Die Staatlichen Archive Bayerns

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Staatsarchiv Augsburg

Schließung

Leitung: Archivdirektor Dr. Thomas Engelke M.A.

Adresse: Salomon-Idler-Str. 2, 86159 Augsburg

Kontakt: Tel. 0821/599 63-30, Fax 0821/599 63-333, E-Mail: poststelle@staau.bayern.de

Verkehrsanbindung: Straßenbahn-Linie 3 ab Hauptbahnhof stadtauswärts nach Süden in Richtung Inninger Straße bis zur Haltestelle Universität, Fahrtzeit ungefähr 15 Minuten.

Öffnungszeiten: Mo - Do 8.30 - 16.00 Uhr, Fr 8.30 - 13.00 Uhr

Sprengel: Regierungsbezirk Schwaben

Zuständigkeit:

  • Territorien und Institutionen des ehemaligen Schwäbischen Reichskreises und Vorderösterreichs, die zu Beginn des 19. Jh. an Bayern gefallen sind (u.a. Hochstift und Domkapitel Augsburg, Fürststift Kempten, zahlreiche Stifte und Klöster, Vorderösterreich, Reichsstädte, adelige Familien und Herrschaften).
  • Staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Schwaben ab Anfang des 19. Jahrhunderts.

Umfang: 27.552 lfm. mit ca. 3,27 Millionen Archivalieneinheiten (Stand: 31. Dezember 2024).

 

Hier geht es zum virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns mit Online-Findmitteln und Digitalisaten.

 

Benutzung und Beratung nach Voranmeldung:

  • Die Anzahl der Arbeitsplätze im Lesesaal ist begrenzt. Wir bitten daher um eine Voranmeldung. Teilen Sie uns bitte mit, wann und wie lange Sie den Platz benötigen. Am Freitag ist der Lesesaal nur am Vormittag geöffnet.
  • Findmittel können auf Anfrage zu Recherchezwecken im Lesesaal an den jeweiligen Arbeitsplätzen bereitgestellt werden.
  • Zur Vorbereitung können Sie in den Beständeübersichten Findmittel anhand der jeweiligen Findbuchnummer in den Lesesaal (E-Mail: lesesaal@staau.bayern.de) bestellen:
    Bestände- und Findmittelübersicht Altes Reich
    Bestände- und Findmittelübersicht 19./20. Jahrhundert
  • Aufgrund personeller Engpässe ist im Staatsarchiv Augsburg die Anzahl der jeweils bestellbaren Archivalien pro Benützerin und Benützer auf sechs begrenzt. Es besteht die Möglichkeit schriftlicher oder telefonischer Vorbestellungen. Diese richten Sie bitte werktäglich 24 Stunden vor dem Besuch an lesesaal@staau.bayern.de, sofern Signatur bekannt; i.d.F. Vorlage der ersten Archivalien bereits um 8:00 Uhr.
  • Aushebezeiten: Montag - Donnerstag: 9:00, 11:00, 13:00 Uhr, Freitag: 9:00, 11:00 Uhr.
  • Daneben wird darauf hingewiesen, dass es bei den Bearbeitungszeiten von Reproduktionsaufträgen zu Verzögerungen kommen kann.

Im Lesesaal des Staatsarchivs Augsburg können Benutzer auch selbst digitale Fotografien aus Archivalien erstellen. Weitere Informationen zu den Voraussetzungen finden Sie in den Benutzungshinweisen.

Organisationsplan

Das Staatsarchiv Augsburg ist als Fachbehörde für alle Fragen des Archivwesens das für den bayerischen Regierungsbezirk Schwaben zuständige Staatsarchiv. Als historischer Sprengel sind ihm diejenigen Territorien und Institutionen des Schwäbischen Reichskreises und Vorderösterreichs zugewiesen, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Bayern gefallen sind.

Das Staatsarchiv umfasst derzeit (Stand: 31.12.2024) rund 3,3 Millionen Archivalieneinheiten mit einem Gesamtumfang von knapp 27.552 lfm., darunter etwa 88.400 Urkunden, 131.000 Amtsbücher und rund 16.400 lfm Akten. Die modernen Bestände werden durch Abgaben von Behörden, Gerichten und sonstigen öffentlichen Stellen des Freistaates Bayern im Zuständigkeitsbereich laufend ergänzt.

Die Benützung richtet sich nach der Benützungsordnung für die staatlichen Archive Bayerns vom 16.1.1990 (GVBl S. 6), in der auch die Benützungsgebühren geregelt sind.

Das Staatsarchiv Augsburg ist der Nachfolger des ehemaligen Staatsarchivs Neuburg a.d. Donau, das im Herbst 1989 in die Regierungshauptstadt von Schwaben verlegt worden ist.

Neuburg a.d. Donau war ursprünglich Mittelpunkt des kleinen Fürstentums einer wittelsbachisch-pfälzischen Nebenlinie, von deren zweitem Fürsten, Pfalzgraf Wolfgang (+ 1569), die heutigen Linien des Hauses Wittelsbach abstammen. Die Stadt war damit seit 1505 bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts Sitz des pfalz-neuburgischen Archivs (mit wesentlichen Teilen der Archive von Bayern-Ingolstadt und vor allem von Bayern-Landshut) und behielt auch nach der Aufhebung der Provinz Neuburg im neuorganisierten Königreich Bayern (1808) weiterhin ein Archiv (Archivkonservatorium sowie eine Depotregistratur).

1830 übernahm die zunächst der Regierung des Oberdonaukreises in Augsburg unterstehende Depotregistratur Bestände, die bis dahin in Archivkonservatorien bzw. Depotregistraturen zu Dillingen a.d. Donau und Kempten (Allgäu) gelagert gewesen waren. Es waren dies die Reste jener Archive oder Archivteile, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch Säkularisation und Mediatisierung geistlicher und weltlicher Staaten und Institutionen im Raum des späteren bayerischen Regierungsbezirkes Schwaben an das Kurfürstentum bzw. spätere Königreich Bayern übergegangen waren; nach einer Teilung ihrer Bestände in – nach damaliger Auffassung – „archivalisches Schriftgut“ (Urkunden, wertvolle Amtsbücher und besonders ausgewählte Akten) und in „nichtarchivalisches Schriftgut“ war ersteres nach 1812 an das Kgl. Bayerische Allgemeine Reichsarchiv (später: Bayerisches Hauptstaatsarchiv) in München verlagert worden, während das übrige noch vor Ort verblieben war.

Seit der fachlichen Unterstellung unter das Allgemeine Reichsarchiv in München (1837) vermochte sich diese Kreis-Depotregistratur aus der Rolle einer Altaktenrepositur zu lösen und durch Behördenabgaben ihre Bestände anzureichern. Die Aussonderungstätigkeit erstreckte sich hierbei noch jahrzehntelang über Gebiete des früheren Fürstentums Pfalz-Neuburg bzw. der Provinz Neuburg (mit Teilen des ehemaligen Hochstifts Eichstätt) und orientierte sich erst seit 1882/85, zeitgleich mit dem Durchbruch des Ortspertinenzprinzips, an den seit 1838 gültigen Verwaltungsgrenzen des Kreises Schwaben und Neuburg (der an die Provinz Neuburg erinnernde Namenspartikel fiel 1939 weg). 1841 offiziell „Archivkonservatorium“ benannt, trug das Amt seit 1876 die Bezeichnung „Kreisarchiv“, um 1921 schließlich zum Bayerischen Staatsarchiv Neuburg a.d. Donau zu werden.

Weichenstellungen im Beständewesen der bayerischen Archive, die vor der Vereinigung der Depotregistraturen von 1830 erfolgt waren, hatten das Neuburger Archiv gleichsam zu einem Annex der altbayerischen Archivlandschaft werden lassen, da das Allgemeine Reichsarchiv alle früh- und hochmittelalterliche wie überhaupt alle „archivalische“ Überlieferung, d.h. vor allem alle Urkunden, auch aus dem Bereich Bayerisch Schwabens aufnahm. Das Konzept eines klareren Aufgabenzuschnitts, das auch die Zusammenführung zerrissener Bestände im Auge hatte, bewirkte dann 1924 die Abgabe nahezu sämtlicher Archivalien aus den flächenmäßig größten Alt-Territorien des Archivsprengels, nämlich des Hochstifts Augsburg und des Fürststifts Kempten, an das Bayerische Hauptstaatsarchiv („Neuburger Abgaben“ zur Unterscheidung von den bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in das Reichsarchiv übernommenen „Münchener Beständen“). Nicht konsequent weitergeführt und zum Teil rückgängig gemacht, vermehrten diese Maßnahmen letztlich das Beständedickicht.

Während des Zweiten Weltkrieges und in der unmittelbaren Nachkriegszeit nahmen die Neuburger Archivbestände, zum Teil aus dem Schlossgebäude ausgelagert, keinen nennenswerten Schaden. Allerdings wurden die mit weiterem Zufluss an Abgaben immer schwierigeren Raumverhältnisse in dem den modernen Aufbewahrungskriterien nicht gewachsenen Dienstgebäude ein Grund, seit 1965 frühere Pläne einer Verlegung nach Augsburg wieder zu verfolgen. Ein weiteres Argument war die von jeher gegebene Randlage Neuburgs im modernen Archivsprengel, die mit der Gebietsreform von 1972 zu förmlicher Exterritorialität wurde. Die Gründung der schwäbischen Landesuniversität in Augsburg (1970) gab schließlich einen entscheidenden Impuls für die Verlegung nach Augsburg. Gleichzeitig erhielt das Staatsarchiv ein neues Beständeprofil auf der Grundlage der an Bayern gefallenen Bestandteile des Schwäbischen Reichskreises. Seine Zuständigkeit bei den wachsenden Beständen erstreckt sich auf den Regierungsbezirk Schwaben in seinen jeweils gültigen Grenzen.

Das Staatsarchiv ist seit Herbst 1989 in einem Archivzweckbau untergebracht, der bereits in einem städtebaulichen Ideenwettbewerb vom Jahre 1974 auf dem Gelände des ehemaligen Augsburger Flugplatzes – im Übergangsbereich zwischen (neuer) Universität und verdichteter städtischer Wohnbebauung – an einem zentralen achteckigen Platz geplant war. Den Architektenwettbewerb (1979/80) gewann der Augsburger Architekt Hans Schrammel, nach dessen Plänen und unter Leitung des Land- und Universitätsbauamtes Augsburg der Neubau 1985/89 errichtet wurde.

Durch die Lage am zentralen Platz ist dieser Neubau architektonisch bestimmt. Er gliedert sich in zwei parallel zueinander gesetzte Baukörper: in das zweistöckige Verwaltungsgebäude (mit dem Benützerbereich im Erdgeschoss) auf den Platz zu und dahinter, abgesetzt durch Innenhöfe und zugleich verbunden durch zwei Treppentürme (mit Aufzügen), das vierstöckige Magazingebäude (EG mit Anlieferungsbereich und drei OG). Das Magazin als Kernstück des neuen Staatsarchivs wurde nach dem sogenannten Kölner Modell gestaltet: Den nur innen verputzten, 50 cm starken Ziegelwänden (mit wenigen schmalen Fensteröffnungen) ist außen eine hinterlüftete Verkleidung aus Muschelkalkplatten vorgehängt. Dadurch entsteht in den insgesamt zwölf Magazinabschnitten, die fast durchgehend mit Rollregalen ausgestattet sind, ein konstantes Raumklima, das nur durch Querbelüftung bzw. durch leichtes Zuheizen in der kalten Jahreszeit, gestützt durch automatische Temperatur- und Feuchtemesser, manuell gesteuert wird.

Der Eingangsbereich am zentralen Platz mit einer geschwungenen Glas-Metall-Fassade und einer großzügig angelegten Eingangshalle wird betont durch eine surrealistisch-manieristische Plastik ARCHIVA 87 von Jürgen Goertz, Eichtersheim: Auf einem leicht angesägten und damit einen Aktenstoß andeutenden Steinsockel sitzt ein stempelartiger, halb als Mann und halb als Frau gestalteter Bronzekopf mit aufgelegtem Buch auf der Stirn, der aus dem Aktenstoß das Wissen aufnimmt und dieses Wissen in einer durch einen Bogen mit dem Kopf verbundenen Kugel speichert. Die an der Stütze, durch die diese Verbindung geführt ist, angebrachte Skala weist auf die Zeit hin, deren Kostbarkeit durch ein obenauf gesetztes Ei aus Stein zusätzlich betont wird.

Den Archivbenützern stehen ein geräumiger, lichter, in die Arkadenreihe des Verwaltungsgebäudes eingerückter Lesesaal mit 30 Arbeitsplätzen sowie sieben Arbeitskabinen mit natürlicher Belichtung und Belüftung zur Verfügung. Zum Öffentlichkeitsbereich zählt ein kombinierter Vortrags- und Ausstellungsraum, der auch für Lehrveranstaltungen genutzt wird.

Das Staatsarchiv Augsburg unterscheidet sich in Aufbau und Schwerpunkt seiner Altbestände wesentlich vom Staatsarchiv Neuburg. Mit der Überführung provenienzbereinigter Bestände von Territorien des Schwäbischen Reichskreises und der österreichischen Vorlande aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv in den Jahren 1990–1992 wurde der Zuständigkeitsrahmen des Staatsarchivs bezüglich seines historischen Sprengels verwirklicht. Eine an der Reichskreiseinteilung orientierte Bestandsabgrenzung erfolgte in kleinerem Umfang auch mit dem Staatsarchiv Nürnberg (v.a. Reichsstadt Dinkelsbühl, heute Mittelfranken). Gleichzeitig wurde die Überlieferung pfalz-neuburgischer Zentralstellen an das Bayerische Hauptstaatsarchiv abgegeben.

Besondere Bedeutung kommt nun der auch inneren Zusammenführung der ehemals auf verschiedene Archive verteilten Überlieferungen zu und zwar nach Möglichkeit unter Wiederherstellung der ursprünglichen Archiv- und Registraturkörper der in den Jahren 1802/08 untergegangenen Bestandsbildner. Das Provenienzprinzip wird mit der Freilegung bisher verschütteter Zusammenhänge selbst zum Erschließungsmittel in Territorien mit zunächst verwirrend erscheinenden Rechtsbeziehungen.

Die Bestände des Staatsarchivs Amberg finden Sie im virtuellen Lesesaal der Staatlichen Archive Bayerns.

Den Benützern steht ein Präsenzbestand von rund 25.000 Bänden zur Verfügung, in dem schwäbische und bayerische Landesgeschichte sowie die Geschichte benachbarter Länder und Regionen thematische Schwerpunkte bilden.

Die Dokumentation zur Zeitgeschichte umfasst Jahresberichte weiterführender Schulen (ab 1808/09) sowie Amts- und Mitteilungsblätter von Gemeinden und nachgeordneten Behörden. Eine 1976 angelegte Sammlung von Schriften der Parteien, Vereine und Verbände sowie aus dem kirchlichen und privatwirtschaftlichen Bereich (darunter zahlreiche Jubiläumsfestschriften) in Schwaben reicht bis in das Jahr 2000.

Veröffentlichungen über das Staatsarchiv Augsburg finden Sie hier.

Einladung zur Mitgliedschaft

Der Freundeskreis des schwäbischen Staatsarchivs wurde im Juni 2000 in Augsburg gegründet. Er ist als gemeinnützig anerkannt. Der Freundeskreis hat sich u.a. zur Aufgabe gemacht,

  • die Initiativen des Staatsarchivs Augsburg im Bereich der schwäbischen Geschichte zu fördern, die Bestände des „Schatzhauses der schwäbischen Geschichte“ zu erschließen,
  • die Zugänglichmachung der Bestände des Staatsarchivs zu verbessern, allen Freunden der schwäbischen Geschichte durch Veröffentlichungen, Tagungen und Vorträge die große Bedeutung der im Staatsarchiv liegenden historischen Informationen vor Augen zu führen
  • und bei der Sicherung von kommunalen und privaten Archiven im Regierungsbezirk Schwaben behilflich zu sein.

 

Welche Vorteile sind mit einer Mitgliedschaft verbunden?
Die Mitglieder unterstützen durch ihre Mitgliedschaft nicht nur materiell und ideell die Tätigkeit des Staatsarchivs, sie erhalten auch neben einer Jahresgabe ausgewählte Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung zu einem Sonderpreis. Mitglieder werden zu allen Veranstaltungen des Staatsarchivs eingeladen.

 

Was kostet eine jährliche Mitgliedschaft?
Die Mitgliedschaft kostet für Einzelpersonen 15€, für juristische Personen und Personenvereinigungen 130€. Wenn sie unsere Ziele unterstützen wollen, schicken Sie bitte den Aufnahmeantrag an uns oder geben Sie ihn im Staatsarchiv Augsburg ab. Sie erhalten dann weitere Informationen. Wir freuen uns schon jetzt auf Ihre Mitgliedschaft.

 

Wie werde ich Mitglied?
Wenn Sie dem Verein der Freundeskreis des Schwäbischen Staatsarchvis beitreten möchten, füllen Sie bitte das Formular aus, das Sie hier herunterladen (PDF-Flyer mit Anmeldeformular) können und schicken Sie es ausgefüllt per Post an die untenstehende Adresse.

 

Die Satzung der Societas Amicorum finden Sie hier (PDF-Datei zum Download).

 

Adresse:
Freundeskreis des Schwäbischen Staatsarchivs
c/o Staatsarchiv Augsburg
Salomon-Idler-Str. 2
86159 Augsburg

 

Kontonummer des Freundeskreises:
23002 Stadtsparkasse Augsburg (BLZ 720 500 00)

Den virtuellen Rundgang durch das Staatsarchiv finden Sie hier: Rundgang starten.

Anschrift

Salomon-Idler-Str. 2 86159 Augsburg

Kontakt

Tel. 0821/599 63-30 Fax 0821/599 63-333 E-Mail: poststelle@staau.bayern.de

Leitung

Archivdirektor Dr. Thomas Engelke M.A.

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