Die Staatlichen Archive Bayerns

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Staatsarchiv Nürnberg

Sanierungsarbeiten

Bis voraussichtlich 2030 wird der Standort Archivstraße des Staatsarchivs Nürnberg saniert. Alle Bestände sind ausgelagert. Seit 1.9.2020 ist die Benutzung nach Voranmeldung und Terminvereinbarung mit dem Staatsarchiv Nürnberg an den Auslagerungsstandorten möglich: Außenstelle Lichtenau bei Ansbach Staatsarchiv Augsburg Staatsarchiv Landshut Landeskirchliches Archiv der evangelisch-lutherischen Kirche Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatsarchivs Nürnberg sind postalisch, telefonisch, per e-mail oder Fax erreichbar: Postanschrift: Staatsarchiv Nürnberg, Rollnerstr. 14/4, 90408 Nürnberg Telefon: 0911/935190 Fax: 0911/9351999 E-Mail: poststelle@stanu.bayern.de ACHTUNG: In der Rollnerstraße befinden sich nur Büros, eine Benutzung von Archivgut ist nicht möglich! Nutzen Sie zur Information auch die digitale Standortübersicht (siehe unten).

Leitung: Archivdirektor Dr. Daniel Burger M.A.

Adresse: Rollnerstr. 14/4, 90408 Nürnberg

Kontakt: Tel. 0911/935190, Fax 0911/9351999, E-Mail: poststelle@stanu.bayern.de

 

Sprengel: Regierungsbezirk Mittelfranken

Zuständigkeit:

  • Vormals reichsunmittelbare Territorien im heutigen Regierungsbezirk Mittelfranken sowie das zum ehemaligen Fränkischen Reichskreis gehörende Hochstift Eichstätt. Wichtigste Bestände bzw. Beständegruppen: Reichsstadt Nürnberg, Markgraftum Brandenburg-Ansbach, Hochstift und Domkapitel Eichstätt, Kommenden bzw. Ämter des Deutschen Ordens, Teile der Archive der Reichsstädte Rothenburg o.d.T., Weißenburg und Windsheim, Fränkische Reichsritterschaft, Herrschafts- und Adelsarchive (z.B. Crailsheim, Pappenheim, Schwarzenberg, Wrede).
  • Staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Mittelfranken ab Anfang des 19. Jahrhunderts.
  • Schriftgut der sogenannten Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse.

Umfang: 37.660 lfm mit ca. 8,47 Millionen Archivalieneinheiten (Stand: 31. Dezember 2024).

 

Hier geht es zum virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns mit Online-Findmitteln und Digitalisaten.

 

Benutzung und Beratung nach Voranmeldung

  • Bis voraussichtlich 2030 wird der Standort Archivstraße in Nürnberg saniert. Alle Bestände sind ausgelagert.
  • ACHTUNG: In der Rollnerstraße befinden sich nur Büros, eine Benutzung von Archivgut ist nicht möglich! Nutzen Sie zur Information auch die Standortübersicht über die Bestände des Staatsarchivs Nürnberg in der Sanierungsphase
  • Seit 1.9.2020 ist die Benutzung nach Voranmeldung und Terminvereinbarung mit dem Staatsarchiv Nürnberg an den Auslagerungsstandorten möglich:
    Außenstelle Lichtenau bei Ansbach
    Staatsarchiv Augsburg
    Staatsarchiv Landshut
    Landeskirchliches Archiv der evangelisch-lutherischen Kirche
  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatsarchivs Nürnberg sind postalisch, telefonisch, per e-mail oder Fax erreichbar.

In den Auslagerungsstandorten des Staatsarchivs Nürnberg können Benutzer auch selbst digitale Fotografien aus Archivalien erstellen. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie in den Benutzungshinweisen.

Organisationsplan

Das Staatsarchiv Nürnberg ist die für alle Fragen des Archivwesens im Regierungsbezirk Mittelfranken zuständige staatliche Fachbehörde. Als historischer Sprengel sind ihm die im südlichen Teil des Fränkischen Reichskreises gelegenen und zu Beginn des 19. Jahrhunderts an das Königreich Bayern gefallenen Territorien zugewiesen, deren Regierungssitze im Gebiet des Regierungsbezirks lagen; dabei wird die Gebietsreform von 1972 nicht berücksichtigt. Es sind dies insbesondere die Reichsstadt Nürnberg, das Fürstentum (oder Markgraftum) Brandenburg-Ansbach, das Hochstift Eichstätt und der größte Teil der Ballei Franken des Deutschen Ordens. Den modernen Sprengel bildet der 1837 errichtete Regierungsbezirk Mittelfranken in seiner derzeitigen, durch die Gebietsreform von 1972 geänderten Ausdehnung. Hinsichtlich des Schriftguts der Notariate seit 1862 umgreift er das Gebiet des Oberlandesgerichts Nürnberg (Mittelfranken, Oberpfalz und die dem Landgericht Regensburg zugeordneten niederbayerischen Amtsgerichte Kelheim und Straubing). Darauf hinzuweisen ist, dass die im heutigen Archivsprengel gelegenen Mittel- und Unterbehörden solcher Territorien, für deren zentrale Überlieferung ein anderes Archiv zuständig ist, zusammen mit dieser dort verwahrt werden (z.B. die brandenburg-bayreuthischen Hauptmannschaften Erlangen und Neustadt a.d. Aisch mit nachgeordneten Ämtern im Staatsarchiv Bamberg).

Das Staatsarchiv umfasst derzeit (31.12.2024) rund 8,74 Millionen Archivalieneinheiten, darunter etwa 89.000 Urkunden, 3.750.000 Notariatsurkunden ab 1862 und ca. 1.500 handgezeichnete Karten und Pläne vor 1806. Der gesamte Beständeumfang beträgt ca. 37.660 laufende Meter.

Die Benützung richtet sich nach der Benützungsordnung für die staatlichen Archive Bayerns vom 16. Januar 1990 (GVBl S. 6) in der jeweils gültigen Fassung, in der auch die Benützungsgebühren geregelt sind.

Das Staatsarchiv (seit 1970; 1806 Königlich Bayerisches Archiv, 1852 Archivkonservatorium, 1875 Kreisarchiv, 1921 Bayerisches Staatsarchiv) ist aus dem Archiv der Reichsstadt Nürnberg hervorgegangen, das 1806 an den bayerischen Staat fiel.

Die wichtigsten Überlieferungsbildner sind für die Zeit vor 1806 die Reichsstadt Nürnberg, das Fürstentum Brandenburg-Ansbach, das zum Fränkischen Reichskreis gehörige Hochstift Eichstätt (von dem Gebietsteile mit der Residenzstadt 1972 zum Regierungsbezirk Oberbayern kamen), der Deutsche Orden, die kleineren Reichsstädte (Rothenburg ob der Tauber, Weißenburg und Windsheim), die Herrschaft Schwarzenberg und die reichsunmittelbare Ritterschaft (Kanton Altmühl), worunter die beim Kanton Kocher immatrikulierten Marschälle von Pappenheim als Inhaber des Reichs-Erbmarschallamtes eine Sonderstellung einnehmen. Für das 19. und 20. Jahrhundert sind es die im Regierungsbezirk Mittelfranken gelegenen bayerischen Staatsbehörden sowie Reichs- und Bundesbehörden der mittleren und unteren Verwaltungsebene.

1821/22 wurde das bayerische Archivkonservatorium Ansbach nach Nürnberg überführt und mit dem dort schon bestehenden Archiv vereinigt. Ersteres war aus dem Archiv des Fürstentums Brandenburg-Ansbach hervorgegangen, das ab 1807 Teile der Archive der mediatisierten Reichsstädte Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl und Windsheim sowie kleinerer Herrschaften und 1810/15 Teile des eichstättischen Archivs aufgenommen hatte. 1882/89 gelangten weitere eichstättische Zentralbestände, die nach Auflösung des Archivkonservatoriums Eichstätt 1817 an das Archiv in Neuburg a. d. Donau gekommen waren, nach Nürnberg.

1888 bis 1909 wurden Archivalien reichsstädtisch-nürnbergischer Provenienz, vor allem Stiftungen (wie Heilig-Geist-Spital) und über Liegenschaften in der Stadt, an das 1864/65 neu gegründete Stadtarchiv Nürnberg abgegeben, zum Teil im Tausch gegen Archivalien über reichsstädtische Hoheitsrechte und über Güterbesitz im Landgebiet. Dank rechtzeitig vorgenommener Auslagerungen an 36 Bergungsorte erlitt das Staatsarchiv während des Zweiten Weltkrieges kaum Verluste.

Der Beständezuwachs durch die steigende Anzahl von Behördenabgaben zwang seit den 1960er Jahren zur Einrichtung von Außenstellen. Seit 1975 erfolgte der Umbau der ehemaligen nürnbergischen Festung Lichtenau für Archivzwecke, die 1983 offiziell als Außenstelle übernommen wurde. Die steigende Zahl der Abgaben korrespondiert mit einer stetig ansteigenden Beanspruchung durch die Benützung. Durch die von 1978 bis 1997 durchgeführte Beständebereinigung zwischen den staatlichen Archiven in Bayern und mit Baden-Württemberg hat das Staatsarchiv sein jetziges Beständeprofil erhalten.

Das 1880 als erster Archivzweckbau des Königreichs Bayern errichtete Ensemble wird von dem an der Archivstraße liegenden Magazingebäude im Stile der Neorenaissance dominiert. Der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Ostflügel wurde bis 1954 wieder aufgebaut. Die Schaufassade schmücken unter der Dachtraufe die Wappen der im Sprengel liegenden alten Territorien. Das repräsentative, 1980 restaurierte Treppenhaus führt zu einem über dem Vestibül gelegenen Saal im ersten Stock.

Nördlich vom Beständehaus befindet sich das durch einen Verbindungsgang angeschlossene Amtsgebäude mit Büro-, Technik- und Benützerräumen, westlich von diesem als Dienstwohnung des Hausmeisters das "Amtsdienerhaus" , das 1927 errichtet wurde. In Lichtenau befinden sich im entkernten Kommandantenhaus neben Büro- und Benützerräumen auch Ordnungsräume sowie Magazine. Die Obergeschosse der fünf Kavaliere und des inneren Wallberings sind ebenfalls als Magazine ausgebaut.

Eine wichtige Aufgabe der Archive ist es, das ihnen anvertraute Schriftgut in einer äußeren und inneren Ordnung anzubieten, die den Ansprüchen von Verwaltung und Forschung gerecht wird. Dies geschieht am besten auf der Grundlage des heute in Bayern allgemein anerkannten Provenienzprinzips; dabei wird das bei einer Institution oder Privatperson erwachsene Schriftgut auch im Archiv ungeteilt in seinem Entstehungszusammenhang belassen oder wieder auf ihn zurückgeführt. Bei den Beständen aus der Zeit des Alten Reiches ist es ein Anliegen, die Formierung und Strukturierung der „Geheimen Archive“ (als sogenannte Archivprovenienz) zu beachten; denn die alten Behördenregistraturen aus der dorthin gelangten Überlieferung können in der Regel nicht mehr mit befriedigender Genauigkeit ermittelt werden. Nur auf dieser Grundlage können klar abgegrenzte, in sich geschlossene Fonds entstehen, die auch die Wertigkeit des Schriftguts (also seine hierarchische Stellung) respektieren. Innerhalb der Fonds kann das Schriftgut dann von der Kompetenz des Registratur- (oder Archiv-)bildners her erschlossen und zugänglich gemacht werden.

Das angestrebte Ziel eines klar abgegrenzten Zuständigkeitsbereichs im Hinblick auf den historischen Archivsprengel ist nach folgenden Maßnahmen in der Hauptsache erreicht: Rückgabe der ab 1821 in das damalige Allgemeine Reichsarchiv nach München gezogenen Ansbacher, Eichstätter, Nürnberger und Rothenburger Überlieferung in den Jahren seit 1938, Rückführung aller Urkunden vor 1401 im Jahre 1992, Abgabe der Münchener Deutschordensbestände 1997. Umgekehrt wurden die pfalz-neuburgischen Bestände, die 1912 und 1921 vom damaligen Kreisarchiv Neuburg a. d. Donau nach dem Ortsbetreffprinzip nach Nürnberg extradiert worden waren, an das Bayerische Hauptstaatsarchiv abgegeben. Bereinigungen wurden auch mit dem Staatsarchiv Augsburg (1990 Abgabe von Archivalien der im Schwäbischen Reichskreis gelegenen Reichsstadt Dinkelsbühl sowie der ehemals württembergischen Herrschaft Weiltingen) und dem Staatsarchiv Bamberg (v. a. bei den Provenienzen Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach(-Bayreuth), Hochstift Bamberg, Reichsstadt Nürnberg) durchgeführt.

Im Rahmen eines zwischen Bayern und Baden-Württemberg vereinbarten provenienzgerechten Beständeaustauschs erhielt das Staatsarchiv Nürnberg vor allem die im 19. Jahrhundert nach dem Ortsbetreffprinzip dorthin gelangten Archivalien brandenburg-ansbachischer Bestände. Archivalien des Stifts Comburg, Amt Gebsattel, wurden an das Staatsarchiv Ludwigsburg abgegeben, Archivalien des Meistertums Mergentheim des Deutschen Ordens folgen.

Für die neueren Bestände sind die Erschließung der Abgaben, die Bildung von provenienzgerechten Fonds aus den Abgabegemeinschaften und die Wiederherstellung der Registraturkörper der in der Übergangsphase zwischen dem Ende des Alten Reiches 1806 und der Errichtung der Regierungen als Mittelbehörden 1817 existierenden Bestandsbildner (Generallandeskommissariat für Franken, Generalkreiskommissariate usw.) vorrangige Aufgaben.

Neben den herkömmlichen Findbehelfen in Bandform (für die Altbestände zum Teil bereits die seit dem 16. Jahrhundert angelegten Repertorien) stehen eine Reihe von Karteien (Auswanderer des 19./20. Jh., Todesanzeigen bei den Amtsgerichten) zur Verfügung. Mittlerweile sind annähernd 900.000 Archivalieneinheiten im internen Datenbanksystem erfasst.

Veröffentlichungen über das Staatsarchiv Nürnberg finden Sie hier

Anschrift

Rollnerstr. 14/4 90408 Nürnberg

Kontakt

Tel. 0911/935190 Fax 0911/9351999 E-Mail: poststelle@stanu.bayern.de

Leitung

Archivdirektor Dr. Daniel Burger M.A.

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