München; Preis 25,00 € (ggf. zzgl. Porto und Verpackung) Ein großer Teil der im Archivinventar zusammengefassten Nachlässe sind als Online-Findmittel auf der Homepage der Staatlichen Archive Bayerns recherchierbar: ° Bayerisches Hauptstaatsarchiv (vgl. v.a. 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen, 5.1 Nachlässe und Familienarchive) Für den Nachlass von Maximilian Graf von Montgelas stehen auch Digitalisate für die Forschung bereit: ° Online-Digitalisate zum Nachlass von Maximilian von Montgelas
30.10.2019: Vorlass Barbara Stamm im Bayerischen Hauptstaatsarchiv für die Zukunft gesichert
Das Bayerische Hauptstaatsarchiv übernimmt den schriftlichen Vorlass von Barbara Stamm (CSU), die am 29. Oktober ihren 75. Geburtstag gefeiert hat. Die bekannte Landespolitikerin wirkte mehr als vier Jahrzehnte (1976–2018) als Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Sie war unter anderem Staatssekretärin, Staatsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin unter mehreren bayerischen Ministerpräsidenten. Zuletzt amtierte sie bis 2018 als Landtagspräsidentin. Sie hält damit nicht nur den Rekord als eine der längstgedienten Abgeordneten in einem deutschen Parlament, sondern ist auch eine Zeitzeugin allerersten Ranges für die bayerische Landespolitik seit den Zeiten von Franz Josef Strauß. Große Teile des archivalischen Vorlasses der Politikerin konnten bereits ins Bayerische Hauptstaatsarchiv übernommen werden. Dort werden die Unterlagen geordnet, inhaltlich erfasst und konservatorisch gesichert. Nach Ablauf der im Archivgesetz festgelegten Schutzfristen steht das Material der Forschung als authentische Quelle zur Verfügung. Das private Schriftgut der bekannten und beliebten Politikerin umfasst neben sachbezogenen Unterlagen ungewöhnlich viele Zuschriften von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Politikerkollegen und Weggefährten. Dies ermöglicht eine Würdigung ihrer politischen Leistungen aus der Sicht der Zeitgenossen. Da Barbara Stamm auch als Freundin der fränkischen Fastnacht bekannt ist, finden sich in ihrem Vorlass eine Reihe von Faschingsorden, Narrenkappen und Urkunden über Fastnachtsauszeichnungen. Eingestellt am: 30.10.2019 Zugehörige Dateien Pressemitteilung
03.06.2019: "Joseph Ludwig Graf von Armansperg (1787–1853): Aristokrat, Liberaler, Minister, Erzkanzler" - Lehrausstellung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv
Eine kleine Lehrausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern vom 3. Juni bis 16. Juli 2019, bearbeitet von Andreas Hutterer Am Montag, 3. Juni 2019, findet im Bayerischen Hauptstaatsarchiv die Eröffnung der kleinen Ausstellung „Joseph Ludwig Graf von "Armansperg (1787–1853): Aristokrat, Liberaler, Minister, Erzkanzler“ statt. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2017/2020 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet. Joseph Ludwig Graf von Armansperg diente vier wittelsbachischen Königen als Beamter, Minister und Berater. Er stammte aus einer alten niederbayerischen Adelsfamilie, die 1719 in den Reichsfreiherrenstand erhoben wurde. Seine berufliche Karriere begann als Verwaltungsbeamter unter König Maximilian I. Joseph. König Ludwig I. beförderte ihn zum „Superminister“ für Finanzen und Inneres, später für Finanzen, das königliche Haus und Äußeres. Als „Sparmansperg“ sanierte er die bayerischen Staatsfinanzen und setzte neue Maßstäbe in Sachen Transparenz, Exaktheit und Sparsamkeit. Am Ende seines beruflichen Lebens wurde Armansperg Regentschaftsratspräsident und Erz-kanzler im jungen Königreich Griechenland unter König Otto. Seinen Ruhestand verbrachte Armansperg als Gutsherr auf Schloss Egg bei Deggendorf. Während der revolutionären Umbrüche von 1848 holte König Maximilian II. erneut Armanspergs Rat in verschiedenen Fragen ein. Zu Joseph Ludwig von Armansperg verwahren die Staatlichen Archive Bayerns eine reichhaltige Überlieferung. Persönliche Unterlagen und Dokumente finden sich im Nachlass Armansperg im Bayerischen Hauptstaatsarchiv. Unterlagen anderer Zweige der Familie liegen in den Staatsarchiven München (Familienarchiv Grafen von Armannsperg) und Landshut. Die dienstliche Tätigkeit Armanspergs als Staatsbeamter und Minister fand ihren Niederschlag in den Akten verschiedener bayerischer Behörden. Aus diesem Quellenfundus wurden für die kleine Ausstellung etwa 30 Objekte ausgewählt, die zentrale Stationen des Lebens und Wirkens Armanspergs beleuchten. Urkunden, geschäftliche Schreiben, Sitzungsprotokolle, Druckschriften und private Briefe werden ergänzt durch zeitgenössische Gemälde und Lithographien. Die Bayerische Staatsbibliothek und das König Otto Museum in Ottobrunn stellten für die Ausstellung Reproduktionen zur Verfügung. Noch heute erinnern unter anderem die Armanspergstraße in Münchner Stadtteil Harlaching und die Inschrift der Ottosäule in Ottobrunn an Joseph von Armansperg. Eine Zusammenstellung dieser und anderer Erinnerungsspuren runden die Ausstellung ab. Die Ausstellung ist vom 3. Juni bis 16. Juli 2019 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30–18.00 Uhr, Freitag 8.30–13.30 Uhr, geschlossen 10.5. (Pfingstmontag), 20.5. (Fronleichnam). Der Eintritt ist frei. Führungen für Gruppen können unter (089) 28638-2575 vereinbart werden. Eingestellt am: 03.06.2019 Zugehörige Dateien: Pressemitteilung
04.07.2019: Digitale Kulturvermittlung – „Kleine Archivalienkunde“ der Staatlichen Archive Bayerns freigeschaltet - Online-Präsentation von 100.000 digitalisierten Archivalien mit insgesamt 3,5 Mio Bildern auf der Homepage
Als neues e-learning Modul auf der Homepage der Staatlichen Archive Bayerns wurde am 4. Juli 2019 um 10.00 Uhr die „Kleine Archivalienkunde“ vorgestellt und freigeschaltet. Inhaltlich erarbeitet hat das Modul Prof. Dr. Joachim Wild, Direktor des Hauptstaatsarchivs a.D., der 30 Jahre lang das Fach „Archivalienkunde“ an der Bayerischen Archivschule, der zentralen Ausbildungseinrichtung für Archivarinnen und Archivare in Bayern, unterrichtete. Derzeit verwahren die Staatlichen Archive Bayerns gut 47 Millionen Originale vom Jahr 777 bis heute. Würde man alle Archivalien aneinanderlegen, könnte man damit die Entfernung von München nach Nürnberg locker überbrücken. Über die Homepage und die Findmitteldatenbank (www.gda.bayern.de/findmittel) sind aktuell zu 100.000 Archivalien Digitalisate abrufbar. Da die meisten Archivalien mehrere Seiten umfassen, ergibt das die stattliche Zahl von 3,5 Millionen verfügbaren Bildern. Schon diese Mengen machen deutlich, dass jede Form der digitalen Zugänglichmachung von Archivgut immer ein Ausschnitt der schriftlichen Überlieferung Bayerns sein wird. Im Vordergrund steht für die Staatlichen Archive Bayerns daher die digitale Erfassung von Verzeichnissen und Erschließungsinformationen. Diese Informationen sind nicht nur über die Homepage verfügbar, sondern werden auch über Schnittstellen in wichtige Portale wie das Archivportal D und von dort in die EUROPEANA eingespeist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung audiovisuellen Archivguts. Durch die Kurzlebigkeit von Speichermedien wie Film, Video und CD droht hier der Totalverlust der Informationen. Hinzu kommen die Digitalisierung ausgewählter Rückgratbestände und die Bereitstellung von e-learning Modulen, die es allen Personengruppen einfach ermöglichen, sich mit Archivgut vertraut zu machen und im Archiv zu forschen. Mit der „Kleinen Archivalienkunde“ wollen die Staatlichen Archive Bayerns einen schnellen Einstieg in die archivische Quellenkunde anbieten. Alle Archivaliengattungen, die bei staatlichen Archiven zu finden sind, werden mit einem Erläuterungstext und einer Abbildung vorgestellt: von der mittelalterlichen Urkunde, über Akten und Amtsbücher, Plakate, Flugblätter, Fotografien bis zu digitalen Unterlagen. Das neue Angebot ergänzt die bereits bestehenden Bereiche „Schulen entdecken Archive“ (https://www.gda.bayern.de/service/schulen-entdecken-archive bzw. https://www.gda.bayern.de/kulturerbejahr) und „Digitale Schriftkunde“ (https://www.gda.bayern.de/DigitaleSchriftkunde/). Die „Digitale Schriftkunde“ ist eine Übungsplattform zur Entzifferung deutscher und lateinischer Handschriften. Dokumente wurden über viele Jahrhunderte handschriftlich erstellt. Das Erlernen älterer Schriftformen ist daher häufig die einzige Möglichkeit, Originalquellen zu benutzen. Auch die automatisierte Texterkennung gerät bei handschriftlichen Dokumenten schnell an ihre Grenzen. Zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 entstand das Modul „Schulen entdecken Archive“: anhand konkreter Beispiele vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert werden Schülerinnen und Schüler an historische Überlieferungszusammenhänge, an die Quellen und damit an die Archive herangeführt. Die thematischen Blöcke oder einzelne vorgestellte Archivalien können in den Schulunterricht integriert werden und sind Hilfestellung und Hinführung zu eigenen Forschungen. Da Archive im Gegensatz zu Bibliotheken und Museen nicht jedermann bekannt sind, werden ergänzend die Aufgaben der Archive, deren Zuständigkeiten, deren Benutzung sowie der Archivarsberuf vorgestellt. Es ist ein Ziel der Staatlichen Archive Bayerns, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende für Archive und das dort verwahrte Kulturgut zu begeistern. Wichtige Bausteine auf diesem Weg sind der Ausbau der digitalen Angebote, Recherche vom heimischen PC aus und Kooperationen mit Schulen, Universitäten sowie anderen Bildungseinrichtungen. Mit den Universitäten Passau (Masterstudiengang „Historische Wissenschaften“) und Regensburg (Masterstudiengang „Public History und Kulturvermittlung“) wollen Archivarinnen und Archivare direkt mit der Forschung Mehrwerte generieren und Netzwerke aufbauen. Nach vorheriger Anmeldung bieten die staatlichen Archive Hausführungen an. Dabei soll Geschichte fassbar gemacht und vor allem Schülerinnen und Schülern historische Überlieferung nahegebracht werden. Die im Rahmen der historisch-politischen Bildungsarbeit präsentierten Ausstellungen werden sukzessive um archivpädagogische Materialien ergänzt, die online bereitgestellt werden. Sowohl für Schulen als auch für Forschungseinrichtungen besteht das Angebot, in den staatlichen Archiven Unterrichtseinheiten durchzuführen. Neben dem Kennenlernen der Institution Archiv besteht die Möglichkeit, mit Quellenmaterial zu arbeiten. Archivarinnen und Archivare unterstützen bei der Auswahl geeigneter Quellen. Ansprechpartner gibt es in jedem der staatlichen Archive. Eingestellt am: 04.07.2019 Zugehörige Dateien: Pressemitteilung
19.11.2019: "Naturschutz in Bayern vor 1979 - Aktionen und Akteure" - Lehrausstellung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv
Eine kleine Lehrausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern vom 19. November 2019 bis zum 10. Januar 2020, bearbeitet von Andrea Kurzböck Am Dienstag, 19. November 2019, wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv die kleine Ausstellung „Naturschutz in Bayern vor 1979. Aktionen und Akteure“ eröffnet. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2017/2020 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern, von Andrea Kurzböck erarbeitet. Klimaschutz und Umweltschutz dominieren aktuell die öffentliche Diskussion, vom Naturschutz wird nur noch selten gesprochen. Eine Ausnahme bildet der Artenschutz, ein Kernbereich des Naturschutzes. Seit dem 19. Jahrhundert beschäftigen sich Naturschützer neben dem Artenschutz mit dem Schutz der Landschaft und einzelner Naturdenkmale. Vorgehensweisen, Personalstruktur und Beweggründe des Naturschutzes unterlagen im Laufe der Zeit Veränderungen, waren aber immer schon vielfältig. Staatliche wie nichtstaatliche Institutionen stellten Forderungen, appellierten an Vernunft und Emotionen, mobilisierten, drohten mit Strafen, belohnten aber auch vorbildliches Handeln. Vereine, Verbände, Presse und Staatsbehörden sammelten und verbreiteten Informationen. Im Zentrum der Argumentation standen anfangs ästhetische und patriotisch-konservative Aspekte. Weitere Beweggründe waren der Schutz der Natur für wissenschaftliche Zwecke und die Erkenntnis, dass die Zerstörung der Natur langfristig die Wirtschaft belastet. Schon früh kamen mit dem Nachhaltigkeitsgedanken auch ökologische und soziale Argumentationslinien hinzu. Die kleine Ausstellung zeigt mit 31 Exponaten in 6 Abschnitten einige zentrale Handlungsweisen des Naturschutzes bis 1979. Sie stellt als Handelnde große Institutionen wie den Bund Naturschutz und Staatsministerien sowie kleinere Vereine und kommunale Einrichtungen vor. Darüber hinaus gibt sie Einblicke in die verschiedenen Motivationen für Naturschutzbestrebungen. Der zeitliche Rahmen ergibt sich aus der Neugründung einer Umweltschutzpartei in Bayern, die sich in ihrem Programm auch dem Naturschutz verpflichtete und damit der Diskussion eine neue Komponente auf politischer Ebene verlieh. Die Ausstellung ist vom 19. November 2019 bis 10. Januar 2020 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30–18.00 Uhr, Freitag 8.30–13.30 Uhr (Sa, So und vom 23.12.2019 bis 6.1.2020 geschlossen) Eintritt frei. Führungen für Gruppen können unter (089) 28638-2575 vereinbart werden. Weitere Informationen unter www.gda.bayern.de (Pressebilder können in höherer Auflösung angefordert werden). Online-Bestände zum Naturschutz (Auswahl): ° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Landesstelle für Naturschutz ° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: MELF 4 (Forstwesen) ° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Finanzministerium: MF 22 Forstwesen ° Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kultusministerium: MK 3/1 (mit Digitalisat zum Exponat 1a: MK 14649) ° Staatsarchiv München, Bezirksamt/Landratsamt Laufen Zugehörige Dateien Pressemitteilung