
Leitung: Archivdirektor Dr. Thomas Paringer
Adresse: Schlachthofstraße 10, 84034 Landshut
Kontakt: Tel. 0871/92328-0, E-Mail: poststelle@stala.bayern.de, Fax 0871/92328-8
Verkehrsanbindung:
- Mit dem Bus ab Hauptbahnhof Richtung Altstadt bis Haltestelle Kennedyplatz (Linien 603, 606, 609, 612) bzw. aus Richtung Altstadt bis Haltestelle Schlachthofstraße (Linie 611).
- Vom Bahnhofsvorplatz ca. 10-15 Minuten zu Fuß.
- Zufahrt zu den Benützerparkplätzen über Schlachthofstraße oder Franz-Seiff-Straße (bitte jeweils an der Schranke läuten).
Öffnungszeiten: Mo - Do 8.30 - 16.00 Uhr, Fr 8.30 - 13.00 Uhr
Sprengel: Regierungsbezirk Niederbayern
Zuständigkeit:
- Ehemalige Rentmeisterämter Landshut und Straubing, Adelsarchive (darunter z.B. Ering, Kronwinkl, Moos)
- Für die in Niederbayern gelegenen ehemaligen Reichsstände Hochstift Passau und Grafschaft Ortenburg wie auch für die aufgehobenen mediaten Klöster und Stifte dieses Raumes ist das Bayerische Hauptstaatsarchiv zuständig.
- Staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Niederbayern ab Anfang des 19. Jahrhunderts.
Umfang: ca. 21.200 lfm. mit ca. 3,03 Millionen Archivalieneinheiten (Stand: 31. Dezember 2025)
Hier geht es zum virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns.
Benutzung und Beratung nach Voranmeldung:
- Aus organisatorischen Gründen ist die Benutzung und Beratung im Staatsarchiv Landshut nur nach Voranmeldung möglich. Die Voranmeldung sollte mindestens drei Werktage im Voraus entweder direkt telefonisch im Lesesaal (0871/92328-31) oder per E-Mail (poststelle@stala.bayern.de) erfolgen.
- Für die rechtzeitige Vorlage von Archivalien empfehlen wir, diese ebenfalls vorzubestellen.
Im Lesesaal des Staatsarchivs Amberg können Benutzer auch selbst digitale Fotografien aus Archivalien erstellen. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie in den Benutzungshinweisen.
Das Staatsarchiv Landshut ist die für alle Fragen des Archivwesens im Regierungsbezirk Niederbayern zuständige staatliche Fachbehörde. Als historischer Sprengel sind ihm die zwischen 1507 und 1799/1802 im Herzogtum bzw. Kurfürstentum Bayern bestehenden Rentmeisterämter Landshut und Straubing zugewiesen. Den modernen Sprengel bildet der 1837 errichtete Regierungsbezirk Niederbayern in seiner derzeitigen, durch die Gebietsreform von 1972 geänderten Ausdehnung mit seinen Vorgängern, den im heutigen Niederbayern gelegenen Kreisen (seit 1808).
Die Bestände des Staatsarchivs umfassen zur Zeit (31.12.2025) 3,03 Millionen Archivalieneinheiten im Umfang von ca. 21.200 laufenden Metern, darunter rund 11.300 Urkunden, über 2,5 Millionen Amtsbücher und Akten sowie ca. 10.000 Karten und Pläne. Die modernen Bestände werden durch Abgaben von Behörden, Gerichten und sonstigen öffentlichen Stellen des Freistaates Bayern sowie von lokalen Bundesbehörden im Zuständigkeitsbereich fortlaufend ergänzt.
Die Benützung richtet sich nach der Benützungsordnung für die staatlichen Archive Bayerns vom 16. Januar 1990 (GVBl S. 6) in der jeweils gültigen Fassung, in der auch die Benützungsgebühren geregelt sind. Sonderregelungen bestehen für verschiedene Einzelbestände und Deposita.
Die ab 1204 erbaute Burg Trausnitz oberhalb der Stadt Landshut diente bereits für Herzog Otto II. von Bayern (1231–1253) und nach der Landesteilung von 1255 für die Linie Niederbayern als Residenz. Unter den Herzögen der aus der Teilung von 1392 hervorgegangenen Linie Bayern-Landshut sind im 15. Jh. Archive („Briefgewölbe“) auf der Burg Trausnitz und in der Zweitresidenz zu Burghausen nachweisbar, die auch das Schriftgut des 1447 an Bayern-Landshut gefallenen Teilherzogtums Bayern-Ingolstadt aus Ingolstadt und Neuburg a.d. Donau aufnahmen.
Sie wurden nach dem Aussterben der Landshuter Linie (1503) und dem nachfolgenden Landshuter Erbfolgekrieg ab 1505 auf die Rechtsnachfolger, das nunmehr wiedervereinigte Herzogtum Bayern und das Fürstentum Pfalz-Neuburg, aufgeteilt (heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München). Anschließend dienten Räume der Burg nachweislich seit 1609 der herzoglichen Rentstube zu Landshut als Altregistratur.
Ab 1753 richtete die kurfürstliche Hofkammer in München ein Depot für die revidierten Ämterrechnungen Ober- und Niederbayerns sowie der Oberpfalz ein; ab 1799 folgte der Geistliche Rat mit den Serien der altbayerischen Kirchenrechnungen. Diese Spezialregistraturen bildeten den Grundstock für ein im 19. Jh. alle altbayerischen, vereinzelt auch schwäbische und fränkische Rechnungen umfassendes „Rechnungsarchiv“, das seit 1834 einer sog. Dezimierung (Aufbewahrung nur jedes zehnten Jahrgangs ab ca. 1550, teilweise schon früher) unterworfen wurde. 1805 wird auch die Registratur der 1802 aufgelösten Regierung Landshut als auf der Burg befindlich erwähnt. Noch bis 1928 übten die dortigen Registratoren, dann Archivvorstände, gleichzeitig das Amt des Schlosspflegers aus.
Von Anfang an wurden neben den einschlägigen Abgaben niederbayerischer Ämter und Behörden für längere Zeit aus Platzmangel auch umfangreiche „Fremdbestände“ zentraler und oberbayerischer Behörden in das Archiv auf der Trausnitz verbracht, das zugleich als Außenstelle des Reichsarchivs und des Archivkonservatoriums bzw. Kreisarchivs München diente. Diese Bestände wurden jedoch in Etappen bis Ende der 1960er Jahre wieder abgezogen. Die völlig unübersichtliche Beständestruktur stellte sich in zu „Repertorien“ zusammengebundenen (Abgabe-) „Verzeichnissen“ dar. Um sie zugänglich zu machen, hat Kreisarchivar Josef Edmund Jörg (1866–1901) einen Ortskatalog und einen in Ansätzen steckengebliebenen Sachkatalog in Zettelform (Jörgscher Zettelkatalog) erstellt.
1809 wurde das Depot auf der Trausnitz in die bayerische Archivverwaltung einbezogen und erhielt 1812 die Bezeichnung „Archivkonservatorium“. 1875 wurde es wie alle regionalen bayerischen staatlichen Archive in „Kreisarchiv“ und 1921 in „Staatsarchiv Landshut“ umbenannt.
Ein Großbrand auf der Burg Trausnitz am 21.Oktober 1961 bedeutete für das Staatsarchiv den Verlust von ca. 4000 Bänden, vor allem Teile des Briefprotokollselekts und Protokolle und Akten des Hochstifts Passau. Weitere 4000 Bände und Akten konnten restauriert werden. Im Zuge der Wiedererrichtung des ausgebrannten Fürstenbaus der Burg erhielt das Staatsarchiv, das 1965 seine Tätigkeit wieder voll aufnehmen konnte, die seinerzeit "modernste Archiveinrichtung in einem Altbau“ (Unterteilung von drei Stockwerken in sieben, Stahlregale, Heizung, Aufzug).
Der Bezug dieses Magazins gab mit den Anstoß für die längst überfällige, nunmehr von Walter Jaroschka in Angriff genommene Neustrukturierung der Bestände in Landshut und im gesamten altbayerischen Archivbereich. Sie hatte eine umfassende Beständebereinigung mit dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und den Staatsarchiven München und Amberg zur Folge. Im Rahmen dieser Beständebereinigung erhielt das Staatsarchiv Landshut in den Jahren 1978 bis 1985 in mehreren großen Abgaben umfangreiches Schriftgut mittel- und unterbehördlicher Provenienz der Rentamtsbezirke Landshut und Straubing (ab 1506/07) aus München und Amberg. Es wird zu provenienzreinen Fonds formiert bzw. solchen eingegliedert.
Mit der Beständebereinigung bekam das Staatsarchiv erstmals eine territorial und funktional eindeutig bestimmte Zuständigkeit und eine Beständestruktur auf der Grundlage des Provenienzprinzips. Durch die umfangreichen Behördenabgaben der letzten Jahrzehnte des 20. Jh. (durchschnittlich ca. 200–300 laufende Meter jährlich) waren die Raumkapazität des Staatsarchivs auf der Burg, wo eine weitere Ausdehnung nicht möglich ist, erschöpft. Es wurde die Entscheidung für einen Neubau getroffen. Die Planungen dafür begannen in den frühen 1990er Jahren, konnten mit großen haushaltsbedingten Verzögerungen aber erst bis 2016 verwirklicht werden.
Das Staatsarchiv hat 2016 seinen Standort auf der Burg Trausnitz aufgegeben und alle seine Bestände in einem Neubau in der Schlachhofstraße 10 vereinigt. Dieses Gebäude befindet sich in der Mitte der Stadt, ist für Besucher gut zu erreichen und wird allen Ansprüchen an ein modernes Archiv gerecht. Hier finden sich neben dem Verwaltungs- und dem großzügigen Öffentlichkeitsbereich mit Lesesaal, Vortragsraum und Ausstellungsfläche auch Magazine, die genügend Raum für die Archivalienzuwächse der kommenden Jahrzehnte bieten.
Die Bildung der Bestände erfolgt nach dem Provenienzprinzip, d.h. das nach bestimmten Bewertungsgrundsätzen ausgewählte Behördenschriftgut wird im Archiv nach Registraturbildnern getrennt und (möglichst im jeweiligen Registraturzusammenhang) aufgestellt. Die Struktur der Bestände im Archiv spiegelt somit die staatliche Verwaltung des Sprengels wider. Soweit ursprüngliche Fonds sich noch in Abgabegemeinschaften oder in erst im Archiv gebildeten Sammelbeständen befinden, werden sie aus diesen herausgelöst und provenienzgerecht wiederhergestellt.
Jede Archivforschung wird daher grundsätzlich von der sachlichen und räumlichen Zuständigkeit einer oder mehrerer Behörden für eine bestimmte Fragestellung ausgehen müssen. Da aber die Kenntnis der oft komplizierten Verwaltungsstrukturen und ihrer historischen Veränderungen nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden kann, wird allen Forschern von Seite des Archivs eine sorgfältige Beratung geboten, damit sie möglichst schnell die gesuchten Unterlagen auffinden können.
Die Präsenzbibliothek enthält ca. 37.000 Bände. Sammelgebiete sind insbesondere Archivwesen, Regional- und Ortsgeschichte, Rechts- und Verwaltungsgeschichte sowie Amtsblätter. An Tageszeitungen sind vorhanden der "Deggendorfer Donaubote" bzw. die "Deggendorfer Zeitung" (1913-1964), die "Bayerische Ostmark" mit verschiedenen Lokalausgaben (1933-1942). Die "Isarpost" mit Lokalausgaben (1946-1955) und die "Landshuter Zeitung" liegen jeweils mit den beiden jüngsten Jahrgängen vor.
Veröffentlichungen über das Staatsarchiv Landshut finden Sie hier.
Den virtuellen Rundgang durch das Staatsarchiv finden Sie hier: Rundgang starten
Anschrift
Schlachthofstraße 10, 84034 Landshut
Kontakt
Tel. 0871/92328-0 Fax 0871/92328-8 E-Mail: poststelle@stala.bayern.de
Leitung
Archivdirektor Dr. Thomas Paringer