Die Staatlichen Archive Bayerns

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Ein Tölzer Zauberbuch?
Ein Tölzer Zauberbuch?
Alte magische und okkulte Schriften faszinieren nicht nur Archivarinnen und Archivare, sondern auch viele interessierte Betrachter außerhalb der engeren Community. Dass derartige Schriften ebenfalls in Archiven mit rein staatlicher Überlieferung vorhanden sind, ist selten und stachelt den Forscherdrang zur Klärung der Herkunft und des möglichen Inhalts wie von selbst an. So auch bei dem im einschlägigen Repertorium als „Zauberbuch“ bezeichneten Archivale aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, das im Bestand „Hexenakten“ als völlig solitär stehendes Archivale ohne weiteren Aktenzusammenhang überliefert ist. Formal besteht die Handschrift aus 13 Blättern, die ursprünglich zweimal gefaltet waren und somit in einem wesentlich kleineren Format als heute vorlagen. Sie ist mit unterschiedlichen Zeichen und Zeichnungen versehen, die an Sprachsplitter aus der lateinischen Liturgie erinnern sowie deutliche Anklänge an die 10 Gebote oder das Symbol des Heiligen Geistes aufweisen. Es ist davon auszugehen, dass der Verfasser des Buches kein Latein verstand und das Gehörte aus dem Gedächtnis wiedergab, weshalb eindeutige Zuordnungen heute nicht mehr einwandfrei möglich sind. Eine Zeichnung mit einer linken Hand und einer Umschrift, die sich möglicherweise als Beschwörungszauber interpretieren lässt, könnte in Verbindung mit den Kindshändeln auf einen Lähmungszauber h
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Überlieferung der Post – weder trocken, noch unbelebt
Überlieferung der Post – weder trocken, noch unbelebt
Behördliches Schriftgut muss nicht nur nüchtern und trocken sein. Das belegen Akten aus der Überlieferung der Ober- bzw. der Reichspostdirektion Augsburg, die beim Staatsarchiv Augsburg verwahrt werden. Im Jahr 1999 erhielt das Staatsarchiv Augsburg den zur Oberpostdirektion (OPD) Augsburg gehörenden Teil des damals aufgelösten Nürnberger Postarchivs. Der Ober- bzw. Reichspostdirektion Augsburg oblag als Bezirksbehörde neben dem Vollzug der zentralbehördlichen Verfügungen auch die Dienstaufsicht innerhalb ihres Bezirks. Für den örtlichen Betrieb waren die örtlichen Postanstalten zuständig. Bei der Verzeichnung der Akten wurde festgestellt, dass die Unterlagen weder bei der OPD Augsburg selbst noch im Postarchiv ausgedünnt worden waren. So fanden sich in dieser Überlieferung neben einem hohen Anteil an redundantem Aktengut auch außergewöhnliche Unterlagen zur Geschichte der schwäbischen Post. Nach Beendigung der Erschließungsarbeiten wurde besonders aufschlussreiches, zum Teil kurioses Schriftgut dieser reichhaltigen Überlieferung 2003 in der Ausstellung „Postagenten, Schwarzsender und Sommerreisen. Geschichte der Post in Schwaben zwischen 1808 und 1945“ präsentiert (Katalog: https://www.gda.bayern.de/mam/typo3/user_upload/PDFs_fuer_Publikationen/Kleine_Ausstellungen/Kl-Katalog-21-Postagenten.pdf). Zwei Beispiele illustrieren die kuriosen Seiten der Überl
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Ein Niederländer für Bayern in Paris: der Nachlass von Maximilian Van Eyck im Bayerischen Hauptstaatsarchiv
Ein Niederländer für Bayern in Paris: der Nachlass von Maximilian Van Eyck im Bayerischen Hauptstaatsarchiv
Habent sua fata libelli – Bücher haben ihr eigenes Schicksal, so auch die 36 Bände mit Depeschen, Korrespondenz und Notizen des Grafen Maximilian Emanuel Franz Van Eyck (1711–1777), die dieser in seiner Funktion als außerordentlicher Gesandter Bayerns in Paris vom 24. Juni 1755 bis 20. Oktober 1777 führte. Die Aufzeichnungen ermöglichen einen einmaligen Blick in die diplomatische und höfische Welt in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Nach 226 Jahren wurde das Konvolut im März 2023 auf einer Auktion in Versailles für das Bayerische Hauptstaatsarchiv ersteigert. Im April 2023 kamen die Bände nach München und wurden in die Bestände der Abteilung V Nachlässe und Sammlungen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs als Nachlass Van Eyck eingereiht. Maximilian van Eyck, ein Niederländer in bayerischen Diensten in Paris, wohnte und arbeitete im repräsentativen Hôtel de Beauvais im Pariser Marais, das er zunächst mietete und 1759 kaufte. Hier empfing er – um nur ein Beispiel zu nennen – von November 1763 bis April 1764 den jungen Wolfgang Amadeus Mozart mit seinem Vater Leopold. Dieser Besuch ist über andere Quellen nachweisbar, aber über den Nachlass nicht belegt. Für sich ließ er alles, was im Zusammenhang mit seiner diplomatischen Tätigkeit für Bayern anfiel, in 36 einheitlich in Leder gebundenen Bänden, von einem professionellen Schreiber n
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Zentraler Fotobestand zum Ersten Weltkrieg online verfügbar
Zentraler Fotobestand zum Ersten Weltkrieg online verfügbar
Einer der zentralen Fotobestände der Abt. IV Kriegsarchiv des Bayerischen Hauptstaatsarchivs zum Ersten Weltkrieg, die sogenannte Staudinger-Sammlung, ist seit November 2022 vollständig online einsehbar und recherchierbar. Digitalisiert wurden nicht nur die einzelnen Fotos, sondern der originale vollständige Kartonbogen, auf den jeweils bis zu drei Fotos aufgebracht sind. Das Findmittel zur Staudinger-Sammlung ist bereits seit längerem über die Findmitteldatenbank online abrufbar. Vor der Onlinestellung der Digitalisate mussten aber erst noch zahlreiche technische und urheberrechtliche Fragen geklärt werden. Die urheberrechtliche Problematik hängt mit der Genese der Sammlung zusammen: Auf Betreiben von Generalmajor Karl Staudinger (1848–1925), Leiter des Bayerischen Kriegsarchivs von 1904 bis 1918, forderte das Bayerische Kriegsministerium im April 1915 sämtliche bayerischen Einheiten, die mit Fotogerät ausgestattet waren, zur Abgabe von Abzügen ihrer Aufnahmen an das Archiv auf. Die daraus entstandene, nach dem Initiator Staudinger benannte Bildersammlung, wurde durch Fotos von Pressediensten und auf Vermittlung des Bayerischen Militärbevollmächtigten in Berlin durch Aufnahmen preußischer Einheiten ergänzt und angereichert. Es entstand eine einzigartige Bildersammlung: 24.434 Einzelbilder wurden in der Folge von Staudinger nach Sach- und Ortsbetreffen geordnet und mit Bildunterschriften versehen. Ni
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