Die Staatlichen Archive Bayerns

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Staatsarchiv Coburg

Leitung: Archivamtsrat Marcel Oeben

Adresse: Herrngasse 11, 96450 Coburg

Kontakt: Tel. 09561/427 07 0, Fax 09561/427 07 20, E-Mail: poststelle@staco.bayern.de

Verkehrsanbindung: Bushaltestelle Theaterplatz

Öffnungszeiten: Mo - Do 8.00 - 16.00 Uhr, Fr 8.00 - 13.30 Uhr

 

Sprengel: Kreisfreie Stadt und Landkreis Coburg

Zuständigkeit: 

  • ehemaliges Herzogliches Haus- und Staatsarchiv
  • ältere Coburger Behörden
  • Behörden des ehemaligen Freistaats Sachsen-Coburg
  • Behörden und Gerichte ab ca. 1920 im Gebiet der kreisfreien Stadt und des Landkreises Coburg
  • Der historische Sprengel reicht beträchtlich in den südthüringischen Raum, umfaßt das Amt Königsberg (1879-1920 Teil des Landkreises Coburg) und für die Zeit von 1816-1834 das Gebiet des linksrheinischen Fürstentums Lichtenberg (heute Kreise St. Wendel/Saar und Kusel).

Umfang: 4.260 lfm. mit ca. 420.000 Archivalieneinheiten (Stand: 31. Dezember 2024).

 

Hier geht es zum virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns.

 

Benutzung und Beratung:

Im Lesesaal des Staatsarchivs Coburg können Benutzer auch selbst digitale Fotografien aus Archivalien erstellen. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie in den Benutzungshinweisen.

 

Organisationsplan

Das Staatsarchiv Coburg ist die für alle Fragen des Archivwesens in der Stadt und im Landkreis Coburg zuständige staatliche Fachbehörde. Der Archivsprengel umfasst das Gebiet der kreisfreien Stadt und des Landkreises Coburg in ihrem jeweiligen Umfang mit allen darin gelegenen staatlichen Behörden und Gerichten, auch soweit deren Zuständigkeit über das Gebiet des Landkreises hinausreicht (z.B. Landgericht, Staatsanwaltschaft, Finanzamt, Vermessungsamt, Arbeitsamt, Gewerbeaufsichtsamt). Die historische Zuständigkeit erstreckt sich auf das ehemalige Herzogtum Sachsen-Coburg und dessen Vorläufer (Neue Herrschaft der Grafen von Henneberg, sächsische Ortlande in Franken, Pflege Coburg, Fürstentum Coburg) bzw. auf den nach der Auflösung der Personalunion Sachsen-Coburg und Gotha 1919 entstandenen Freistaat Coburg bis zu seiner Eingliederung in den Freistaat Bayern 1920.

Das Staatsarchiv verwahrt derzeit (Stand: 31.12.2024) ca. 420.000 Archivalieneinheiten, darunter etwa 14.200 Urkunden, 10.500 Karten und Pläne sowie 14.000 Fotos und Bilder, im Gesamtumfang von rund 4.474 laufenden Metern.

Die Benützung des Archivs richtet sich nach der Benützungsordnung für die staatlichen Archive Bayerns vom 16. Januar 1990 in der jeweils gültigen Fassung (GVBl S. 6), in der auch die Benützungsgebühren geregelt sind.

Aus Indizien lässt sich erschließen, dass die Grafen von Henneberg für ihr Territorium um Coburg auf der Veste ein Urkundenarchiv unterhielten, das 1353 an die Wettiner überging. Diesem Archiv wurde ausgeschiedenes Schriftgut der in Coburg ansässigen landesherrlichen Behörden zugeführt, doch flossen wichtige Archivalien besonders nach 1485 in das Hauptarchiv der ernestinischen Wettiner nach Wittenberg wie auch in das Archiv in Weimar. Ansätze zu einer Archivorganisation - eine erste Inventarisierung fand schon am Ende des 15. Jahrhunderts statt - lassen sich erst unter Herzog Johann Casimir feststellen, der an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert eine personelle Zuständigkeit anordnete, Haussachen aus dem Kanzleiarchiv aussondern ließ, eine begrenzte Beständebereinigung mit dem Archiv in Weimar durchsetzte und die Verwaltung seiner Archive durch Verordnungen zu regeln suchte.

Die über drei Lagerorte (Veste, Schloss Ehrenburg und Kanzlei) verstreuten Archivbestände erlitten nach Erlöschen des ersten coburgischen Zweiges der Ernestiner 1638 erneut Einbußen durch Abtransporte in die Residenzen der Regierungsnachfolger, bis in der Zeit eines neuerlich selbstständigen Fürstentums Sachsen-Coburg (1680-1699) durch den fürstlichen Archivar Dr. Georg Paul Hönn eine Stabilisierung erreicht werden konnte. Die politischen und wirtschaftlichen Umstände - 1699 begannen langwierige Erbstreitigkeiten - ließen besondere Sorgfalt für die Archivverhältnisse in den nächsten hundert Jahren nicht zu.

1735 wurde Coburg Residenz des Fürstentums Sachsen-Coburg-Saalfeld. Seit 1826 war daneben auch Gotha Residenz der in Personalunion vereinigten Herzogtümer Sachsen-Coburg und Gotha. Am Beginn des 19. Jahrhunderts wurde durch den besonders als Historiker der Henneberger bekannten Johann Adolph von Schultes der Grund zum Ordnungszustand des Herzoglichen Haus- und Staatsarchivs gelegt, der durch den Geh. Archivrat Ludwig Hermann (1852-1867) dauernde Gestalt erhielt. Auf Grund des Hildburghäuser Erbteilungsvertrags von 1826 musste das Coburger Archiv noch 1875 Archivalien, die den südthüringischen Raum betrafen, in großem Umfang an das Thüringische Staatsarchiv Meiningen ausliefern, wobei die Ortspertinenz über die Abgabe entschied. Das Haus- und Staatsarchiv wurde 1919 unter der Bezeichnung "Coburger Landesarchiv" der Coburger Landesstiftung zur Verwaltung übergeben.

Nach der Vereinigung des Freistaates Coburg mit dem Freistaat Bayern zum 1. Juli 1920 wurde 1924 im Schloss Ehrenburg neben dem Landesarchiv eine dem Staatsarchiv Bamberg unterstehende Staatsarchivalienabteilung eingerichtet. Sie nahm das bei den staatlichen Behörden lagernde, zum Teil bis in das 15. Jahrhundert reichende Schriftgut auf, das nicht in das Herzogliche Haus- und Staatsarchiv gekommen war. Akten aus der staatlichen Kirchenhoheit und -aufsicht gelangten dagegen in das Landeskirchliche Archiv in Nürnberg. Nach der Übernahme der Verwaltung des Coburger Landesarchivs durch die Staatsarchivalienabteilung 1937 und der erstmaligen Zusammenführung aller Archivbestände 1938 im östlichen Schlossflügel wurde 1939 das selbstständige Staatsarchiv Coburg errichtet. Ihm gliederte man 1973 das Landesarchiv als in sich geschlossenen Bestand ein. Aufkommende Raumnot endete 1990 mit der Verlegung des Staatsarchivs in das für seine Zwecke um- und ausgebaute Zeughaus.

Das Zeughaus, das das Staatsarchiv 1990 bezogen hat, wurde zwischen 1616 und 1621 unter Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg durch den Maler und Hofbaumeister Peter Sengelaub (um 1558-1622) im Renaissancestil als fürstliche Rüstkammer an der Herrngasse errichtet. Zwischen Schloss Ehrenburg, wo das Staatsarchiv bis 1990 untergebracht war, und dem Marktplatz setzt das dreigeschossige Gebäude einen markanten innerstädtischen Akzent. Seine ursprüngliche Funktion verlor das Zeughaus noch während des Dreißigjährigen Krieges, um anschließend den unterschiedlichsten Zwecken der Verwaltung, Justiz, Kultur (Theater) und Wirtschaft zu dienen.

Das Kellergewölbe und die Hälfte des Erdgeschosses sind seit alters an eine traditionsreiche Coburger Weinhandlung vermietet. Das Zeughaus musste im Inneren für die Zwecke eines modernen Archivs, insbesondere um den statischen Anforderungen zu genügen, von Grund auf umgebaut werden. Die neuen, modern gehaltenen Einbauten setzen sich wirkungsvoll von der historischen Außenfassade ab. Die Belange des Denkmalschutzes wurden beim Umbau in vollem Umfang berücksichtigt.

In den Beständen spiegelt sich ein Teil der Geschichte der wettinisch-ernestinischen Länder, deren Landesteilungen das Bild der Überlieferung stark beeinflusst haben. Für die Zeit der ernestinischen Kurfürsten (1485-1547) und ihrer unmittelbaren Nachfolger mit der Residenz in Coburg (vor allem Herzog Johann Casimir 1586-1633) reichen die Archivbestände auch in den südthüringischen Bereich. Sie werden aber nach der Beerbung des coburgischen Zweiges der Ernestiner durch die Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg nach 1638 durch Abgaben geschmälert.

Im 19. Jahrhundert fielen Verwaltungsakten der als Entschädigung auf dem Wiener Kongress zugesprochenen Herrschaft Lichtenberg (1816-1834, dann an Preußen verkauft, heute Landkreis St. Wendel, Saarland) an sowie Schriftgut des Amtes Königsberg [i. Bay.] in Unterfranken (jetzt Bestandteil des Landkreises Hassberge, seit 1920 im Sprengel des Staatsarchivs Würzburg), das bei der letzten Landesteilung von Sachsen-Hildburghausen 1826 an Sachsen-Coburg und Gotha gekommen war. Dagegen führte die Existenz eines mit Sachsen-Gotha gemeinsamen Staatsministeriums innerhalb der in Personalunion verbundenen Herzogtümer Sachsen-Coburg und Gotha (1826-1918) dazu, dass Coburg betreffende Überlieferung (zum Beispiel die Personalakten der Staatsbeamten seit 1858) im Thüringischen Staatsarchiv Gotha liegt, weil die betreffenden Akten bei der dortigen Ministerialabteilung geführt wurden.

In den nächsten Jahren ist eine umfassende innerarchivische Provenienzbereinigung in den Beständen Ältere Justizbehörden, Amtsgericht und Landratsamt geplant.

An Findmitteln stehen neben den herkömmlichen Findbüchern (Repertorien) in Bandform umfangreiche Karteien (Personen-, Orts- und in geringerem Umfang Sachregister) für einen großen Teil der Bestände sowie Spezialkarteien (Auswanderungen 19. Jahrhundert, Pläne und Karten, Personenbilder) zur Verfügung. Auf für die coburgische Geschichte einschlägige Archivbestände in Nachbararchiven weist eine Reihe von Fremdrepertorien bzw. von Spezialinventaren hin. Eingehendere Auskünfte über den Inhalt der im Folgenden aufgeführten Bestände können der Beständeübersicht von Klaus Freiherr von Andrian-Werburg entnommen werden.

Die Bibliothek dient der inhaltlichen Erschließung und der Ergänzung der Archivbestände. In ihr gingen die Büchereien des Herzoglichen Haus- und Staatsarchivs bzw. des Landesarchivs sowie der Staatsarchivalienabteilung auf. Sie hat ihren Schwerpunkt in der wichtigsten landesgeschichtlichen, heimatkundlichen und lokalhistorischen Literatur (Urkunden- und Regestenwerke, Gesetze und Verordnungen, Darstellungen sowie historische Zeitschriften) zum Archivsprengel, wobei auch die thüringischen und fränkischen Nachbargebiete mit berücksichtigt werden.

Hinzu kommen grundlegende Werke zur Archivwissenschaft sowie zu den Historischen Hilfswissenschaften wie Genealogie, Heraldik und Sphragistik, Numismatik etc.. Wegen der internationalen Verwandtschaftsbeziehungen des wettinischen Hauses Sachsen-Coburg und Gotha liegt ein Akzent auch auf entsprechenden Biographien sowie einschlägigen genealogischen Werken.

Derzeit umfasst die Amtsbibliothek ca. 12.100 Bände und Sonderdrucke, wobei ca. 30 Prozent auf das 19. Jahrhundert entfallen. Häufiger benötigte Nachschlagewerke und Zeitschriften befinden sich in der Handbibliothek des Lesesaals, die etwa 500 Bände umfasst.

Veröffentlichungen über das Staatsarchiv Coburg finden Sie hier

Den virtuellen Rundgang durch das Staatsarchiv finden Sie hier: Rundgang starten

Anschrift

Herrngasse 11 96450 Coburg

Kontakt

Tel. 09561/427 07 0 Fax 09561/427 07 20 E-Mail: poststelle@staco.bayern.de

Leitung

Archivamtsrat Marcel Oeben

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