Nahaufnahmen - verlängert bis 17. April 2026
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06.03.2020: „Kommunikation. Von der Depesche bis zum Tweet“? - Tag der Archive im Staatsarchiv Bamberg am 6. März 2020
Das Staatsarchiv Bamberg bietet allen Interessierten am 6. März 2020 eine Führung mit Archivalienpräsentation zum Thema "Kommunikation" von 16:00 bis 17:30 Uhr an Führung Anlässlich des 10. Tages der Archive stellen wir das Staatsarchiv Bamberg mit dem Altbau von 1905 und den Erweiterungsbauten von 1960 und 2019 vor. Im Rahmen der Führung werden im Alten Lesesaal ausgewählte Archivalien aus mehreren Jahrhunderten zum Thema „Kommunikation“ gezeigt und erklärt. Ort: Staatsarchiv Bamberg, Hainstraße 39, 96047 Bamberg Zeit: Freitag, 6. März 2020, 16.00 bis 17.30 Uhr Treffpunkt: Haupteingang des Staatsarchivs Bamberg in der Hainstraße 39, Treppenhaus, bis 16.00 Uhr Eingestellt am: 06.02.2020 Zugehörige Dateien Programm
23.07.2019: "Bayerns Weg zum Kurfürstentum. Vom Münchner Vertrag 1619 zum Westfälischen Frieden 1648" - Lehrausstellung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv
Eine kleine Lehrausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern vom 23. Juli bis 10. September 2019, bearbeitet von Christopher Pfaffel Am Dienstag, 23. Juli 2019, wird im Bayerischen Hauptstaatsarchiv die kleine Ausstellung „Bayerns Weg zum Kurfürstentum. Vom Münchner Vertrag 1619 zum Westfälischen Frieden 1648“ eröffnet. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2017/2020 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet. Vor fast 400 Jahren, am 8. Oktober 1619, schlossen Herzog Maximilian I. von Bayern und Kaiser Ferdinand II. den Münchner Vertrag. Eine Nebenabrede zu dieser Vereinbarung kennzeichnet den Beginn der Bemühungen Maximilians um die Übertragung der pfälzischen Kurwürde auf Bayern. Nach der Ächtung Friedrichs V. von der Pfalz 1621 erfolgte zunächst eine Geheimbelehnung, 1623 schließlich die Übertragung der Kurwürde auf Lebenszeit. Erst der Westfälische Friede 1648, der den Dreißigjährigen Krieg beendete, bestätigte die Kurwürde für Bayern. Die Ursprünge des bayerischen Strebens nach dieser Rangerhöhung reichen bis ins Spätmittelalter zurück. Im Hausvertrag von Pavia war 1329 zwischen der bayerischen und der pfälzischen Linie der Wittelsbacher eine wechselnde Bekleidung der Kurwürde vereinbart worden, die Goldene Bulle von 1356 band die Kurwürde dann an das pfälzische Territorium. Die kleine Ausstellung zeigt in 20 Exponaten die wichtigsten Etappen des Aufstiegs Bayerns zum Kurfürstentum: ausgehend vom Hausvertrag von Pavia von 1329 über den Münchner Vertrag von 1619, die Belehnungsurkunden von 1623 und 1628 bis hin zur Bestätigung der Kurwürde im Westfä-lischen Frieden. Die Ausstellung ist vom 23. Juli bis 10. September 2019 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (Treppenhaus, 1. OG), Schönfeldstraße 5, 80539 München zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 – 18.00 Uhr, Freitag 8.30 – 13.30 Uhr (an Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen geschlossen) Der Eintritt ist frei. Führungen für Gruppen können unter (089) 28638-2575 vereinbart werden. Weitere Informationen unter www.gda.bayern.de (dort auch Pressebilder in höherer Auflösung). Eingestellt am: 22.07.2020 Zugehörige Dateien: Pressemitteilung
Der sechsfache Mord in Hinterkaifeck
Am 4. April 1922 wurden auf dem einsam gelegenen Hof Hinterkaifeck sechs Leichen gefunden. Die Familie Gruber/Gabriel, darunter zwei Kinder, und ihre Magd starben an schweren Kopfverletzungen. Der Todeszeitpunkt wurde auf die Nacht vom 31. März 1922 zwischen 19 und 22 Uhr festgelegt. Die Mordwaffe, eine Reuthaue, fand man erst beim Abriss des Anwesens 1923 in einem Fehlboden. Bis 1930 wurden von der Münchener Polizei über 100 Ermittlungsverfahren durchgeführt, alle ohne Erfolg. Die Frage nach der Täterschaft beschäftigt bis heute die Menschen. Stammte der Mörder aus der Nachbarschaft oder war er ein ortsfremder Durchreisender? Ein ausgebrochener Gefangener? Welche Person war in der Lage, eine ganze Familie auszulöschen? Die Ausstellung bietet Einblicke in die Umstände der Tat und die aufwendigen Ermittlungen. Die Exponate stammen aus Akten der Polizeidirektion München, die heute im Staatsarchiv München verwahrt werden, sowie dem Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Die Ausstellung wurde von Elena Hiemer im Rahmen des derzeit laufenden Vorbereitungsdienstes 2024/2027 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet. Zu sehen vom 17. März bis 10. April 2026 im Hauptgebäude des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, 1. OG, Schönfeldstraße 5, 80539 München. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30 – 18.00 Uhr Freitag 8.30 – 13.30 Uhr geschlossen am am 03. und 06. April Eintritt frei. Allgemeine öffentliche Führungen: Donnerstag, 19.03., 26.03. und 09.04. jeweils um 13 Uhr. Hier geht es zum Ausstellungskatalog. Bericht Merkur vom 18.03.2026 Abb.: Ausstellungsplakat; Benjamin Gerum, GDA. Eingestellt am 16.03., geändert am 18.03.2026.
Revolution und Räterepubliken in Bayern 1918/19
Eine virtuelle Ausstellung auf bavarikon unter Beteiligung der Staatlichen Archive Bayerns. Zum 100. Geburtstag des Freistaats präsentiert bavarikon die spannende und dramatische Geschichte seiner Anfänge in einer virtuellen Ausstellung. Fünf chronologische Abschnitte und eine Vertiefungsebene bringen Ihnen die Revolutionsjahre 1918/19 näher. Im Mittelpunkt stehen dabei die Geschehnisse in der Hauptstadt München, die für ganz Bayern entscheidend waren. Zusätzlich werden die verschiedenartigen Entwicklungen in zehn weiteren Orten Altbayerns, Frankens und Schwabens einbezogen. 90 hochkarätige Exponate aus Archiven, Bibliotheken und Museen führen Ihnen die entscheidenden Veränderungen und Umwälzungen dieser Zeit vor Augen – mit all ihren bahnbrechenden Errungenschaften, aber auch den problematischen Begleiterscheinungen und Folgen. Hier können Sie die virtuelle Ausstellung besuchen!
Bayern hungert! Ernährungskrise nach dem „Jahr ohne Sommer“ – Regionale Folgen einer Naturkatastrophe vor 200 Jahren
Eine Ausstellung im Staatsarchiv Landshut, bearbeitet von Bernadette Heller, zu sehen im Staatsarchiv Landshut vom 16. Oktober bis 12. Dezember 2025. Ursache der Ernteausfälle war der Ausbruch des Vulkans Tambora im Frühjahr 1815 auf der indonesischen Insel Sumbawa. Der Vulkanausbruch wirkte sich weltweit auf das Wetter aus. Es regnete vermehrt, die Temperaturen fielen und es kam zu schweren Unwettern. Das Jahr ging deshalb als „Jahr ohne Sommer" oder „Achtzehnhundertunderfroren" in die Geschichte ein. Auch Bayern betrafen die Auswirkungen. Die Ausstellung geht den Fragen nach: Warum und in welchem Ausmaß hatte der Ausbruch eines indonesischen Vulkans Einfluss auf das Wetter in Bayern? Wie hoch waren die durch die schlechten klimatischen Bedingungen verursachten Ernteausfälle? Wie stark stiegen die Getreidepreise? Wie reagierten das Königreich und die Kommunen auf die Krise? Gab es einen Anstieg der Kriminalität? Welchen Einfluss hatte die Krise auf die natürliche Entwicklung der Bevölkerung? Gab es eine verstärkte Hinwendung zur Religion? Wann endete die Krise? Wie blieben die Teuerungsjahre in der Erinnerung der Menschen? Die rund 20 Exponate, die überwiegend als Reproduktionen gezeigt werden, stammen aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, den Staatsarchiven Landshut und München, den Stadtarchiven Lauf und München, dem Heimatmuseum Oettingen, der Wallfahrtskirche Sammarei sowie der Pfarrei Langenzenn. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Ausbildung im Vorbereitungsdienst 2021/2024 für den Einstieg in der 3. Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen, an der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern erarbeitet und für die Präsentation im Staatsarchiv Landshut um Exponate aus niederbayerischen Beständen erweitert. Die Ausstellung ist vom 16. Oktober bis 12. Dezember 2025 im Staatsarchiv Landshut, Schlachthofstraße 10, Landshut zu sehen. Eintritt frei. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8.30–16.00 Uhr Freitag 8.30–13.00 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Ausstellungsplakat: Benjamin Gerum, GDA. Eingestellt am 15.10.2025.
22.10.-05.01.2021: DIE BURG BRENNT! Die Landshuter Katastrophe vom 21.10.1961
Eine Ausstellung des Staatsarchivs Landshut in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen sowie der Freiwilligen Feuerwehr Landshut. In der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober 1961 verwüstete ein Brand die Burg Trausnitz über Landshut und das damals dort untergebrachte Staatsarchiv Landshut. Zum 60. Jahrestag setzt sich das Staatsarchiv Landshut in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und der Freiwilligen Feuerwehr Landshut in der Ausstellung „DIE BURG BRENNT! Die Landshuter Katastrophe vom 21.10.1961“ mit Ursachen und Folgen des Brandes auseinander. Ausstellung und begleitender Katalog schildern das Brandgeschehen und dessen juristische Aufarbeitung. In den Flammen gingen wesentliche Kulturgüter unter, der Brand verursachte Schäden und Lücken an einmaligen Archivalien des Staatsarchivs und zerstörte Ausstattung und Architektur des "Fürstenbaus" der Burg Trausnitz. Die Anstrengungen der staatlichen Archive und der Schlösserverwaltung zur Behebung der Schäden dauern bis heute an. Besonders die mittlerweile aus der Erinnerung der Landshuter Bevölkerung fast verschwundene frühere künstlerische Gestaltung der Burg wird durch alte Fotografien und einige wenige aus dem Brandschutt geborgene Relikte wieder ins Gedächtnis gerufen. Hierzu gehören die farbenfrohen fürstlichen Zimmerfluchten aus Spätrenaissance und Barock und das prunkvolle "Absteigquartier" König Ludwigs II. aus den 1870er Jahren. Die Ausstellung "DIE BURG BRENNT! Die Landshuter Katastrophe vom 21.10.1961" wird vom 22. Oktober bis 5. Januar 2022 im Staatsarchiv Landshut, Schlachthofstr. 10, 84034 Landshut gezeigt. Der Eintritt ist frei. Für den Ausstellungsbesuch gelten die jeweils aktuellen Hygieneregeln. Zur Ausstellung erscheint ein kleiner Katalog: DIE BURG BRENNT! Die Landshuter Katastrophe vom 21.10.1961. Eine Ausstellung des Staatsarchivs Landshut in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen sowie der Freiwilligen Feuerwehr Landshut (Staatliche Archive Bayerns - Kleine Ausstellungen Nr. 67), 156 Seiten, zahlr. Farbabb., ISBN 978-3-938831-72-4, Verkaufspreis 5,00 Euro. Öffnungszeiten (Ausstellung): Montag - Donnerstag 8.30 - 16.00 Uhr, Freitag 8.30 - 13.00 Uhr. - Geschlossen an Allerheiligen 1.11.21. Öffnungszeiten der Burg Trausnitz (Burg Trausnitz, 84036 Landshut), geöffnet Winter 10-16 Uhr (geschlossen 1.1., 24.,25.,31.12.); ACHTUNG: Die Ausstellung ist im Staatsarchiv Landshut zu sehen. Link zum Beitrag von BR 24: ↗Wahrzeichen in Flammen - Großbrand auf Burg Trausnitz. Eingestellt am 20.10.2021 Zugehörige Dateien Pressemitteilung [PDF-Datei] Plakat zur Ausstellung [PDF-Datei]
08.09.2022: Wechsel an der Spitze der Staatlichen Archive Bayerns
Am 8. September 2022 hat der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume, MdL, die bisherige Generaldirektorin Dr. Margit Ksoll-Marcon verabschiedet und ihren Nachfolger Dr. Bernhard Grau in sein Amt eingeführt. Bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns handelt es sich um die staatliche Fachbehörde für alle Fragen des Archivwesens. Ihr sind das Bayerische Hauptstaatsarchiv (München) sowie die Staatsarchive Amberg, Augsburg, Bamberg, Coburg, Landshut, München, Nürnberg und Würzburg nachgeordnet. Dr. Margit Ksoll-Marcon stand seit 1. März 2008 an der Spitze der bayerischen Archivverwaltung, war also mehr als 14 Jahre für deren Geschicke verantwortlich. In Personalunion leitete sie in dieser Zeit auch die Bayerische Archivschule. Ihre aktive Dienstzeit endet am 31. August 2022. Dr. Bernhard Grau war nach seinem Referendariat zum wissenschaftlichen Archivar an der Bayerischen Archivschule in verschiedenen Funktionen in der bayerischen Archivverwaltung tätig, seit 1. Februar 2018 war er Leiter des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. Die Leitung der Generaldirektion übernimmt er am 1. September 2022. Pressemitteilung des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst>>> Veröffentlicht am 02.09.2022, zuletzt aktualisiert 19.09.2022 Zugehörige Dateien Pressemitteilung Dr. Michael Unger (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns), (Foto: Fotowerkstatt, Bayerisches Hauptstaatsarchiv) [JPG-Datei]. Dr. Sabine Graf (Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs als Vorsitzende der KLA), (Foto: Fotowerkstatt, Bayerisches Hauptstaatsarchiv) [JPG-Datei]. Andreas Nestl (Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns) für den Bezirkspersonalrat, (Foto: Fotowerkstatt, Bayerisches Hauptstaatsarchiv) [JPG-Datei]. Dr. Michael Unger (Generaldirektion Staatl. Archive)-Dr. Margit Ksoll-Marcon (Generaldirektorin d. Staatl. Archive a.D.)-Markus Blume, MdL (Staatsminister f. Wiss. u. Kunst)-Dr. Bernhard Grau (Generaldirektor d. Staatl. Archive)-Dr. Sivia Wimmer.
21.10.2019: #Ostarrichi-Urkunde: Die Reise nach Wien beginnt …
Ab 26. Oktober präsentiert das Haus der Geschichte Österreich in Wien eine Woche lang die „Ostarrichi-Urkunde“, in der zum ersten Mal der Name „Österreich“ erwähnt wird. Vor der Abreise aus München gehen Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektorin der Staatlichen Archive, sowie Bernhard Grau, Direktor des Hauptstaatsarchivs, auf Herkunft und Geschichte des rund 1000 Jahre alten Dokuments ein und schildern seinen Weg ins Bayerische Hauptstaatsarchiv. Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich, gibt eine Vorschau auf die Präsentation der Urkunde in Wien. Diese wird erstmals seit über zwei Jahrzehnten wieder in Österreich und erstmals in Wien zu sehen sein. Sie wird im Rahmen einer einwöchigen Spezialpräsentation unter dem Titel #Ostarrichi. Die Karriere einer Urkunde vom 26.10.–3.11.2019 gezeigt. Am 26. Oktober lädt das hdgö alle Interessierten bei freiem Eintritt in die Neue Burg am Wiener Heldenplatz ein. Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, zeigt sich erfreut darüber, dass es möglich ist, die Urkunde für eine Woche nach Wien auszuleihen: „Mit der Ausleihe der häufig nachgefragten ‚Ostarrichi-Urkunde‛ trägt der Freistaat Bayern der großen Bedeutung Rechnung, die dieses Dokument für die Republik Österreich und ihre Bürger besitzt. Wir verstehen dies auch als Zeichen der guten nachbarschaftlichen Beziehungen, die ihre Wurzeln in einer langen gemeinsamen Geschichte und Tradition haben.“ „Originale Quellen bieten einen faszinierenden Einblick in unsere Geschichte und machen diese für die Menschen erlebbar. Es freut mich, dass eines der bedeutendsten Dokumente unserer Geschichtsschreibung – das vielen aus den Schulbüchern bekannt ist – nun für kurze Zeit in Wien zu sehen ist. Mein Dank gilt dem Haus der Geschichte Österreich für die Initiative und dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv für die Zusammenarbeit“, so der Österreichische Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien, Alexander Schallenberg. Dr. Margit Ksoll-Marcon, die Generaldirektorin der Staatlichen Archive in Bayern, unterstreicht das besondere Entgegenkommen gegenüber dem Haus der Geschichte Österreich: „Die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ ist eines der hochkarätigsten Stücke aus den umfangreichen, vielfältigen und überregional bedeutsamen Archivbeständen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs. Die Ausstellung einer solchen über 1000 Jahre alten Pergamenturkunde stellt höchste Anforderungen an den Transport und die Präsentation. Dass die Urkunde erstmals in der österreichischen Hauptstadt gezeigt werden kann, erfüllt mich mit Stolz und Freude.“ Dr. Bernhard Grau erklärt, wie eine Urkunde, die für die Geschichte Österreichs eine so fundamentale Bedeutung besitzt, in die Bestände des Bayerischen Hauptstaatsarchivs gelangt ist: „Dass die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv verwahrt wird, ist kein Zufall, sondern hat mit dem darin festgehaltenen Rechtsgeschäft zu tun. Kaiser Otto III. übertrug mit dieser Urkunde dem Bischof von Freising Grundbesitz im Raum von Neuhofen an der Ybbs im heutigen Niederösterreich. Das Hochstift Freising war deshalb der Empfänger der Urkunde und hatte diese über die Jahrhunderte hinweg in seinem Archiv verwahrt. Noch am Beginn des 19. Jahrhunderts diente sie als Nachweis für die darin verbrieften Rechtsansprüche. Erst durch die Säkularisation ging dieser Grundbesitz verloren. Zur gleichen Zeit übernahm das Kurfürstentum Bayern große Teile des Freisinger Archivs, insbesondere alle diejenigen Unterlagen, die Herrschafts- und Gerichtsrechte sowie die Beziehungen zu auswärtigen Staaten betrafen. Damit kam auch die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ in die Verfügungsgewalt der kurfürstlich-, dann königlich-bayerischen Zentralarchive.“ Zur Präsentation der Urkunde im Haus der Geschichte Österreich in Wien sagt Dr. Monika Sommer, Direktorin des Haus der Geschichte Österreich: „Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die ‚Ostarrichi-Urkunde‛ eine wichtige Rolle auf der Suche nach einer neuen österreichischen Identität ein. Wir zeigen das kostbare Dokument erstmals unter diesem Aspekt und erstmals in Wien. Ein idealer Zeitpunkt für Klein und Groß, um dieses einzigartige historische Dokument und seine Bedeutung für die Zeitgeschichte unseres Landes zu entdecken. Am Österreichischen Nationalfeiertag am 26. Oktober ist der Eintritt frei.“ Herkunft, Inhalt und Bedeutung der „Ostarrichi-Urkunde“ Mit der „Ostarrichi-Urkunde“ übertrug Kaiser Otto III. am 1. November 996 Grundbesitz an den Freisinger Bischof. Als Nachweis dieser Besitztitel wurde die Urkunde über Jahrhunderte hinweg im Archiv des Hochstifts Freising verwahrt. Im Zuge der Säkularisation kam sie in staatlichen Besitz. Heute wird sie unter der Signatur Hochstift Freising Urkunden 14 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München aufbewahrt. Die Urkunde ist das älteste bekannte Dokument, in dem die geographische Bezeichnung „ostarrîchi“ – die althochdeutsche Vorform des späteren Staatsnamens Österreich – als Bezeichnung von heute österreichischem Gebiet Verwendung findet. Österreich feiert sich selbst Thematisiert wird im Haus der Geschichte Österreich die Nutzung des Dokuments für identitätspolitische Zwecke in der Zweiten Republik. Um nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 auf dem Weg zur Wiedererlangung der Souveränität eine neue „Österreich-Identität“ zu formen, suchte die junge Zweite Republik nach Bezugspunkten in der Geschichte. So wurde die „Ostarrichi“-Urkunde zu einem Argument für die lange Vorgeschichte der österreichischen Nation. Erstmals gefeiert wurde ein „Ostarrichi“-Jubiläum zum 950. Jahrestag der Ausstellung der Urkunde im Jahr 1946. Forciert wurden die Feierlichkeiten, die „Ausgangspunkt einer neuen Kraftwelle“ im Wiederaufbau sein sollten, vom damaligen Unterrichtsminister Felix Hurdes. Auf seine Initiative hin wurde für den Herbst 1946 die „Aktion ‚950 Jahre Österreich‘„ ausgerufen, um „die Jugend zu österreichischem Bewusstsein und zur Achtung vor der ruhmvollen Vergangenheit des Vaterlandes zu erziehen“. Am Sonntag, den 29. September 1946 brachte eine „Ostarrichi-Staffel“ eine Abschrift der „Ostarrichi-Urkunde“ von Neuhofen an der Ybbs nach Wien. 1976 war die „Ostarrichi-Urkunde“ bei der Ausstellung „1000 Jahre Babenberger in Österreich“ in Lilienfeld erstmals im Original zu sehen. Noch ein zweites Mal, 20 Jahre später, stand die Urkunde 1996 im Mittelpunkt großer Feiern zu „1000 Jahre Österreich“. Die „Österreichische Länderausstellung“ nahm das Jahr 996 zum Ausgangspunkt für eine intensive Auseinandersetzung mit Österreich, seinem Namen und seiner Geschichte. Die wechselvolle Geschichte der „Ostarrichi-Urkunde“ im Überblick 1. November 996 Auf seiner Rückreise von Rom macht der frisch gekrönte Kaiser Otto III. (983–1002) in Bruchsal am Oberrhein halt. Mit der dort auf Bitten Herzog Heinrichs IV. von Bayern ausgestellten Urkunde überträgt er dem Freisinger Bischof Gottschalk das Eigentum an einem Fronhof und dreißig Königshufen in der Gegend von Neuhofen an der Ybbs. Diese Region gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zum Herzogtum Bayern. Erwähnt wird in der Urkunde aber auch die Lage dieser Güter im Herrschaftsbereich des Babenberger Markgrafen, Heinrichs I. Ein Rechtsgeschäft wie dieses ist für das Mittelalter alles andere als ungewöhnlich. Bemerkenswert ist allenfalls der Umfang der Schenkung, der für das Hochstift Freising einen bedeutenden Besitzzuwachs bedeutete. Heute ist man überzeugt, dass die Urkunde nicht in einem Schritt erstellt und ausgefertigt wurde. Vielmehr wird angenommen, dass die Kanzlei des Kaisers zunächst nur den Schlussteil der Urkunde (Eschatokoll) verfasst hat, das heißt die Signum- oder Unterschriftszeile mit dem Monogramm, die Rekognitionszeile, in der der Name des für die Ausfertigung verantwortlichen Kanzlers, des Bischofs Hildibald, genannt wird, und die Datierung. Dagegen stammen das Eingangsprotokoll, vor allem aber der Kontext, das heißt der Rechtsinhalt im engeren Sinne, von der Hand eines Freisinger Schreibers. Ein solches Vorgehen war – gerade im Falle der Freisinger Kirche – nicht ungewöhnlich und gilt daher sogar als ein Indiz für die Echtheit der Urkunde. 1893 Der Historiker Theodor Sickel, der die Urkunde in den Monumenta Germaniae Historica (MGH) ediert, bezeichnet die Urkunde als ein „Diplom zweifelhafter Geltung“. „Diplomatische Ungereimtheiten“ erkennt er vor allem in Bezug auf das Siegel. Das Siegel, das der Urkunde zur Zeit Sickels noch lose beilag, stammte nämlich nicht vom Aussteller Kaiser Otto III., sondern von seinem Nachfolger, dem König und späteren Kaiser Heinrich II. Dieses Siegel ist heute verloren. Schon 1911 wurde sein Fehlen festgestellt. Die einzige Abbildung findet sich bei dem Freisinger Geschichtsschreiber Carolus Meichelbeck, der 1724 eine Zeichnung des Siegelbilds veröffentlicht hat. Die Verwendung des Königssiegels Heinrichs II. gibt der Forschung viele Fragen auf. Dennoch steht die Echtheit der Urkunde für die Forscher von heute außer Zweifel. Diskutiert wird lediglich, ob die Urkunde erst unter Heinrich II. besiegelt und damit vollzogen wurde oder ob das Siegel Kaiser Ottos III. im Laufe der Zeit verloren gegangen und deshalb unsachgemäß durch ein anderes Siegel ersetzt wurde. 1946 „Aktion 950 Jahre Österreich“ Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Zeit sucht Österreich zum Aufbau seiner nationalen Identität und zur Wiedererlangung seiner Souveränität Bilder aus der ferneren Vergangenheit. Vor allem Vertreter aus den Reihen der ÖVP mit Unterrichtsminister Felix Hurdes an der Spitze engagieren sich für die Idee, die Urkunde Kaiser Ottos zum offiziellen Anlass für ein „Österreich-Jubiläum“ zu nehmen. Namhafte Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Urkunde, auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene. In den Wochen vor dem 1. November organisieren unterschiedliche Einrichtungen, Traditionsvereine und Sportverbände Festveranstaltungen und Gedenktage. Vertreter der Parteien bekennen sich zur „Nation Österreich“ in Abgrenzung zu Deutschland und versuchen, historische Argumente für die charakterliche „Eigenart“ der ÖsterreicherInnen zu finden. Besonders Kindern und Jugendlichen sollte ein Österreichbewusstsein vermittelt werden. Sie waren deshalb besondere AdressatInnen der 950-Jahr-Feiern. 1976 „Ostarrichi-Urkunde“ erstmals in Österreich Im Stift Lilienfeld wird ein anderes großes Jubiläum gefeiert: „1000 Jahre Babenberger“. Die Landesausstellung erzählt von der Babenbergerherrschaft, die ihren Ausgang im Jahr 976 in der „Mark an der Donau“ genommen hat. Im Rahmen dieser Ausstellung wird die „Ostarrichi-Urkunde“ zum ersten Mal in Österreich gezeigt. 1980 Wieder ein Jubiläum Im Jahr 1946 hatte der Ort Neuhofen an der Ybbs bereits staatspolitische Bedeutung erfahren: Das Fest an der „historischen Stätte“ wurde zum zentralen Ereignis der offiziellen Feierlichkeiten. Unter anderem hatte Bundeskanzler Leopold Figl den „Ostarrîchi-Gedenkstein“ enthüllt. Im Jahr 1980 wird Neuhofen erneut zum nationalen Erinnerungsort: Anlässlich der 975. Wiederkehr der Ausstellung der Urkunde wird die „Ostarrîchi-Gedenkstätte“ eröffnet, unter Beteiligung von Bund, Ländern und der Gemeinde. Am 10. Mai wird das „Österreich-Fest“ gefeiert, unter Berücksichtigung „25 Jahre österreichischer Staatsvertrag“. Es spricht der Bundespräsident Rudolf Kirchschläger, die originale Urkunde bleibt im Archiv in München. 1996 Das Millennium Bei der Konzeption der Feierlichkeiten anlässlich „1000 Jahre Ostarrichi“ kann auf die 50 Jahre früher hergestellten kollektiven Bilder und Erinnerungsorte zurückgegriffen werden. Die Österreichische Länderausstellung findet in Neuhofen an der Ybbs statt, ihr Ziel ist „eine kritisch-liebevolle Auseinandersetzung der Besucher mit ‚Österreich‘ (…)“. Die „Ostarrichi-Urkunde“ wird ausgestellt und erneut Gegenstand historischer Forschungen. 2019 „Ostarrichi-Urkunde“ erstmals in Wien Das Haus der Geschichte Österreich stellt die originale Urkunde ins Zentrum zeitgeschichtlicher Identitätsbildungsprozesse und -diskussionen. Indem das Museum die „Ostarrichi-Urkunde“ kurz vor dem ersten Geburtstag des Hauses der Geschichte Österreich in der Hofburg präsentiert, bewegt es sich selbst im Spannungsfeld von Wissenschaft, Geschichtspolitik und Öffentlichkeit. Alle Informationen zum Programm des Hauses der Geschichte Österreich und Pressefotos finden Sie über den folgenden Link: https://www.hdgoe.at/category/presse Weiterführende Informationen zur Urkunde und den von der wissenschaftlichen Forschung daraus gewonnenen Erkenntnissen können Sie unter anderem über die folgenden Internetseiten finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostarrichi https://www.noe.gv.at/noe/Geschichte-Landeskunde/Ostarrichi-Urkunde.html https://members.chello.at/heinz.pohl/Ostarrichi_996.htm https://www.hdgoe.at/ostarrichi Eingestellt am: 21.10.2019 Zugehörige Dateien: Gemeinsame Pressemitteilung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und des Hauses der Geschichte Österreich
05.11.2019: Historische Vermisstenbücher im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und im Staatsarchiv München
Übergabe von insgesamt 57 sogenannten Vermisstenbüchern aus den Jahren 1926 bis 1985 durch das Bayerische Landeskriminalamt „Am 27.1.76 tot aus dem Inn geborgen“ oder „am 11.11.75 in Kopenhagen aufgegriffen“ – zwei Schicksale von tausenden Personen aus Bayern, die jedes Jahr bei den Polizeidienststellen als vermisst gemeldet werden. Die meisten Vermissten werden lebend wiedergefunden, einzelne Fälle enden tragisch. Unbekannte Tote und unbekannte hilflose Menschen zu registrieren und zu identifizieren, ist eine schwierige Aufgabe der Polizei. Koordiniert werden diese Vorgänge im Sachgebiet Personenfahndung des Bayerischen Landeskriminalamts. Im August 2019 übergab das Bayerische Landeskriminalamt drei große Kartons mit insgesamt 57 sogenannten Vermisstenbüchern aus den Jahren 1926 bis1985 an das Bayerische Hauptstaatsarchiv. Nach genauer Analyse ihrer Entstehung wurden die elf älteren Bände aus der Zeit vor 1945 allerdings an das Staatsarchiv München abgegeben. Diese Bände stammen aus einer Zeit, in der die Vermisstenbücher noch vom Polizeipräsidium München zentral für ganz Bayern geführt wurden. Für dessen Überlieferung ist das Staatsarchiv München zuständig. Damit steht nun eine zentrale Quelle mit Nachweisen aller in Bayern Vermissten, unbekannten Toten und unbekannten hilflosen Personen (VuT) aus rund 60 Jahren für die historische Forschung zur Verfügung. Was bis 1988 auf Papier in dicken Bänden dokumentiert wurde, wird seither elektronisch erfasst – auch diese digitalen Unterlagen werden eines Tages ins Bayerische Hauptstaatsarchiv kommen. Die Archivierung der Vermisstenbücher ist Ausdruck der hervorragenden Zusammenarbeit der bayerischen Polizeibehörden mit den bayerischen staatlichen Archiven. Das Bewusstsein für den dauerhaften Erhalt von historisch wertvollem Verwaltungsschriftgut prägt den Kontakt zwischen den Polizeibehörden und den zuständigen Archiven. Es ist nun Aufgabe des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und des Staatsarchivs München, die neu erworbenen Vermisstenbücher zu erschließen, konservatorisch zu behandeln und den gesetzlichen Vorgaben entsprechend für interessierte Forscher zugänglich zu machen. Sollte das Landeskriminalamt den einen oder anderen Band noch einmal benötigen, weil allerletzte bislang unerledigte Vermisstenfälle doch noch aufgeklärt werden konnten, gibt es die Möglichkeit der Rückausleihe. Im Rahmen eines Pressetermins im Bayerischen Hauptstaatsarchiv wurden die Vermisstenbücher vorgestellt und historisch eingeordnet. Eingestellt am: 05.11.2019 Zugehörige Dateien Pressemitteilung