Die Staatlichen Archive Bayerns

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Staatsarchiv Bamberg

Leitung: Archivdirektor Dr. Klaus Rupprecht

Adresse: Hainstr. 39, 96047 Bamberg

Kontakt: Tel. 0951/98622-0, Fax 0951/98622-250, E-Mail: poststelle@staba.bayern.de

Verkehrsanbindung: Ab Bahnhof Bamberg mit Buslinien 901, 902, 911, 914, 931, 935 zwei Stationen zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Dort umsteigen in Buslinie 909 (halbstündig) oder in 15 Min. zu Fuß.

Öffnungszeiten: Mo - Do 8.00 - 16.00 Uhr, Fr 8.00 - 12.30 Uhr

zusätzliche Öffnung des Lesesaals: Di, Mi 16.00 - 18.00 Uhr
 

Sprengel: Regierungsbezirk Oberfranken (ohne kreisfreie Stadt und Landkreis Coburg)

Zuständigkeit:

  • Die im östlichen Teil des ehemaligen Fränkischen Reichskreises gelegenen Territorien, insbesondere das Hochstift und Domkapitel Bamberg und das Markgraftum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth.
  • Staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Oberfranken ab Anfang des 19. Jahrhunderts.

Umfang: 27.925 lfm. mit ca. 2,7 Millionen Archivalieneinheiten (Stand: 31.12.2024).

 

Hier geht es zum virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns mit Online-Findmitteln und Digitalisaten.

 

Benutzung und Beratung:

  • Das Staatsarchiv Bamberg steht Ihnen für Beratungs- und Benützungszwecke zu den genannten Öffnungszeiten jederzeit zur Verfügung.
  • Eine Voranmeldung für den Lesesaal ist nicht zwingend erforderlich, wird aber aus Gründen einer gezielten und effektiven Vorbereitung und Durchführung ihres Besuchs dringend empfohlen.

Im Lesesaal des Staatsarchivs Bamberg können Benutzer auch selbst digitale Fotografien aus Archivalien erstellen. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie in den Benutzungshinweisen.


Organisationsplan

Das Staatsarchiv Bamberg ist die für alle Fragen des Archivwesens im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken (mit Ausnahme der Stadt und des Landkreises Coburg) zuständige staatliche Fachbehörde. Als historischer Sprengel sind ihm die im östlichen Teil des Fränkischen Reichskreises gelegenen Territorien - insbesondere das Hochstift Bamberg und das Markgraftum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth - zugewiesen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Bayern gefallen sind.

Das Staatsarchiv umfasst derzeit rund 2,7 Millionen Archivalieneinheiten (Stand: 31.12.2024), darunter etwa 75.000 Urkunden und 18.000 Karten und Pläne. Der gesamte Umfang beträgt knapp 27.925 laufende Meter.

Die Benützung richtet sich nach der Benützungsordnung für die staatlichen Archive Bayerns vom 16.1. 1990 (GVBl S. 6), in der auch die Benützungsgebühren geregelt sind.

Die für das Staatsarchiv Bamberg wichtigsten Überlieferungsbildner sind für die Zeit vor 1803 bzw. 1810 die im heutigen Oberfranken beheimateten großen Reichsstände (Hochstift Bamberg, Markgraftum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth), die reichsunmittelbare Reichsritterschaft (Kantone Gebirg und Steigerwald) und der Fränkische Kreis, für das 19. und 20. Jahrhundert die bayerischen Staatsbehörden sowie Reichs- und Bundesbehörden der mittleren und unteren Verwaltungsebene. Das Archiv des an Bayern gelangten ehemaligen Hochstifts Bamberg in der Neuen Residenz wurde 1812 dem kgl. Allgemeinen Reichsarchiv in München als Außenarchiv unterstellt. Nach Abtretung des vormals preußischen Fürstentums Bayreuth durch Frankreich an Bayern gelangten zwischen 1813 und 1818 das Bayreuther und das Plassenburger Archiv nach Bamberg, wo sie neben der bischöflichen Geheimregistratur im aufgehobenen Karmelitenkloster gelagert wurden. In der Folgezeit wurden diese Archivkörper mit dem Archiv in der Neuen Residenz vereinigt. Es wurde 1852 in Kgl. Archivkonservatorium umbenannt, 1875 in Kgl. Kreisarchiv Bamberg; seit 1921 trägt es den Namen Staatsarchiv Bamberg.

Die im 19. Jahrhundert an das Allgemeine Reichsarchiv (jetzt: Bayerisches Hauptstaatsarchiv) in München extrahierten Urkunden vor 1401 wurden 1993 nach Bamberg zurückgegeben.

Bei den markgräflichen Archiven hinterließen Extraditionen, die seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an Ansbach, nach dem Anfall beider Fürstentümer an Preußen 1792 und insbesondere als Folge des Krieges von 1866 vorgenommen wurden, merkliche Spuren. Die nach dem Prager Frieden 1867 an Preußen abgegebenen Haus- und Familiensachen liegen, soweit erhalten, jetzt im Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem; früher in der Abteilung Merseburg des Zentralen Staatsarchivs der DDR.

Die neubarocken Archivgebäude an der Hain- und Sodenstraße - ein dreiflügeliges schlossartiges Magazingebäude und das durch einen Zwischengang angebundene Verwaltungsgebäude - wurden in den Jahren 1902-1905 nach Entwürfen der Obersten Baubehörde in München unter Oberbaurat Eduard Reuter und zeitweiliger Mitarbeit des Münchener Architekten Julius Beeckmann, ausgeführt.

Das Magazin wurde nach dem sogenannten Kabinettsystem konzipiert. Als Vorbilder für die repräsentative Außengestaltung dienten u.a. Schlossbauten Balthasar Neumanns. Über dem Giebel der ursprünglich als Schaufassade gegen das damals noch unverbaute Haingebiet errichteten Südfront an der Sodenstraße wurden vier monumentale Figuren aus dem Atelier von Anton Hess in München angebracht. Dargestellt sind neben Balthasar Neumann Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn, Markgraf Friedrich von Brandenburg-Kulmbach und Eugen Montag, der letzte Abt des Klosters Ebrach. Die letzteren drei Plastiken stehen bzw. standen repräsentativ für herausragende historische Fonds; die Ebracher Bestände wurden im Zuge der Beständebereinigung 1978 an das Staatsarchiv Würzburg abgegeben.

Die Archivgebäude wurden 1959/61 durch einen Magazinneubau an der Sodenstraße erweitert. In den Jahren 1992/93 wurde unter der Leitung des Landbauamts Bamberg der Benützerbereich neu eingerichtet, danach der Verwaltungs- und Personaltrakt bis 2002 schrittweise saniert. Bestände von insgesamt knapp 6.130 lfm mussten seit 1997 aus Raumnot in das Staatsarchiv Coburg (Grundbücher, Akten der Rent- und Finanzämter, Spruchkammerakten, Akten des Versorgungsamts Bayreuth) und in ein Außenmagazin in Debring (Baugenehmigungsakten der Landratsämter, Vormundschafts- und Nachlassakten der Amtsgerichte, Akten der Baubehörden, Wasserwirtschaftsämter, Flurbereinigungsdirektion Bamberg, Forstämter etc.) ausgelagert werden.

Das angestrebte Ziel eines klar abgegrenzten Zuständigkeitsrahmens im Hinblick auf den historischen Sprengel wurde durch eine Reihe von in jüngerer Zeit durchgeführten Beständebereinigungen mit dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und den benachbarten Staatsarchiven Nürnberg, Würzburg und Amberg in wichtigen Teilen erreicht. An das Staatsarchiv gelangten u.a. vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv die Bamberger und Bayreuther Urkunden vor 1401, vom Staatsarchiv Nürnberg das Bamberger Dompropsteiamt Fürth und umfangreiche Akten- und Rechnungsserien v.a. des Unterlandes des Markgraftums Brandenburg-Bayreuth sowie vom Staatsarchiv Amberg Akten der hochstiftisch bambergischen Ämter Neuhaus a.d. Pegnitz und Vilseck. An das Staatsarchiv Kitzingen abgegeben wurden die Bestände des Klosters Ebrach und des Ritterkantons Baunach.

Die Aufstellung der Altbestände am Fach folgt dem archivalientypologischen Selektprinzip. Dies gilt insbesondere für die Urkunden und den umfassenden Rechnungsselekt mit Rechnungen des Hochstifts und Domkapitels Bamberg sowie der Klöster im Hochstift (ab 1422), des Markgraftums Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth (beginnend im 16. Jahrhundert), des Adels und der Ritterschaft (ab 1627) sowie der bayerischen Behörden (ab 1803). Dagegen wird derzeit der Selekt der sog. Standbücher, also die Amts- und Geschäftsbuchüberlieferung des Hochstifts Bamberg, des Markgraftums Brandenburg-Bayreuth-Kulmbach und der Ritterschaft, im Zuge der Neuaufstellung historischer Fonds (z.B. Geheimes Hausarchiv Plassenburg, Lehenhof des Hochstifts Bamberg) aufgelöst. Von überregionaler Bedeutung ist der Selekt der Streit- und Druckschriften des 16. bis 20. Jahrhunderts, in den auch Sammlungsgut integriert ist.

Für die neueren Bestände sind die Erschließung der Abgaben, die Bildung provenienzreiner Fonds aus Abgabegemeinschaften und Pertinenzkonstruktionen und die Wiederherstellung der Archiv- und Registraturkörper der in der Übergangsphase nach dem Ende des Alten Reiches kurzfristig bestehenden Bestandsbildner (Landesdirektion Bamberg, Generallandeskommissariat in Franken, Generalkreiskommissariat und Finanzadministration des Mainkreises usw.) vorrangige Aufgaben. Erfolgreiche Beispiele für diese Maßnahmen sind die Neuaufstellung der Baubehörden, der Wasserwirtschaftsämter und der Forstämter sowie des größeren Teils der Landratsamtsbestände des Staatsarchivs.

An Findmitteln steht neben den herkömmlichen Findbüchern in Bandform - für die Altbestände wurden zum Teil die bereits im 17. und 18. Jahrhundert angelegten Repertorien adaptiert - eine Reihe von Karteien zur Verfügung (Auswanderer des 19./20. Jahrhunderts, Karten- und Pläne). Wichtige Teile der Bestände sind bereits in einer EDV- Datenbank erfasst und können vom Benutzer gemeinsam mit dem Sachbearbeiter gesichtet werden.

Die Bibliothek wurde seit der Übernahme des Archivs aus der bambergischen in die bayerische Verwaltung im Jahr 1803 als Hilfsmittel bei der Arbeit und als Ergänzung zu den Beständen aufgebaut. Sie hat ihren Schwerpunkt in Zeitschriftenreihen, Quellen- und Regesteneditionen und hilfswissenschaftlicher Literatur sowie den Amtsdrucksachen der Behörden der Mittelstufe. Systematisch gesammelt wurden auch die Schulprogramme. Derzeit umfasst die Bibliothek ca. 20.000 Bände und Sonderdrucke, darunter eine Inkunabel, ca. 400 Drucke vor 1800 und ca. 6.000 Drucke des 19. Jahrhunderts. Die Amtsbibliothek des Staatsarchivs wird zur Zeit in den Bayerischen Bibliotheksverbund online eingearbeitet.

Die meistbenutzten Werke sind als Handbibliothek im Lesesaal aufgestellt (derzeit ca. 60 lfm); in ihr finden sich die Nachschlagewerke, Archivinventare, die Quellen- und Regestenwerke, die der fränkischen Geschichte gewidmeten Zeitschriftenreihen und eine Auswahl von oft herangezogenen Darstellungen. Die Amtsbibliothek ist durch einen alphabetischen Verfasser-, Titel- und Sachkatalog erschlossen.

Veröffentlichungen über das Staatsarchiv Bamberg finden Sie hier

Den virtuellen Rundgang durch das Staatsarchiv finden Sie hier: Rundgang starten

Anschrift

Hainstr. 39 96047 Bamberg

Kontakt

Tel. 0951/98622-0 Fax 0951/98622-250 E-Mail: poststelle@staba.bayern.de

Leitung

Archivdirektor Dr. Klaus Rupprecht

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